Pour seul cortège

Buch von Laurent Gaude

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Pour seul cortège

    Original : Französisch, 2012
    INHALT :
    Inmitten eines Festgelages bricht in Babylon Alexander (der Große) zusammen und wird vom Fieber gepackt. Seine Generäle drängen sich um ihn, besorgt um ein mögliches Ende des Imperiums, aber auch schon in den Hintergründen sich um das mögiche Erbe streitend. Nach dem lange sich hinstreckenden Sterben werden sie einander den Leichnam streitig machen.
    Gleichzeitig ist von den « Enden der Welt » ein einstmals ausgesandter, seltsamer und naher Vertrauter Alexanders auf dem Rückweg mit einer Nachricht.
    Und eine junge Frau königlichen Blutes, Tochter Darius', Frau eines gefallenen Mitkämpfers des Makedoniers, Schwester seiner Frau, wird aus ihrem Rückszugsort in einem Tempel Indiens zurück an die Seite Alexanders gezogen.
    Wohin zieht es Alexander ? Was passiert in seinen letzten Stunden, aber auch nach seinem Tode, mit seinem « Geist » ? Wie werden sich einzelne Gestalten dazu halten ? Wohin führt der « letzte Weg, das letzte Geleit » ?
    (Quelle : auf Inhaltsbeschreibung von »Actes Sud » aufbauend ; von mir übersetzt, gestrafft und erweitert)
    BEMERKUNGEN :
    Innerhalb der 11 Kapitel sind die Abschnitte verschiedenen Erzählsträngen (meistens drei) zugeordnet, mal aus der Sicht eines allwissenden Erzählers, mal als innerer Monolog. Anfänglich sehen wir, wie oben angedeutet, Alexander mit seinen wichtigsten Generälen und Waffenfreunden bei einem unmäßigen, endlosen Festgelage in Babylon. Dazu dann parallel Drypteis, seine Schwägerin und die Frau seines besten Freundes Ericleops (der inzwischen verstorben ist) in einem abgelegenen indischen Kloster als auch einen seltsamen « Geist », der auf dem Rückweg von einem Auftrag an die äußersten « Enden der Welt« kommt, wo er bei sagenumworbenen Königen im Namen Alexanders vorgesprochen hatte.
    So tut sich uns hier ein Roman auf, den einige als « historischen » bezeichnen würden, aber doch viele mythische und epische Elemente trägt, wie wir es teils von anderen Büchern des französischen Autors schon gewohnt sind. Er beschränkt sich auf die Sterbenszeit Alexanders ( 356-323) und die ersten Wochen (?) danach, den Kampf um seinen autoritätsstiftenden Leichnam. Diese Menschen und dann auch teils die Gruppen um sie herum, sind unterwegs und auf letzten Wegen : Alexander gleitet (etwas langsam?) in den Tod, Drypteis ist über Persepolis (ihrem Heimatort als eine der Töchter des ehemaligen Feindes Darius) mit ihrer Großmutter als Todesansagerin auf dem Weg zu Alexander und der Geist des mysteriösen Reiters spricht auf seiner Rückreise zu Alexander und seinen verrückten Träumen. Dabei finden wir immer wieder auch historische Elemente und Personen wieder. So las ich interessehalber zum Beispiel nochmals zum eigenen Verständnis und Auffrischung des Geschichtsunterrichts etwas weiter. ZB hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_der_Gro%C3%9Fe
    Dabei sind die (mindestens) drei Erzählebenen manchmal zeitlich leicht verschoben ; man ist nicht ganz im Klaren, inwieweit sie stets genau parallel sind oder aber etwas versetzt. Wir finden wenige Hinweise auf Dauer, Anzahl der Tage etc, so dass manches schon eher abgerückt erscheint. Und es ist dabei nicht nur die Zeit : auch die Grenzen zwischen Tod und Leben verwischen und Tote und Lebende stehen im Dialog.
    Wo ist nach dem Tode Alexanders wahre Loyalität oder purer Machtwille ? Was treibt uns voran ? Wie wird der Tote schnell zu einem Machtfaktor für denjenigen, der über dessen Leichnam verfügt ? Wo würde sich aber Alexander selber wohl « zuhause » gefühlt haben ? Wäre sein unbändiger Eroberungswille – wie gewünscht – weiter über die östlichen Grenzen gegangen ? Dementsprechend : wohin führt das so genannte letzte Geleit ?
    Der Autor holt auf teils epische, mythische Weise weit aus (am Ende des Buches gibt es eine Szene, die sogar an « Der Herr der Ringe » erinnert...), wird trotz der Kürze des Romans gerade in der ersten Hälfte etwas zu lang (der arme Alexander hört gar nicht auf zu sterben...) und manchmal leicht undurchschaubar in der Vernetzung von Personen, Lebenden und Toten. Doch genau das mag auch den Reiz ausmachen. Ich fand das Buch nicht so überragend wie « Die Sonne der Scorta », aber für die Liebhaber des Werkes von Gaudé sicherlich ebenfalls eine Entdeckung wert.
    Das gerade erst auf Französisch erschienene Buch ist noch nicht auf Deutsch übersetzt worden. Das wird doch wohl noch kommen?!
    AUTOR :
    Laurent Gaudé wurde 1972 in Paris geboren, ist ein französischer Schriftsteller, der 2002 den Prix Goncourt des lycéens, und 2004 den Prix Goncourt für « Die Sonne der Scorta » erhalten hat, seinem wohl erfolgreichsten Buch.
    Broché: 176 pages
    Editeur : Actes Sud Editions (22 août 2012)
    Collection : Domaine français
    Langue : Français
    ISBN-10: 2330012608
    ISBN-13: 978-2330012601
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Besitzer des Buches 1

  • Mitglied seit 30. März 2006
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