Freude-Funken

Buch von Christian Bobin

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Freude-Funken

    Original : L'homme-joie (Französisch, 2012)
    Übersetzung : Maike Schuhmacher, Stephan Schuhmacher (2013)
    INHALT :
    Christian Bobin baut sein Buch um 15 Schilderungen und Betrachtungen auf : Portraits lieber Menschen (sein Vater), Begegnungen (Maria, das Zigeunerkind), bekanntere Gestalten wie Soulages, Glenn Gould als auch ein Brief an die geliebte und verlorene Frau im Zentrum des Textes. Eingeschoben zwischen diesen Betrachtungen : Kurze, prägnante, in der französischen Ausgabe handgeschriebene Gedanken in aller Dichte. Der Mensch und Dichter Bobin besingt das Alltägliche, verwandelt es vor uns in ein Lied.
    (Quelle : sich auf den Beschreibungstext des Herausgebers der franz. Ausgabe stützend)
    BEMERKUNGEN :
    Es handelt sich nicht um einen durchgehenden Erzählstrang oder fiktive Prosa, sondern um Betrachtungen (so will ich es mal nennen) und prägnante Erkenntnisse eines Mannes, der sich hier vor allem als Dichter, als beschaulicher Mensch abhebt, und – das sollte man wohl auch nicht verschweigen – sich auch outet in einem intensiven Verhältnis zu Gott, zu Christi Gestalt. In ihm, Jesus, finden wir gemäß eines seiner Gedankengänge, den « größten Poeten » schlechthin, der gelebt hätte. So ist der Bezug des französischen Titels (l'homme-joie = der Freudenmensch, der Mensch der Freude) nicht zunächst allein auf die Berufung des Menschen und als Einladung dazu zu verstehen, sondern auch schon als Bezeichnung für Jesu Sein. Damit ist dieses Buch sicherlich auch ein Zeugnis eines spirituell-christlich orientierten Menschen. Inwieweit die deutsch angestrebte Titelübersetzung diesen sehr konkreten Bezug überspielt mag jeder selber beurteilen. Freude-Funken erscheint mir schon ganz anders : es istunpersönlicher und auf das Objekt bezogen.
    Poesie, Schönheit, Hoffnung mögen zusammenfassende Kennzeichen dieser Texte sein. Dennoch gewinnen diese wohltuenden Betrachtungen an Tiefe und Glaubwürdigkeit durch die Einschiebung von ganz konkreten Tiefsterfahrungen : im Zentrum so, auch farblich abgehoben und gänzlichst handschriftlich geschrieben, ein Brief an die einzigartig geliebte, und verlorene Frau. Erfahrung von Verlust, Not, Trennung... So erahnt man, dass diese scheinbar so positiven Gedanken durch Leiden hindurch errungen und erkämpft worden sind. Sein Schreiben versteht sich als « Gegen-Lied », nicht nur einfach gegen die Atmosphäre der Zeit als auch vielleicht den nach unten ziehenden eigenen inneren Sog ?
    Dieser Text wird nicht durch Quantität bestechen. Bobin ist Meister der kurzen Form. Bei nüchternerem Lay-Out und geizigerem Schriftbild hätte man den Text gut auf zwei Drittel (oder weniger) an Seitenzahl unterbringen können. So aber entsteht ein luftiger Text, der zum Atmen, Einhalten, ja Meditieren, einlädt.
    « Das Leben ist hundert Milliarden mal schöner als wir es uns vorstellen oder als wir es leben. »
    « Ich träumte von einem Buch, das man wie eine Pforte eines verlassenen Gartens öffnet. »
    AUTOR :
    Christian Bobin kam am 24. April 1951 als Sohn eines Technischen Zeichners in Le Creuseot in der Bourgogne zur Welt. Nach einem abgeschlossenem Philosophiestudium arbeitete er zuerst in der Städtischen Bücherei von Autun, dann im Museum von Le Creuseot, um schließlich Redakteur der Revue Milieux zu werden. Seine ersten Texte, die in ihrer Kürze charakteristisch sind, erscheinen von 1977 an. 1993 gewann er den französischen Literaturpreis Prix des Deux Magots für sein Werk Le Très-Bas.
    (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Bobin dort fndet man auch noch einige recht treffende Zitate aus den bislang uebersetzten, ebenfalls interessanten Werken. Der durch die Rezi interessierte Leser mag dort weitere Entdeckungen machen!)
    Taschenbuch: 160 Seiten
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Ausgaben von Freude-Funken

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 141

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  • Mitglied seit 30. März 2006
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