Antonia Lucia Labellas brillanter Plan

Buch von Donna Freitas

Bewertungen

Antonia Lucia Labellas brillanter Plan wurde insgesamt 3 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 3,5 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Antonia Lucia Labellas brillanter Plan

    “Antonia Lucia Labellas brillanter Plan” ist ein Jugendbuch aus der Feder der Amerikanerin Donna Freitas, die hierzulande erst kürzlich mit ihrem Buch “Wie viel Leben passt in eine Tüte” auf sich aufmerksam machte. Im Original erschien die Geschichte um die 15-jährige Antonia bereits im Jahr 2008, in Deutschland jedoch erst im Februar 2013.
    Handlung:
    Die 15-jährige Antonia Lucia ist zwar eine gläubige Katholikin, aber auch ein ganz normaler Teenager. Mit ihrer Mutter und ihrer Großmutter lebt sie in Providence, wo die Familie schon seit Jahrzehnten einen gut gehenden Lebensmittelladen betreibt. Antonias Vater ist bereits vor vielen Jahren gestorben und so sind die drei Frauen auf sich allein gestellt. Da bleiben Auseinandersetzungen nicht aus, vor allem Antonia streitet sich häufig mit ihrer strengen Mutter Amalia. Doch ihre größte Leidenschaft gilt den Heiligen. Für jede Gelegenheit kennt das aufgeweckte Mädchen den richtigen Heiligen, zu dem sie beten muss. Und falls es den passenden Heiligen noch nicht gibt, setzt Antonia Lucia sofort ein Schreiben an den Vatikan auf. Schließlich hat sie es sich zum Ziel gesetzt, die erste lebende Heilige in der katholischen Kirche zu werden und bietet dem Papst deshalb gerne ihre Hilfe an.
    Eigene Meinung:
    Ich muss gestehen, dass ich nur wenige Erwartungen an ein Jugendbuch mit einem christlichen Thema hatte. Von außen wirkt “Antonia Lucia Labellas brillanter Plan” auf jeden Fall schon mal wie ein typisches Buch für weibliche Teenager. Das Cover erstrahlt in einem zarten Pink, während der Titel die leicht krakelige Schrift eines jungen Mädchens nachahmen soll. Und schon hier, bevor man überhaupt die erste Seite aufgeschlagen hat, bekommt man als Leser bereits die beiden wichtigsten Ziele der jungen Katholikin vor die Nase gesetzt: eine Heilige zu werden und ihren ersten Kuss zu bekommen, vorzugsweise natürlich von ihrem großen Schwarm Andy Rotellini. Im Inneren wird die Gestaltung des Buches konsequent fortgesetzt. Antonias Briefe an den Vatikan werden in einer Art Handschrift abgedruckt und auch die Kapitelüberschriften gibt uns die Protagonistin selbst.
    Antonia Lucia Labella ist sowieso der Dreh- und Angelpunkt der Handlung. In der Ich-Form erzählt sie aus ihrem Alltag, der zwar von ihrem Glauben geprägt, aber nicht bestimmt wird. Denn ein erster Kuss oder sogar eine Beziehung, da ist sich Antonia sicher, wird ihre Berufung zur Heiligen nicht stören. Und so verbringt sie, typisch Teenie, ihre Tage damit, ihrer besten Freundin Maria von Andy Rotellini vorzuschwärmen und Michael aus dem Weg zu gehen. Mit ihm hat Antonia nämlich vor 2 Jahren einen ganzen Sommer verbracht, bis der die Frechheit hatte, sie einfach zu küssen. Seitdem ist die Freundschaft der beiden belastet und Antonia geht ihm am liebsten aus dem Weg. Ihre drei Cousinen empfindet sie als echte Tussis, die sich jedem Kerl an den Hals werfen – nein, so möchte Antonia Lucia auf keinen Fall enden! Überhaupt weiß sie ganz genau, was sie will – eine bewundernswerte Eigenschaft für ein Mädchen in ihrem Alter.
    Die Religion ist ein wichtiges Thema des Romans, dennoch bin ich nicht der Meinung, dass nur gläubige Christen ihren Spaß an dem Buch haben werden. Denn Antonia ist trotz ihres Glaubens keinesfalls altmodisch oder gar fanatisch. Sie versucht auch nicht, ihre Mitmenschen zu bekehren, sondern lebt einfach ein Hobby aus, das sie schon von kleinauf hat. Und wenn man als Leser erfährt, dass diese Faszination aus einem Erlebnis mit ihrem verstorbenen Vater herrührt, der sie einst zur Heiligen seines Herzens erklärte, ist diese noch verständlicher und umso rührender. Außerdem hat Antonia Lucia für eine Heilige eine sehr scharfe Zunge und einen klaren, oft ein wenig sturen Verstand. Sie ist ein Mädchen, das man gerne zur Freundin hätte, auch wenn sie vielleicht anders ist, als die anderen.
    Im Verlauf der Handlung muss Antonia Lucia Labella immer wieder überdenken, was ihr wirklich wichtig ist und wo sie mit sich und ihrem Leben eigentlich hin möchte. Und sie muss feststellen, dass es im Leben Situationen gibt, in denen die Heiligen einem nicht immer aus der Patsche helfen können, sondern dass man selbst die Verantwortung für sein Handeln trägt und seinen eigenen Weg gehen muss. Dabei wird sie auch lernen, dass die Dinge oft nicht so sind, wie sie scheinen und dass es wichtigere Dinge gibt, als ein Antwortschreiben aus dem Vatikan. Ich bin froh, dass ich gemeinsam mit Antonia Lucia auf diese kleine Reise gehen durfte.
    Fazit: ein zauberhafter Roman mit einer grandiosen Protagonistin, die sich in ihrem Glauben nicht beirren lässt
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  • Rezension zu Antonia Lucia Labellas brillanter Plan

    Autor geboren in Rhode Island; studierte Spanisch & Philosophie; Doktor-Titel der Theologie & Professur an der Boston University
    Inhalt
    Was tun, wenn man unter dem Regiment einer erzkatholischen, äußerst italienischen Mutter lebt, auf eine von Nonnen geführte Mädchenschule geht und sich nichts sehnlicher wünscht, als endlich von Andy Rotellini geküsst zu werden? Für Antonia ein klarer Fall: Sie betet zu den Heiligen. Doch für Liebesdinge gibt es leider keinen. Um Abhilfe zu schaffen, schreibt Antonia Briefe an den Papst, in denen sie die Ernennung neuer Heiliger vorschlägt und sich gleich selbst als Heilige zur Verfügung stellt. Bis es so weit ist, muss sie sich mit allerlei Weltlichem herumschlagen: Rocklängen, Ausgehverboten, Andy Rotellini, der sie nicht beachtet, und Michael McGinnis, der ihr eindeutig zu viel Beachtung schenkt – oder?
    Meine Meinung
    Antonia hat wie ihre Mutter und Großmutter den zweiten Vornamen Lucia, nach der heiligen Lucia. Und wie ihre beiden Vorfahrinnen ist auch sie gläubig, insbesondere die Heiligen haben es ihr angetan. Schon seit mehreren Jahren schreibt sie regelmäßig Briefe an den Vatikan, in denen sie Vorschläge für neue Heilige unterbreitet, wie z.B. einen Heiligen für Feigen und Feigenbäume - immerhin muss sie jedes Jahr die familieneigenen Feigenbäume abdecken und vor dem Winter schützen. Aber Antonia Lucia möchte nicht nur einen neuen Heiligen "erfinden", sie schlägt sich auch immer selbst als Heilige vor - Ziel 1 ihrer Liste. Ziel 2 ist der scheinbar unerreichbare, einfach nur superattraktive und ausgesprochen sexy Andy Rottellini. Ihren ersten Kuss möchte sie unbedingt von ihm ergattern.
    Antonia ist ein Charakter, den ich sofort sehr mochte. Allein schon ihre E-Mail-Adresse, die sie in den Briefen an den Vatikan angibt, ist einfach phänomenal: [email='HeiligeInSpe@live.com'][/email]
    Diese Adresse drückt einfach Antonias Charakter schon aus. Ihr Streben nach einer Heiligsprechung und ihr Selbstbewusstsein.
    Ich persönlich bin ja nicht religiös und kenne mich auch nicht unbedingt gut im Katholischen aus - falsche Konfession. Aber trotzdem haben mich diese vielen Heiligen, die Antonia allesamt kennt und zu denen sie betet, fasziniert. Sie scheint praktisch für jede Situation den richtigen Heiligen zu finden, den sie um Hilfe bitten kann. Dazu führt sie noch ein Heiligentagebuch, indem sie ihre Ideen für neue Heilige, aber auch ihre Gebete und Bitten an bereits Heiliggesprochene sammelt. Und in ihrem Eifer übersieht sie doch manchmal die wahren kleinen Wunder.
    Ihr Interesse und unbeirrbarer Glaube führen zu manch amüsanter, aber auch skurriler Situation - so wie sie anfängt BHs zu tragen, weil sie ihren Körper damit quält und Heiligen so etwas gut steht.
    Allerdings hat Antonia nicht nur mit dem Vatikan zu kämpfen, da sind auch noch diese beiden Jungs: Andy und Michael. Und das führt zu weiteren inneren Konflikten. Diese Zweifel und Gedanken und Sorgen, die jedes junge Mädchen wohl in so einer Situation hat, sind sehr schön dargestellt, man fiebert doch ein bisschen mit Antonia mit und drückt ihr die Daumen. Man kann ihre Empfindungen einfach sehr gut nachvollziehen.
    Wer absolut nichts mit der katholischen Religion und vor allen Dingen mit dem Glauben an Heilige anfangen kann, wird das Buch vermutlich nach einer Weile genervt zur Seite leben. Für mich war das hier eine unglaublich tiefe Gläubigkeit, die ich gar nicht kenne und ehrlich gesagt auch nicht ausleben wollte. Aber trotzdem, wie schon erwähnt, fand ich das Buch sehr interessant. Die Religion und der Konflikt zwischen diesem Glauben und Teenager in dieser Zeit zu sein ist glaubwürdig beschrieben und äußerst logisch. So gehen Antonia und ihre beste Freundin Maria auf eine katholische Mädchenschule, gehen in die Kirche und rebellieren zugleich mit kleinen Veränderungen ihrer Schuluniformen. Außerdem erzählt Antonia auch nur ihrer besten Freundin von den Heiligen, die sie so verehrt, vor den anderen Klassenkameradinnen verheimlicht sie dies mehr oder weniger erfolgreich, da die sich doch mehr für Sportler in ihrem Alter interessieren.
    Doch trotz ihrem tief verwurzeltem Glauben ist Antonia ein normales Mädchen mit ganz normalen Bedürfnissen, nämlich dem Wunsch nach dem ersten Kuss. Und so muss sie einen schwierigen Balance-Akt leisten, immerhin sollten Heilige sich eigentlich mit diesen niederen Dingen beschäftigen oder sich gar danach sehnen.
    Fazit
    Leute, die sich nicht für Religion interessieren, sollten hier auch nicht zugreifen, denn es ist und bleibt der rote Faden dieses Buchs. Doch der Konflikt eines jungen Mädchen zwischen Religion und Teenagerdasein ist gut dargestellt und sorgt für so manch amüsante Begebenheit.
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Ausgaben von Antonia Lucia Labellas brillanter Plan

Hardcover

Seitenzahl: 304

Besitzer des Buches 1

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