Der verbotene Fluss

Buch von Susanne Goga

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Der verbotene Fluss

Ein meisterhaft erzählter Roman voller Geheimnisse Charlotte wagt einen großen Schritt, als sie 1890 Berlin verlässt und eine Stelle als Gouvernante in einem herrschaftlichen Haus bei London antritt. Dort ist sie für die junge Emily verantwortlich, die seit dem tragischen Verlust ihrer Mutter von schlimmen Albträumen verfolgt wird und den nahe gelegenen Fluss fürchtet. Besorgt um das Wohl des Mädchens versucht Charlotte, mehr über den Tod von Lady Ellen herauszufinden, doch niemand im Haus ist bereit, das Schweigen zu brechen. Erst mithilfe des Journalisten Tom kommt Charlotte einer dunklen Wahrheit auf die Spur …
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Serieninfos zu Der verbotene Fluss

Der verbotene Fluss ist der 1. Band der Charlotte und Tom Ashdown Reihe. Sie umfasst 2 Teile und startete im Jahr 2014. Der letzte bzw. neueste Teil der Serie stammt aus dem Jahr 2021.

Über Susanne Goga

Die deutsche Literaturübersetzerin und Autorin Susanne Goga-Klinkenberg wurde 1967 in Mönchengladbach geboren. Nachdem sie Literaturübersetzen an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf studiert hatte, begann sie 1995 als freie Literaturübersetzerin zu arbeiten. Mehr zu Susanne Goga

Bewertungen

Der verbotene Fluss wurde insgesamt 26 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,4 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Der verbotene Fluss

    Charlotte Pauly musste in Berlin eine Enttäuschung hinnehmen. Daher will sie weit entfernt ein neues Leben anfangen. Sie wird die Gouvernante der achtjährigen Emily, die vor kurzem ihre Mutter verloren hat. Sir Andrew Clayworth, Emilys Vater, will, dass niemand über seine verstorbene Frau und ihren Tod spricht. Doch Charlotte findet schnell heraus, dass Emily unter Ängsten und Albträumen leidet. Sie will ergründen, warum so ein Geheimnis um Lady Ellen gemacht wird, da sie überzeugt ist, dass sie Emily nur helfen kann, wenn sie weiß, worum es geht. Ihre Sorgen um Emily werden größer und auch Sir Andrew muss sich eingestehen, dass etwas geschehen muss. Der Journalist Thomas Ashdown beschäftigt sich mit einem sehr speziellen Thema, und Charlotte findet mit seiner Hilfe die dunkle Wahrheit heraus.
    Auch wenn diese Geschichte eine Weile braucht, um Fahrt aufzunehmen, so hat sie mir doch gut gefallen. Das kleine Dorf Westhumble und die Gegend sind sehr gut und atmosphärisch beschrieben. Ich konnte mir gut vorstellen, wie die Druiden sich unter den uralten Bäumen getroffen haben.
    Als Charlotte nach Chalk Hill kommt, herrscht dort eine sehr angespannte Atmosphäre. Auch der Hausherr ist ein sehr verschlossener Mensch. Er hat allen verboten, über den Vorfall mit seiner Frau zu sprechen. Dass seine Tochter ihn braucht, sieht er nicht, sondern stürzt sich in seine Arbeit als Abgeordneter. Emily war viel krank und ihre Mutter hat sich aufopferungsvoll um sie gekümmert. Das hat ihr Anerkennung der Dorfbewohner gebracht, aber ihr Mann hätte sie gerne in London bei sich gehabt. Emily ist ein aufgewecktes Kind, aber immer wieder scheint sie seltsam abwesend. Ihre Albträume sind besorgniserregend und ihre Stimmungen ändern sich manchmal sehr abrupt. Bei Charlotte spürte man gleich, dass sie ihren Beruf mag und gut auf die Kinder eingehen kann. Sie ist sympathisch, einfühlsam und auch mutig. Aber auch Thomas Ashdown ist ein sympathischer Mann, der Dingen gerne auf den Grund geht.
    Auch die anderen Charaktere sind sehr gut dargestellt.
    Diese Geschichte hat mich von Anfang an gepackt, auch wenn ich schon ziemlich früh eine Vermutung hatte, wohin die Reise führt. Das hat sich dann auch bestätigt. Trotzdem war die Geschichte geheimnisvoll und spannend; sie hat mich gut unterhalten.
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  • Rezension zu Der verbotene Fluss

    Charlotte Pauly tut etwas nahezu Unerhörtes für eine junge Frau Ende des 19. Jahrhunderts: sie geht mutterseelenalleine nach England und tritt eine Stellung als Hauslehrerin bzw. Gouvernante der achtjährigen Emily Clayworth an.
    Ihr neuer Schützling ist ein liebenswertes, aufgewecktes Mädchen, das aber noch sehr unter dem Tod der Mutter einige Monate zuvor leidet. Emilys Vater Sir Andrew hat strengstens untersagt, dass im Haus über die Tote gesprochen wird, was Charlotte die Arbeit nicht gerade erleichtert, denn sie ist überzeugt, dass sie Emily, die schnell Zutrauen zu ihrer neuen Gouvernante gefasst hat, am allerbesten helfen kann, wenn sie weiß, was damals geschehen ist.
    Mit viel Fingerspitzengefühl bekommt sie schließlich heraus, dass Ellen Clayworth im Fluss Mole ertrunken ist, dem Fluss, den Emily fürchtet wie der Teufel das Weihwasser. Ob es ein Unfall oder Suizid war, wagt niemand zu sagen. Auf alle Fälle hat Emily immer wieder Alpträume, die sich mit der Zeit noch verschlimmern, so dass ihr Vater zu einer ungewöhnlichen Maßnahme greift, um herauszufinden, was mit der Kleinen los ist. Währenddessen hat Charlotte ihre eigenen Vermutungen, doch die traut sie sich kaum zu äußern.
    Mit diesem Roman um ein totgeschwiegenes Familiengeheimnis legt Susanne Goga einen richtigen Schmöker zum Abtauchen vor. Leicht und fesselnd fließt die Erzählung dahin, mit schönen Beschreibungen von Orten und Charakteren und einer grundsympathischen Hauptfigur, die durch resolute Tatkraft, gesunden Menschenverstand und ein Herz am rechten Fleck überzeugt, ohne sich dabei anachronistisch zu benehmen.
    Was es tatsächlich mit Ellens Tod, Sir Andrews Schweigen und Emilys traumatisiertem Verhalten auf sich hat, ahnen erfahrene Leser womöglich schon sehr zeitig (ich hatte nach knapp der Hälfte drei Vermutungen bezüglich des Ausgangs, die sich allesamt bestätigt haben). Weiterlesen macht aber trotzdem Spaß, weil Susanne Goga ein so lebendiges Bild der damaligen Zeit zeichnet, von strengen Moralvorstellungen und gesellschaftlichen Skandalen, von spiritistischen Sitzungen und vom Alltag einer Gouvernante, von gaslampenbeleuchteten Londoner Straßen und dem beschaulichen ländlichen Surrey. Der Weg zur Auflösung ist das eigentlich Spannende, weniger des Rätsels Lösung selbst. Und der Schluss lässt Raum für Spekulationen (oder für den Wunsch, noch mehr über Charlotte Pauly zu lesen).
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  • Rezension zu Der verbotene Fluss

    Das Geheimnis der Lady Ellen
    Als Charlotte Pauly sich im Jahre 1890 auf den Weg von Deutschland nach England macht, um dort Gouvernante in einem angesehenen Haus zu werden, verändert sich ihr Leben. Wie sehr ahnt sie jedoch noch nicht.
    Mit viel Einfühlungsvermögen nähert sie sich ihrem neuen Schützling Emily. Die Achtjährige hat ihre Mutter verloren. Doch statt die Erinnerung an die Frau, die ihrer Tochter eine zärtliche Mutter gewesen war und die Emily aufopferungsvoll pflegte, wenn diese krank wurde, darf im Haus nicht über sie geredet werden. Ja, sogar jeder Gedanke an Lady Ellen scheint verboten zu sein. Emilys Vater - Sir Andrew - steht als Abgeordneter in der Öffentlichkeit, reagiert oft sehr streng und scheint zunächst wenig Verständnis für die seelischen Bedürfnisse seiner Tochter zu haben. Denn zwar ist Emily ein aufgeschlossenes, lernwilliges Mädchen. Doch des Nachts wird sie von Albträumen gequält, in denen sie ihre Mutter sieht. Da sie über den Verlust nicht sprechen kann, ist sie verunsichert, fasst aber sehr schnell Vertrauen zu ihrer neuen Gouvernante. Charlotte möchte dieses Vertrauen nicht enttäuschen und Emily eine Verarbeitung des Todes ihrer Mutter ermöglichen. Deshalb zieht sie Erkundigungen über Lady Ellen ein. Nach und nach setzt sie ein Puzzlestück nach dem anderen zusammen.
    Charlotte ist sehr jung, und nicht jedem jungen Menschen traut man zu, sich Kindern so zuzuwenden zu können, wie es ihr gegenüber Emily gelingt. Sie findet damit nicht nur bei dem Mädchen einen Platz im Herzen, sondern auch beim Leser. Wohltuend dabei ist, dass die Autorin mit Charlotte zwar eine sympathische, sich dem Leben des ausgehenden 19. Jahrhunderts stellende Frau geschaffen hat, die ihren Werdegang realistisch einzuschätzen vermag, mutig Fragen stellt und sich von ablehnendem Verhalten und Äußerungen nicht abschrecken lässt. Gleichwohl tritt sie nicht zu forsch auf und ist sich insbesondere ihrer Stellung im herrschaftlichen Haus und damit in der Gesellschaft bewusst. Und obwohl sie in der Hierarchie beispielsweise dem Kindermädchen Nora gegenüber eine höhere Stufe einnimmt, legt sie eine bescheidene Zurückhaltung an den Tag und vermag so, auf deren Befindlichkeiten - Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes - angemessen zu reagieren. Obwohl Nora und auch die übrigen Bediensteten im Haus keinerlei Hilfestellung bei der Lösung der Probleme geben.
    Unterstützung dagegen erhält sie jedoch durch Thomas Ashdown. Ein zweiter Handlungsstrang, der zeitlich etwas früher, nämlich 1888 einsetzt, führt den geradlinigen und mitfühlenden Mann in das Geschehen ein. Tom hat wie Sir Andrew ebenfalls seine Frau verloren, der er in Liebe zugetan war und die er schmerzlich vermisst. Er arbeitet als Theaterkritiker äußerst erfolgreich und weiß geschickt mit Worten umzugehen. Durch eine intensive Beobachtungsgabe fallen ihm Dinge auf, die anderen verborgen bleiben. Aus diesem Grund hat ihn die Society of Psychical Research, die es im Übrigen tatsächlich heute noch gibt, gebeten, sich bestimmter übernatürlicher Phänomene anzunehmen und diese aus der Sicht eines klar denkenden Menschen zu beurteilen. Und als endlich auch Emilys Vater, nachdem die Ereignisse sich zuspitzen und geistige Gesundheit des Mädchens in Gefahr zu sein scheint, mit der Bitte um Beistand der Gesellschaft offenbart, dass ihm doch etwas am Wohl seiner Tochter liegt, entsendet diese Tom als ihren Vertreter.
    Tom und Charlotte verstehen sich von Anfang an. Beide sind aufrichtig darauf bedacht, die Ursache für Emilys Verhalten herauszufinden. Während sich die Lage zuspitzt, entwickeln sie zarte Gefühle füreinander. Dies geschieht dezent, ist angenehm zurückhaltend und wird nicht in den Vordergrund gerückt.
    So liegt der Blick weiterhin auf dem Hauptthema das Romans, das Geheimnis um Lady Ellen zu ergründen. Die Handlung kommt in einem ansprechende flüssigen und unterhaltenden Stil daher. Man fühlt sich in das England des 19. Jahrhunderts versetzt. Es gibt überraschende Momente, die auch ein wenig Spannung zu erzeugen vermögen. Die Hauptfiguren sind sorgsam ausgearbeitet worden. Lediglich Sir Andrew hätte - vor allem hinsichtlich seiner wahren Gefühle - ein wenig mehr Tiefe vertragen. Doch ein Hindernis für ein kurzweiliges Lesevergnügen ist dies nicht.
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  • Rezension zu Der verbotene Fluss

    England 1890. Die junge Lehrerin Charlotte Pauly verlässt Berlin und bekommt im Hause des reichen Abgeordneten Sir Andrew Clayworth eine Anstellung als Gouvernante für dessen achtjährige Tochter Emily.
    Chalk Hill ist ein altes Herrenhaus, auf dem ein düsterer Schatten zu liegen scheint. Das liegt auch daran, dass Sir Andrew allen Angestellten und sogar seiner Tochter verboten hat, über den Tod seiner Frau zu sprechen. Lady Ellen Clayworth ist vor einem halben Jahr anscheinend in den nahen Fluss gestürzt.
    Charlotte ist überzeugt, dass es nicht gut ist für das Mädchen, ihre Trauer tot zu schweigen und versucht, so viel wie möglich über die Umstände des Todes von Emilys Mutter herauszufinden. Sir Andrew ist davon alles andere als begeistert, aber als das Mädchen immer mehr Albträume bekommt und behauptet, ihre tote Mutter zu sehen, kann Charlotte ihn endlich überzeugen, etwas zu übernehmen. Erscheint Emily wirklich der Geist von Lady Ellen? Um das herauszufinden engagiert er Tom Ashdown, der seit kurzem zur "Society for Psychical Research" gehört, die sich mit dem Erforschen von übersinnlichen Phänomenen befasst.
    Ich bin begeistert. "Der verbotene Fluss" ist ein wunderbarer historischer Roman mit einem Hauch Mystery. Atmosphärisch dicht, manchmal düster, sehr fesselnd und flüssig geschrieben. In manchen Szenen bekommt man wirklich eine Gänsehaut. Die Charaktere haben viele Facetten und auch die Nebenfiguren bleiben keineswegs blass. Charlotte ist eine resolute junge Frau, die trotz der Zeit in der sie lebt, weiß was sie will und den Mut hat, ganz alleine in England ein neues Leben zu beginnen. Auch ihre Art, mit der sensiblen Emily umzugehen fand ich sehr sympathisch.
    Tom Ashdown, der auch vor ein paar Jahren einen schweren Verlust erleiden musste, mochte ich von Anfang an. Er lässt sich auch von dem einflussreichen Sir Andrew nicht einschüchtern, dessen Ruf anscheinend wichtiger für ihn ist als seine Tochter. Nach und nach deckt er zusammen mit Charlotte das Geheimnis von Chalk Hill auf.
    Zu Ende des 19. Jahrhunderts ist Spiritismus gerade in England sehr angesagt. Geisterbeschwörungen, Seancen und ähnliches sind gerade in der besseren Gesellschaft sehr beliebt. Die damals gegründete "Society of Psychical Research" gibt es tatsächlich und laut Nachwort der Autorin existiert sie heute noch. Sehr interessant.
    Wer historische Romane mit einem Touch Mystery mag, die auch noch im nebeligen England spielen, der liegt mit "Der verbotene Fluss" genau richtig.
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  • Rezension zu Der verbotene Fluss

    Kurzbeschreibung:
    Charlotte wagt einen großen Schritt, als sie 1890 Berlin verlässt und eine Stelle als Gouvernante in einem herrschaftlichen Haus bei London antritt. Dort ist sie für die junge Emily verantwortlich, die seit dem tragischen Verlust ihrer Mutter von schlimmen Albträumen verfolgt wird und den nahe gelegenen Fluss fürchtet. Besorgt um das Wohl des Mädchens versucht Charlotte, mehr über den Tod von Lady Ellen herauszufinden, doch niemand im Haus ist bereit, das Schweigen zu brechen. Erst mithilfe des Journalisten Tom kommt Charlotte einer dunklen Wahrheit auf die Spur... *Quelle*
    Zur Autorin:
    Susanne Goga, 1967 geboren, ist eine renommierte Literaturübersetzerin und Autorin. Im Diana Verlag erschienen bereits ihre Romane Das Leonardo-Papier sowie Die Sprache der Schatten, für den sie 2012 mit dem DeLiA-Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Mönchengladbach.
    Meinung:
    Im Jahr 1890 begibt sich Charlotte Pauly aus Berlin auf den Weg nach London, um dort eine Stelle als Gouvernante und Hauslehrerin bei der 8-jährigen Emily Clayworth anzutreten, deren Mutter bei einem schrecklichen Unfall ums Leben kam und deren Tod sie bisher nicht verwunden hat. Ihr Vater, Sir Andrew, ist Politiker und verbringt nur sehr wenig Zeit mit seinem Kind. Er wirkt unnahbar und hart. Emily plagen immer wieder Albträume und Visionen. Sie gibt vor, mit ihrer toten Mutter zu sprechen, die ihr Besuche abstattet.
    Sir Andrew beauftragt daraufhin eine Gemeinschaft, die sich mit paranormalen Phänomenen beschäftigt, herauszufinden, was an Emilys Aussagen wahr ist. Thomas Ashdown, nebenbei Theaterkritiker und ein brillanter Beobachter, wird von der Gemeinschaft nach Chalk Hill entsendet und versucht zusammen mit Charlotte hinter das Geheimnis um den Tod von Lady Ellen zu kommen, über den niemand spricht und der kleinen Emily zu helfen, deren Träume und Visionen immer stärker und zahlreicher werden...
    Susanne Goga konnte mich vor längerer Zeit mit ihren ersten beiden historischen "Leo Berlin"-Kriminalromanen begeistern. Daher habe ich mich auch für ihren neuesten Roman interessiert und wurde nicht enttäuscht. Der verbotene Fluss ist ein historischer Roman, der im ausgehenden 19. Jahrhundert angesiedelt ist und England als Handlungsort hat. Unheimliche Geschehnisse paaren sich hier mit paranormalen Phänomenen, es ist eine Zeit, in der sich die Menschen für Geister, Séancen, Gläserrücken und Medien interessieren.
    Chalk Hill, das Haus der Clayworths, ist ein Anwesen, das geheimnisvoll wirkt. Seine Bewohner sind etwas undurchsichtig und Charlotte, Emilys neue Gouvernante, ist die einzige, die wirkliches Interesse an Emilys vermeintlicher Krankheit zeigt. Denn Emilys Albträume und Visionen werden zuerst als Schlafwandeln abgetan, die größeren Ausmaße kommen erst langsam ans Licht. Charlotte hat mir als Protagonistin richtig gut gefallen. Sie hat für ihre Zeit schon recht moderne Ansichten und Einstellungen und ist Emily eine große Stütze. Thomas Ashdown, der eigentliche Theaterkritiker und Mitarbeiter der Gemeinschaft, die sich der Erforschung von paranormalen Phänomenen verschrieben hat, ist ein charmanter und sehr gewitzter Mann, der sein Herz auf der Zunge trägt. Er und Charlotte geben ein wunderbares Paar bei den Nachforschungen um Emilys Visionen und den Tod von Lady Ellen ab.
    Susanne Goga versteht es, dem Leser die beklemmende und düstere Atmosphäre um Chalk Hill bildhaft vor Augen zu führen. Man mag zwar nicht an Geistererscheinungen glauben, kann sich aber beim Lesen auch nicht erklären, was in der kleinen Emily vor sich geht. Dies schildert Susanne Goga sehr ausdrucksvoll, so dass man sich an einigen Stellen wirklich gruselt. So sollte ein gelungener Schauerroman sein! Auch das Ende der Geschichte ist durchaus nachvollziehbar und gut gelöst. Für interessierte Leser von Schauerromanen, die im Zeitgeist des späten 19. Jahrhunderts angesiedelt sind, kann ich diesen Roman nur wärmstens empfehlen.
    Fazit:
    Ein historischer Roman, der sich mit Geistererscheinungen beschäftigt und dabei dem Leser durch seine Atmosphäre wohlige Schauer über den Rücken jagt. Unbedingte Leseempfehlung für Liebhaber von Schauerromanen, die Wert auf viel Authentizität legen!
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  • Rezension zu Der verbotene Fluss

    England 1890. Charlotte Pauly kehrt Deutschland den Rücken, um als Gouvernante in einem englischen Adelhaus die 8-jährige Emily, die ein halbes Jahr zuvor ihre Mutter verlor, zu unterrichten. Seit dem Tod von Lady Ellen wird das Mädchen von schlimmsten Alpträumen geplagt, mysteriöse Dinge ereignen sich und auch Charlotte findet manche Vorgänge im Haus rätselhaft. Auf ihren Nachfragen stößt sie auf Schweigen und eisige Ablehnung. Um der Tochter zu helfen, nimmt Sir Andrew Kontakt zur Society of Psychical Research auf. Tom Ashdown wird von der Gesellschaft nach Chalk Hill geschickt, um erste Eindrücke zu sammeln.
    Schon der Prolog dieses Romans vermittelt eine ungemein düstere und beklemmende Atmosphäre. So schafft es Susanne Goga den Leser schon auf diesen ersten eineinhalb Seiten gefangenzunehmen. Mit Charlotte Pauly begegnet man dann einer sympathischen Protagonistin, die ihre Heimat und Vergangenheit hinter sich gelassen hat. Die Geschichte nimmt langsam Fahrt auf, man wird nach und nach mit immer mehr mysteriösen Vorfällen konfrontiert und beginnt, wie die Protagonistin und Tom der Journalist die Ereignisse zu hinterfragen. Auch wenn ich mit übernatürlichen Phänomenen so meine Probleme habe, hat es die Autorin geschafft, den Roman so zu konstruieren, dass er durchgehend spannend und unterhaltsam ist. Neben der sehr gelungenen Atmosphäre ist die Beschreibung des Lebens auf einem englischen Adelssitz im ausgehenden 19. Jahrhundert hervorzuheben. Der Alltag dort wurde sehr detailreich und bildhaft beschrieben.
    „Der verbotene Fluss“ ist ein lesenswerter Roman, der aufgrund des angenehmen Schreibstils der Autorin leicht zu lesen ist. Historisches Geschehen wird mit mysteriösen Ereignissen, Bezugnahmen auf literarische Werke und Theaterstücke und einer klug konstruierten Handlung zu einem gelungenen Ganzen komponiert. Der Roman hat mich an diesen dunklen Winterabenden gut unterhalten.
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Ausgaben von Der verbotene Fluss

Taschenbuch

Seitenzahl: 464

E-Book

Seitenzahl: 465

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