Ein sterbender Mann

Buch von Martin Walser

Anzeige

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Ein sterbender Mann

Der Roman eines Verrats - da will der, um den es geht, nicht mehr leben. Er ist dem Tod so nah wie noch nie. Dann passiert etwas, jetzt will er leben wie noch nie. Diese Erfahrung: Je näher du dem Tod bist, desto schöner ist es zu leben. Oder genauer gesagt: desto schöner wäre es zu leben. Martin Walsers Roman über das Altsein, die Liebe und den Verrat ist beeindruckend gegenwärtig, funkelnd von sprachlicher Schönheit und überwältigend durch seine beispiellose emotionale Kraft.
Weiterlesen

Bewertungen

Ein sterbender Mann wurde insgesamt 3 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4 Sternen.

(2)
(0)
(1)
(0)
(0)

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Ein sterbender Mann

    Martin Walser - Ein sterbender Mann
    Ich lese keine Liebesromane, habe ich schon beim Bösen Mädchen kundgetan. Nun kommt der nächste zur Sprache. Dann will ich mich gleich ein weiteres Mal wiederholen. So ein tatsächlicher Liebesroman ist es keineswegs. Das schreibt einer, der gar keine liest. Stimmt, aber mir genügt es, in diesem Fall auf meine gehegten Klischees abzustellen. Das gönn ich mir und mute es euch zu. Wem das zu anmaßend erscheint, dem empfehle ich Peter Lustigs oberstes Credo: Abschalten!
    Ich labere.
    Es ist ein Liebesroman. Nicht weniger ist es ein Buch über das Alter. Der Protagonist ist 72 Jahre alt, hat seine Liebe schon hinter, indessen noch bei sich, ist seit Jahrzehnten verheiratet.
    Die Geschichte trägt keine amourösen Züge. Erotik ist mitnichten ihr Gegenstand. Die sich Zugewandten begegnen sich im Buch kein einziges Mal.
    Es gibt keine Schmetterlinge im Bauch. Keine Ausrichtung auf ein gemeinsames Leben in trauter Liebeswonne. Geturtelt wird nicht.
    Was soll das denn für ein Liebesroman sein?
    Ich weiß es ja auch nicht so recht. Es ist jedenfalls einer, der mich gefangen genommen hat. Wer gefangen ist, kann nicht weg. Ich wollte von diesem Buch nicht weg, denn es war außergewöhnlich spannend. Das kam für mich unerwartet. Gefangensein, hmmmm, es war mehr. Es läuft auf ein inflationär gebräuchliches Adjektiv hinaus. Nimmt man es hingegen als explizite Steigerung von Gefangensein, sollte es etwas davon verlieren. Gefesselt hat es mich. Gefesselt und gefangen - ich hatte keine Chance zu entkommen. Was keineswegs schlimm war, ich wollte nicht von der Seite des Erzählverlaufes weichen.
    Es bietet einige unerwartete Umbrüche, die manchmal erst nach einer Seite begreiflich werden, weil sie nie offenkundig als solche zutage treten. Überhaupt begleitet den Text in der Regel eine gewisse Subtilität, die schwer fassbar, zumindest durch mich nicht zu beschreiben ist. Allerdings empfand ich sie angenehm. Empfand - das nächste Stichwort. Das Buch spricht den dramatisch Orientierten vermutlich wenig an. Zweites Hmmmm. Drama steht für Dialog. In dem Sinne bekommt man wiederum recht viel geboten. Ach so, empfand. Empfindsamkeit. Emotional. Diese gedankliche Brücke erklärt, weshalb ich diese Erzählung emotional berührend fand. Keinesfalls anrührend. Ich sehe da noch einen Qualitätsunterschied. Stellt sich mir beim Schreiben die Frage, kann Rationalität berühren? Das Beschreiben rationaler Zuneigungsverläufe, bei dem das Emotionale nur sehr langsam die Oberhand gewinnt, nie gänzlich. Wenn derartiges möglich sein sollte, dann zumindest, geschieht es in diesem Buch. Das Angefasstsein durch das Buch wirkt augenscheinlich nach. Ich hänge weniger der Story nach, die ist mir kaum noch in Erinnerung. Aber das Gefühl nach dem Auslesen beim ins Regal stellen. Das haftet momentan beim Schreiben merklich an mir. Bei weitem nur ein Hauch. Vermutlich der Grund, warum ich es wage, hier meine diffusen Eindrücke kund zu tun.
    Kein Buch habe ich bisher zweimal gelesen. Obwohl dieses Buch bis zur letzten Seite stark von seiner Spannung lebt, könnte es eines von wenigen sein, bei dem es eventuell mal geschieht. Offensichtlich steckt da noch viel mehr drin.
    Was steckt denn nun drin? Was geschieht denn da nun?
    Schwierig zu beschreiben, drum habe ich es umschrieben. Das Vermögen zum Erstellen von Exzerpten mit Skizzierung von Handlungssträngen und wesentlichen Protagonisten ist mir nicht vergönnt. Kann so schwierig nie und nimmer sein. Kommt mir auch oft so vor. Ich kann es trotzdem nicht. Deswegen eine kleine Wortaufzählung: Verrat, Alter, Suizid, Liebe, Briefroman, Tragik, Komik
    Ich würde meinen, es gibt Leser, die das Buch kitschig finden. Eines jeden Recht. Sollte es tatsächlich kitschig sein, dann sag ich auch ja zu Kitsch.
    Vielleicht habe ich bloß eine Fabel nicht erkannt oder eine Groteske verkannt.
    Is ja wurscht. Mir hat es gefallen.
    Weiterlesen

Ausgaben von Ein sterbender Mann

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 288

Taschenbuch

Seitenzahl: 288

E-Book

Seitenzahl: 281

Hörbuch

Laufzeit: 00:09:27h

Besitzer des Buches 7

  • Mitglied seit 31. Januar 2021
  • Mitglied seit 30. November 2017
  • Mitglied seit 23. März 2017
  • Mitglied seit 2. Dezember 2010
  • Mitglied seit 8. September 2009
  • Mitglied seit 5. März 2012
  • Mitglied seit 5. Oktober 2008
Update:

Anzeige