Wer morgens lacht

Buch von Mirjam Pressler

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Wer morgens lacht

Feinfühlig und intensiv wie selten erzählt Mirjam Pressler von zwei ungleichen Schwestern: Erst jetzt, Jahre nach Maries spurlosem Verschwinden, wagt Anne, sich den Erinnerungen zu stellen, die ihr fast den Atmen nehmen. Sie will der Wahrheit ins Gesicht sehen, will endlich wissen, was damals geschah. Dabei treten Familiengeheimnisse zutage, von denen sie nicht wusste. Doch wie weit kann man der eigenen Erinnerung wirklich trauen? »Ich muss sie loswerden, das ist meine einzige Chance, wieder nur ich zu sein. Bis heute sitzt sie mir im Genick, und wenn es mir mal gelingt, sie ein paar Tage zu verdrängen, taucht sie in meinen Träumen auf.« Anne war erst fünfzehn, als ihre ältere Schwester Marie spurlos verschwand. Doch in Annes Gedanken ist sie geradezu unheimlich präsent. Marie war immer die, die alles bekam. Zu schön, zu besonders und zu willensstark. Anne war immer nur die Vernünftige und Unscheinbare. Jetzt, als Biologie-Studentin - sie forscht über die symbiotischen und parasitären Beziehungen der Pilze -, möchte sie endlich aus Maries Schatten treten. Anne weiß, es gibt nicht nur eine einzige Wahrheit. Und tatsächlich werfen ihre Nachforschungen ein neues Licht auf die beiden Schwestern und ihre Kindheit, die kein Paradies war.
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Bewertungen

Wer morgens lacht wurde insgesamt 4 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Wer morgens lacht

    Die mittlerweile 74-jährige Mirjam Pressler hat mich mit ihren Büchern schon als junger Leser immer wieder begeistert. Später habe ich immer ganz besonderes Augenmerk gelegt auf die Vielzahl ihrer wunderbaren Übersetzungen aus dem Belgischen und dem Holländischen vor allem. Wenn man all ihre eigenen Bücher und die, die sie in ihrem langen Leben übersetzt hat, in einer Bibliothek zusammenstellen würde, käme eine beeindruckende Sammlung wunderbarer Romane und wertvoller Jugend- und Bilderbücher zusammen. Keine leichte Kost, solche Bücher schreibt und übersetzt sie nicht, sondern anspruchsvolle Bücher, die sich nicht selten mit der Vergangenheit, auch der nationalsozialistischen Vergangenheit und der Geschichte der Juden auseinandersetzen.
    In ihrem neuen, hier vorliegenden Roman, der sich an Jugendliche und Erwachsene richtet, taucht sie mit ihren Lesern ein in dunkle Familiengeheimnisse, deren Schatten Menschen in der Gegenwart an einem erfüllten und glücklichen Leben hindern. Sie erzählt von Anne und ihrer älteren Schwester Anne. Sehr unterschiedlich in Wesen und Charakter, ist ihr Verhältnis zueinander nicht das Beste. Als Marie eines Tages spurlos aus dem Leben der Familie verschwindet, legt sich das über viele Jahre wie ein Trauerflor über die ganze Familie, insbesondere aber über das Leben von Anne, für die Marie fast täglich in irgendeiner Weise gegenwärtig ist. Doch die Verdrängung ist lange Zeit stärker.
    Als sie viel später von zu Hause auszieht, findet sie in einer Wohngemeinschaft eine Art neuer familiärer Heimat. Das Vertrauen, das sie dort aufbaut, ermöglicht es ihr auch, die Erinnerungen an Marie langsam zuzulassen.
    „Ich muss sie loswerden, unbedingt. Ich halte es nicht länger aus, dass sie sich in mein Leben einmischt und mir die Luft zum Atmen nimmt. Ich muss sie loswerden, das ist meine einzige Chance, wieder nur ich zu sein oder endlich nur ich, so genau weiß ich das nicht, woher soll ich es auch wissen, es gab mich nie ohne sie, von Anfang an.“
    So beginnt Anne ihren Bericht über eine bewegende Erinnerungsarbeit und lässt Anne immer mehr in ihr eigenes Leben wieder zurückzufinden. Das Buch erzählt von einer prägenden Großmutter, die ihre eigene Vergangenheit und Heimat verklärt und auch damit den beiden Schwestern verunmöglicht, in ihr eigenes Leben zu finden.
    Von Beginn fragt sich der Leser, ob es Anne mit ihrer mutigen Erinnerungsarbeit gelingen wird, ihren Frieden mit der Schwester und der Familiengeschichte zu machen. Und: was ist eigentlich mit Marie geschehen?
    Ein wunderbares Buch.
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  • Rezension zu Wer morgens lacht

    Mirjam Pressler erzählt in ihrem neuen Roman „Wer morgens lacht“ die Geschichte von Anne und ihrer Familie.
    Die 22-jährige Anne ist eine sehr schüchterne und zurückhaltende Person. Man könnte meinen, sie scheut die Menschen, hat sogar Angst vor ihnen. Seltsamerweise lebt sie in einer WG, aber wahrscheinlich würde sonst niemandem auffallen, ob es Anne gibt oder nicht, so sehr zieht sie sich zurück. Anne hatte eine ältere Schwester namens Marie, aber die ist vor sieben Jahren spurlos verschwunden, einfach vom Erdboden verschluckt, und niemand weiß, was mit ihr passiert ist. Das macht Anne innerlich fertig: die Erinnerungen an die gemeinsame Zeit mit Marie, die Kindheit bei lieblosen Eltern und einer Großmutter, die die beiden Schwestern aufgezogen hat. Die Gedanken an die verschwundene Schwester vereinnahmen Anne so sehr, dass sie kaum in der Lage ist, ein eigenständiges Leben zu führen, die Belastungen und wohl auch Schuldgefühle sind einfach zu groß. Irgendwann wird Anne das alles zu viel, und sie beginnt Fragen zu stellen, um endlich einige Geheimnisse und Rätsel zu lüften. Dabei entdeckt sie, dass einige Dinge ganz anders sind, als in ihrer Vorstellungskraft.
    Mirjam Pressler hat einen sehr kraftvollen, tiefschürfenden Roman über die beiden Schwestern Anne und Marie geschrieben. Sie bedient sich einer sehr feinfühligen emotionalen Sprache und fängt den Leser mit aktuellen, aber schwierigen Themen ein. Das Fehlen der wörtlichen Rede im Buch ist vielleicht nicht jedermanns Sache, passt für diese Geschichte aber hervorragend, denn es lässt dem Leser genug Raum für eigene Gedanken und Reflektionen, auch die Gefühle kommen nicht zu kurz.
    Obwohl dieses Buch als Jugendroman deklariert wird, ist es doch eher ein Roman für junge Erwachsene und solche, die jung geblieben sind. Ein tiefgreifender Roman in einer schönen Sprache, der zum Nachdenken anregt! Unbedingt Lesen!!!
    Von mir gibt es
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Ausgaben von Wer morgens lacht

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 264

E-Book

Seitenzahl: 260

Taschenbuch

Seitenzahl: 264

Besitzer des Buches 5

Update: