Der Luftspringer

Buch von Axel Gora

Cover zum Buch Der Luftspringer

Titel: Der Luftspringer

3,3 von 5 Sternen bei 2 Bewertungen

Verlag: Gmeiner-Verlag

Format: E-Book

Seitenzahl: 341

ISBN: B00DJ0I4OM

Termin: August 2013

Aktion

Bewertungen

Der Luftspringer wurde insgesamt 2 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 3,3 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Der Luftspringer

    • 4. August 2013 um 18:30
    Zum Inhalt (Quelle: Verlagsseite)
    LUFT- UND SEITENSPRÜNGE Augsburg, 1570. Während Freiherr Marx Fugger von der Lilie ein rauschendes Fest feiert, gibt sich seine Frau Gräfin Sybilla Fugger-Eberstein ihrem Liebhaber hin. Der Springer Arcangelo Tuccaro, der auf dem Fest seine Kunst vorführen soll, platzt unverhofft in den Ehebruch … Die fulminante Geschichte des historisch verbürgten Hofspringers Arcangelo Tuccaro beginnt in seiner Heimatstadt L’Aquila, führt vom Wiener Hof nach Augsburg und erlebt ihren Höhepunkt am Hofe König Karls IX. in Paris.
    Autor (Quelle Verlagsseite)
    Axel Gora, geboren 1963 in Bad Waldsee, Kreis Ravensburg, lebt und arbeitet heute in Augsburg. Seit seinem zehnten Lebensjahr betreibt er aktiv Budo, seit seinem sechzehnten Lebensjahr Zen. Nach Abitur und Lehre war er drei Jahre als Fremdgeschriebener Zimmergeselle auf traditioneller Walz in Frankreich, Spanien, Portugal, USA, Mexiko und Indien. Seit 1989 betreibt er in Augsburg eine Fachschule für japanische Kampfkünste. »Der Luftspringer« ist Axel Goras dritter Historischer Roman im Gmeiner-Verlag.
    Aufbau / Allgemeines
    Erscheinungstermin: 5.August 2013 im Gmeiner Verlag, Taschenbuch mit 341 Seiten
    Prolog, 17 jeweils in weitere Abschnitte unterteilte Kapitel, Epilog, Anmerkungen des Autors
    Erzählung in der dritten Person, fast ausschließlich aus der Perspektive der Titelfigur
    "Der Luftspringer" ist das dritte Buch einer Renaissancetrilogie, die unterschiedliche Protagonisten aufweist, sodass die Bücher problemlos einzeln gelesen werden können.
    Inhalt
    Die im Klappentext hervorgehobene Begebenheit macht nur einen sehr geringen Teil der Romanhandlung aus und auch die Elemente eines auf dem Cover angekündigten "historischen Kriminalromans" spielen eine untergeordnete Rolle. Stattdessen wird in diesem Roman das Leben des Berufsakrobaten Arcangelo Tuccaro (1535 - 1602) aus der italienischen Provinz L´Aquila, der es zu einer für einen "Gaukler" ungewöhnlichen Karriere brachte, geschildert.
    Arcangelo, von Freunden Gelo genannt, stammt aus einer Seilgeherfamilie. Als die Auftritte der Familie nicht mehr viele Schaulustige anlocken und die Einnahmen stetig zurückgehen, möchte er ein neues akrobatisches Repertoire einführen. Mit seinem Vater Andrea Tuccaro, der diesen Neuerungen abgeneigt ist, überwirft er sich und verlässt im Jahr 1565 seine Familie, um seinen eigenen Weg zu gehen.
    Auf der Wanderschaft begegnet er dem Philosophen Rufino Boconcello, bürgerlich Johann Konrad Kunstmacher, mit dem er fünf Jahre umherzieht, wobei Rufino quasi als sein Manager agiert und ihm außerdem eine für einen Gaukler außergewöhnliche Bildung angedeihen lässt. In Bozen erhält Gelo das Angebot, als Springer am Hof Kaiser Maximilians zu leben, wo er sich zum "Ersten Springer" hocharbeitet und insbesondere die Bewunderung der Kaisertochter Elisabeth erregt, die großes Interesse an seiner Kunst zeigt und sich von ihm im Turnen unterrichten lässt. Als Elisabeth nach Frankreich zieht, um den französischen König Karl IX zu heiraten, befindet sich auch Gelo im Tross. Auf der Reise wird unter Anderem in Augsburg Station gemacht, dort überrascht Gelo unglücklicherweise bei einer Feier im Fugger-Palast die Ehefrau des Gastgebers beim Ehebruch. Sie und ihr Liebhaber trachten danach, den störenden Zeugen zu beseitigen, jedoch ist er zunächst durch die Weiterreise nach Frankreich in Sicherheit...
    Gelos erklärtes Ziel ist es, als Erster den Salto Mortale zu springen, doch er hat mit Ängsten und Konzentrationsproblemen zu kämpfen. Bei diesem waghalsigen Unterfangen verletzt er sich schwer und wird vom kaiserlichen Leibarzt Girolamo Mercuriale (1530 - 1606) behandelt. Das Verhältnis zwischen diesen beiden Männern ist zwiespältig. Gelo hat Mercuriale schon vor ihrer persönlichen Bekanntschaft wegen dessen Buch "Artis gymnasticae..." bewundert, Mercuriale ist dagegen unangenehm berührt von der Tatsache, dass Gelo Bildung und Ambitionen hat, die seiner Meinung nach einem Gaukler nicht anstehen. Als Gelo plant, ein Buch über die Kunst des Luftspringens zu schreiben, spitzt sich der Konflikt der Männer zu.
    Persönliche Beurteilung
    Wie schon in seinem vorhergehenden Roman über Elias Holl, den Erbauer des Augsburger Rathauses, hat der Autor auch hier eine der Leserschaft weniger bekannte historische Persönlichkeit, die einem ungewöhnlichen Lebensweg folgte, als Protagonisten gewählt. Arcangelo Tuccaro begann seine Karriere als einfacher Seilgeher im Kreise der damals gesellschaftlich wenig angesehenen Gaukler, brachte es zum Saltarin du roi (königlicher Springer) am Hof des französichen Königs Karl IX und wurde zum Autor des ersten systematischen Buchs über das Bodenturnen, das 1574 unter dem Titel "Trois dialogues de l’exercise de sauter et voltiger en l’air" in Paris veröffentlicht wurde.
    Die Stationen seines Lebenswegs und die äußeren Umstände um die Reise der Kaisertochter Elisabeth sind gründlich recherchiert. Chronologische Änderungen, die der Autor zugunsten des Romankonzepts vorgenommen hat, erläutert er im Nachwort. Um einen Kriminalroman handelt es sich hier trotz des "Mordbegehrens" der ertappten Ehebrecher nicht, dementsprechend bleibt die Spannungskurve auf flachem Niveau. Dessen ungeachtet liegt der außergewöhnliche Reiz dieses ansprechenden historischen Romans in seiner unverbrauchten Thematik und den hochinteressanten Einblicken in das Leben der festangestellten höfischen Gaukler des 16.Jahrhunderts.
    Die Charakterisierung der Romanfiguren ist gut ausgearbeitet, der Leser kann sich in den Luftspringer und sein Ringen um den Mut zum potenziell tödlichen Salto Mortale gut hineinversetzen. Auch die Beziehungen zwischen und der Umgangston unter den Angehörigen der diversen Gesellschaftsschichten werden plausibel veranschaulicht.
    Der Erzählstil ist recht anspruchsvoll mit manchmal originellen grammatischen Konstruktionen und erfordert beim Leser eine gewisse Konzentration, zumal wiederholt fremdsprachige, meist französische Sätze eingeflochten werden.
    Ein Glossar der zahlreichen Romanfiguren hätte eine sinnvolle Ergänzung geboten.
    Fazit
    "Der Luftspringer" ist als fesselnder historischer Roman über den Turn- und Sprungakrobaten Arcangelo Tuccaro für Freunde anspruchsvollerer Kost sehr lesenswert. Wer nach der Beschreibung auf dem Cover einen Kriminalroman erwartet, wird weniger auf seine Kosten kommen.
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Ausgaben von Der Luftspringer

Taschenbuch

Cover zum Buch Der Luftspringer

Seitenzahl: 341

E-Book

Cover zum Buch Der Luftspringer

Seitenzahl: 341

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Update: 17. Oktober 2025 um 07:51