Die Mohns: Die Familie hinter Bertelsmann

Buch von Thomas Schuler

Cover zum Buch Die Mohns: Die Familie hinter Bertels...

Titel: Die Mohns: Die Familie hinter Bertels...

5 von 5 Sternen bei 4 Bewertungen

Verlag: Bastei-Lübbe

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 391

ISBN: 9783404615728

Termin: August 2005

Aktion

Bewertungen

Die Mohns: Die Familie hinter Bertelsmann wurde insgesamt 4 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 5 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Die Mohns: Die Familie hinter Bertelsmann

    • 12. Februar 2013 um 20:38
    Vom Provinzbuchhändler zum Weltkonzern: Die Familie hinter Bertelsmann
    Zum Inhalt
    Am 1. Juli 1835 gründet der in ärmlichen Verhältnissen geborene Buchbinder Carl Bertelsmann einen Verlag, der sich unter den nachfolgenden Generationen zu einem der größten Medienkonzerne der Welt mit 80 000 Mitarbeitern und einem Umsatz in Milliardenhöhe entwickeln sollte. Thomas Schuler erzählt in seinem Buch die unglaubliche Erfolgsgeschichte des Bertelsmann-Verlages und der Familie, die hinter diesem Namen steht, der Familie Mohn. Bereits in der 3. Generation seit Verlagsgründung übernahm der Schwiegersohn von Heinrich Bertelsmann, Johannes Mohn, den aufstrebenden Betrieb. In den 1920-er Jahren schrammte der damalige Besitzer, Heinrich Mohn, inflationsbedingt nur knapp an der Pleite vorüber, konnte in den Kriegsjahren aber durch seinen größten Kunden, die deutsche Wehrmacht, wirtschaftliche Vorteile erzielen. In der Besatzungszeit wiederum musste der Nachweis erbracht werden, dass man nicht mit den Nazis sympathisiert hatte. Heinrich Mohn hatte zwar nie der Partei angehört, doch musste er sich den Vorwurf einer Wendehalspolitik gefallen lassen. Fortan baute sich die Legende vom "Verlag des Widerstandes" auf, die auch Reinhard Mohn bis 1998 pflegte. In diesem Jahr kam bei einer Preisverleihung in New York der Stein ins Rollen, der eine Historikerkommission auf den Plan rief. Der 1921 geborene Reinhard Mohn wollte eigentlich Ingenieur werden und übernahm das väterliche Unternehmen nur, weil er als erster der überlebenden Brüder aus dem Krieg heimgekehrt war. Unter seiner Führung und der Leitung fähiger Manager wurde aus dem in den letzten Kriegsmonaten völlig zerstörten Verlag in den folgenden Jahren und Jahrzehnten einer der größten Medienkonzerne. Bereits 1977 führte Reinhard Mohn knapp 70% des Firmenkapitals in eine Stiftung über. Nach seinem Tod 2009 wurde seine 2. Ehefrau Liz Mohn seine Nachfolgerin, doch sind auch die 6 Kinder aus seinen beiden Ehen anteilsmäßig ins Unternehmen eingebunden. Meine Gedanken zum Buch Mich hat die Erfolgsgeschichte des Verlages Bertelsmann aus mehreren Gründen sehr beeindruckt. Jeder kennt diesen Verlag, von der Familie, die dahinter steht, wusste ich bisher allerdings so gut wie nichts. Das liegt sicher auch daran, dass sich der Multimilliardär Reinhard Mohn laut Auskunft des Autors, nicht gerne in der Öffentlichkeit sehen ließ. Interviews verweigerte er mit Vorliebe, ebenso wenig wollte er von der autobiographischen Vermarktung seines Lebens wissen. Staunend habe ich mich während der Lektüre des öfteren gefragt, wie es möglich ist, dass einer Firma über 5 Generationen solch ungebremster Erfolg beschieden ist. Dass fähige Firmenchefs an der Spitze standen, die sich ihren Mitarbeitern gegenüber besonders in der Gründerzeit immer sehr sozial verhielten, mag einen Teil des Erfolges ausmachen. Ein nicht viel geringerer Anteil ist aber sicher auch den engagierten und talentierten Männern an der Seite der Chefs zuzuschreiben. Dazu kam noch die Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs nach dem Krieg und das Öffnen neuer Märkte mit Radio, Fernsehen und Internet, auf deren Erfolgswelle Reinhard Mohn und seine Manager mitsegelten. Gewundert habe ich mich allerdings auch über das komplizierte Privatleben des Firmenchefs Reinhard Mohn, der sehr hohe moralische Ansprüche vertrat, und dennoch quasi zwei Familien gleichzeitig besaß. Dass ein Mann in dieser Position mehrere Geliebte hat, würde man ja noch kritiklos zur Kenntnis nehmen, dass er aber mit seiner Geliebten Elisabeth Beckmann, verheiratete Scholz, eine eheähnliches Verhältnis hatte, aus dem ebenfalls 3 Kinder hervorgingen, fand ich doch etwas befremdlich. Die spätere Liz Mohn ist im vorliegenden Buch auch nicht besonders gut weggekommen, was daran liegen mag, dass sie in ihrem Buch "Liebe öffnet Herzen" über ihr Leben mit Reinhard Mohn eine Realität schafft, die es in dieser Form nicht gegeben hat. So erwähnt sie mit keinem Wort die erste Ehe ihres Mannes und verschweigt auch, dass sie ebenfalls 15 Jahre verheiratet war, ohne die Beziehung zu Reinhard Mohn je abzubrechen. Nach der Lektüre dieses Buches sehe ich Liz Mohn eher als geld- und machtgierige Erscheinung, die auch im Betrieb ihres Mannes kräftig mitzumischen versuchte, ohne unternehmerische Erfahrung zu besitzen. Dass Reinhard Mohn im Alter räumlich getrennt von seiner Frau lebte, spricht wohl auch für diese Sichtweise. Gut gefallen haben mir Thomas Schulers Bemühungen um eine möglichst objektive Darstellung, seine genaue historische Recherche und die interessanten Einblicke in die Firmenpolitik dieses riesigen Verlages, dessen Transaktionen ich aber bei weitem nicht alle verstanden habe.   Und weil mir absolut kein Kritikpunkt einfallen wollte, konnte ich guten Gewissens 5  vergeben.
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Ausgaben von Die Mohns: Die Familie hinter Bertelsmann

E-Book

Cover zum Buch Die Mohns: Die Familie hinter Bertels...

Seitenzahl: 62

Taschenbuch

Cover zum Buch Die Mohns: Die Familie hinter Bertels...

Seitenzahl: 391

Hardcover

Cover zum Buch Die Mohns: Die Familie hinter Bertels...

Seitenzahl: 372

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Update: 20. Februar 2025 um 22:33