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Flut

Buch von Daniel Galera

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Flut

Sein Vater erschießt sich, und ihm bleiben nur die alte Hündin Beta und eine innere Unruhe. Er bricht auf in den Süden und lässt sich in einem kleinen Küstenort nieder, wo er als Sportlehrer arbeitet, stundenlang im Meer schwimmt und sich verliebt. Das behagliche neue Leben ist schlagartig zu Ende, als er beginnt, ein Familiengeheimnis zu ergründen: Sein Großvater, dem er zum Verwechseln ähnlich sieht, hatte in der Gegend gelebt, bis er unter ungeklärten Umständen verschwand. Mit seiner Suche zieht er das Misstrauen der Bewohner auf sich, ungewöhnliche Dinge geschehen. Obendrein wird ihm seine Krankheit zum Verhängnis, er kann Gesichter nicht wiedererkennen. Allmählich begreift er, dass ihm das Schicksal seines Großvaters droht, doch da steht ihm das Wasser schon bis zum Hals ... Mit lichter, hypnotisierender Kraft und einer feinsinnigen Spannung erzählt »Flut« von einer Suche über drei Generationen, die an die Grenzen des Menschenmöglichen führt.
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Bewertungen

Flut wurde insgesamt 6 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,6 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Flut

    Zum Inhalt:
    Sein Vater berichtet ihm vor seinem Tod von den ungewöhnlichen Umständen, unter denen Ende der 60er Jahre sein Großvater angeblich ums Leben gekommen sei. Er macht sich mit dem Hund seines Vaters auf die Suche nach Spuren seines Großvaters in Garopaba, einer südbrasilianischen Stadt an der Atlantikküste, in der dieser seine späteren Jahre verbrachte, und lässt sich dort nieder. Während er sich dort als Sportlehrer und Trainer seinen Unterhalt verdient, stößt er bei seinen Nachforschungen auf Ablehnung, genau wie damals anscheinend auch seinem Großvater ergangen ist. Das Mysterium um dessen Ableben bzw. um den Verbleib seines Körpers scheint undurchdringlich.
    Zum Autor (von der amazon-Buchseite kopiert):
    Daniel Galera, geboren 1979 in São Paulo, lebt heute in Porto Alegre. Er hat Erzählungen, eine Graphic Novel und drei Romane geschrieben. Sein Werk ist vielfach ausgezeichnet, verfilmt und für das Theater adaptiert worden. Galera hat u. a. Zadie Smith, Jonathan Safran Foer, David Foster Wallace und Hunter S. Thompson übersetzt. Flut ist sein erstes Buch in deutscher Sprache.
    Meine Meinung zum Buch:
    Vom Protagonisten ist im Buch nur unter Verwendung des Personalpronomens „er“ die Rede. Daniel Galera liefert zwar für alle übrigen Personen Namen, nicht so aber für den Protagonisten, seinen Vater und den Großvater, der nur als „der Gaucho“ bekannt ist – ein mysteriöses Paradoxon von Anonymität innerhalb der Schilderung des persönlichen und individuellen Schicksals des Protagonisten.
    Die Kapitel im Buch fügen sich zum größten Teil zu einer Erzählung zusammen, die ausschließlich aus vordergründigem Plot ohne tiefergehende Aussage zu bestehen scheinen: ein junger Mann, der nach dem Tod seines Vaters dort ein neues Leben beginnt, wo sein Großvater unter rätselhaften Umständen verschwunden ist, mit der Schilderung von Bekanntschaften und Beziehungen zu Frauen, dem beruflichen Leben als Trainer und seine persönliche Liebe zum Sport, besonders zum Schwimmen, den Problemen mit dem Hund, der seinem Vater gehörte, und der recht erfolglos scheinenden Nachforschung nach dem Schicksal seines Großvaters, die ihm auch noch das Problem der Ablehnung durch die lokale Bevölkerung einbringt.
    Der Protagonist leidet außerdem unter Prosopagnosie, einer Art Gedächtnisverlust, der sich auf das Wiederkennen von Gesichtern beschränkt, egal wie lange und intensiv die Bekanntschaft bereits besteht. Diese Besonderheit verschärft noch das Misstrauen in Garopaba, das man dem jungen Schwimmlehrer dort aufgrund seiner Nachforschungen nach dem „Gaucho“ und seiner frappanten Ähnlichkeit mit diesem entgegenbringt.
    Ist die Geschichte dieses jungen Menschen, der einfach in den Tag hineinzuleben scheint, über den größten Teil des Buches mit nur wenig Spannungsmomenten ausgekommen, so erhält sie jedoch im letzten Drittel des Buches mehr und mehr Komponenten aus Esoterik und Mystik im Zusammenhang mit Legenden, Träumen und dem Wesen von Erinnerungen, die die Erzählung gegen Ende in einen geheimnisvollen dramatischen Strudel ziehen.
    Erst im allerletzten Kapitel wird deutlich, dass es in Daniel Galeras Flut um mehr als nur die Handlung geht, nämlich um die Frage von freiem Willen versus Determinismus. Hierbei muss der Autor auf das recht behelfsmäßige, weil ziemlich platt und plakativ wirkende Medium einer abschließenden Unterhaltung mit einer Ex-Freundin über philosophische Themen zurückgreifen, um deutlich machen zu können, welches sein unterschwelliges schriftstellerisches Anliegen für das Buch war. Meines Erachtens eine tolle Frage zur Verarbeitung in einem Roman, leider keineswegs optimal umgesetzt.
    Obwohl im Buch die wörtliche Rede nie als solche gekennzeichnet ist, liest es sich extrem leicht, kurze Sätze, anspruchslose Darstellungen des Handlungsablaufs im Sinne von: „ohne erhöhten Konzentrationsaufwand lesbar, kein aktives Mitdenken erforderlich“. Auch auf sprachlicher Ebene habe ich von der Interpunktion abgesehen keine Besonderheiten zu vermelden.
    Fazit:
    Wer gerne einen Schicksalsroman mit intensivem Plot liest, dem ist Daniel Galeras Flut zu empfehlen. Wer sich dagegen mehr für Bücher mit einer Aussage hinter der vordergründigen Handlungsebene interessiert, der muss hier ziemlich viel Geduld aufbringen, damit er schließlich halbwegs auf seine Kosten kommt.
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Ausgaben von Flut

Hardcover

Seitenzahl: 425

Taschenbuch

Seitenzahl: 422

E-Book

Seitenzahl: 426

Besitzer des Buches 9

Update: