Unschuldslamm

Buch von Judith Arendt

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Unschuldslamm

Ruth Holländer kann sich nicht beklagen: Die Scheidung ist durch, der Sohn aus dem Haus, und die 16-jährige Tochter pubertiert fast nicht mehr. Auch Ruths französisches Bistro läuft erfreulich gut. Aber dann kommt ein Bescheid vom Amtsgericht: Zu ihrem Entsetzen wird Ruth zur Schöffin berufen. Sie muss in einem Mordfall beisitzen. Schon bald hegt sie Zweifel an der Schuld des Hauptangeklagten: Hat der junge Mann wirklich seine Schwester getötet? Ruth beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Und schon nach den ersten Fragen im Umfeld des vermeintlichen Mörders wird ihr klar, dass sie mitten im gefährlichsten Abenteuer ihres Lebens gelandet ist ...
Weiterlesen

Serieninfos zu Unschuldslamm

Unschuldslamm ist der 1. Band der Ruth Holländer Reihe. Diese umfasst 2 Teile und startete im Jahr 2014. Der letzte bzw. neueste Teil der Serie stammt aus dem Jahr 2015.

Bewertungen

Unschuldslamm wurde insgesamt 22 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4 Sternen.

(8)
(10)
(3)
(1)
(0)

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Unschuldslamm

    Unschuldslamm - Judieth Arendt
    Nach ihrer Scheidung hat sich Ruth Holländer längst damit abgefunden, dass sie von ihrem Ex-Mann Johannes kaum Unterstützung bei der Erziehung der beiden gemeinsamen Kinder zu erwarten hat. Die Unterhaltszahlung treffen auch eher spärlich ein, sodass Ruth froh sein kann, dass ihr französisches Bistro mittlerweile gut läuft und Gewinn abwirft. Der Alltag lässt sich zwar nicht immer stressfrei bewältigen, doch insgesamt gesehen hat Ruth das Gefühl, alles einigermaßen im Griff zu haben, denn die Kinder sind mittlerweile aus dem Gröbsten raus. Kurz vor ihrem fünfzigsten Geburtstag bekommt Ruth allerdings unerwartete Post. Sie wird in das Schöffenamt berufen und muss nun als Laienrichterin bei Gericht erscheinen. Bereits ihr erster Fall geht ihr sehr nahe, denn das Gericht muss herausfinden, ob ein junger Kurde tatsächlich seine Schwester ermordet hat, weil sie sich mit einem deutschen Jungen eingelassen hat. Da die junge Kurdin nur wenig älter war als Ruths Tochter, lässt dieser Fall ihr keine Ruhe mehr.....
    "Unschuldslamm" ist Ruth Holländers erste Bekanntschaft mit ihrem neuen Amt als Schöffin. Die äußerst sympathische Endvierzigerin ahnt zunächst nicht, was vor Gericht von ihr verlangt wird und wie sie ihrem neuen Amt gerecht werden kann. Gemeinsam mit ihr wird man an die Aufgaben, Rechte und Pflichten herangeführt. Im Klappentext wird eine Kriminalhandlung angekündigt, in der Ruth selbst auf Spurensuche geht. Das ist etwas irreführend, denn man könnte nun vermuten, dass Ruth auf eigene Faust nachforscht und dabei Entdeckungen macht, die für die Urteilsfindung entscheidend sind. Das ist allerdings nicht ganz richtig, denn Ruth liest sich zwar Hintergrundwissen über den Mord an der jungen Kurdin an, doch von echter Ermittlungsarbeit kann man dabei sicher nicht sprechen.
    Das tut der Spannung allerdings keinen Abbruch. Denn Judith Arendt versteht es bereits von Anfang an, das Interesse am Schicksal der ermordeten Derya zu wecken. Durch Rückblicke in die Ereignisse, die dem Mord vorangegangen sind, erfährt man häppchenweise, was sich in der Heimat der Kurdin zugetragen hat und in welchem Ausmaß diese Ereignisse sich mit dem späteren Mord verknüpfen werden. Die Autorin verrät dabei nie zu viel, sodass man sich eigene Gedanken machen kann. Gemeinsam mit Ruth Holländer stellt man dabei fest, dass Deryas Bruder, der ja unter Verdacht steht, an seiner Schwester einen "Ehrenmord" begangen zu haben, gar kein Macho-Typ ist. Er hat ein sehr liebevolles Verhältnis zur Schwester gehabt. Steckt etwa ein ganz anderes Motiv hinter der Tat oder kann der junge Kurde alle täuschen?
    Ruths Tochter ist fast genau in dem Alter, in dem auch Derya war. Deshalb geht die Ermordung Ruth sehr nahe. Das macht die Hauptprotagonistin sehr sympathisch. Sie wirkt überhaupt sehr glaubhaft und authentisch. Denn Ruth Holländer ist keine typische Heldin, sondern eine ganz normale Frau, die mit Alltagsproblemen zu kämpfen hat. Diese Probleme bilden eine gelungene Hintergrundkulisse. Sie drängen sich nicht zu sehr in den Vordergrund der Handlung, dennoch hat man das Gefühl, Ruth dadurch genauer kennenzulernen und ihr Handeln und Denken besser zu verstehen.
    "Unschuldslamm" ist ein eher ruhiger Krimi, den man aber dennoch voller Interesse verfolgt. Durch die Beschreibungen der Autorin hat man das Gefühl direkt dabei zu sein und alles mitzuerleben. Die Hauptprotagonistin wirkt sehr lebendig. Die Handlung baut sich langsam und glaubhaft auf, sodass man keinen Moment den Eindruck hat, dass die Erzählung zu konstruiert wirkt.
    Ich habe mich beim Lesen sehr gut unterhalten und warte gespannt auf die nächsten Verhandlungen, in denen Ruth Holländer als Schöffin eingesetzt wird.
    Weiterlesen
  • Rezension zu Unschuldslamm

    "Unschuldslamm" von Judith Arendt der erste Roman der "Ruth Holländer"-Buchserie und ist im Januar 2014 beim Ullstein-Taschenbuchverlag erschienen. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in der Nähe von München.
    Hauptprotagonisten Ruth Holländer ist 50 Jahre alt und Alleinerziehende Mutter zweier fast erwachsener Kinder. Nach der Trennung von ihrem Mann hat sie sich den Traum eines kleinen französischen Bistros mitten in Berlin erfüllt.
    Derya, eine kurdische Mitschülerin ihrer Tochter Zoe, wurde vor einigen Monaten grausam ermordet. Der Täter scheint festzustehen. Nun kommt es zum Prozess, in dem der ältere Bruder des Opfers angeklagt wird, seine Schwester aus religiösen Motiven ermordet zu haben. Doch für Ruth erscheint der Fall nicht schlüssig und sie zweifelt an der Schuld des Angeklagten. Ihr erster Schöffen-Fall wird für sie somit zur nervlichen und emotionalen Zerreißprobe.
    Die 320 Seiten sind in überschaubar kurze Kapitel gegliedert, die aus unterschiedlichen Perspektiven geschrieben sind und lassen sich sehr flüssig lesen.
    Aus Sicht von Ruth geht es meistens um die Gerichtsverhandlungen, aber auch um ihr Privatleben. Trotz eigenem Bistro schafft sie eine gute Ballance zwischen Arbeit und Familie. Manche Abschnitte sind aus Sicht von Vali geschrieben, dem Freund des Opfers, der um seine große Liebe trauert und in seiner Familie alles andere als glücklich ist. Da seine Eltern mit anderen Dingen beschöftigt zu sein scheinen, kümmert er sich für einen Jungen seines Alters rührend um seinen kleinen Bruder. Hier und da taucht der Leser ab in die Vergangenheit und erfährt nach und nach, wie Derya ihre letzten Tage ihres viel zu kurzen Lebens verbracht hat. Aufgrund dieser Abschnitte stellt man immer wieder neue Theorien auf, was sich vor ihrem Tod abgespielt haben könnte.
    Ich finde es toll, wie die Autorin mit diesem Buch das Krimi-Genre aus einem neuen Blickwinkel erzählt. Einen Krimi aus der Perspektive eines Schöffen ist zumindest mir noch nicht untergekommen. Auf diese Art und Weise lernt man quasi noch etwas zum Justizwesen des eigenen Landes. Schön hätte ich noch gefunden, wenn die Autorin noch etwas weiter ausgeholt hätte, was das Amt des Schöffen angeht. Wie wird man Schöffe? Bewirbt man sich dafür und muss dann quasi ausgelost werden? Im Buch erhält Ruth eines Tages einen Brief, in dem sie zur Schöffin ernannt und einem speziellen Fall zugeteilt wird. Aber irgendwie muss das Gericht ja auf sie gekommen sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Ruth sich dafür mal beworben hat. Dafür wirkte sie auf mich zu überrascht.
    Die Integration ausländischer Kulturen in Deutschland, insbesondere die Zwangsheirat ist schon vielfach diskutiert worden. Aber trotz nach außen hin moderner Lebensweisen, scheint es doch in vielen in Deutschland lebenden Familien noch Gang und Gebe zu sein. Ich finde diese Tradition furchtbar und hoffe, dass Mädchen mit deutscher Staatsbürgerschaft irgendwann gesetzliche Unterstützung erhalten, um sich gegen diese Vorgehensweise wehren zu können.
    Das Buch zieht den Leser förmlich in seinen Bann. Auch ohne viel Blutvergießen und Brutalität schafft es die Autorin die Spannung in diesem Buch zum Ende hin immer mehr zu steigern, so dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen mag.
    Für mich ist "Unschuldslamm" ein absoluter Pageturner und ein großartiger Serienauftakt und ich hoffe, dass Judith Arendt uns nicht lange auf einen Nachfolger warten lässt.
    Von mir gibt's .
    Weiterlesen
  • Rezension zu Unschuldslamm

    Deiner sehr schön geschriebenen und aussagekräftigen Rezi ist außer meiner persönlichen Meinung nichts mehr hinzuzufügen, €nigma
    Ich bin heute mit dem Buch fertig geworden und wären mir die Feiertage und damit einhergehende Verabredungen und Vorbereitungen nicht "dazwischen gekommen", wäre ich sicher eher damit fertig geworden Ich fand das Buch von der ersten bis zur letzten Seite unglaublich spannend, sehr interessant und aber auch stellenweise ziemlich erschütternd.
    Ruth war mir schon in der Leseprobe sehr sympathisch geworden. Sie schlägt sich als alleinerziehende Mutter mit eigenem Bistro und den "ganz normalen Alltagssorgen und Problemen" durch´s Leben, bis die Tatsache, dass sie zur Schöffin bestimmt wurde, ihr Leben durcheinander bringt. Anfangs ist Ruth alles andere, als begeistert, Schöffin zu sein, doch im Laufe des Prozesses lässt sie die Sache nicht mehr los, so dass sie selbst Dinge hinterfragt und eben auch oft das Geschehene nah an sich heran lässt.
    Die einzelnen Kapitel fand ich von der Länge sehr angenehmen zu lesen, auch der direkte Einstieg in die Kapitel fiel mir leicht, da sie jeweils mit Ort und Datum versehen sind.
    Ich fand die Prozesstage, für mich als Laie, sehr verständlich geschrieben, so dass hier in keiner Weise Langeweile aufkam; ganz im Gegenteil, ich habe mit jedem Kapitel gehofft, dass sich die tragische Geschichte um Derya und ihren Bruder Araz aufklärt.
    Ich habe bis zum Schluss nicht gewusst, wer Derya umgebracht hat. Ich hatte zwar immer mal eine Vermutung, die Autorin hat es jedoch erfolgreich geschafft, mich immer wieder auf eine andere Fährte zu schicken
    Mir hat das Buch durch und durch gut gefallen. Man bekommt sowohl einen sehr klaren Einblick in das Leben von Ruth, wie aber auch in den "Prozessalltag" am Gericht. Ein Buch, in dem es um Schöffenarbeit geht, habe ich bisher noch nicht gelesen gehabt und fand dies sehr interessant.
    Ich würde das Buch auch eher als einen Kriminalroman einstufen, was aber keineswegs negativ gemeint ist.
    Mir hat das Buch meinen Lesejahresabschluss unheimlich versüßt, denn ich habe dem Buch volle 5 Sterne gegeben, da es mich, wie gesagt, von Anfangs bis Ende gut unterhalten hat, ich gern wissen wollte, wie es weiter geht bzw. ausgeht und da ich die Personen im Buch alle klar vor Augen hatte beim lesen.
    Um es abschließend kurz zu machen: Spannend, interessant, realitätsnah, leicht und verständlich geschrieben und zu keiner Zeit langweilig .
    Weiterlesen
  • Rezension zu Unschuldslamm

    Kurzbeschreibung (Quelle: amazon)
    Ruth Holländer kann sich nicht beklagen: Die Scheidung ist durch, der Sohn aus dem Haus, und die 16-jährige Tochter pubertiert fast nicht mehr. Auch Ruths französisches Bistro läuft erfreulich gut. Aber dann kommt ein Bescheid vom Amtsgericht: Zu ihrem Entsetzen wird Ruth zur Schöffin berufen. Sie muss in einem Mordfall beisitzen. Schon bald hegt sie Zweifel an der Schuld des Hauptangeklagten: Hat der junge Mann wirklich seine Schwester getötet? Ruth beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Und schon nach den ersten Fragen im Umfeld des vermeintlichen Mörders wird ihr klar, dass sie mitten im gefährlichsten Abenteuer ihres Lebens gelandet ist ...
    Autorin (Quelle: amazon)
    Judith Arendt ist das Pseudonym einer erfolgreichen Krimi-Autorin. Sie schreibt gelegentlich Drehbücher für deutsche Fernsehserien und sieht umso lieber amerikanische. Ihre Leidenschaft gilt dem Kriminalroman, insbesondere dem skandinavischen und britischen. Judith Arendt lebt mit ihrer Familie seit einigen Jahren in der Nähe von München.
    Allgemeines
    Erscheinungstermin: 4. Januar 2014 im Ullstein Verlag, Taschenbuch mit 320 Seiten
    Die Kapitel sind nicht nummeriert, sondern jeweils mit Handlungsort und -zeit überschrieben.
    Erzählung in der dritten Person aus der Perspektive der Protagonistin
    Zum Inhalt
    Die Berlinerin Ruth Holländer ist knapp 50 Jahre alt, seit zehn Jahren geschieden und Mutter des zwanzigjährigen Lukas und der sechzehnjährigen Annika. Der Sohn studiert und ist bereits ausgezogen, die Tochter besucht das Gymnasium und hat ihre Pubertät größtenteils hinter sich, sodass sich das Zusammenleben von Ruth und Annika meistens problemlos gestaltet. Ruth betreibt als Selbstständige mit ihrer Freundin Jamila ein sehr gut gehendes französisches Bistro und ist mit ihrem Leben ziemlich zufrieden, als sie plötzlich die Aufforderung erhält, sich dem Gericht als Schöffin zur Verfügung zu stellen. Dieser Verpflichtung kommt sie zunächst nur unwillig nach, dann wird sie jedoch vom verhandelten Mordfall so gefesselt, dass sie sich immer intensiver mit den Umständen des Verbrechens beschäftigt.
    Verhandelt wird der brutale Mord an der sechzehnjährigen in Berlin aufgewachsenen Kurdin Derya Demizgül. Das junge Mädchen, das einen westlichen Lebensstil pflegte und einen deutschen Freund hatte, war mit 21 Messerstichen grausam abgeschlachtet worden. Als Angeklagter steht ihr sechs Jahre älterer Bruder Aras vor Gericht, als Motiv für die Tat wird ein "Ehrenmord" vermutet, obwohl die Familie Demizgül einen sehr gut in Deutschland integrierten und liberalen Eindruck macht.
    Aras verweigert zunächst die Aussage, vor Gericht geht es nun darum, den Ereignissen der Mordnacht anhand zahlreicher Zeugenaussagen auf den Grund zu gehen. Ruth Holländer, die selbst zwei Kinder im Alter der Demizgül-Kinder hat, ist emotional stark involviert und kann sich nicht vorstellen, dass dieser sympathische junge Mann seine Schwester getötet haben soll...
    Persönliche Beurteilung
    Obwohl es in diesem Roman um einen blutigen Mord geht, handelt es sich bei "Unschuldslamm" nicht um einen Thriller. Auch als Krimi ist das Buch eher als "ruhig" einzustufen. In erster Linie wird das Leben der bisher juristisch völlig unerfahrenen Ruth Holländer beleuchtet, die eher widerwillig in Kontakt zur Justiz tritt, sich dann aber sehr betroffen fühlt und entsprechend engagiert. Es kommen keine brutalen Szenen vor, auch der Mord wird im Rückblick recht sachlich geschildert.
    Die Kapitel sind sehr unterschiedlich gestaltet, teilweise beinhalten sie eine fortlaufende Schilderung aus Ruths Leben und dem Prozess, teilweise präsentieren sie Verhöre oder Verhörprotokolle, dazwischen sind rückblickende Kapitel eingeschoben, die sich mit den Ereignissen im Vorfeld der Mordnacht befassen und es dem Leser ermöglichen, eigene Theorien zu entwickeln. Aufgrund dieses Perspektivwechsels bietet der Roman viel Abwechslung und lässt sich rasch lesen, der authentische Sprachstil verleiht dem Leser den Eindruck, selbst bei den geschilderten Vorfällen anwesend zu sein.
    Es gelingt der Autorin, durch eine gelungene Ausarbeitung der Charaktere ihrer Romanfiguren und die realitätsnahe Konstruktion der Romanhandlung den Leser gefühlsmäßig anzusprechen, sodass er sich mit den Romanfiguren identifizieren kann.
    Fazit
    Eher ein Roman als ein Krimi oder gar Thriller, besticht "Unschuldslamm" durch die ungewöhnliche Perspektive mit einer Schöffin als Hauptfigur. Empfehlenswert für Freunde ruhiger Krimis mit "gesellschaftskritischer" Thematik.
    Weiterlesen

Ausgaben von Unschuldslamm

Taschenbuch

Seitenzahl: 320

E-Book

Seitenzahl: 318

Besitzer des Buches 33

Update: