Das Reich der Tränen

Buch von Janine Wilk

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Bewertungen

Das Reich der Tränen wurde insgesamt 6 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,1 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Das Reich der Tränen

    "Obwohl die Flucht in die Fantasie keine Lösung für reale Probleme ist, so kann die Fantasie das wichtigste bewahren, was es für einen Menschen in schweren Zeiten geben kann: Hoffnung."
    Letzter Satz im Nachwort von Janine Wilk
    Ich musste diesen Satz vorausschicken, weil gerade diese Aussage der Grundgedanken dieses Buches ist, das in all seinen Facetten zwar Mut verleiht, aber doch oft sehr traurig ist und gerade mich als Mutter sehr betroffen macht.
    Wir alle wissen, dass es viele Kinder auf der Welt gibt, denen es zwar von außen her gut zu gehen scheint, die sich aber innerlich mit Problemen und Ängsten auseinandersetzen müssen, die so einer zarten Kinderseele schwere Schäden zufügen können.
    ~~~
    Mia, die Hauptfigur der Geschichte, ist ein starkes Mädchen, dass sehr unter der grausamen Mutter und dem ohnmächtigen Vater leiden muss. Es gibt auch einige handgreifliche Strafen, aber noch mehr bewegt haben mich die vielen und beständigen seelischen Demütigungen, denen sie hilflos ausgeliefert ist. Ich darf mich dabei gar nicht zu sehr in die Rolle dieser Mutter einfühlen, weil mir da regelrecht schlecht wird wenn ich daran denke, wie sehr ein Kind dabei zu leiden hat. Deshalb ist das für mich nicht (nur) ein Kinderbuch, sondern ein Elternbuch, das sehr deutlich aufzeigt, wie stark der Einfluss der Eltern und wie leicht diese Macht zu missbrauchen ist.
    Die Phantasiewelt, in die Mia "verschwindet" sobald ihr die Tränen kommen, sobald es einfach zuviel ist für ihre Kinderseele, ist eine Zuflucht. Dort hat sie keine fordernde Mutter, die beständig zu viel von ihr verlangt und der sie doch nichts recht machen kann - und für alles nur schlecht gemacht wird. Auf eine sehr anschauliche Weise verarbeitet sie hier all ihre schlimmen Erfahrungen und die Unsicherheit, die ihre Kindheit prägt.
    Dabei geht es um Einfühlungsvermögen, den Respekt voreinander, das Verständnis anderen gegenüber und den Mut, gegen die Hoffnungslosigkeit vorzugehen und sich nicht davon völlig überrollen zu lassen. Gerade Kinder verstehen die Alltagswelt der Erwachsenen einfach noch nicht - sie können die Probleme und die Zusammenhänge nicht erfassen, die Reaktionen begreifen und den Sinn dahinter verstehen. Da laufen so viele unbewusste Prozesse ab, die sich tief in ihre Herzen graben und die Entwicklung in eine verstörende Richtung beeinflussen können.
    Mia entdeckt dabei aber auch, dass man sich kleine Momente des Glücks bewahren kann, dass Lachen befreiend wirkt und man die Hoffnung nicht verlieren darf! Ein langer Weg, dessen Ende gerade ein Kind kaum überblicken kann und mich immer wieder bewundern lässt, wie stark diese jungen Seelen sind und sein müssen.
    Janine Wilk hat dafür einen kindgerechten, aber trotzdem anspruchsvollen Stil eingesetzt, der bildhaft und aussdruckstark viele philosophische und metaphorische Ansätze deutlich macht. Ob das so junge Menschen alles wirklich verstehen und nachvollziehen können weiß ich nicht, aber wie in den Märchen werden auch sie den Kern der Aussagen unbewusst sehr wohl entdecken und verinnerlichen können.
    Die verschiedenen Abschnitte werden mit kleinen Zitaten aus Kinderbüchern eingeleitet, die auch mich durch meine Kindheit begleitet haben und man merkt auch, dass die Geschichte von Mia von einigen inspiriert ist.
    Der Wechsel zwischen Mias realem Leben und ihre Flucht in ihre Traumwelt hat in die bedrückende Atmosphäre immer wieder etwas Licht gebracht - zum Glück, denn das Schicksal des kleinen Mädchens ist mir schon sehr zu Herzen gegangen. Wie es sich für ein Kinderbuch gehört hat es natürlich ein positives Ende und ich würde mir wünschen, dass sich all die Kinder auf der Welt, denen es ähnlich geht, auch einen Traum schaffen können, an dem sie festhalten oder Hilfe finden, die sie in ihrer ausweglosen Lage unterstützt.
    Fazit: 4.5 Sterne
    © Aleshanee
    Weltenwanderer
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  • Rezension zu Das Reich der Tränen

    Inhalt:
    Immer wenn Mia weint reist sie in das Reich der Tränen. Ein Land in ihrer Fantasie in dem sie ein großes Abenteuer besteht. Sie hat in ihrer Fantasie ein wunderschönes Leben bis ihr Freund Goldiur von Wachen der Königin Zenoide mitgenommen wird. Mia macht sich auf den Weg ihren treuen Freund zu retten…Wird sie auch jemand in ihrem realen Leben retten?
    Meine Meinung:
    Wenn man den Klappentext so liest klingt das Buch nach einem wundervollen Märchen, aber leider ist das nur die halbe Wahrheit.
    Denn zunächst lernt man Mia in ihrem realen Leben kennen und recht schnell wird klar dass es bei ihr zu Hause alles andere als Liebevoll zugeht. Mein Mutterherz schmerzte es bei manchen Szenen wirklich sehr und ich hoffte so sehr das ihr jemand zur Seite steht.
    Dieses negative Gefühl macht es auch etwas schwer dieses Buch zu rezensieren, denn natürlich möchte ich nicht zu viel verraten. Also versuche ich es aus Kindersicht zu sehen und nicht so sehr auf meine Erwachsenegefühle einzugehen.
    Ich denke Kinder die dasselbe Schicksal haben wie Mia werden hier neben den grausamen Abschnitten froh sein über die Möglichkeit in die Fantasie abzudriften und können von Mia lernen. Sie schafft es sich dort von zu Hause, der Realität zu erholen und holen sich so Hoffnung und schöne Momente. Allerdings weiß ich nicht ob die Realität in der Geschichte nicht doch ein wenig abschreckend für Kids ab 11 Jahren ist oder ob sie in Mia eine verbündete sehen. Vermutlich doch letzteres. Da bleibt zu hoffen das viele misshandelte Kinder dieses Buch zum Lesen bekommen.
    Der Fantasie-Part in der Geschichte ist wunderschön geschrieben. Ein traumhaftes Land wo Sterne geboren werden und es fliegende Drachen gibt. Bunt, schillernd und bis auf die Königin Zenoide sehr friedlich. Doch ihr geht man aus dem Weg soweit es geht. Mia flüchtet sich in diese Geschichte und kann dort ohne Angst sie selbst sein.
    Die Zitate in dem Buch, die Zeichnungen, das Cover sind alles Elemente die dieses Buch neben der Geschichte zu einem Hingucker machen. Ich habe selten so ein liebevoll gestaltetes Buch gesehen. Zwei Texte fand ich persönlich so schön dass ich sie kurz zitieren möchte:
    Und
    Am Ende des Buchs gibt es noch Hilfe Telefonnummern und Webseiten, für Kinder und Jugendliche die Kummer haben. Egal ob zu Hause oder woanders.
    Ein sehr bemerkenswertes Buch. Ein Buch das hoffentlich vielen Kindern helfen kann, die es zu Hause nicht so leicht haben.
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Besitzer des Buches 8

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