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Die Bibliothek der ungeschriebenen Bücher: Friedemann Holder und Michael Staiger

Buch von Annette Pehnt, Michael Staiger, Friedemann Holder

Bewertungen

Die Bibliothek der ungeschriebenen Bücher: Friedemann Holder und Michael Staiger wurde insgesamt 3 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 3,7 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Die Bibliothek der ungeschriebenen Bücher: Friedemann Holder und Michael Staiger

    Die Herausgeber (Quelle: Piper): Friedemann Holder, geboren 1971 in Bad Urach, hat in Tübingen, Oxford und Bilbao studiert. Heute ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Germanistik der KU Eichstätt, wo er für die Text-Mission eine analoge Druckwerkstatt betreibt. 2013 wurde ihm u.a.für seine Drucke der Text-für-die-Welt-Preis verliehen.
    Annette Pehnt, geboren 1967 in Köln, lebt als Autorin in Freiburg. Sie schreibt Romane und Kin-derbücher. Für ihren Roman „Chronik der Nähe“ bekam sie 2012 den Hermann-Hesse-Preis. Zuletzt erschienen 2013 der Prosaband „Lexikon der Angst“ und das Kinderbuch „Der Bärbeiß“.
    Dr. Michael Staiger, geboren 1973 in Schramberg, lebt in Freiburg. Lehrt Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg, Gründungsmitglied der Text-Mission. Publikationen zu Filmanalyse und Filmdidaktik, sowie zur Narratologie des Bilderbuchs.
    Klappentext (Quelle: Piper): Was, wenn die wirklich guten Bücher noch gar nicht geschrieben sind? Wenn die abgründigsten Geschichten zu den innovativsten Titeln in letzter Sekunde vom Schicksal oder einem missgestimmten Verleger verhindert wurden? Wer weiß, vielleicht wäre der Roman „Erneuerung der Fransen“ das bedeutendste Buch unserer Zeit geworden. Leider ist er nie geschrieben worden. Vielleicht vergilben ja die besten Geschichten in den Schubladen der Schriftsteller. Keiner kann es sagen. Sicher ist nur, dass längst nicht alles, was sich ein Dichter ausdenkt, auch das Licht der Welt erblickt, und dass nicht jeder einfallsreiche Titel beim Verlag auf Gegenliebe stößt. In pointierten, knappen Beiträgen lesen wir darin von der rätselhaften Magie ungenutzter Titelformulierungen sowie der schamlosen Wiederverwertung verworfener Romanstoffe und müssen feststellen, dass selbst der namhafteste Autor nicht von Titelver(w)irrungen verschont bleibt. Illustriert wird die einzigartige „Bibliothek der ungeschriebenen Bücher“ mit Umschlägen, die die nie realisierten Bücher hätten tragen können - entworfen von den Studenten der Karlsruher Hochschule für Gestaltung.
    Die deutsche Originalausgabe erschien am 6. Oktober 2014 unter dem Titel „Die Bibliothek der ungeschriebenen Bücher“ als durchgängig vierfarbige Hardcover-Ausgabe mit Schutzumschlag beim Piper Verlag in München und Zürich (224 Seiten), zusammengetragen von Friedemann Holder, Annette Pehnt und Michael Staiger, in Zusammenarbeit mit 2xGoldstein, Stephan Krass und Urs Lehni.
    Inhalt:
    Verworfene Titel und ungeschriebene Bücher. Ein Vorwort (10 Seiten)
    Volker Harry Altwasser: Erst einmal ein Bier (2 Seiten)
    Tamara Bach: Hausboot mit Keller (2 Seiten)
    Thommie Bayer: Tausend nicht eine Nacht (2 Seiten)
    Marcel Beyer: Deckerinnerungen (2 Seiten)
    Nico Bleutge: ferneinstellungen (2 Seiten)
    Frank Borsch: Genesis (2 Seiten)
    Nora Bossong: Erster unter Gleichen (2 Seiten)
    Jan Peter Bremer: Der grüne Umschlag (2 Seiten)
    Friedrich Christian Delius: Die unechte Tochter (2 Seiten)
    Dorothea Dieckmann: Wie Tauge Nichts (4 Seiten)
    Ulrike Draesner: Der zweite Mann (4 Seiten)
    Franzobel: Die Liebe der Frauen zu Wasserfällen oder Das österreichische Kamasutra (2 Seiten)
    Arno Geiger: Angostura (2 Seiten)
    Gunther Geltinger: Der Riss (4 Seiten)
    Nora Gomringer: Wie ich die Eltern verschlang. Kochen auf Abwegen der Moral (2 Seiten)
    Matthias Göritz: Der Mann mit dem Koffer (4 Seiten)
    Annett Gröschner: Meine besten verworfenen Titel (4 Seiten)
    Durs Grünbein: Das H-Poem (4 Seiten)
    Norbert Gstrein: Fürchtet euch nicht (2 Seiten)
    Martin Gülich: Die Paarung der Feuerwanzen (2 Seiten)
    Anna Katharina Hahn: Erzählung der Tochter oder Gespräch am Kraterrand (2 Seiten)
    Paul Ingendaay: Die Reste des Sonntags in meinem Gehirn (4 Seiten)
    Nina Jäckle: Möglicherweise Tier (2 Seiten)
    Heinz Janisch: Meine Tochter zeigt mir ein Kunststück auf dem Grab meiner Eltern (2 Seiten)
    Reinhard Jirgl: Horizonte der Einsamkeit (2 Seiten)
    Charlotte Kerner: Der 8. Sinn oder Diesseits von Eden (2 Seiten)
    Georg Klein: Ich habe keine Leidenschaften (2 Seiten)
    Gabriele Kögl: Meine Mutter kauft sich einen Strand (2 Seiten)
    Barbara Köhler: Das Buch der Titel und Untertitel (6 Seiten)
    Michael Krüger & Henning Ritter: Anthologie der nicht erschienenen Bücher (2 Seiten)
    Judith Kuckart: Gisela Müller tanzt Wilhelm Müller und Uwe Maier schaut zu (2 Seiten)
    Thomas Lang: Feuerwanzen (2 Seiten)
    Rolf Lappert: Musik in den Träumen von Hunden (2 Seiten)
    Jürgen Lodemann: Drachenkampf (2 Seiten)
    Rainer Merkel: Geister (4 Seiten)
    Sudabeh Mohafez: Folgelandschaft (2 Seiten)
    Terézia Mora: Seilschläfer (4 Seiten)
    Markus Orths: Hinweise für den, der nicht weiß, wer er ist (2 Seiten)
    Angelika Overath: Das Herz ist ein reiner Muskel (2 Seiten)
    Inka Parei: Delfine (4 Seiten)
    Kathrin Passig: Erneuerung der Fransen (2 Seiten)
    Annette Pehnt: Archiv verworfener Titel (2 Seiten)
    Christoph Peters: Hundesterben in Byzanz (2 Seiten)
    Sabine Peters: Grau (2 Seiten)
    Matthias Politycki: Das Handbuch für den kleinen Dilettanten (2 Seiten)
    Marion Poschmann: Die Kakteenherde oder Vom Brandherd zum Herdentrieb (2 Seiten)
    Tilman Rammstedt: Hüten fremder Hunde (2 Seiten)
    Monika Rinck: Würfeln mit Cowboys (2 Seiten)
    Kathrin Röggla: Die Kinderlosen (2 Seiten)
    Joachim Sartorius: Die Geckos von Bellapais (4 Seiten)
    Annika Scheffel: Ninive (2 Seiten)
    Silke Scheuermann: Dr. Mecklenburgers Insel (4 Seiten)
    Julia Schoch: Preßkopf (2 Seiten)
    Aleks Scholz: Ich drehe mich um (4 Seiten)
    Jürg Schubiger: Nachdenklich bis über die Ohren (4 Seiten)
    Lutz Seiler: Die Toten meines Hauses (6 Seiten)
    Clemens J. Setz: Mein Abend mit den drei vollkommen identischen Tauben (4 Seiten)
    Jens Sparschuh: Der Friseur oder Die Schere im Kopf (2 Seiten)
    Burkhard Spinnen: Die Baulücke (4 Seiten)
    Thomas Stangl: Das Wüstenwürfelchen (2 Seiten)
    Thomas von Steinaecker: So oder so (2 Seiten)
    Ulf Stolterfoht: pochende kolben (2 Seiten)
    Ilija Trojanow: Südlich ist westlich von östlich (2 Seiten)
    Alissa Walser: Todesrhizom (4 Seiten)
    Anne Weber: Titel sucht Buch (2 Seiten)
    Florian Werner: Die Gambenspielerin (2 Seiten)
    Ron Winkler: Ariadnes Radar (2 Seiten)
    Ror Wolf: Der Schlung (2 Seiten)
    Juli Zeh: Alles ist Wille (2 Seiten)
    Delfine und Panter. Ein Nachwort (3 Seiten)
    Anhänge
    Autoren und Herausgeber (11 Seiten)
    Gestalter (4 Seiten)
    Bild- und Textnachweis (1 Seite)
    Meine Einschätzung:
    Ich habe ja ein Faible für das traurige Pathos und die stille Größe des Scheiterns. Der Moment, als in den Naturwissenschaften begonnen wurde, auch die Fehlversuche zu notieren, erscheint mir fast bedeutsamer als so manche laute, stinkende Erfindung. Warum sollten durch eine Zusammenstellung des Nicht-zustande-Kommens, des Scheiterns, der Absage nicht auch für die Literatur erhellende Einsichten zu nehmen sein?!
    Über 200 deutschsprachige Schriftsteller und Schriftstellerinnen wurden angeschrieben (71 tauchen in der Anthologie auf) und um die Titel ihrer Bücher oder Buchideen gebeten, die so nie das Licht der Öffentlichkeit erblickten. Entweder haben sie die dazugehörigen Geschichten verworfen, oder – fast häufiger – der Verlag hat (aus manchmal etwas verstiegenen Gründen) auf einem anderen Titel bestanden.
    Manche schreiben dazu eine kurze Erklärung, was mit dem Titel geschah, andere nutzen die Chance für verschwurbelte Texte. Die Höhepunkte des Buches sind aber die von Karlsruher Grafikstudenten entworfenen Umschlagbilder für die Bücher, die so nie veröffentlicht oder geschrieben wurden.
    Diese Anthologie der ungenutzten Möglichkeiten macht was her und auch viel Spaß!
    Auf der Verlagsseite findet sich als Leseprobe das Vorwort der Herausgeber sowie eine Bildergalerie mit den drei Buchumschlägen (von Kerstin Wolny (1), Moritz Barral Jähde (2) und Béla Meiers (3)) zu 1. "Der Friseur oder Die Schere im Kopf" von Jens Sparschuh, 2. "Angostura" von Arno Geiger" und 3. "Ich habe keine Leidenschaft" von Georg Klein.
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  • Rezension zu Die Bibliothek der ungeschriebenen Bücher: Friedemann Holder und Michael Staiger

    Klappentext:
    Was, wenn die wirklich guten Bücher noch gar nicht geschrieben sind? Wenn die abgründigsten Geschichten zu den innovativsten Titeln in letzter Sekunde vom Schicksal oder einem missgestimmten Verleger verhindert wurden?
    Wer weiß, vielleicht wäre der Roman „Erneuerung der Fransen“ das bedeutendste Buch unserer Zeit geworden. Leider ist er nie geschrieben worden. Vielleicht vergilben ja die besten Geschichten in den Schubladen der Schriftsteller. Keiner kann es sagen. Sicher ist nur, dass längst nicht alles, was sich ein Dichter ausdenkt, auch das Licht der Welt erblickt, und dass nicht jeder einfallsreiche Titel beim Verlag auf Gegenliebe stößt. In pointierten, knappen Beiträgen lesen wir von der rätselhaften Magie ungenutzter Titelformulierungen sowie der schamlosen Wiederverwertung verworfener Romanstoffe und müssen feststellen, dass selbst der namhafteste Autor nicht von Titelver(w)irrungen verschont bleibt.
    Illustriert werden die einzelnen Texte mit Umschlägen, die diese nie realisierten Bücher hätten tragen können - entworfen von den Studenten der Karlsruher Hochschule für Gestaltung. (aus Klappentext und Info von der Verlagsseite)
    Allgemeine Informationen:
    Für die „Bibliothek der ungeschriebenen Bücher“ baten die Autorin Annette Pehnt, sowie die Literaturwissenschaftler Friedemann Holder und Michael Staiger über 200 Autoren der Gegenwart nach verworfenen oder abgelehnten Titeln. Die 71, die antworteten, sind im Buch nach dem Alphabet ihrer Nachnamen versammelt.
    Der Literaturwissenschaftler Stephan Krass und die Kommunikationsdesigner 2xGoldstein und Urs Lehni haben mit Studenten der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe und der Fachhochschule Bielefeld Cover für die ungeschriebenen Bücher entworfen.
    Vorwort, 71 Autorenberichte mit 72 Cover, Nachwort, Autoren- und Gestalterverzeichnis, Bild und Textnachweis
    223 Seiten
    Inhalt:
    Kennen Sie den Roman „Die Paarung der Feuerwanzen“, eine beunruhigende Liebesgeschichte? Oder das Buch „Die Liebe der Frauen zu Wasserfällen“, das eloquent vom unterdrückten Sexualleben der Österreicherinnen erzählt?
    Sicherlich nicht, denn diese Titel haben das Licht der Öffentlichkeit nie erblickt. In der „Bibliothek der ungeschriebenen Bücher“ finden sie ihren Platz: Bekannte Autorinnen und Autoren der Gegenwart erzählen von verworfenen Titeln, gescheiterten Ideen und nie genutzten Stoffen – ein faszinierender Blick in die Werkstätten der Schriftstellerei. (vom Rücken kopiert)
    Eigene Meinung / Bewertung:
    Die Höchstpunktzahl für die grandiose Idee und die Umsetzung, die garantiert mit viel organisatorischer und literarischer Arbeit verbunden war.
    Die Auswahl der Autoren sieht nach Feuilleton-Aspekten aus; nicht alle sind der breiten Leserschaft bekannt.
    Die Mehrzahl der Autoren betrachtet das Projekt und den persönlichen Beitrag mit ironischem Blick. Einige nehmen das Thema todernst, bei anderen fällt die flapsige Sprache auf; einige erzählen von Konflikten mit dem Verlag, andere berichten, was sie geschrieben hätten, wäre der Titel zum Leben erweckt worden; einige steuern Hintergrundberichte bei, andere schildern Begebenheiten. Nicht alle Beiträge sind gleich interessant oder verständlich. Jahre später bereuen die einen, dass sie gegenüber dem Verlag nicht auf ihrem Titel bestanden haben, andere sind dankbar, dass sie vor einem Missgriff bewahrt wurden.
    Als Leserin fällt mir dazu ein: Schade, dass viele Titel ungeschrieben blieben oder als Vorschlag nicht umgesetzt wurde, sie sind ansprechender als der, unter dem das Buch verkauft wird.
    Merkwürdig erscheinen manche Begründungen der Verlage. „Hunde“ darf nur in den Titel, wenn es um einen Hund geht, sonst enttäuscht man Leser; „Gehirn“ ist ein absolutes Tabu-Wort, ebenso wie z.B. „Menschenfresserei“.
    Gut, dass man endlich erfährt, wie es zu den mitunter verquasten Titeln kommt, für die Verkaufszahlen das einzige Argument scheinen und nicht die Idee des Buches oder die Vorstellung des Autors.
    Eine besondere Erwähnung verdienen die phantasievollen, originellen Covervorschläge. Ein Beweis, wie kreativ Buchdesigner sein können, wenn ihnen keine Fesseln angelegt werden. Es stellt sich lediglich die Frage, warum es so viel geschmacklose, unpassende oder stereotype Cover gibt, wenn Leute mit einer solchen schöpferischen Phantasie an die Gestaltung herangehen könnten.
    Ein Tipp für Herausgeber und / oder Verlag: Würde man ein ähnliches Buchprojekt mit populären Autoren der Unterhaltungsliteratur (Sebastian Fitzek, Ursula Poznanski, Rafik Shami, Klüpfel & Kobr, Ferdinand von Schirach, u.a.) initiieren, wäre der Absatz des Buches m.E. von Vorneherein gesichert.
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Ausgaben von Die Bibliothek der ungeschriebenen Bücher: Friedemann Holder und Michael Staiger

Hardcover

Seitenzahl: 224

Besitzer des Buches 6

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