Die endlose Stadt
Buch von Ulla Lenze
Titel: Die endlose Stadt
Ulla Lenze (Autor)
Verlag: Frankfurter Verlagsanstalt
Format: Gebundene Ausgabe
Seitenzahl: 320
ISBN: 9783627002107
Termin: Februar 2015
Aktion
Zusammenfassung
Inhaltsangabe zu Die endlose Stadt
Holle ist Künstlerin, sie fotografiert Städte, deren verborgene Energie sie auf leeren Plätzen einfängt. Ein Stipendium führt sie nach Istanbul, einer schmerzhaft schönen Stadt, wo sie eine Affäre mit dem Türken Celal beginnt. Doch existenziell wird für Holle die Begegnung mit Christoph Wanka. Der reiche Geschäftsmann repräsentiert alles, was Holle ablehnt, und doch kann sie sich nicht von ihm lösen, schwankt ständig zwischen Anziehung und Abstoßung. Als Holle schließlich einwilligt, dass Wanka ihr eine Reise nach Mumbai finanziert, beginnt ein Kräftemessen, das sie zwingt, ihren eigenen Lebensentwurf zu hinterfragen.
Hals über Kopf verlässt Holle Mumbai. Theresa bezieht Holles überstürzt verlassene Wohnung. Die deutsche Journalistin kennt die kontrastreiche Metropole, in der das Überleben für viele Menschen nur am Zufall hängt. Und sie trifft auf Christoph Wanka. Während Theresa in Mumbai nach und nach in eine Stellvertreterrolle gleitet, die weiter reicht, als es in ihrer Absicht liegen könnte, möchte Holle im labyrinthischen Körper Istanbuls am liebsten verloren gehen und entdecken, wie sich all das neu zusammensetzt, was sie ihr Leben nennt. Als die Demonstrationen im Gezi-Park die Strukturen der Stadt selbst zum Bröckeln bringen, scheint die Gelegenheit günstig …
Im neuen großen Roman von Ulla Lenze begeben sich zwei Frauen auf Spurensuche in der abenteuerlichen Fremdheit zweier ferner Städte, Istanbul und Mumbai. »Die endlose Stadt« ist ein Roman voller wunderbarer Spiegelungen und geheimer Verflechtungen. Eine schwebend leichte Konstruktion, in der Zeiten, Orte und Identitäten ineinander tauchen, ein vielschichtiges Kunstwerk von unendlicher Schönheit.
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Bewertungen
Die endlose Stadt wurde insgesamt 4 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4 Sternen.
Rezensionen zum Buch
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Rezension zu Die endlose Stadt
- Winfried Stanzick
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23. März 2015 um 13:38
Der neue Roman von Ulla Lenze spielt in Istanbul und in Mumbai. Für kurze Zeiten hält sich seine eine Protagonistin auch in Berlin und Hannover auf. Sie heißt Holle Schulz und hat zu Beginn des Buches ein Stipendiat in Istanbul, wo sie den Besitzer eines Dönerladens, Celal, kennenlernt und sich in ihn verliebt. Was sie genau an ihm findet, außer gutem Sex, hat sich mir nicht erschlossen. Klarer ist ihre Beziehung zu dem reichen Geschäftsmann Christoph Warnka, den sie ebenfalls in Istanbul kennenlernt. Er ist Manager eine Baufirma, die in Istanbul und in Mumbai tätig ist.Weiterlesen
Er möchte sie fördern, und kauft etliche Bilder von ihr. Neben ihrer Kunst scheint er auch durchaus Interesse an ihrer Person zu finden. Er lädt Holle nach Mumbai ein, von wo die aber bald wieder nach Istanbul flieht. Ihre Wohnung in Mumbai indes vermietet sie schnell an eine deutsche Journalistin namens Theresa. Mit ihr führt Ulla Lenze eine zweite weibliche Protagonistin in ihrem Roman ein, die in Mumbai für ein Magazin an einer Indienstory arbeitet, mit der sie aber sehr unzufrieden ist, "weil kein Text jemals dem gerecht wird, was wirklich ist."
Man kann das durchaus auch lesen als Selbsteinschätzung der Autorin mit ihrem Werk, das mittels der Hauptfiguren begreifen möchte, was die Seele der beiden Städte ausmacht. Auch sich selbst versuchen die beiden Frauen, die sich übrigens an keiner Stelle des Buches jemals begegnen. An einer Stelle schreibt Ulla Lenze dazu: „Jede Stadt ruft eine Gestalt deiner selbst wach.“
In insgesamt 26 Kapiteln beschreibt Ulla Lanze, was den beiden Frauen in diesen Großstadtdschungels widerfährt und sie lässt die Handlung in der Niederschlagung der Gezi-Proteste in Istanbul einen vorläufigen Höhepunkt finden.
Mit einer bildhaften, kontrastreichen Sprache schildert Ulla Lenze das Leben zweier ungewöhnlicher Frauen, ungewöhnlich wie sie selbst. -
Rezension zu Die endlose Stadt
- Karthause
-
18. Februar 2015 um 15:21
Gebundene Ausgabe: 320 SeitenWeiterlesen
Verlag: Frankfurter Verlagsanstalt
ISBN-13: 978-3627002107
Der Verlag über das Buch
Holle ist Künstlerin, sie fotografiert Städte, deren verborgene Energie sie auf leeren Plätzen einfängt. Ein Stipendium führt sie nach Istanbul, einer schmerzhaft schönen Stadt, wo sie eine Affäre mit dem Türken Celal beginnt. Doch existenziell wird für Holle die Begegnung mit Christoph Wanka. Der reiche Geschäftsmann repräsentiert alles, was Holle ablehnt, und doch kann sie sich nicht von ihm lösen, schwankt ständig zwischen Anziehung und Abstoßung. Als Holle schließlich einwilligt, dass Wanka ihr eine Reise nach Mumbai finanziert, beginnt ein Kräftemessen, das sie zwingt, ihren eigenen Lebensentwurf zu hinterfragen.
Hals über Kopf verlässt Holle Mumbai. Theresa bezieht Holles überstürzt verlassene Wohnung. Die deutsche Journalistin kennt die kontrastreiche Metropole, in der das Überleben für viele Menschen nur am Zufall hängt. Und sie trifft auf Christoph Wanka. Während Theresa in Mumbai nach und nach in eine Stellvertreterrolle gleitet, die weiter reicht, als es in ihrer Absicht liegen könnte, möchte Holle im labyrinthischen Körper Istanbuls am liebsten verloren gehen und entdecken, wie sich all das neu zusammensetzt, was sie ihr Leben nennt. Als die Demonstrationen im Gezi-Park die Strukturen der Stadt selbst zum Bröckeln bringen, scheint die Gelegenheit günstig ...
Im neuen großen Roman von Ulla Lenze begeben sich zwei Frauen auf Spurensuche in der abenteuerlichen Fremdheit zweier ferner Städte, Istanbul und Mumbai. Die endlose Stadt ist ein Roman voller wunderbarer Spiegelungen und geheimer Verflechtungen. Eine schwebend leichte Konstruktion, in der Zeiten, Orte und Identitäten ineinander tauchen, ein vielschichtiges Kunstwerk von unendlicher Schönheit.
Der Verlag über die Autorin
Ulla Lenze, 1973 in Mönchengladbach geboren, studierte Musik und Philosophie in Köln. Für ihren Debütroman Schwester und Bruder (2003) erhielt sie den Ernst-Willner-Preis beim Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt, den Jürgen-Ponto-Preis für das beste Romandebüt und das Rolf-Dieter Brinkmann-Stipendium der Stadt Köln. Ihr dritter Roman Der kleine Rest des Todes erschien 2012 in der Frankfurter Verlagsanstalt und wurde auf Platz 5 der SWR-Bestenliste gewählt. Ulla Lenze war Writer-in-residence in Istanbul und verbrachte neun Monate in Mumbai auf Einladung des Goethe-Instituts und der Kunststiftung NRW. Ulla Lenze lebt als freie Schriftstellerin in Berlin. Ihr neuer Roman Die endlose Stadt erscheint im Februar 2015.
Meine Meinung
Berlin – Hannover – Mumbai – Istanbul, das sind die Stationen der Künstlerin Holle. Dabei schlägt das Herz des Romans eindeutig in Istanbul, der quirligen Stadt am Bosporus, an dem zwei Welten aufeinandertreffen, der Orient auf den Okzident, ebenso wie Holle auf Celal, nah und doch so weit voneinander entfernt. Zwischen der deutschen Fotokünstlerin und dem türkischen Imbissinhaber entwickelt sich eine Affäre mit Höhen und Tiefen und wie ein Schatten tritt Christoph Wanka in Holles Leben. Der reiche Geschäftsmann führt ein gänzlich anderes Leben als Holle und lässt in ihr Zweifel über ihren Lebensentwurf und ihre Sicht der Dinge aufkommen. So ist er auch der Grund für Holles überstürzte Abreise aus Mumbai, obwohl er ihr diese Reise finanzierte. Ihre Wohnung dort vermietet sie an Theresa, eine Journalistin, die mehr oder weniger bewusst in eine Art Stellvertreterrolle für Holle schlüpft.
„Die endlose Stadt“ ist ein Roman, der von seinen Gegensätzen lebt. Orient trifft auf Okzident, Holle fotografiert Städte ohne Menschen und gerät in den Bann eines Mannes, der völlig konträr zu ihrer eigenen Lebensauffassung steht. Aber auch ihre Beziehung zu den jungen Türken Celal ist nicht frei von Differenzen. Dieses Konträre ist aber nicht nur in den zuvor genannten Aspekten zu finden, es lässt sich in jeder Stadt, in jedem Leben finden und regt zum Überdenken eigener Lebensvorstellungen an. Dabei gelingt es Ulla Lenze diese Widersprüchlichkeit hervorragend durch ihrer Erzählweise darzustellen. Mit einer poetischen, aber trotzdem kraftvoll kraftvollen Sprache bringt die Autorin dem Leser ihre Protagonistinnen nahe, die letztlich aber doch nicht ganz in ihrem Wesen erklärbar oder nachvollziehbar bleiben, so dass man das Gefühl hat, sie bewahren einen Rest eines Geheimnisses für sich.
Man merkt dem Roman an den Beschreibungen der Eigenheiten und Widersprüchlichkeiten der Metropolen deutlich an, dass die Autorin sowohl Mumbai als auch Istanbul kennt. So stehen die Veränderungen, die das Leben von Holle und Theresa prägen, letztlich auch für die in der Gesellschaft und so ist es nur logisch, dass auch die Proteste auf dem Istanbuler Taksim Platz thematisiert werden.
„Die endlose Stadt“ ist ein intelligent geschriebener Roman, der mit Leichtigkeit von Gegensätzlichem erzählt. Er hat mir besonders Istanbul und die Mentalität der Bewohner nahegebracht, hat mich schmunzeln lassen und nachdenklich gemacht, aber vor allem hat er mich sehr gut unterhalten.
Ausgaben von Die endlose Stadt
Besitzer des Buches 3
Update: 23. Dezember 2019 um 14:44




