Das Diamantenmädchen

Buch von Ewald Arenz

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Das Diamantenmädchen

Berlin in den 20er Jahren: Die lebenslustige Lilli will endlich die Trauer über ihren im Krieg vermissten Bruder hinter sich lassen und flieht in die pulsierende Hauptstadt. Hier macht sie bald als Journalistin erste Karriereschritte. Bei einem Abendessen lernt sie einen Staatssekretär kennen, der sie um ihre Hilfe bittet: Er sucht einen erstklassigen Diamantenschleifer. Die Regierung will mit dem verdeckten Verkauf von Diamanten die Reparationszahlungen der Alliierten umgehen. Lilli empfiehlt ihm ihre Jugendliebe Paul. Während Lilli eine Artikelserie über diese allseits begehrten Steine schreibt, findet die Polizei neben einem Mordopfer einen Rohdiamanten. Die Ermittlungen führen schnell auch zu Lilli und Paul
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Bewertungen

Das Diamantenmädchen wurde insgesamt 3 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,2 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Das Diamantenmädchen

    neue Hardcover-Ausgabe
    Inhalt:
    Lilli Kornfeld nimmt als Journalistin an einer Pressekonferenz teil. Der König des Irak ist in Berlin als Vertreter seines 1920 gerade erst gegründeten jungen Staats zu Gast. "Fräulein Kornfeld", 1899 geboren und als Tochter eines Bankiers in bürgerlichem Wohlstand aufgewachsen, hat die Inflation nach dem Ersten Weltkrieg zwar miterlebt, wirkt von den Folgen jedoch wenig betroffen. Lilli arbeitet bei der B.I.Z., der Berliner Illustrirten Zeitung des Ullstein Verlags. Sie fährt Auto und bewegt sich gewandt auf dem diplomatischem Parkett. Berlin zeigt sich Lilli im Moment des Pressetermins hektisch, Lilli fühlt sich zwischen Spannung und Melancholie hin und her gerissen. Im Anschluss an den dienstlichen Termin sucht Carl von Schubert, Staatsekretär im Außenministerium, Kontakt zu Lilli. Der Diplomat benötigt - streng vertraulich - die Dienste eines Diamantenschleifers und ist offenbar bestens über Lillis private Kontake informiert. Die junge Republik verfügt vermutlich über Vermögenswerte, die im Staatshaushalt nicht auftauchen sollen, um Begehrlichkeiten der Siegerstaaten auf höhere Reparationszahlungen zu vermeiden. Von Schubert ist eine historische Person (*1882-1947) und hatte die Position im Außenministerium zwischen 1924 und 1930 inne. Das Thema Diamanten regt Lilli an, ihren Chefredakteur zu einer Artikel-Serie für die B.I.Z. über Diamanten zu überreden. Den historischen Hintergrund zum Thema Diamanten (Diamantenfunde in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwest, Präsenz russischer Adliger, die als Emigranten in Berlin leben und kostbaren Schmuck mitgebracht haben) präsentiert der Autor seinen Lesern im Verlauf der Handlung fesselnd und gut rechercheirt.
    Parallel zu Lillis Erlebnissen folgen wir den Ermittlern Schambacher und Togotzes an den Fundort eines Toten. Der Mann ist Schwarzer, was in der damaligen Zeit nicht ungewöhnlich war, wie sich im Laufe der Ermittlungen herausstellen wird. An der Kleidung des Toten wird ein Rohdiamant in charakteristischer Form entdeckt. Die Ermittler haben als eingespieltes Team nach dem System Guter Bulle/böser Bulle mit bisher großem Ermittlungs-Erfolg die Rollen des distinguierten Juristen und des Mannes mit der Berliner Schnauze unter sich aufgeteilt. Schambacher sucht nun nach dem Riss in der Mauer, der den Fall für ihn und die Kollegen bröckeln lässt. Der gefundene Rohdiamant sollte die Fahnder bald zum Täter führen, da es nur drei Exemplare davon gibt. Drei Diamanten, drei Personen, die aktuell das Thema Diamanten bewegt - Lillis, Pauls und Schambachers Wege kreuzen sich.
    Rückblenden führen in Lillis Kornblums Kindheit und Schulzeit. Mit ihrem älteren Bruder Wilhelm und dessen Freund Paul verband Lilli damals ein enges Verhältnis. Paul van Laans Großvater arbeitete als Diamantenschleifer. Lilli liebte die Geschichten, die in der Familie ihres Jugendfreundes von berühmten Diamanten erzählt wurden, und verfiel damals schon dem Zauber der Edelsteine. Seit Wilhelm nach dem letzten Gefecht, an dem er mit Freund Paul im Ersten Weltkrieg gemeinsam teilnahm, vermisst wird, ist das Verhältnis zwischen Paul und Lilli gespannt. Das Schweigen zwischen den Jugendfreunden, das Gefühl , "als ob man nie wieder etwas Schönes machen könnte" (S. 78) schildert Ewald Arenz sehr eindringlich.
    Schon die erste Szene des Buches, in der eine zu dem Zeitpunkt noch unbekannte Person ihre Eindrücke schildert, weckte meine Neugier, welche Persönlichkeit da so exakt beobachtet. Lilli verbindet mit jeder Situation einen charakteristischen Geruch oder die besondere Stimmung einer Jahreszeit. "Das Wetter" zu Beginn jeder Szene wirkt in der Häufung wie eine Überdosis Puderzucker; einfach typisch für Lilli. Die junge Frau strukturiert ihre Eindrücke, sortiert Privates und Dienstliches auseinander, über das sie einen Artikel schreiben könnte. Ebenso klar nimmt Lilli Kornfeld den vollzogenen Schnitt zwischen Kaiserreich und Republik wahr. Besonders gut gelungen ist Ewald Arenz die Atmosphäre an den Arbeitsplätzen Lillis und Schambachers (in der Redaktion im Ullsteinhaus und im Polizeipräsidium am Alexanderplatz). Die Zeit, als es noch nach Farbbändern, Druckfarbe und Zeitung roch, wird in seinen Schilderungen wieder lebendig. Kopfzerbrechen hat mir der Autor bei der zeitlichen Einordnung der Ereignisse bereitet, als er Schambacher im Kaufhaus Hertie einkaufen lässt (Seite 40). Da die Handlung deutlich vor 1930 spielt und die Kaufhäuser der Familie Tietz erst nach der "Arisierung" so genannt wurden, passte die Bezeichnung nicht zum historischen Hintergrund.
    Fazit:
    Im Mittelpunkt des Romans um einen Mord und um kostbare Diamanten steht die junge Journalistin Lilli. Das Lebensgefühl im Berlin der 20er zwischen Aufbruch und Melancholie, die Wirkung des Ersten Weltkriegs bis in die privaten Beziehungen hinein erweckt Ewald Arenz gekonnt zum Leben. Sein Buch hat mich bis zur letzten Seite ausgezeichnet unterhalten.
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  • Rezension zu Das Diamantenmädchen

    Inhalt (Cover):
    Lili, ihr BruderWilhelm und Nachbarssohn Paul - als Kinder waren sie unzertrennlich. Doch längst ist das Kleeblatt zerbrochen: Nach dem Ersten Weltkrieg gilt Wilhelm als vermisst, Paul vergräbt sich in der Diamantenschleifwerkstatt seines Großvaters und die lebenslustige Lili macht als Journalistin erste Karriereschritte. Bei einem Essen lernt sie Staatssekretär Carl von Schubert kennen - ein folgenreiches Zusammentreffen, denn schon bald darauf bittet die deutsche Reichsregierung Lili um ihre Unterstützung. Von Schubert sucht einen erstklassigen Schleifer. Die Staatskasse soll gefüllt werden, mit dem verdeckten Verkauf von Diamanten will man die Reparationsforderungen der Alliierten umgehen. Zur gleichen Zeit wird ein ermordeter, schwarzer Jazzmusiker aufgefunden, neben der Leiche liegt ein Rohdiamant. Zufall? Die Kommissare Schambacher und Togotzes nehmen die Ermittlungen auf: Beim Diamantenmädchen Lili laufen alle Fäden zusammen........
    Autor:
    Ewald Arenz, geboren 1965 in Nürnberg, studierte in Erlangen Anglistik und Amerikanistik sowie Geschichte. Seit Beginn der Neunziger ist er publizistisch tätig und hat einige Romane veröffentlicht. Seine Werke wurden mehrfach ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Familie in Fürth.
    Bisher erschienen: Der Duft von Schokolade, Der Teezauberer, Ehrlich und Söhne, Die Erfindung des Gustav Lichtenberg
    Meine Meinung u. Bewertung:
    Berlin kurz nach dem Ersten Weltkrieg: Arenz schafft es das Feeling der Zwanziger Jahre wieder hervorzuholen. Auch die Welt der Diamanten verbreitet ihr verführerisches Funkeln.
    Lili, ein aufgewecktes Persönchen, versucht sich als Journalistin zu beweisen. Nachdem Carl von Schubert sie um ihre Mithilfe bittet, sieht sie Paul zum ersten Mal wieder. Die alte Vertrautheit erwacht erneut und beginnt sich zu festigen bis Paul unter Verdacht gerät. Ist er wirklich noch der den sie vor dem Krieg kannte? Ihr Gefühl sagt ja, aber ihr Verstand zweifelt.
    Viel Zeitgefühl, , Charme, Spannung, die ein Geheimnis birgt und das in einer lebendig, flüssigen, schnörkellosen Sprache, Roman und Krimi verbindend. So kenne ich den Autor auch aus früheren Büchern. Ein Garant für fesselnde, gute Unterhaltung.
    Nicht nötig noch mehr zu verraten.
    Liebe Grüsse
    Wirbelwind
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Ausgaben von Das Diamantenmädchen

Taschenbuch

Seitenzahl: 320

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 316

E-Book

Seitenzahl: 348

Besitzer des Buches 9

Update:

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