Heyerdahl. Auf dem Floß zum Forscherruhm

Buch von Ragnar Kvam, Karl-Ludwig Wetzig

Cover zum Buch Heyerdahl. Auf dem Floß zum Forscherruhm

Titel: Heyerdahl. Auf dem Floß zum Forscherruhm

, (Übersetzer)

5 von 5 Sternen bei 1 Bewertung

Band 1 der

Verlag: mareverlag

Format: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 480

ISBN: 9783866481558

Termin: April 2012

Aktion

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Heyerdahl. Auf dem Floß zum Forscherruhm

Als die Kon-Tiki am 7. August 1947 vor Raroia im Tuamotu-Archipel auf Grund lief, hatte Thor Heyerdahl die Reise seines Lebens beendet: Er hatte gezeigt, dass die Wissenschaft die Seegängigkeit antiker Wasserfahrzeuge unterschätzt hatte – und dass es sehr wohl möglich war, mit einem Floß aus Balsaholz den Pazifik zu überqueren. 8000 Kilometer hatte der (ursprünglich extrem wasserscheue) Abenteurer mit einer kleinen Crew auf dem Floß zurückgelegt, von Peru nach Polynesien – damit schien für Heyerdahl der Beweis erbracht, dass die Besiedlung Polynesiens von Südamerika aus möglich war. Thor Heyerdahl befand sich auf dem Höhepunkt seines Ruhms; sein Bericht über die Kon-Tiki-Expedition verkaufte sich weltweit 50 Millionen Mal in über 67 Sprachen. Von vielen bewundert und als Held gefeiert, musste er jedoch auch heftigen Gegenwind aushalten. Zahlreiche Wissenschaftler zweifelten an seinen Theorien und Methoden. Für Heyerdahl kein Grund, die Segel zu streichen – im Gegenteil: Bald brach er auf zu neuen Expeditionen. In dieser ersten umfassenden und in Norwegen hochgelobten Biografie zeichnet Ragnar Kvam das schillernde Leben des Mannes nach, der vieles war – Wissenschaftler, Abenteurer, Tausendsassa, ehrgeizig, prominent, umstritten – und dessen Name auch heute, zehn Jahre nach seinem Tod, mit wagemutigen Entdeckungsreisen und der Kon-Tiki assoziiert wird.
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Serieninfos zu Heyerdahl. Auf dem Floß zum Forscherruhm

Heyerdahl. Auf dem Floß zum Forscherruhm ist der 1. Band der Thor Heyerdahl Reihe. Diese umfasst 3 Teile und startete im Jahr 2005. Der letzte bzw. neueste Teil der Serie stammt aus dem Jahr 2013.

Bewertungen

Heyerdahl. Auf dem Floß zum Forscherruhm wurde bisher einmal bewertet.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Heyerdahl. Auf dem Floß zum Forscherruhm

    • 25. Mai 2014 um 20:43
    Thor Heyerdahl (1914 - 2002) war ein norwegischer Zoologe, Anthropologe, Ethnologe und vor allem Abenteurer. Als experimenteller Archäologe lag es ihm am Herzen, seine Thesen durch praktische Anwendungen zu beweisen. Seine bekannteste Unternehmung ist die Expedition mit dem Floss "Kon-Tiki", mit dem er ca. 7'000 km durch den Pazifik segelte, um zu beweisen, dass es präkolumbianischen Indianern technisch möglich war, Polynesien zu besiedeln.
    Die Biographie ist in fünf Abschnitte gegliedert, die sich zu Gunsten besserer Lesbarkeit in weitere, kleinere Kapitel unterteilen:
    Der erste Abschnitt "Liv" handelt (wer hätte es anders erwartet) von Thors Kindheit und seinem Verhältnis zu den Eltern: in nicht ganz chronologischer Reihenfolge erfahren wir von der mütterlichen Verehrung der Lehren Charles Darwins, der christlichen Weltanschauung des Vaters und der daraus resultierenden Spannung zwischen Gottvertrauen und dem Forscherdrang eines Biologen. Thor fragt sich, ob der technische Fortschritt wirklich ein Segen für die Menschheit bedeutet, oder ob es in Wirklichkeit nicht ein Rückschritt ist, wenn die Zivilisation wieder ein sogenanntes neues Stadium in der Entwicklung erreicht?
    Zudem lernen wir Liv, die spätere Ehefrau Thors, kennen. Mit ihrer Unterstützung wird er seine erste Forschungsreise in das "Paradies" unternehmen: das jungvermählte Paar wandert nach Fatuhiva aus, einer abseits gelegenen Insel Polynesiens. Hier, fernab jeglicher Zivilisation, glauben die Beiden den Garten Eden gefunden zu haben, da der Mensch gemäss seiner Natur leben kann.
    Der zweite Abschnitt "Fatuhiva" beschreibt die Erlebnisse auf der polynesischen Insel.
    Thor lässt sich von der Idee des "Edlen Wilden" des aufklärerischen Philosophen Rousseau inspirieren und fährt ans Ende der Welt, um die Vorstellungen in der Praxis zu testen. Lebte der Mensch am Anfang tatsächlich in einem Zustand der Gleichheit der einzelnen Individuen, ohne Gut und Böse zu kennen?
    Mit etwas romantischen Vorstellungen lässt sich das Paar auf Fatuhiva nieder. Der Start scheint perfekt: es wächst reichlich Obst auf den Bäumen, und die einheimische Gemeinde nimmt die Neuankömmlinge freundlich auf. Zudem erforscht Heyerdahl weiter die Flora und Fauna, Menschen, Tiere und Kunstwerke auf der Insel. Es ist ein Rätsel, wie manche Pflanzensorten auf die Insel kamen, und auch ein paar Statuen und Malereien scheinen von einer anderen Zivilisation als der heute ansässigen Polynesiens zu sein. Die Wissenschaft ging bislang davon aus, dass die Inseln von Westen bevölkert wurden, aber nach ein paar unfreiwilligen Manövern mit einem Boot auf offenem Meer, erscheint die Darstellung nicht haltbar. Heyerdahls wissenschaftliche Forschung auf der Insel bereitet die Grundlage für seine späteren Veröffentlichungen, allerdings hat das Päärchen das Ziel für immer im Paradies zu leben. Doch allmählich zeichnen sich auch die negativen Aspekte eines Lebens ohne zivilisatorische Errungenschaften ab. Schnell werden Zugeständnisse gemacht: mit einem Kochtopf lässt sich Nahrung variantenreicher zubereiten, eine Machete ist nicht nur für die Jagd hilfreich und ohne medizinische Versorgung können auch kleinere Infektionen tödlich verlaufen. Schliesslich kippt auch die Vorstellung eines freien, gemeinschaftlichen Lebens auf der Insel. Die Bewohner, aufgestachelt von eifersüchtigen Priestern, einer Epidemie und einer bevorstehenden Hungersnot, wenden sich plötzlich gegen die Heyerdahls. Aus Freunden werden Feinde und mit der fehlenden Unterstützung der Gemeinschaft wird das Paradies zur Hölle. Nach einem Jahr bricht Thor Heyerdahl gegen den Willen seiner Frau Liv das Experiment ab und sie verlassen mit dem nächsten Boot Polynesien.
    Abschnitt drei bis fünf fasse ich mal schneller zusammen; es soll ja eine Rezension und keine Buchzusammenfassung werden:
    Zurück in Europa stehen ebenfalls hatte Zeiten bevor. Der Krieg bricht aus, Arbeit ist schwer bis gar nicht zu finden, die ersten Vorträge und Veröffentlichungen sind zwar erfolgreich, aber nicht umstritten und während dieser turbulenten Zeit kommt der kleine Thor jr. zur Welt. Durch Zufallsbekanntschaften erhält Heyerdahl weitere Hinweise, um seine Theorie zu erforschen und wandert daher mit seiner Familie nach Kanada aus. Dort bekommen die unterschiedliche Hinweise aus den verschiedenen Forschungsdisziplinen eine Struktur und seine Vorstellung, wie und durch wen Polynesien ursprünglich bevölkert wurde, erhält in Form einer Landkarte Struktur. Aufgrund des weiteren Kriegsverlauf in Europa - Norwegen wird von den Deutschen besetzt - meldet sich Heyerdahl als Soldat. Getrennt von seiner Familie und daran gehindert an seinen Forschungen weiter zu arbeiten, erlebt Heyerdahl sein persönliches Kriegsunglück. Nach dem Krieg aber starten die Vorbereitungen zu der Expedition, die ihn so berühmt werden lassen. Mit einem selbstgebauten Floss möchte er von Südamerika nach Polynesien segeln, womit er seine Theorie beweisen möchte, in der südamerikanische Indianer die pazifischen Inseln bevölkert hatten.
    Die Expedition wird ein voller Erfolg, jedenfalls in finanzieller Hinsicht und in Bezug auf seinen Bekanntheitsgrad (seine Dokumentation erhält 1952 sogar einen Oscar). Die wissenschaftliche Anerkennung wird ihm aber weiterhin verweigert. Heyerdahl wird noch weitere Expedition bestreiten müssen, bis ihm dann doch eine Ehrendoktorwürde verliehen wird.
    Meine Meinung:
    Ich bin weder Biologe, Zoologe, Archäologe oder sonst ein naturwissenschaftlicher Forscher, und von Thor Heyerdahl hatte ich bis vor Kurzem auch nichts gehört. Dennoch hatte mich diese Biographie mehr als Abenteuerroman interessiert - und begeistert! Natürlich geht es vorrangig um das Leben von Thor Heyerdahl, aber auch um die Zielstrebigkeit, Ausdauer und das Durchsetzungsvermögen eines Forschers, der sich zuvorderst um wissenschaftliche Anerkennung sehnt. Dem entsprechend hört diese Biographie auch im Jahre 1961 auf: in diesem Jahr erhält Heyerdahl mit der Doktorwürde die gewünschte Anerkennung!
    Ich kann dieses Buch jedem weiterempfehlen der gerne Abenteuerromane liest. Die Expeditionen Fatuhiva und Kon-Tiki bilden "die Säulen" des Buches. Das Privatleben und Kriegserlebnisse dienen hauptsächlich dazu, den roten Fäden zu spannen und das Wesen von Heyerdahl näher zu erklären. Die Geschichte springt zu Beginn des Buches chronologisch etwas hin und her, aber es dient dazu, die Zusammenhänge deutlicher zu machen.
    Wirklich kritisches kann ich zu dem Buch kaum anmerken. Es war auch für naturwissenschaftliche Laien wie mich leicht verständlich: man benötigt keine fachlichen Vorkenntnisse und wissenschaftliche Zusammenhänge werden ohne Längen erklärt.
    Natürlich entsteht - wie bei jeder Biographie - der Eindruck, dass die Person etwas glorifiziert wird, aber ich möchte das Buch nicht zum Studium der Person Heyerdahl empfehlen, sondern es ist ein grossartiger Abenteuerroman und ein tolles Beispiel, wie man als Wissenschaftler seine Theorien verfolgen muss, um am Ende auch die Kritiker zu überzeugen.
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Ausgaben von Heyerdahl. Auf dem Floß zum Forscherruhm

Hardcover

Cover zum Buch Heyerdahl. Auf dem Floß zum Forscherruhm

Seitenzahl: 480

Taschenbuch

Cover zum Buch Heyerdahl: Auf dem Floß zum Forscherruhm

Seitenzahl: 464

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Update: 21. Mai 2020 um 14:35