Isegrim

Buch von Antje Babendererde

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Isegrim

Ein ungesühntes Verbrechen. Ein düsteres Geheimnis. Und ein Mädchen, das nicht bereit ist, wegzusehen.  Der Wald ist Jolas Refugium. Hier kennt sie jeden Winkel, jeden Baum, jedes Tier. Hier ist sie weit weg von ihrer überängstlichen Mutter, der Langeweile in ihrem Heimatdorf und dem besitzergreifenden Freund. Doch in der letzten Zeit gehen Veränderungen im Wald vor sich. Irgendetwas oder irgendjemand treibt hier sein Unwesen, beobachtet sie, folgt ihr. Als Jola auf einen fremden Jungen trifft, der sie seltsam fasziniert, scheint das Rätsel gelöst. Sie ahnt nicht, welches düstere Geheimnis der Wald noch hütet. Und dass hinter allem ein furchtbares Verbrechen steht, das Jola seit fünf Jahren zu vergessen versucht.
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Bewertungen

Isegrim wurde insgesamt 16 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 3,7 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Isegrim

    Verlagstext
    Der Wald ist Jolas Refugium. Hier ist sie weit weg von ihrer überängstlichen Mutter, der erdrückenden Enge in ihrem Heimatdorf und ihrem besitzergreifenden Freund. Doch seit einiger Zeit fühlt sie sich beobachtet. Irgendjemand treibt im Wald sein Unwesen, folgt ihr und macht ihr Angst. Als Jola auf den mysteriösen Olek trifft, der sie auf seltsame Weise fasziniert, scheint das Rätsel gelöst. Erst nach und nach offenbart der Wald seine dunklen Geheimnisse. Und Jola wird eingeholt von einem furchtbaren Verbrechen, das sie seit fünf Jahren zu vergessen versucht.
    Die Autorin
    Antje Babendererde wuchs in Thüringen auf und arbeitete als Hortnerin, Arbeitstherapeutin und Töpferin, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Seit vielen Jahren gilt ihr besonderes Interesse der Kultur, Geschichte und heutigen Situation der nordamerikanischen Indianer. Ihre einfühlsamen Romane zu diesem Thema für Erwachsene wie für Jugendliche fußen auf intensiven Recherchen in den USA und Kanada, und werden von der Kritik hoch gelobt. In ihren beiden Jugendromanen „Isegrim“ und "Der Kuss des Raben", wandte sich die Autorin erstmals ihren Thüringer Wurzeln zu. Mit "Wie die Sonne in der Nacht" und "Schneetänzer" kehrt Antje Babendererde in die magische Welt der Indianer zurück.
    Inhalt
    Jola ist ein Kind des Waldes. Die 17-Jährige wächst als Tochter eines Revierförsters in einem kleinen Ort im Raum Erfurt auf. Jola hat ihren Vater schon immer gern in den Wald begleitet und kennt ihn inzwischen wie die buchstäbliche Jackentasche. Doch Jolas Revier ist für eine Reihe von Dorfbewohnern ein düsterer, unheimlicher Ort, verknüpft mit Ereignissen zu Kriegsende 1945, über die man lieber schweigt. Angezogen vom ungenutzten allmählich überwuchernden Truppenübungsplatz in der Nähe wandern in die Region wieder Wölfe ein. Als Jola bei einem ihrer Streifzüge eine Wölfin beobachtet, die offensichtlich Junge säugt, will sie das Tier unbedingt vor den Menschen verborgen halten. Doch bevor es dazu kommt, muss Jola erst alte Geschichten aus der Zeit des Zwangsarbeiterlagers während des Zweiten Weltkriegs in der Region entwirren.
    Um den Handlungsstrang um Jola mit sehr stimmungsvollen Naturschilderungen rankt sich eine Vielzahl weiterer Handlungsfäden. Beginnend mit Jolas nicht gerade unkomplizierter Beziehung zu ihrem Sandkastenfreund Kai, erste sexuelle Erfahrungen, über die Angsterkrankung ihrer Mutter, die Begegnung mit Zeitzeugen des Kriegsendes, das noch immer ungeklärte Verschwinden von Jolas damals 12 Jahre alter Freundin Alina, die kleinbürgerliche Falschheit hinter der Fachwerk-Idylle, bis zu rätselhaften Diebstählen profaner Alltagsgegenstände aus Häusern und Gärten des Ortes. In Einschüben hängt ein zweiter Erzähler sehr beunruhigenden Gedanken nach. Die Menge an Sonderlingen und psychischen Erkrankungen in einem so kleinen Ort wirkt auf mich übertrieben, es handelt sich schließlich nicht um die Außenwohngruppe einer psychiatrischen Klinik. Jolas Verhalten fand ich für eine 16-jährige Gymnasiastin des 21. Jahrhunderts in mehreren Punkten unglaubwürdig, u. a. dass ihr als Schülerin einer zehnten Gymnasialklasse von allein nicht in den Sinn kommt, zwischen einem Verdächtigen und einem Täter zu unterscheiden. Für die jugendliche Zielgruppe zu spät nimmt die Handlung doch noch Tempo auf und führt zu einem überraschenden Schluss.
    Ein Jugendroman soll seine Leser unterhalten, den Zugang zum behandelten Thema ebnen und nicht unnötig behindern. Die Häufung von Themen und Problemen gemeinsam mit einer teils altertümlich wirkenden Sprache erschwert es jugendlichen Lesern, in die Geschichte hineinzukommen. Jolas Zeitzeugengespräche für ein Schulprojekt, die auch Schülern anderer Bundesländer aus der Schule vertraut sein werden, empfinde ich für die Zielgruppe ab 14 Jahren als weitere Hürde, eben weil das Thema bereits Unterrichtsstoff ist.
    Als Stärke des Buches gefielen mir das Wolfsthema, die Naturschilderungen und Jolas eigensinnige Persönlichkeit. Mit seinem mühsamen Einstieg und einem anspruchsvollen Plot setzt das Buch ein für jugendliche Leser (meiner Erfahrung nach) zu großes Durchhaltevermögen voraus.
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Rezensionen zum Hörbuch

  • Rezension zu Isegrim

    Für Jola ist der Wald ihr einziger Zufluchtsort. Hier kommt sie hin, wenn sie wieder frei atmen will, denn oft fühlt sie sich von ihren Mitmenschen - vor allem von ihrer überängstlichen Mutter - stark eingeengt. Auch die Beziehung zu ihrem Freund Kai gibt Jola schon lange nicht mehr soviel wie zum Anfang. Das kleine Dorf mit seinen Bewohnern voller Vorurteile und Klatschsucht machen ihr Leben obendrein nicht einfacher, so dass sie in letzter Zeit nahezu täglich in den Wald flüchtet.
    Doch jüngst fühlt sie sich auch hier immer öfter beobachtet. Dann begegnet sie eines Tages Olek, der sie fasziniert und ihr zahlreiche Rätsel aufgibt. Diverse Diebstähle und ein gemeinsames Schulprojekt mit ihren Freunden sorgen dafür, dass die Wogen im Dorf immer höher schlagen und längst Vergangenes wieder ausgegraben wird. Ebenso wie ein Verbrechen, das bereits fünf Jahre zurückliegt und, in dem Jola auf besondere Weise involviert ist.
    Meine Meinung:
    Die Bücher von Antje Babendererde liebe ich vor allem wegen ihres unverwechselbaren Schreibstils. Sehr ruhig und leicht melancholisch präsentiert sie ihre Geschichten, die ohne Ausnahme sehr viel Tiefe aufweisen und mich direkt berühren.
    Auch in "Isegrim" sind ihre Beschreibungen sehr bildhaft und schnell hat das Dorf, in dem Jola lebt, vor meinem geistigen Auge Gestalt angenommen, mitsamt seinen einzigartigen Persönlichkeiten.
    Vor allem Jola ist ein ganz besonderer Charakter. Entgegen dem Trend der heutigen Jugend ist sie nicht dauervernetzt und -beschallt, sondern liebt die Ruhe und den Frieden, die der Wald für sie ausstrahlen. Ihre Umwelt reagiert darauf mit Unverständnis, doch Jola lässt sich nicht beirren und hält an ihren Gewohnheiten fest. Oftmals kommt es ihr so vor, als würde ihr reales Leben nur im Wald stattfinden, während sie außerhalb nur eine Rolle spielt, um die Erwartungen ihrer Mitmenschen zu erfüllen.
    Aber auch die anderen Charaktere sind sehr detailliert gezeichnet und trotz der Erzählperspektive in der ersten Person verblassen diese nicht hinter der Protagonistin, sondern runden das Gesamtbild der Erzählung wohltuend ab. Angefangen bei Jolas Mutter, die unter einer Angststörung leidet, über den beeinträchtigten Magnus und den Eigenbrötler Tobias, bis hin natürlich auch zu Olek, dessen Lebensweise mehr als außergewöhnlich ist und, der ein großes Geheimnis verbirgt.
    Besonders gut gefällt mir, dass kein Charakter hier ausschließlich gut oder böse ist. Sie alle haben Ecken und Kanten und handeln zuweilen unvernünftig oder machen Fehler. Das ist nicht nur absolut menschlich, sondern lässt die Charaktere dieses Romans im hohen Maße authentisch erscheinen. Besonders das Thema Schuld wird hier auf vielfältige Art beleuchtet und sehr schön aufbereitet.
    Fazit:
    "Isegrim" von Antje Babendererde war ein absolutes Lesevergnügen für mich. Sehr ruhig und gefühlvoll geht der Roman in die Tiefe und hat mich weit in die dortige Welt hineingezogen. Die tollen Charaktere sind mir nahe gekommen und haben mich dabei sehr berührt. "Isegrim" ist ein toller Jugendroman, den ich voll und ganz empfehlen kann.
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  • Rezension zu Isegrim

    Jolas Zufluchtsort ist der nahe gelegene Wald. Dort fühlt sie sich wohl, dort kennt sie jedes Fleckchen Erde und dort kann sie abschalten und den Rest der Welt mit seinen Problemen vergessen. Doch in letzter Zeit hat Jola das Gefühl, dass sich etwas verändert hat. Sie fühlt sich beobachtet und jemand scheint in "ihr" Gebiet eingedrungen zu sein. Kurz darauf begegnet sie einem fremden Jungen und deckt Geheimnisse auf, die bereits lange zurückliegen. Doch Jola kann sie nicht im Verborgenen ruhen lassen.
    Von Antje Babendererde kenne ich bisher nur ein paar ihrer Indianer-Romane und war gespannt auf "Isegrim", ein Roman, der inhaltlich etwas ganz anderes bietet. Die Zielgruppe sind ebenfalls Jugendliche, aber es geht weder um Indianer, noch um eine zart aufblühende Liebe, auch wenn Beziehungen thematisiert werden, und der Schauplatz des Geschehens ist nicht Nordamerika, sondern Deutschland. Genauer gesagt ein kleines Dorf in Thüringen.
    Der Titel und das Cover, welches mir gefällt und gut zum Titel passt, haben mich etwas irritiert. "Isegrim" als Titel zu wählen, platzierte für mich die Geschichte in eine ganz bestimmte Richtung. Zwar spielen Wölfe eine Rolle in diesem Roman, jedoch keine übergeordnete. Deshalb finde ich die Wahl etwas verwirrend. Hauptthema sind meiner Meinung nach verschiedene Geheimnisse, die in Familien oder in der Dorfgemeinde tot geschwiegen werden und die Jola langsam an die Oberfläche zurück zerrt.
    Babendererde ist eine interessante Protagonistin gelungen, die sich durch ihre Liebe zum Wald und ihre offene Art auszeichnet. Auch für die anderen Dorfbewohner hat sich die Autorin spezielle "Typen" geschaffen, die mit ihren Ecken Kanten beschrieben werden. Durch Babendererdes bildhaften Schreibstil gelang es mir sehr schnell mir Jolas vertraute Umgebung vorzustellen. Jedoch ist es der Autorin dieses Mal nicht gelungen eine besondere Atmosphäre zu erzeugen, wie ich sie bei ihren Indianerromanen gespürt habe. Die Mischung aus Dorfleben, großen Geheimnissen und kriminellen Handlungen hat mich zwar gut unterhalten, aber nicht so fesseln können, wie ihre anderen Geschichten.
    Gesprochen wird das Hörbuch hauptsächlich von Carla Swiderski, die bereits anderen Protagonistinnen von Antje Babendererde ihre Stimme verliehen hat. Am Anfang habe ich erneut die lauten "Luft-hol-Pausen" vernommen, die mir bereits bei Der Gesang der Orcas aufgefallen waren, aber irgendwann hat das nachgelassen oder ich habe es einfach nicht mehr gehört. Ansonsten hat mir ihre Präsentation gut gefallen und ich mag ihr gerne zuhören. Lediglich bei einer Figur viel es mir schwer mir darunter einen jungen Mann vorzustellen, da die Stimme oft viel jünger klang.
    Fazit: Mit "Isegrim" probiert Babendererde nach etlichen Indianerromanen etwas Neues aus und geht dabei in Richtung Spannungsliteratur für Jugendliche. Damit konnte sie mich leider nicht komplett überzeugen. Es wird zwar eine interessante Geschichte erzählt, aber richtig gefesselt war ich nicht. Dahingegen hat die Autorin erneut mit ihren Figuren und ihrem bildlichen Schreibstil Punkte gesammelt. 4/5 Sterne.
    Audio: 4 CDs - ca. 291 Minuten Verlag: JUMBO Neue Medien & Verlag GmbH (27. September 2013) Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
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Ausgaben von Isegrim

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 416

E-Book

Seitenzahl: 440

Hörbuch

Laufzeit: 00:04:51h

Taschenbuch

Seitenzahl: 416

Besitzer des Buches 35

Update:

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