A Long Way Down

Buch von Nick Hornby

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu A Long Way Down

Komisch, rasant, mit schwarzem Humor – der neue Nick HornbyVier Menschen auf dem Dach eines Londoner Hochhauses, die sich an Silvester das Leben nehmen wollen, schließen einen Pakt: neuer gemeinsamer Selbstmord-Termin ist der Valentinstag. Es bleiben sechs Wochen, die gemeinsam überlebt werden müssen... Silvester, auf dem Dach eines Hochhauses: Pech, dass gleich vier Menschen auf die Idee gekommen sind, sich dort das Leben zu nehmen. Da man sich schlecht umbringen kann, wenn einem andere dabei zusehen, steigt die seltsame Gruppe erst mal vom Dach, um das Problem der jüngsten Kandidatin, die nicht weiß, warum ihr Freund sie verlassen hat, zu lösen. Nach und nach erzählen sie sich ihre Geschichten.Da ist die altjüngferliche Maureen, deren Sohn Matty schwerstbehindert ist und die diese Belastung allein tragen muss, da ist Martin, der berühmte Talkmaster, den nach einem Gefängnisaufenthalt niemand mehr auf dem Bildschirm sehen will, Jess, die aufmüpfige Tochter eines Politikers, ist so direkt, dass sie alle vor den Kopf stößt, und JJ, der von seinem besten Freund, dem Sänger seiner Band, im Stich gelassen wurde. Die vier verabreden, mit dem finalen Sprung bis zum Valentinstag zu warten – und so findet eine Gruppe von Menschen zueinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten und die einander doch auf wundersame Weise zu helfen wissen. Hornby at his best – in diesem urkomischen, rasanten und mit schwarzem Humor gespickten Roman beweist Hornby wieder einmal seine ganze Meisterschaft.
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Über Nick Hornby

Durch seine Bücher wie "High Fidelity" und "About a Boy" machte sich der britische Schriftsteller Nick Hornby einen Namen als einer der bedeutendsten Vertreter der Popliteratur. Mehr zu Nick Hornby

Bewertungen

A Long Way Down wurde insgesamt 135 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 3,4 Sternen.

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Meinungen

  • Brillant und witzig. Nick Hornby eben.

    eigenmelody

  • Super zynisches, tolles Buch, ich war durchweg begeistert!

    Sasa5793

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu A Long Way Down

    _Was passiert
    Silvester: das alte Jahr geht, ein neues beginnt. Was für viele die ausgelassenste Nacht des Jahres ist, ist für andere die letzte Nacht ihres Lebens. An kaum einem Datum passieren mehr Selbstmorde als am 31. Dezember. Und genau diesen Tag suchen sich auch Martin, Maureen, Jess und J.J. aus, um ihrem Leben ein Ende zu setzen. Nur doof, dass sie sich alle vom gleichen Gebäude, dem Toppers House, werfen wollen und dabei unweigerlich aufeinander stoßen.
    _Was ich denke
    Stell dir vor, dein Leben suckt so richtig und du siehst keinen anderen Ausweg mehr, als dich umzubringen. Also begibst du dich auf eines der höchsten Gebäude Londons, trinkst in Ruhe noch einen Schluck, bevor zu es beendest. Doch dann… erscheint plötzlich jemand mit dem gleichen Plan auf dem Dach. Und dann noch jemand. Und noch jemand. Willkommen auf dem Toppers House, wo in der Silvesternacht vier Leute aufeinander treffen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.
    • Martin, um die 40 Jahre alt. Ehemaliger Tv-Moderator, der mit einer Minderjährigen im Bett gelandet ist und dadurch nicht nur seine Karriere, sondern auch seine Frau und zwei Töchter verloren hat. Zu seiner Familie hat er mittlerweile kaum bis gar keinen Kontakt mehr und beruflich sieht es so schlecht aus, dass er eine Nachmittags-Talkshow auf einem Sender moderiert, den niemand guckt. Außerdem ist er bekannt für Alkohol-Eskapaden und ähnliche Ausfälle.
    • Maureen, 51, alleinerziehende Mutter eines geistig und körperlich behinderten Sohns. Maureen hatte in ihrem Leben genau einmal Sex und dabei entstand Matty, dessen Pflege ihr komplettes Leben in Anspruch nimmt. Ihre sozialen Kontakte beschränken sich auf die wöchentlichen Kirchenbesuche, die sie jedoch aufgibt, als sie beschließt, sich das Leben zu nehmen, immerhin ist Suizid eine Todsünde. Sie ist sehr zurückhaltend und schüchtern und teilweise sehr prüde (sie erschaudert, wenn jemand in ihrer Gegenwart flucht).
    • Jess, 18. Das genau Gegenteil von Maureen, ihr Leben besteht vorrangig aus Parties, Drogen und Alkohol. Sie spricht, wie ihr der Schnabel gewachsen ist und übersieht dabei gerne mal die Gefühl anderer. Ihre Schwester Jen ist vor einigen Monaten spurlos verschwunden, was ihr immer noch zu schaffen macht, sie vermisst sie so sehr, dass es weh tut.
    • J.J., knapp über 30. Gebürtiger Amerikaner, der der Liebe wegen nach England gekommen ist und dafür sogar seine Band in den USA verlassen hat. Doch die Beziehung zu Lizzie ist auseinander gebrochen und nun sieht er sich vor den Scherben seines Lebens… ohne Musik gibt es für ihn keine Existenz.
    Mir gefallen tatsächlich alle vier Hauptcharaktere, was ich eigentlich eher selten bei Büchern habe. Ich finde, man kann bei allen irgendwie die Beweggründe nachvollziehen und nachfühlen, warum es ihnen so mies geht. Selbst mit Martin, der zwar selber Schuld hat, weil er mit einer Jugendlichen geschlafen hat (was er aber nicht wusste) und daraufhin alles verloren hat, hatte ich Mitleid. Gut, er ist kein allzu sympathischer Mensch, aber ich konnte ihn auch nicht so richtig hassen. Die einzige, die mir irgendwann tierisch auf den Sack ging, war Jess. Ihre ganze Art ist einfach nur anstrengend und teilweise sowas von unreif, dass ich ihr am liebsten eine geschallert hätte. Ich glaube zwar, dass sie es im Grunde ihres Herzens gut meint, aber ihre ganze Art ist auf die Dauer unheimlich nervtötend…
    Am besten gefallen hat mir J.J., der für mich so etwas wie der Ruhepol der Gruppe ist. Er versucht, Streits möglichst schnell zu schlichten, setzt Jess auch gerne mal auf den Pott und wirkt irgendwie tiefer als die anderen. Er war auf den ersten Blick sympathisch und das Gefühl ließ mich auch den Rest des Buches nicht los.
    Während man am Anfang nur die Grundgeschichten der Protagonisten erfährt – vorrangig, warum sie auf dem Dach sind -, kommen mit der Zeit immer mehr Informationen hinzu. Dazu trägt vor allem auch die Erzählweise bei, denn die Geschichte wird abschnittsweise aus den Perspektiven der vier erzählt, wodurch natürlich viele Gedanken und Gefühle ins Spiel kommen. Ich mochte das unheimlich gerne, weil man sich den Charakteren irgendwie verbundener fühlt, ihr Verhalten nachvollziehen kann. Man schaut sozusagen hinter die Fassade und erfährt so Sachen, die nicht unbedingt ausgesprochen werden, aber doch wichtiger Teil des Charakters bzw. seiner Geschichte sind.
    Was mir auch super gefallen hat, ist, dass man anhand der Art und Weise wie die ‘Kapitel’ geschrieben sind, genau merkt, wer gerade der Erzähler ist. Jess’ z.B. ist immer ziemlich wirr und benutzt bei Dialogen keine wörtliche Rede, sondern erzählt im Grunde nur nach, was gesagt wurde. Maureen hingegen wirkt immer etwas steifer und wenn dieses böse Wort mit F* benutzt wird, was Jess und J.J. sehr gerne tun, ist es bei ihr immer zensiert, weil sie keine Schimpfwörter mag. Sehr amüsiert hat mich auch, dass sich J.J. immer entschuldigt, wenn er das verbotene Wort benutzt hat: “Well, that’s not my fucking problem – sorry, Maureen”
    Insgesamt umfasst die Handlung sechs Monate, in denen sich die Charaktere mehrmals treffen und einiges zusammen durchmachen, von einem Mediastorm bis hin zum gemeinsamen Urlaub auf Teneriffa. Ich muss zugeben, dass ich nachvollziehen kann, warum es einige Rezensionen gibt, die A long way down als langweilig bezeichnen. Es ist einfach so, dass keine wirkliche Spannung entsteht, auch wenn die vier einiges erleben. Nick Hornby erzählt die Story um die “Toppers House Four”, wie J.J. sie tauft, sehr ruhig. Im Grunde passiert nach außen hin gar nicht so viel, aber man kann mit jeder Seite verfolgen, wie es in den Protagonisten arbeitet und sie sich letztendlich auch verändern. Mir hat der Schreibstil sehr gut gefallen, weil er so unaufgeregt daher kommt, man aber trotzdem mittendrin in den teilweise auch mal verwirrten und traurigen Gedanken der vier steckt. Das Buch lässt sich flüssig und gut lesen, das Englisch ist (für mich) gut verständlich, auch wenn es doch sehr britisch ist.
    _Schlusswort
    A long way down von Nick Hornby ist ein Roman, der zum Nachdenken anregt. Die sehr ruhige Schreibstil ist sicherlich nicht für jeden etwas und viele werden die Geschichte aufgrund der kaum vorhandenen Spannung als langweilig empfinden. Mir hat aber genau das gut gefallen, weil es mehr Platz für eigene Gedanken lässt. Alles in allem konnte mich das Buch fesseln, ich konnte mich in die Geschichte fallen lassen und mit den sehr speziellen, aber sympathischen Protagonisten mitleiden, musste aber auch des Öfteren lächeln.
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  • Rezension zu A Long Way Down

    Ich bin soeben mit 'A Long Way Down' fertig geworden und muss sagen, dass ich dem Buch mit gemischten Gefühlen gegenüber stehe. Besonders stark waren meiner Meinung nach die Idee an sich (vier Leute, die auf ihre eigene Art verzweifelt sind und Suizid begehen möchten, sich beim Versuch zufällig begegnen und eine ungewöhnliche Freundschaft entwickeln) und natürlich die Charaktere. Eigentlich muss man sagen, dass 'A Long Way Down' ein Roman ist, der von seinen Figuren lebt, denn diese sind äußerst authentisch, lebendig und liebevoll portraitiert. Wer viel Handlung erwartet (und vor allem durchweg logische, bzw. realistische Handlung) wird enttäuscht sein, denn der Roman bietet zwar einige Wendungen, diese geschehen aber vor allem innerhalb der Gedanken der Protagonisten. Erzählt wird 'A Long Way Down' abwechselnd aus der Perspektive der vier Protagonisten, nämlich Martin, ein Fernsehsprecher, der sein eigenes Leben ruiniert hat, indem er seine Frau verlassen und mit einer Fünfzehnjährigen geschlafen hat, Maureen, die einen körperlich und geistig behinderten Sohn pflegen muss und im Leben sonst nichts hat, Jess, die achtzehnjährige Tochter eines Politikers, die unter Liebeskummer, Streitigkeiten mit ihren Eltern und dem Verschwinden ihrer Schwester leidet, sowie JJ, ein US-amerikanischer Pseudo-Rockstar, der für seine große Liebe nach England geflogen ist und daraufhin sowohl die Musik als auch 'sein' Mädchen verloren hat. Auch wenn ich nicht alle Charaktere gleich gerne mochte, so sind mir alle auf ihre eigene Art ans Herz gewachsen. Martin fand ich persönlich eher unsympathisch, jedoch hatte er in einigen Dingen, die er im Verlauf des Buches gesagt hat, absolut Recht. Maureen hat mir natürlich sehr leid getan, gleichzeitig habe ich sie auch bewundert. Die Passage, in der sie von der Kindheit ihres Sohnes erzählt, die sie ihm selbst geschaffen hat, fand ich äußerst berührend und feinfühlig erzählt. Jess war mir ein wenig zu kindlich und ging mir bisweilen auf die Nerven, es gab allerdings auch bei ihr einige Stellen, die ich sehr schön fand (beispielsweise als sie von ihrer persönlichen Art Liebeskummer oder von 'Nodog' erzählt). Am meisten identifizieren konnte ich mich mit JJ. Der Abschnitt, in welchem er erzählt, wieso 'nur Leute wie er' sich umbringen sollten, fand ich gleichwohl amüsant wie auch intelligent erzählt, außerdem waren einige seiner Gedanken mehr als nett zu lesen. Auch sein musikalischer und literarischer Geschmack haben sich oft mit meinem überschnitten.
    Obwohl diese vier Charaktere völlig verschiedene Gründe haben, sich das Leben zu nehmen, sind alle Gründe für den Leser nachvollziehbar erzählt, was vor allem am Perspektivenwechsel liegt. Dieser hat jedoch das Manko, dass ich nach einigen Seiten nicht mehr ganz wusste, wer gerade am Erzählen ist. Auch die Tatsache, dass nicht gerade viel passiert (und das, was passiert, eher absurd ist) war zwar angemessen, aber auf Dauer etwas anstrengend.
    Den Schreibstil fand ich persönlich gut und passend. Hierzu muss man sagen, dass ich den Roman im Original gelesen habe, was ich jedem empfehlen kann, der genug Englischkenntnisse mitbringt (es ist relativ einfach geschrieben, daher sollte das kein allzu großes Problem sein). Hornbys Schreibstil passt, wie ich finde, überhaupt nicht zur deutschen Sprache. Die ganzen Schimpfwörter hören sich im Englischen einfach ... 'besser' und weniger deplatziert an. Hätte ich es auf Deutsch gelesen, hätte mich die Sprache vermutlich eher gestört, denn normalerweise bin auch ich kein Fan von vulgären Ausdrucksweisen. Bei 'A Long Way Down' fand ich es aber angemessen und authentisch. Jeder der Charaktere hat seine eigene Art, sich auszudrücken, bei Maureen beispielsweise stößt man nur ein einziges mal auf ein Schimpfwort.
    Besonders positiv hervorgehoben haben sich der erste und der letzte Teil (dass es kein komplettes Happy-End in diesem Sinne gibt, hat mir gut gefallen), den zweiten Teil fand ich etwas mühsam, besonders die ganze Geschichte mit dem Engel und dem Urlaub. Empfehlen würde ich das Buch nur bedingt. Wer sich nicht allzu sehr über die Schimpfwörter aufregt und Fan von eher absurdem und teils makabrem Humor ist, wird hier bestens bedient. Sollte dies nicht der Fall sein, würde ich von 'A Long Way Down' abraten. Mir persönlich hat der Roman aber trotz gewisser Schwächen gut gefallen, weshalb er von mir vier Sterne erhält.
    Übrigens: Ich habe erst vor ein paar Tagen gesehen, dass 'A Long Way Down' verfilmt werden soll. Drei Darsteller stehen bereits fest (siehe Link). Ich weiß nicht ganz, was ich von denen halten soll. Pierce Brosnan finde ich so oder so furchtbar, Emile Hirsch als JJ gefällt mir, Toni Collette passt, wie ich finde, gar nicht zu Maureen. Wer Jess spielen soll, steht offenbar noch nicht fest, darauf bin ich besonders gespannt (bloß nicht Kristen Stewart, bitte ).
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  • Rezension zu A Long Way Down

    Und wieder einmal ganz nach oben mit diesem interessanten Thread, in dem die Meinungen so weit auseinander gegangen sind und auch weiterhin auseinandergehen werden, wenn ich das richtig einschätze. Das setzt natürlich voraus, dass Nick Hornbys A Long Way Down auch in Zukunft Leser findet, was ich diesem Buch aufrichtig wünsche.
    Ich mag diesen Humor unheimlich gern, an dem man ganz schön zu kauen hat, und der einem ein bisschen wie ein zäher Klumpen im Magen liegt: das liegt eindeutig daran, dass es sich bei A Long Way Down nicht um ein dödelig-flaches Spaßbuch handelt, sondern wesentlich mehr dahinter steckt.
    So, wie ich das Buch verstehe, geht es nicht einmal so sehr um das Thema Selbstmord; denn wie wir im Buch erfahren, gibt jeder der vier Hauptpersonen an irgendeinem Punkt im Buch zu, dass sie eigentlich innerlich gar nicht bereit gewesen waren, den „allerletzten Schritt“ zu gehen. Es geht um Menschen mit einem breiten Spektrum von Problemen, also im Grunde genommen um Menschen wie wir selbst und alle um uns herum; und es geht um Menschen, die sich in ihrem Leben allein und unverstanden fühlen – auch in diesem Punkt um Menschen wie viele andere auch.
    Nun sind Menschen, die denken, sie seien an einem emotionalen Tiefpunkt in ihrem Leben angekommen, kein sonderlich reizvolles Thema für einen Roman; dies noch weniger, wenn es sich um alltäglich-langweilige Gestalten ohne irgendwelche Superkräfte handelt, so dass man schon sehr früh absehen kann, dass ein Happy-End kaum zu erwarten sein wird; also noch ein Aspekt, in dem die vier Protagonisten in A Long Way Down stark den meisten Menschen aus dem richtigen Leben ähneln.
    Dadurch, dass die vier einander bei einem, wenn auch halbherzigen, Selbstmordversuch kennengelernt haben, wird eine wichtige gesellschaftliche Schranke aufgehoben: keiner muss dem anderen gegenüber mehr vormachen, es gehe ihm gut, so wie es uns die ungeschriebenen Gesetze des gesellschaftlichen Umgangs in der Regel vorgeben. Hornby spielt recht gut mit dieser Situation, wie ich finde: er lässt jeden der vier Protagonisten im Wechsel seine Kommentare und Rechtfertigungen zu den Geschehnissen direkt an den Leser richten.
    Hätte Nick Hornby diese vier Menschen trocken und humorlos im Buch verarbeitet, hätte ich das Buch nicht lesen wollen. Doch dadurch, dass er ihre von Selbstmitleid durchdrungene Verzweiflung mit einem etwas schiefen Humor zum Thema macht, wird das Ganze auf eine merkwürdig provokative Weise erträglich; nein, nicht eigentlich „erträglich“ im Sinne von angenehm oder wohltuend, beileibe nicht - dazu ist das Buch viel zu unbequem; doch der Erzählstil brachte mich definitiv zum Aufhorchen und machte mich neugierig.
    Wenn ich in diesem Zusammenhang das Wort „Humor“ verwende, muss ich staunen, mit welchen Mitteln Hornby in A Long Way Down Humor erzeugt: Überzeichnung ist es im seltensten Fall, denn die Gedanken und Äußerungen der vier Protagonisten kamen mir im Grunde genommen „stinknormal“ und sehr alltäglich vor. Ich glaube, dass das humorvolle Element vor allem dadurch erzeugt wird, dass der Autor vier Personen unterschiedlichen Alters aus ganz unterschiedlichen Milieus mit einer einzigen Gemeinsamkeit, nämlich emotionaler Verzweiflung, aufeinandertreffen und sie aufeinander einwirken lässt.
    Aus einer solchen Situation eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Leben an sich herauszuholen und sie gleichzeitig mit Humor herüberzubringen, wie der Autor es hier tut, erscheint mir alles andere als eine leichte Aufgabe, die Nick Hornby für meine Begriffe jedoch mehr als gut gemeistert hat. Hätte der Autor das Buch auf andere Weise enden lassen, wäre ich enttäuscht gewesen: das Ende des Buches ist für meine Begriffe der einzig mögliche und gleichzeitig perfekte Abschluss für A Long Way Down.
    Ich habe für mich selbst einiges an Denkanstößen während dieser Lektüre gefunden, kann aber gut verstehen, wenn es anderen Lesern überhaupt nicht so geht. Das ist ja das Schöne an Büchern: sie manipulieren den Leser nicht wie ein lautstarker Prediger einer Sekte mit billigen Tricks in einen angeblich endgültigen Weg aus ihrer Einsamkeit und ihren Problemen. Ein Buch lässt jedem Leser die Option offen, für sich selbst etwas daraus mitzunehmen oder auch nicht; es beschimpft und verstößt einen Menschen nicht, nur weil er nicht dazu bereit ist und es ablehnt. Nein, ein Buch wartet geduldig darauf, dass es vom Leser vielleicht in einem anderen Moment seines Lebens anders wahrgenommen werden könnte – schließlich haben doch gerade wir in unserer Eigenschaft als Leser gute Chancen, uns innerlich stets zu verändern, was für mich einen eindeutigen Beweis konstituiert, dass wir am Leben sind und es bejahen.
    In diesem Sinne hoffe ich, dass nicht nur dieses Buch, sondern Millionen weiterer lesenswerter Bücher immer mehr und immer neue Leser finden.
    Um es kurz zu machen (Ja, schon gut, ich gebe zu: für „kurz“ ist mein Kommentar viel zu lang geraten ): mir hat Nick Hornbys A Long Way Down mehr als gut gefallen, wenn es auch etwas unbequem zu lesen war. Vergessen werde ich diese Lektüre sicher nicht so schnell. Ich habe fest vor, mir weitere Bücher des Autors zuzulegen; deshalb beruhigt es mich zu wissen, dass Juliet, Naked bereits in englischer Sprache auf meinem SUB liegt.
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  • Rezension zu A Long Way Down

    Hallo!
    Ich habe dieses Buch erst vor kurzem gelesen und auch mich verwundern die vielen kritischen Stimmen. Mir hat zwar bei weitem auch nicht alles gefallen, aber gerade über mangelnde Tiefe würde ich mich nicht beschweren. Die Motivation der verschiedenen Personen kam für mich sehr gut rüber und auch ihre Einstellungen/Gedanken/Meinungen erschienen mir schlüssig. Sympathisch war mir vor allem JJ, Maureen hat mir unglaublich Leid getan, Jess nach einer Weile genervt (was sie aber auch mit den Roman-Figuren gemacht hat, von daher ...) und Martin war mir nicht sonderlich sympathisch, also alles dabei.
    Es zeugt von einer gewissen Genialität des Autors, sich so gut in die verschiedenen Schicksale hineinversetzen zu können und jedem eine eigene Erzählstimme zu geben (was hier ja auch schon erwähnt wurde). Die Sprache hat mich insofern nicht wirklich gestört, weil man sich mit der Zeit so langsam dran gewöhnt. Außerdem bin ich der Meinung, dass das einfach zu den Charakteren gehört und das "Sorry, Maureen" hat dem ganzen noch ein wenig Witz gegeben ^^
    Ich fand die einzelnen Schicksale berührend, ganz besonders Maureens, deswegen ist mein Lieblingsabschnitt auch eindeutig der, in dem sie von der ungelebeten Kindheit ihres Sohnes spricht. Das hat Hornby wirklich genial beschrieben und für mich auch mit genug Tiefgang.
    Was mir nicht so gefallen hat, war die Mitte des Buches, als es um den Engel ging. Das fand ich dann doch schon etwas zu übertrieben. Aber alles in allem wirklich ein schönes Buch, das mich persönlich zum Nachdenken angeregt hat und auch, versteckt und unauffällig ... irgendwer meinte es schon, einige Sätze enthält. die man einfach zweimal liest und sich über ihre Genialität freut.
    Ich würde es auf jeden Fall weiterempfehlen. Besonders Leuten, die gerne etwas über traurige Schicksale lesen, die einerseits unterhaltsam, auf der anderen Seite aber auch mit dem nötigen Ernst behandelt werden.
    Liebe Grüße
    Moonlight
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  • Rezension zu A Long Way Down

    Ich habe das Buch jetzt ausgelesen und ich muss sagen, dass mich die skeptischen Stimmen hier jetzt nur noch mehr verwundern. Ich konnte das Buch stellenweise nicht aus der Hand legen, es hat mir total gut gefallen. Es war interessant, etwas über die Hintergründe der einzelnen Figuren zu erfahren - gerade bei Jess und Maureen. Maureen war sowieso die Figur, die man glaube ich am meisten mögen muss. Nicht nur, weil jemand wie sie es "verdient", gemocht zu werden, sondern weil sie so ehrlich mit ihrem Schicksal umgeht. Zum Beispiel fand ich es total rührend, ihre Schilderung des ersten Restaurantbesuchs im Urlaub zu lesen und dann Martins... und das Ende hat mich für sie gefreut.
    Toll fand ich, dass es kein unrealistisches Happy-End für alle gibt, bei dem sich die Probleme der Figuren in Luft auflösen. Hornby macht - für mein Verständnis des Buches - statt dessen ganz deutlich, dass man sich seinen Problemen stellen muss. Wie schwer es auch sein mag.
    Nach wie vor finde ich, dass Hornby aus seiner Idee wirklich viel herausgeholt hat. Die abwechselnde Schilderung der Handlung, die verschiedenen Schicksale der Figuren, ihre Versuche, einander beizustehen... das alles gelingt wirklich gut, und, wie ich finde, ohne Klischees und erhobenen Zeigefinger (das haben Vorredner hier auch schon gesagt , ich weiß), aber immer mit der Frage an den Leser: Was hättest du gemacht? Kannst du das verstehen?
    Für mich wirklich eines der besten Bücher von Nick Hornby und mit Sicherheit eines, das ich wieder lesen werde!
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  • Rezension zu A Long Way Down

    Ich bin jetzt doch einigermaßen erstaunt, dass das Buch hier sehr kritisch gesehen wird. Mir hat es nämlich recht gut gefallen.
    Vier Menschen – wie sie unterschiedlicher nicht sein können – treffen einander zufällig in der Silvesternacht am Dach eines Hochhauses mit der Absicht, sich das Leben zu nehmen.
    Den Aufbau des Buches finde ich ausgezeichnet. Abwechselnd werden die Lebensgeschichten, Gedanken und Motive aus der jeweiligen Perspektive des Betreffenden erzählt, zudem macht sich dieser Gedanken zu den anderen dreien. Keiner der vier hat den Weg auf das Dach leichtsinnig gewählt, doch jeder ist auch bemüht - mit Hilfe der anderen – den langen Weg hinunter – und zurück ins Leben - zu finden.
    Der vielfach zitierten Kritik an der Sprache kann ich mich nicht anschließen. Die Geschichten der vier Protagonisten erhalten dadurch viel Authentizität und Glaubwürdigkeit.
    Hornby hat sich hier einer sehr sensiblen Thematik angenommen, in der man sich sehr rasch auf gefährliches Terrain begeben kann. Doch er hat diese Gratwanderung meiner Meinung nach bravourös gemeistert! Er verpackt viel („Hornby-typischen“) Humor in die Geschichte, ohne aber ins Lächerliche zu verfallen, er verleiht der Geschichte den nötigen Ernst, ohne pathetisch zu wirken und gibt Einblicke in die Seelen der Protagonisten, ohne pseudo-psychologische Weisheiten zu verbreiten.
    Ein Buch, das mich sehr gut unterhalten hat und das trotz der ernsten Thematik ein sehr positives Buch ist!
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Ausgaben von A Long Way Down

Taschenbuch

Seitenzahl: 352

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 352

Hörbuch

Laufzeit: 00:05:00h

E-Book

Seitenzahl: 333

A Long Way Down in anderen Sprachen

  • Deutsch: A Long Way Down (Details)
  • Englisch: Long Way Down (Details)

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