Quand je suis faible je suis fort

Buch von Anne Ducrocq, Thierry Verhelst

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Quand je suis faible je suis fort

    Debout dans l’épreuve
    (Behelfsübersetzung : Wenn ich schwach bin bin ich stark – Aufrecht in der Anfechtung)
    Original : Französisch, März 2014
    INHALT :
    Thierry Verhelst wird mit annähernd 68 Jahren mit der Amyotrophen Lateralsklerose ( http://de.wikipedia.org/wiki/Amyotrophe_Lateralsklerose ) diagnostiziert – also einer degeneritiven, langsam zur quasi kompletten Lähmung des Körpers führenden Krankheit. Dabei war er bislang als engagierter und brillianter Mensch an allen Enden der Welt in verschiedenste humanitäre Projekte eingebunden. Nun beginnt ein neuer Weg hin zum Verlust der Körperkontrolle und doch gleichzeitig auch einer inneren Freiheit.
    Anne Ducrocq veröffentlicht hier – natürlich mit vollsten Einverständnis von Verhelst und dessen Familie – eine Schilderung der letzten Jahre vom Auftreten der Krankheit im Jahre 2010 bis hin zum Tode 2013, anhand der persönlichen Aufzeichnungen und Tagebuchnotizen von Thierry, der Mailkorrespondenz zwischen verschiedenen Familienmitgliedern und ihren verbindenden und erklärenden Worten nach Austausch und Treffen.
    (mit Elementen aus der französischen Umschlagsseite)
    BEMERKUNGEN :
    Unsere Gesellschaften scheinen manchmal eine Sicht auf den Menschen aufzudrängen, die gar nicht mehr in Frage gestellt wird : er erfüllt plötzlich nur noch utilitaristische, affiziente Funktionen. Gehen diese flöten, nehmen unsere Kräfte ab, wie werden wir also mit Krankheit, Behinderung, dem hohen Alter umgehen ? Diese Perioden scheinen dem Menschen der reinste Hohn, Anlass zur Niederlage und – was einige Zeitgenossen anbetrifft – nahezu die Einladung, dann eben selber den Hut zu ziehen und vor der Prüfung und schweren Zeit abzudanken.
    Thierry Verhelst war ein überaus aktiver Mensch, der in seinem Leben viel gereist ist. Auch er konnte nicht stets der Versuchung entgehen, sein Leben rechtfertigen (oder ihm etwas fliehen) zu wollen durch Hyperaktivismus. Wir wird dieser Mensch und koptisch-orthodoxer Priester, angetrieben von einem immensen und lebendigen Glauben, diese seine Krankheit der ALS (durch)leben, die ja nahezu unweigerlich und relativ rasch zum Tode führen kann ?
    Durch die Zeugnisse, die die Journalistin und Schriftstellerin Anne Ducrocq hier zusammengestellt hat, werden wir mit einer überraschenden, wohltuenden und befreienden Sicht auf die Krankheit konfrontiert, dass einige Leser sicherlich durcheinander sein werden oder geschüttelt. Nein, Begleitumstände, der Autonomieverlust, wachsende Behinderung und Abhängigkeit werden nicht schöngeredet : Thierry kennt sicherlich Momente des Erschreckens : Wie werde ich das durchstehen ? Doch gleichzeitig wird die Krankheit erlebt wie eine Einladung, den gegenwärtigen Augenblick zu intensivieren und somit eine Ahnung von Ewigkeit zu haben, die Unentgeltlichkeit des Lebens zu lernen und die Krankheit zu zähmen sozusagen als Komplize, um das Wesentliche zu entdecken.
    Aber man täusche sich nicht : dieser Mann und seine Familie sind keinesfalls morbide, sondern sprühen nur so vor Leben und Freudensintensität ! Dies könnte sogar der stärkste Eindruck bei der Lektüre sein : die Liebe zum Leben und zwischen den Menschen.
    Natürlich können die zahlreichen Bezüge auf die Schrift, auf den Glauben einige Leser sei es verwirren, überraschen oder von vorneherein negativ sich einstellen lassen, auch wenn dieses Buch eine Weite und Großzügigkeit, etwas zutiefst Lebendiges ausstrahlt. Aber man sollte von sich schon auch jene innere Geschmeidigkeit abverlangen, um sich auf solch eine Sicht einzulassen und zu erahnen, dass es bei einer solchen Lebenseinstellung nicht um eine Zwangsjacke geht, um das steife Folgen irgendwelcher moralischer Anweisungen, sondern um eine zutiefst lebendige und lebendigmachende Erfahrung. So findet sich der Leser mit dem Betroffenen eingeladen, sich ebenfalls « hocherhobenen Hauptes aufrecht hinzustellen » (siehe Titel) und eine andere Sicht auf die Dinge kennenzulernen und zu leben. Um es mit dem Schriftbezug des Titels zu sagen :
    Aber der Herr hat zu mir gesagt: »Du brauchst nicht mehr als meine Gnade. Je schwächer du bist, desto stärker erweist sich an dir meine Kraft.« Jetzt trage ich meine Schwäche gern, ja, ich bin stolz darauf, weil dann Christus seine Kraft an mir erweisen kann. (2 Kor 12.9)
    AUTOREN :
    Thierry Verhelst wurde 1942 in Belgien geboren, war Jurist und Anthropologe, besonders spezialisiert in afrikanischem Recht. Er war in vielen Nicht-Regierungs-Organisationen für Entwicklung in der ganzen Welt tätig, arbeitete und lehrte in Äthiopien, Ruanda, Algerien und war Mitbegründer des « Réseau Sud-Nord Cultures et Développement ». Er wurde später koptisch-orthodoxer Priester einer kleinen Gemeinde bei Brüssel. Er starb im April 2013.
    (Source : decitre ; voir aussi plus d’infos ici : http://www.networkcultures.net…lst_racines_avenir_2.html )
    Photo: http://img.over-blog-kiwi.com/…57_thierry-verhelst-2.jpg
    Anne Ducrocq ist Schriftstellerin und Journalistin und teilt ihr Leben zwischen spirituellen Erfahrungen (Retraiten) und dem Schreiben. Sie veröffentlichte mehr als ein Dutzend Bücher zu spirituellen oder meditativen Themen. Sie lebt in Paris, verbring aber auch immer wieder Zeit im orthodox-spirituellen Zentrum von Gorze (Moselle).
    (Sources : babelio ; librairie dialogue)
    Photo: http://www.babelio.com/users/AVT_Anne-Ducrocq_3413.jpeg
    Broché: 280 pages
    Editeur : BAYARD CULTURE (13 mars 2014)
    Collection : Documents temoignages
    Langue : Français
    ISBN-10: 2227487275
    ISBN-13: 978-2227487277
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Ausgaben von Quand je suis faible je suis fort

Taschenbuch

Seitenzahl: 280

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