Der Kindersammler

Buch von Sabine Thiesler

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Der Kindersammler

Anne und ihr Mann Harald erleben den Albtraum aller Eltern: Während eines Toskana-Urlaubs verschwindet ihr Kind beim Spielen spurlos. Zwei Wochen später müssen sie ohne Kind und unverrichteter Dinge abreisen. Zehn Jahre später kehrt Anne an den Ort des Geschehens zurück, um herauszufinden, was damals passiert ist. In einem einsamen Tal kauft sie von einem charismatischen Deutschen eine romantische Wassermühle. Der Mann fasziniert sie, und bereits nach kurzer Zeit vertraut sie ihm blind. Sie ahnt nicht, dass dieser charmante, freundliche Mann ein Massenmörder ist, der in Deutschland und in Italien bereits mehrere Kinder getötet hat und sich seit Jahren unbehelligt in den toskanischen Bergen versteckt hält.
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Serieninfos zu Der Kindersammler

Der Kindersammler ist der 1. Band der Commissario Donato Neri Reihe. Sie umfasst 13 Teile und startete im Jahr 2006. Der letzte bzw. neueste Teil der Serie stammt aus dem Jahr 2023.

Über Sabine Thiesler

Im Jahr 1957 wurde die deutsche Schriftstellerin Sabine Thiesler in Berlin geboren. Sie studierte Germanistik und Theaterwissenschaften und nahm zeitgleich Schauspielunterricht. Mehr zu Sabine Thiesler

Bewertungen

Der Kindersammler wurde insgesamt 178 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,3 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Der Kindersammler

    Sechs Kinder verschwinden in zwei verschiedenen Ländern, immer kleine blonde Jungen im Abstand von drei Jahren, sodass niemand auf die Idee kommt, dass es sich um ein und denselben Mörder handeln könnte. Einer der Jungen ist Felix und Anne, seine Mutter, kehrt nach 10 Jahren an den Ort zurück, an dem sie ihn zum letzten Mal sah und kauft dort ein Haus mit dem festen Vorhaben, das Rätsel um ihren Sohn zu lösen.
    'Der Kindersammler' ist kein Thriller, denn der Schwerpunkt des Buches liegt nicht bei den Verbrechen, sondern bei der Darstellung des Täters, der von Anfang an bekannt ist und der Suche der Mutter nach ihrem Jungen. Packend ist es trotzdem! Während im ersten Teil des Buches von den Greueltaten in Deutschland berichtet wird, die allerdings nur angedeutet werden, was die Spannung und Dramatik der Geschichte jedoch nicht mindert, beginnt der zweite Teil mit Annes Ankunft an dem Ort des Verschwindens von Felix. Um diese chronologischen Abläufe herum werden in Rückblenden die Geschichten der beiden Protagonisten erzählt: Wie Anne und ihr Mann nach dieser Tragödie weiterlebten. Und die wahrhaft entsetzliche Kindheit des Kindermörders, die einen vielleicht zumindest ansatzweise verstehen lässt, wie jemand so grauenvoll brutal und kaltherzig werden konnte.
    Obwohl der Roman trotz dieses Themas bemerkenswert unblutig bleibt, ist die Spannung kaum geringer als bei einem Thriller. Man weiss, was wie geschah und erwartet ständig den Zusammenbruch eines imposanten Lügengebäudes - doch nichts geschieht. Eigentlich ein klares Vier-Sterne-Buch, wenn, ja, wenn der Schluss nicht wäre. Die Zufälle häufen sich noch und nöcher, alles läuft auf den erwarteten Höhepunkt zu - und plötzlich wirkt vieles nur noch konstruiert oder sogar unlogisch. Auch manche Fragen bleiben offen (Wieso zu Beginn die Zurschaustellung der Kinder? Und wieso dann nicht mehr?) und von einigen Personen möchte man eventuell doch noch wissen was aus ihnen wurde (oder hätte man sie nicht gleich weglassen können?).
    Daher: 3 Sterne für eine packende Geschichte mit einem leider nicht so tollen Ende.
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  • Rezension zu Der Kindersammler

    Gerade habe ich das Buch auch beendet. Hier mal mein Senf dazu
    Im ersten Teil erfährt der Leser viel über die Hauptperson Alfred. Er, der Kinderschänder, wird unverblümt vorgestellt, seine kranken Phantasien und Gedanken aufbereitet und man bekommt erst einmal einen Einblick in seine Psyche. Mögliche Erklärungen, warum er sich zu dem entwickelt hat, was er ist. Seine schwere, lieblose Kindeheit. Wie er in der Schule gemobbt wurde. Das Aufwachsen ohne Vater oder irgendeine Art von Bezugsperson. Der kleine, verletzliche Alfred wird im krassen Kontrast zu seinem jetztigen Ich dargestellt. Fast bekommt man ein wenig Mitleid mit ihm, vor allem, weil es am Anfang der Geschichte noch so aussieht, als würde er versuchen, seine gestörten Gelüste in den Griff zu bekommen. Trotzdem ist das alles nichts für schwache Nerven und eher zart besaitete Leser, denn gerade dieser erste Teil ist geprägt von ziemlich viel Ekel und Schrecken. Ziemlich schnell hat sich Alfred dann sein Opfer Benjamin ausgesucht. Und schon vergeht einem der Anflug von Mitleid wieder. Hier sind große Teile aus der Sicht des Kindes geschrieben, was nicht einfach zu verdauen ist.
    Der zweite Teil spielt ein paar Jahre später - im ersten Teil sind wir ungefähr im Jahr 1986, jetzt im Jahr 2004. Vor 10 Jahren ist Annes Sohn Felix beim Sommerurlaub spurlos verschwunden und sie hat diesen Verlust noch nicht verarbeiten können. Deshalb kauft sie von dem eigenbrötlerischen Enrico eine von ihm restaurierte Mühle in der Toscana; ganz in der Nähe des Ortes, an dem sie Felix zum letzten Mal gesehen hat. Dort möchte sie versuchen, irgendwie zur Ruhe zu kommen und stellt noch einmal Nachforschungen an. Auch wenn die Chancen nach 10 Jahren gering sind, hat sie immernoch Hoffnung herauszufinden, was mit ihrem Sohn geschehen ist. Auch hier fand ich den Schreibstil der Autorin wieder sehr einfühlsam; sie bringt Gefühle und Stimmungen sensibel auf den Punkt, sodass man sich richtig gut darauf einlassen kann. Was bei diesem Buch natürlich eher belastend ist, aber trotzdem für seine Qualität spricht. Hier hören auch die im ersten Teil dominierenden Zeit- und Personensprünge auf, sodass man der Handlung ein wenig leichter folgen kann.
    Insgesamt ein lesenswertes Buch, das zwar eine bedrückende Thematik hat, über die man durch die sehr sparsam eingesetzten Spannungsszenen auch wirklich nachdenken muss, aber ein rundes Leseerlebnis bietet.
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  • Rezension zu Der Kindersammler

    Hab das Buch gerade beendet und versuche jetzt, das Ganze zu verdauen. Ich fand das Buch wirklich krass und musste einige Male schlucken. Und das, obwohl ich viele brutale Sachen ohne mit der Wimper zu zucken lese, aber das ging mir wirklich an die Nieren, obwohl die Details der Morde völlig außen vor geblieben sind. Am Schlimmsten fand ich, als
    Das war wirklich starker Tobak und für mich nicht leicht zu verdauen. Man weiss zwar die ganze Zeit, wer der Täter ist, da es ja auch aus seiner Sicht geschrieben ist, aber trotzdem habe ich total mitgefiebert, vor Allem war das Ende sehr nervenaufreibend. Die Zeitsprünge waren kurzzeitig verwirrend, aber man findet sich schnell wieder ein, wo und wann die Geschichte gerade spielt. Die Personen, sowohl Haupt- als auch Nebenpersonen, fand ich alle sehr überzeugend. Sie hatten auch alle Ecken und Kanten, was mir immer sehr wichtig ist, da ich überperfekte Charaktere meist nicht leiden kann und unglaubwürdig finde.
    Ich gebe für diesen außergewöhnlichen Krimi (ist das überhaupt einer?), den ich mit Sicherheit nicht so schnell vergessen werde. Ein paar kleine Ungereimtheiten und Kritikpunkte habe ich aber trotzdem noch:
    4. Etwas genervt hat mich die Esserei und Trinkerei. Ich bin zwar Italienfreund, aber eher Norditalien und kenne somit die Lebensweise der Toskaner nur vom Hörensagen. Aber anscheinend gibt's dort nur Wasser, Wein, Brot, Käse, Oliven und Salat. Ich konnt's irgendwann nicht mehr hören, dass eine Weinkaraffe und ein Stück Käse serviert wird.
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  • Rezension zu Der Kindersammler

    Trotz "Rezensionstief" versuche ich es mal.
    Am besten fange ich mit dem Positiven an. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Dadurch liesen sich die Seiten flüssig und angenehm lesen.
    Die Beschreibungen der toscanischen Landschaft und vor allem der Häuser waren so gut, dass man die Olivenhaine vor Augen hatte, den Käse, die Tomaten und den Wein schmecken konnte. Mit diesem Buch konnte ich die Realität um mich herum gut ausblenden. Auch die Charaktere wurden gut gezeichnet.
    Zudem hat die Autorin verstanden, dass man bei so einem Thema nicht bis zum Äußersten gehen und detailgetreue Beschreibungen liefern muss, um beim Leser ein ungutes Gefühl zu erzeugen, da reicht die Thematik an sich.
    Gar nicht gefallen haben mir die Zeitsprünge, ich musste jedesmal wieder zurückblättern, um mir klar zu machen, in welchem Jahr ich mich gerade befinde.
    Genauso die vielen verschiedenen Personen, die vorgestellt wurden, da war für mich lange schwierig, sie zuzuordnen.
    Und dann war da noch Allora, die zwar eine wichtige Rolle in dem Buch spielt, mir aber ziemlich auf die Nerven ging, einerseits aufgrund ihrer Art, andererseits aufgrund ebendieser Rolle, die sie einnimmt.
    Trotz allem gebe ich dem Buch Sterne.
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  • Rezension zu Der Kindersammler

    In den 80er Jahren geben drei Mordfälle an Kindern der Polizei Rätsel auf. Weit voneinander entfernt und im Abstand von mehreren Jahren wurden drei Jungen vom gleichen zarten, blonden Typus getötet und die Leichen wie ein Stilleben am Tisch sitzend oder in einer liebevoll errichteten Sandburg arrangiert. Es gibt kaum verwertbare Spuren, der Fall verläuft sich im Sand, doch die Polizistin Mareike Koswig kann diese seltsamen Fälle nie ganz vergessen.
    Der Mörder der drei Jungen ist ein unauffälliger, stiller Einzelgänger, der sich geschickt jeglicher Verfolgung entzieht, von seiner freudlose Kindheit in eine glücklose Ehe gestürzt ist und der nach außen hin freundlich und höflich wirkt, einer, den niemand verdächtigen würde.
    2004 kehrt Anne Golombek zurück in die Toskana, wo zehn Jahre zuvor ihr einziger Sohn Felix beim Spielen am Bach vor dem Ferienhaus spurlos verschwand. Ihre Ehe ist seitdem zerrüttet, sie hat niemanden, dem sie sich anvertrauen kann, und um sich ihrem verschollenen Sohn nahe zu fühlen, reist sie alleine an den Ort seines Verschwindens zurück und kauft dort ein abgelegenes, schön renoviertes altes Haus, das ihrem Bedürfnis nach Ruhe und Abgeschiedenheit nur zugute kommt. Außer dem Vorbesitzer, einer Nachbarin und dem Immobilienmakler, der ihr das Haus verkauft hat, hat sie kaum Kontakte und versucht, sich in der Stille über einige Dinge klarzuwerden.
    Bei diesem Psychothriller stimmt das abgedroschene Etikett "nichts für schwache Nerven". Das Thema Kindesmissbrauch und -mord geht vielen Lesern stark an die Nieren, doch ich konnte bei den meisten Büchern erfolgreich denken "Ist ja nur ein Buch". Hier aber erlebt man gerade zu Beginn die Geschehnisse aus der Sicht des Täters, der mit einer Selbstverständlichkeit und beinahe nebenher diese furchtbaren Verbrechen begeht, die auch mich sehr aufgewühlt hat.
    Mit vielen Perspektivenwechseln und einem leicht unheimlichen Setting (alte, abgelegene Häuser mitten im Wald, eine harmlose, aber furchteinflößende "Dorfirre") wird Spannung erzeugt, ohne allzu plumpe Cliffhanger-Taktik. Die Personenzeichnung ist für einen Thriller ziemlich rund, Anne beispielsweise ist nicht nur die arme, bedauernswerte Mutter, die ihren Sohn auf mysteriöse Weise verloren hat, sondern vor allem am Anfang nicht unbedingt eine große Sympathieträgerin.
    Die Handlung steuert unaufhaltsam auf einen explosiven Höhepunkt hin, der zwar ab einem gewissen Punkt zumindest in Teilen vorhersehbar war, mich aber trotzdem nägelkauend weiterblättern ließ.
    Ein beklemmendes und leider auch stets aktuelles Thema, das Sabine Thiesler in ihrem Erstling stimmig und spannend umgesetzt hat.
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  • Rezension zu Der Kindersammler

    Ich habe vor ein paar Tagen das Buch fertig gelesen und ich muss schon sagen es ist schwere Kost. Ich kann mir nun vage vorstellen wie sich Mütter und Väter beim Lesen dieser Geschichte fühlen. Ich bin noch kinderlos und mir ist trotzdem ein immenser Schauer über den Rücken gelaufen, wie "real" das ganze Szenario wirkt. Weiter vorher hat jemand geschrieben es hätte ihn nicht gewundert, wenn am Ende eröffnet worden wäre, dass es sich um eine wahre Begebenheit handle... mich ebenso wenig.
    Alles ist so "nahe" beschrieben, die Charaktere, die Orte, man kann sich förmlich im Kopf die verschlungenen Wege und Wälder vorstellen.
    Ebenso die Verzweiflung der Eltern ist bis in das kleinste Härchen spürbar und ich war verwundert, dass ich trotzdem irgendwie dem Mörder keinen Hass und keine Abscheu entgebenbrachte.
    Das Ende fand ich ziemlich vorhersehbar ab dann, wo noch die Kommissarin in der Toscana mitmischte.
    Ich habe das Buch mitten in der Nacht beendet und war dann erst enttäuscht vom Ende, aber am nächsten Tag hingen meine Gedanken fast ausschließlich dieser Geschichte nach und dann konnte ich verstehen, warum die Autorin dieses Ende gewählt hat, warum
    Ich kann das Buch nur empfehlen, denn es ist super spannend und schön flüssig geschrieben.
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Ausgaben von Der Kindersammler

Taschenbuch

Seitenzahl: 544

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 526

E-Book

Seitenzahl: 545

Hörbuch

Laufzeit: 00:07:00h

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