Schwarzweiß

Buch von Antonia Fennek

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Schwarzweiß

Als der psychisch kranke Mörder Niklas Rösch in den Maßregelvollzug der Hamburger Psychiatrie eingewiesen wird, ändert sich alles im Leben der Ärztin Regina Bogner. Von Anfang an tritt Rösch so auf, als besäße er allein die Kontrolle. Woher kennt er Einzelheiten aus Reginas sorgsam gehüteter Vergangenheit? Und ist der grauenvolle Mord an seiner Nachbarin tatsächlich seine erste Tat? Als Rösch die Flucht aus dem Maßregelvollzug gelingt, schwebt nicht nur Regina in tödlicher Gefahr. Denn ihre Tochter Anabel passt genau in Röschs Beuteschema ...
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Serieninfos zu Schwarzweiß

Schwarzweiß ist der 1. Band der Regina Bogner Reihe. Diese umfasst 2 Teile und startete im Jahr 2015. Der letzte bzw. neueste Teil der Serie stammt aus dem Jahr 2016.

Bewertungen

Schwarzweiß wurde insgesamt 8 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,4 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Schwarzweiß

    Was geschah in Nyala? Dies ist die zentrale Frage dieser Geschichte und sie begleitet den Leser von Anfang bis Ende. Zu Beginn der Geschichte scheint sie nur so dahin gestellt zu sein, am Ende jedoch wird klar, wie die Protagonisten darin involviert sind.
    Es ist ein ganz normaler Morgen im Maßregelvollzug in Hamburg. Regina Bogner ist Ärztin für Psychologie in dieser Einrichtung, in die Straftäter eingeliefert werden, wenn sie als psychisch krank gelten. An diesem Morgen wird Niklas Rösch eingeliefert werden, der einen unfassbar grausamen Mord begangen hat.
    Bereits bei ihrem ersten Aufeinandertreffen wird klar, dass Rösch ein nicht ganz einfacher Fall werden würde.
    Ich mag Regina Bogner. Sie ist eine toughe, resolute Frau, die ihr Handwerk versteht und bereits von Anfang an Zweifel an der Diagnose Schizophrenie bei Rösch hat. Niemand glaubt ihr, es will nicht einmal jemand ihre Einwände hören oder die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass sie Recht haben könnte. Chefarzt Dr. Löhner tut gerade so, als würde sie maßlos übertreiben und Oberarzt Dr. Mark Birkholz ist ein Feigling, der seiner Karriere zuliebe lieber dem Chefarzt nach dem Munde redet. So steht Regina allein mit ihrer Annahme da. Dennoch versucht sie immer wieder zu intervenieren und Löhners Entscheidungen in Zweifel zu ziehen, womit sie sich dessen Unmut zuzieht. Als Löhner eine Fehlentscheidung trifft, sorgt er dafür, dass Rösch fliehen kann und weiteres Unheil anrichtet.
    Regina ist geprägt durch ihre Erfahrungen in Afrika, wo sie bereits als Ärztin in einem Krankenhaus gearbeitet hat und mitansehen musste, wie geliebte Menschen in den politischen Unruhen einfach dahin gemetzelt wurden. Ihre ganz persönlichen Erfahrungen werden im Buch immer wieder thematisiert, nicht zuletzt weil sie ihr Verhalten maßgeblich beeinflussen. Regina handelt lieber als zu reden und das macht sie so überaus sympathisch. Besonders als ihre Tochter Anabel Ziel eines Angriffs durch Rösch wird, gibt es für Regina kein Halten mehr. Sie kann und will der deutschen Polizei nicht ausschließlich vertrauen, sie kann und will die Hände nicht in den Schoß legen und so beginnt die Jagd quer durch Hamburg.
    Unterstützung findet sie hierbei durch Kashka - den südsudanesischen Botschafter in Deutschland. Er ist ein großer, schwarzer Mann mit vielen Geheimnissen. Auf mich wirkt er anfänglich völlig undurchsichtig, aber keineswegs unsympathisch. Er strahlt eher wissende Ruhe aus. Zunächst steht hier die Frage, welchen persönlichen Grund er haben mag, Regina zu unterstützen und warum er soviel über Rösch weiß. Aber sowohl der Leser als auch Regina bleiben erst einmal im Dunkeln, allerdings hat Kashka Möglichkeiten Informationen zu beschaffen, die Regina verschlossen bleiben. Er verrät jedoch auch nicht, welche Möglichkeiten das sind. Damit bekommt er einen etwas zwielichtigen Touch. Dennoch möchte man ihm vertrauen. Es geht mir ein bisschen wie Regina, die zwar nicht genau weiß, ob es gut ist, ihm ihr Vertrauen zu schenken, es aber dennoch tut.
    Und Rösch? Rösch ist ein Mörder, das steht außer Frage. Und er ist auch irgendwie unangenehm, er ist jemand, mit dem man sich nicht länger als nötig umgeben möchte. Allerdings wirkt er nicht wirklich so, als müsse man ihn verabscheuen. In mir hat die Autorin mit dieser Figur ein ambivalentes Gefühl ausgelöst. Insbesondere als Regina beginnt in Röschs Vergangenheit und seiner Kindheit zu recherchieren, wird dieses Gefühl der Ambivalenz noch verstärkt. Der gewalttätige Mörder wird nämlich plötzlich zu einem Menschen, den man vielleicht sogar verstehen kann. Man will es nicht, aber trotzdem ist es nicht mehr so leicht ihn einfach nur als Mörder zu sehen. Diese Entwicklung fasziniert mich enorm, denn normalerweise weiß man wer der Gute und wer der Böse, wer Opfer und wer Täter ist.
    Die Autorin kreiert in diesem Roman vielschichtige Charaktere, die man nicht einfach in eine Schublade stecken kann. Sie entwickeln sich im Laufe der Zeit und man bekommt ein gewisses Verständnis für die Protagonisten. Sogar Dr. Birkholz kann zeigen, dass mehr als ein Feigling in ihm steckt. Antonia Fennek versteht es die Menschen hinter den ersten Eindrücken zu zeigen. Sie erzählt, wie die Menschen zu dem wurden, was sie heute sind, ganz nach dem Grundsatz, dass alles eine Ursache hat. Dadurch erreicht sie aus meiner Sicht, dass ihre Geschichte plastisch und realistisch wird, denn niemand ist nur gut oder nur schlecht.
    Der Schreibstil ist wunderbar leicht zu lesen, die Seiten fliegen nur so dahin. Ich mag die Konflikte der Protagonisten mit sich selbst und mit anderen, denn eben diese machen die Story lebendig und absolut authentisch. Es gibt keine Längen. Im Gegenteil man möchte eigentlich noch viel mehr erfahren. In einem sehr interessanten Nachwort und einem Glossar erklärt die Autorin dann auch einige Unterschiede zwischen dem Maßregelvollzug und der geschlossenen Allgemeinpsychiatrie und zu anderen psychologischen Begrifflichkeiten. Sie gewährt so Einblicke in einen Lebensbereich, den die meisten ihrer Leser hoffentlich nie kennenlernen werden.
    Leider gibt es dieses Buch und auch dessen Nachfolger “Geschwärzt” nur noch als e-book. Das jedoch sollte Leser von guten Thrillern nicht davon abhalten, sie zu lesen. Und wer die historischen Romane von Melanie Metzenthin mag, der sollte hier ebenfalls einen Blick riskieren. Denn Antonia Fennek ist niemand geringeres als Melanie Metzenthin, die unter diesem Namen Thriller schreibt.
    Fazit:
    Ein rundherum gelungener Thriller, der einem beim Lesen eine Gänsehaut über den Rücken jagt, wenn man über die Grausamkeiten des Niklas Rösch nachdenkt. Es ist eine Geschichte, die eben nicht in schwarz und weiß einteilt, sondern dem Leser zeigt, dass es so viele Aspekte mehr gibt. Authentische Figuren, persönliche Schicksale und ein Fall, der einem schlaflose Nächte bereiten kann. Am Ende finden alle Fäden zusammen und die Frage, was in Nyala geschah wird eindrucksvoll aufgeklärt. Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung. 5 Sterne.
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Ausgaben von Schwarzweiß

Taschenbuch

Seitenzahl: 384

E-Book

Seitenzahl: 384

Besitzer des Buches 14

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