Die Sonnenposition

Buch von Marion Poschmann

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Die Sonnenposition

Der rundliche Rheinländer Altfried Janich findet nach der Wiedervereinigung eine Stelle im »Ostschloss«, einem heruntergekommenen Barockbau, der neuerdings eine psychiatrische Anstalt beherbergt. Hier hält er es für seine Aufgabe, seinen Patienten gegenüber die Sonnenposition einzunehmen, ihnen Orientierung und eine Quelle des Trostes zu sein. Als sein Freund Odilo durch einen rätselhaften Autounfall zu Tode kommt, gerät er selbst auf die Nachtseite der Dinge. Tagsüber rücken ihm die Patienten zu nahe, nachts geistert er durch die Säle, es bedrängen ihn Erinnerungen, und auch seine Familiengeschichte mit ihren Verlusten holt ihn ein. Altfrieds ganzes bisheriges Leben scheint auf die Situation im Schloss zuzulaufen: Alle Geschichten enden hier, und bald stellt sich die Gewissheit ein, dass er aus dem Schloss nicht mehr wegkommen wird. Marion Poschmanns lange erwartete neue Prosa ist ein Roman über Deutschland aus der Sicht der Kriegsenkel. Ein Roman über die Macht der Zeit, über Erinnerung und zeitlose Verbundenheit. Ein Roman über fragile Identitäten, über den schönen Schein und die Suche nach dem inneren Licht –funkelnd, glasklar und von subtiler Spannung.
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Bewertungen

Die Sonnenposition wurde insgesamt 2 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Die Sonnenposition

    Dem widerspreche ich. Mir ist dieses Buch nicht so vorgekommen, als seien hier großartige literarisch-philosophisch-metaphysisch-wertvolle Erkenntnisse in gelungener Weise verarbeitet worden. Ich empfand den Roman als bemüht, Eindruck zu schinden, in der Tiefe aber ziemlich hohl klingend. Nicht alle Metaphern erschienen mir als gut, einige künstlich und andere sogar als schlichtweg unpassend. Und das ist mir nur deshalb im Gedächtnis geblieben, weil ich eine private schriftliche Kommunikation darüber geführt hatte. Deine Empfehlung mit dem "Zeit nehmen zum Nachdenken" kommt mir deshalb ein bisschen pompös vor, @warmerSommerregen. Aber ich gebe zu, ein solches Geschwurbele habe ich auch schon zur Genüge hier im BT von mir gegeben, also sollte ich wohl nicht unbedingt mit Steinen werfen, wenn man im Glashaus sitzt (andererseits: ich hasse Glashäuser sowieso, da muss ich immer an diese bieder-spießigen vorstädtischen Wintergärten denken - also: nieder mit den Glashäusern! ).
    Es ist wohl eher so, dass man sich sehr leicht zu Lobeshymnen hinreißen lässt, ich aber feststellen muss, dass mich der maßlose Gebrauch von Lobeshymnen so was von abgestumpft hat - diese Lobeshymnen werden von so vielen Benutzern hier und bei amazon.de und auf so vielen anderen Webseiten gesungen, dass sie auf mich mittlerweile nur noch wie stumpfsinnig-schrille kakophonische Kritzeleien auf mich wirken - was ich sagen will, @warmerSommerregen, dass meine Kritik hier nicht gegen Dich geht, sondern gegen diesen fortwährenden Bücher-Lobhudel-Tsunami, der das weltweite Netz gnadenlos und dauerhaft zu überschwemmen scheint, und den ich selbst auch schon oft genug hoch geschaukelt habe, wie ich zugeben muss. Aber die Aussagekraft der einzelnen Rezensionen reduziert sich eigenständig dadurch logischerweise so weit, dass sie mittlerweile schon auf Null zugeht, bei einigen "Rezensenten" deutlich mehr als bei anderen.
    Auch muss ich klipp und klar sagen, dass die Nominierung für oder die Auszeichnung mit einem literarischen Preis noch lange keine Garantie für gute Literatur sein kann, denn hier in Deutschland werden jedes Jahr so viele literarische Auszeichnungen und noch mehr Nominierungen ausgegeben, dass Deutschland das Land der absoluten literarischen Superlative sein müsste, wenn jedes einzelne Buch aus diesen Reihen wirklich zur guten Literatur zählen würde. Und wir wissen, dass Deutschland bzw. deutschsprachige Literatur diesem Kriterium überhaupt nicht und keinesfalls standhält. Wenig genug kommt unter der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur zum Vorschein, das das Zeug hat, dem Laufe der Jahre tatsächlich standzuhalten und eine gewisse dauerhafte künstlerisch-literarische Gültigkeit vorweisen zu können.
    Was mir allerdings lieb wäre, wäre vor Eröffnen eines Rezensionsthreads einmal die Suchfunktion zu benutzen: Zu Marion Poschmanns Die Sonnenposition gab es bereits einen Rezensionsthread von @Conor vom 29.09.2013 - so einen kann man suchen, seinen eigenen Beitrag daran ansetzen und damit den Mods hier die Arbeit des Zusammenlegens und anderen Nutzern die Arbeit nach dem Suchen des ursprünglichen Threads ersparen. Dummerweise taucht der ursprüngliche Rezensionsthread nach einem zusätzlichen Rezensionsthread nämlich nicht mehr in den Suchergebnissen der Rezensionssuche auf, was die Suche manchmal ein bisschen erschwert. Danke im Voraus für die Berücksichtigung.
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  • Rezension zu Die Sonnenposition

    Poetische Sprache, vielschichtige Charaktere und ein faszinierender Blick in die Vergangangenheit!
    Der 32jährige rundliche Rheinländer Altfried Janich ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Nach der Wiedervereinigung findet er eine Anstellung im Ostschloss, welches ein alter und heruntergekommener Barockbau ist, der nun als psychiatrische Anstalt dient.
    Dort sieht er es als seine Aufgabe an, den Patienten Orientierung zu schenken und für sie die Sonnenposition einzunehmen. Doch nach dem rätselhaften Autounfall seines Freundes Odilo, bei dem dieser tödlich verunglückt, beginnt Altfried auf die Nachtseite der Dinge zu geraten. Er kann die Nächte über nicht schlafen, geisert durch die Gänge, denn erwohnt in dem Ostschloss. Er fühlt sich von den Patienten bedrängt und bemerkt den Zerfall des Gebäudes. Es werden auch ein paar Patienten und deren Geschichten vorgestellt, zum Beispiel die zweifache Mutter, die nun ihre Schwangerschaften verheimlicht und ihre gerade geborenen Kinder ertränkt, erfriert oder stranguliert.. Oder auch den Mann, der alles mindestens in doppelter Ausführung besitzen muss, damit er, falls das eine Produkt kaputt geht, sofortigen Ersatz hat und nicht Angst haben muss, dass sein Gerät oder Kleidungsstück nicht mehr zu haben ist.
    Altfried denkt nach und nach immer mehr über seine eigene Vergangenheit nach, auch daran, wie er Odilo kennen lernte. Er erinnert sich an Odilo, den erfolgreichen Freund, der im Labor arbeitete, an Biolumineszenz forschte und versuchte, per Genmanipulation Mäuse leuchten zu lassen.
    Doch was Altfried zunächst verwundert ist, dass seine Schwester Mila von dem Tod Odilos ebenfalls betroffen ist und als er von ihrer Beziehung erfährt, weiß er zunächst nicht, wie er damit umgehen soll.
    Altfried wundert sich, was Odilo ihm bedeutet hat. Schließlich war dieser kein richtiger Freund, oder etwa doch? Es war schwieig, Odilo nahe zu sein.. Er war konservativ und verklemmt, er war Karrietist und Einzelkind..
    Nach und nach beginnt Altfried zu verstehen, die Erinnerungen führen in das Schloss und er beginnt sich sicher zu sein, nie mehr aus dem Schloss heraus zu kommen.
    Marion Poschmann, die Germanistik, Philosophie und Slawistik studierte, hat mit ihrem Roman “Die Sonnenposition” ein außergewöhnliches Werk geschaffen. Poetisch beschreibt sie Altfrieds Gefühle, sodass man sie sehr gut nachvollziehen, ja, nachfühlen kann. Die Beschreibungen des Ostschlosses und der Patienten haben mich sehr beeindruckt. Auch wie sie die verschiedenen Handlungen und Personen miteinander verwoben hat, war für mich sehr faszinierend. Auch, wie der Umgang mit den Insassen beschrieben wird, war sehr interessant für mich. Odilos Experimente mit Biolumineszenz konnten auch meine Neugierde wecken und ich bleibe beeindruckt zurück, von dieser poetischen Sprache, dieser Art sich auszudrücken und die vielschichtigen Charaktere mit
    Leben zu füllen.
    Es hieß, dieses Buch würde von der Macht der Zeit, der Erinnerung und der zeitlosen Verbundenheit, sowie über fragile Identitäten, den schönen Schein und der Suche nach dem innreren Licht berichten. Dieses Versprechen wurde gehalten!
    Ich kann dieses Buch wirklich weiterempfehlen, nur sollte man sich beim Lesen Zeit nehmen, um die Sprache, die Metaphern und Vergleiche und eingeflochtenen Theorien, zum Beispiel zu Ort und Zeit, wirklich verstehen und über sie nachdenken zu können. Denn dieses Buch regt zum Nachdenken an und lässt den Leser lange nicht los.
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Ausgaben von Die Sonnenposition

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 337

E-Book

Seitenzahl: 344

Besitzer des Buches 3

  • Mitglied seit 5. Oktober 2008
  • Mitglied seit 15. Februar 2011
  • Mitglied seit 31. Dezember 2008
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