Das größere Wunder

Buch von Thomas Glavinic

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Das größere Wunder

Packend, klug, existenziell Jonas ist Tourist in einer Todeszone, er nimmt an einer Expedition zum Gipfel des Mount Everest teil. Während des qualvollen Aufstiegs hängt er seinen Erinnerungen nach. An seine wilde Kindheit, an das grausame Schicksal seines Bruders Mike, an seine endlosen Reisen nach Havanna, Tokio, Jerusalem und Oslo. Und schließlich an die magische Begegnung mit Marie, seiner großen Liebe, die sein ganzes Leben verändert hat. Thomas Glavinics Roman ist eine Expedition ins Ungewisse – ein unvergleichliches Buch, packend und verstörend zugleich, von einer enormen Suggestivkraft. Und ein Buch der Liebe.
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Serieninfos zu Das größere Wunder

Das größere Wunder ist der 3. Band der Jonas Reihe. Sie umfasst 4 Teile und startete im Jahr 2006. Der letzte bzw. neueste Teil der Serie stammt aus dem Jahr 2016.

Bewertungen

Das größere Wunder wurde insgesamt 10 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,1 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Das größere Wunder

    Inhalt (Quelle: Verlagsseite):
    Jonas ist Tourist in einer Todeszone, er nimmt an einer Expedition zum Gipfel des Mount Everest teil. Während des qualvollen Aufstiegs hängt er seinen Erinnerungen nach. An seine wilde Kindheit, an das grausame Schicksal seines Bruders Mike, an seine endlosen Reisen nach Havanna, Tokio, Jerusalem und Oslo. Und schließlich an die magische Begegnung mit Marie, seiner großen Liebe, die sein ganzes Leben verändert.
    Zum Autor (Quelle: Verlagsseite):
    Thomas Glavinic wurde 1972 in Graz geboren. 1998 erschien sein Debüt Carl Haffners Liebe zum Unentschieden. Es folgten u.a. Die Arbeit der Nacht (2006), Das bin doch ich (2007) und Das Leben der Wünsche (2009). Seine Romane Der Kameramörder (2001) und Wie man leben soll (2004) wurden fürs Kino verfilmt. Thomas Glavinic erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, zuletzt den Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft. Seine Romane sind in 18 Sprachen übersetzt. Er lebt in Wien.
    Meine Meinung zum Buch:
    Der Protagonist Jonas wurde in schlimme häusliche Verhältnisse hineingeboren, zusammen mit seinem durch Probleme bei der Geburt behinderten Zwillingbruder Mike. Doch das Leben hält bereits in frühen Jahren Überraschungen für ihn parat, Überraschungen, die ihm plötzlich für sein Leben unzählige Möglichkeiten eröffnen, die ihm die Instabilität und die Quälereien seines Elternhauses ersparen, als ihn der Großvater seines Freundes Werner bei sich aufnimmt.
    Eine dieser unzähligen Möglichkeiten in seinem Leben istdie Besteigung des Mount Everest. Glavinic teilt die Schilderung des Lebens seines Protagonisten in zwei Handlungsebenen auf, die eine ist die der Bergbesteigung, die andere erzählt von seiner Kindheit und seinem Leben als jungem Erwachsenen. Die Handlungsebenen wechseln sich mit den geraden und ungeraden Kapiteln ab, nur die letzten zehn Kapitel erlebt der Leser mit Jonas ausschließlich in der Kälte des Mount Everest.
    Vorweg: sprachlich ist das Buch keine große Sache - ganze Sätze, korrekte Grammatik, mehr aber auch nicht.
    Durch die Erzählung über Jonas‘ Kindheit habe ich mich mit Ach und Krach hindurchgequält. Ich hatte den Eindruck, der Autor hat sämtliche Figuren und Umstände in Jonas Leben nur in die Geschichte eingebaut, um der Außergewöhnlichkeit dieses einzigartigen Protagonisten ( ) gebührend Augenmerk zu verschaffen. Je nach schriftstellerischem Bedarf entsorgt Herr Glavinic dann eben mal hier, mal dort einen, den er für alles Weitere in seinem Roman nicht mehr benötigt.
    Man wird konfrontiert mit mafiamäßigen Figuren à la Vito Corleone, nur wirkt das Motiv des rachsüchtigen und grausamem Menschenquälers mit dem edelmütigen Familiensinn bei Glavinic auf mich wie mal eben schnell abgeschaut und der emotionalen Effekte wegen eingesetzt. Außerdem fällt es mir schwer mir vorzustellen, wie ein Corleone sein Leben der philosophischen Suche nach seinem wirklichen Selbst widmet, um den innersten Kern seiner Selbst zu finden, um das zu sein, was er ist (Klingt doof, was? Tja, im Buch kam mir das genauso vor … ).
    Um es kurz zu machen, ich lese nicht gerne von Kindern, die alles haben, alles und noch mehr dazukriegen und obendrein noch alles können, und die dann auch noch ziemlich kreativen Grenzerfahrungen nachgehen, um ihren großen Sinnfragen auf den Grund gehen zu können. Unterlegt wird das Ganze dann auch noch von Zeit zu Zeit mit philosophisch-platten Einsichten im Stile von: »Alles ist vergänglich. Du bist vergänglich. Alles vergeht und verweht.«
    Vieles auf dieser Handlungsebene liest sich für mich schon fast kitschig: z.B. die glorifizierenden Hymnen der jeweiligen Liebespartnerinnen von Jonas und Werner: »Keiner von ihnen (das sind all die vielen verflossenen Männer Anouks, Werners Freundin) hatte etwas, das ihn groß machte. Werner hat das. Irgendwann wird er mich nicht mehr wollen, doch bis dahin nehme ich mir alles, was ich von ihm kriegen kann. Geistig, meine ich natürlich. Geld interessiert mich nicht.«, oder: »Liebe ist: den leuchtenden Punkt der Seele des anderen zu erkennen und anzunehmen und in die Arme zu schließen, vielleicht gar über sich selbst hinaus.« Textstellen in diesem Stil findet man im Buch leider Dutzende. Die Sache ist nämlich die, dass unser geldgespickter Jonas nicht nur irgendwelchen großen Fragen seiner Selbst und der Menschheit in äußerst theatralischer Manier nachgeht, sondern auch auf der Suche nach der ganz großen Liebe ist, also der ganz, ganz, ganz großen Liebe, derjenigen Frau, der er alles, aber auch alles sagen kann. Und das will bei "Mystery Man" Jonas etwas heißen, denn niemand scheint Jonas wirklich zu kennen, immer wieder überrascht er seine Mitmenschen, er ist auch für diejenigen ein Rätsel, die ihn gut zu kennen scheinen.
    Aber zum Glück gibt es ja noch die zweite Handlungsebene auf dem Mount Everest. Dieser Teil hat sich für mich so spannend gelesen, dass er die Unzulänglichkeiten der anderen Kapitel beinahe wieder voll kompensiert. Obwohl auch in diesem Handlungsteil die etwas nervige Charakterisierung des Super-Jonas natürlich nicht zu kurz kommt, empfand ich diese Kapitel nicht als abstoßend. Wie Glavinic dabei immer wieder seine Gedanken über Gefahr, Schmerz und Erschöpfung herüberbringt, ist für mich absolut lesenswert. Es brennt mir unter den Nägeln, hier nähere Details zu berichten, aber ich möchte niemandem durch unachtsame Spoiler ein mögliches künftiges Lesevergnügen verderben. Bis wohin Jonas es beim Aufstieg schafft, und unter welchen Bedingungen (haarsträubend!), das muss jeder selbst lesen dürfen.
    Ich vergebe für den Gesamteindruck von Das größere Wunder und sage, dass sich die Lektüre lohnt - für diejenigen, die bei Schicksalsschilderungen gerne gefühlvoll mitseufzen, lohnt sich Glavinics neues Buch sowieso. Wer eher zu empfindlichen Reaktionen wie ich neigt, der soll über die Handlungsebene der Vergangenheit möglichst schnell hinweglesen, sich aber deswegen nicht die begeisternde Bergbesteigung entgehen lassen, keinesfalls, denn die ist für meine Begriffe sensationell spannend zu lesen!
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Ausgaben von Das größere Wunder

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 528

Taschenbuch

Seitenzahl: 528

E-Book

Seitenzahl: 528

Besitzer des Buches 22

Update: