Das Dorf der Mörder

Buch von Elisabeth Herrmann

  • Kurzmeinung

    Smoke
    bedrückende Geschichte, erstklassig erzählt und sehr gut gelesen
  • Kurzmeinung

    anne0815
    Einblick in die Abgründe der menschlichen Psyche und des Dorflebens

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Das Dorf der Mörder

An einem warmen Frühlingstag im Mai ereignet sich ein unfassbarer Mord im Berliner Tierpark. Als Sanela Beara, eine junge Streifenpolizistin, am Schauplatz eintrifft, herrscht Aufruhr. Nur wenige Tage später wird der Öffentlichkeit die geständige Mörderin Charlie Rubin präsentiert, doch Beara hat Zweifel. Auch der Psychologe Jeremy Saaler, der an einem Gutachten über Charlies Zurechnungsfähigkeit beteiligt ist, will nicht an Rubins Schuld glauben. Beide hegen den Verdacht, dass der Mord mit Charlies Kindheit in einem kleinen Dorf in Brandenburg verknüpft ist. Eine düstere Fährte führt sie nach Wendisch Bruch – ins Visier eines Gegners, der die Totenruhe im Dorf um jeden Preis bewahren will ...
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Serieninfos zu Das Dorf der Mörder

Das Dorf der Mörder ist der 1. Band der Polizistin Sanela Beara Reihe. Sie umfasst 2 Teile und startete im Jahr 2014. Der letzte bzw. neueste Teil der Serie stammt aus dem Jahr 2015.

Über Elisabeth Herrmann

Die deutsche Kriminalbuchautorin Elisabeth Herrmann wurde 1959 in Marburg an der Lahn geboren. Nach einer abgebrochenen Ausbildung zur Bauzeichnerin machte sie ihr Abitur am Abendgymnasium. Mehr zu Elisabeth Herrmann

Bewertungen

Das Dorf der Mörder wurde insgesamt 71 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,2 Sternen.

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Meinungen

  • bedrückende Geschichte, erstklassig erzählt und sehr gut gelesen

    Smoke

  • Einblick in die Abgründe der menschlichen Psyche und des Dorflebens

    anne0815

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Das Dorf der Mörder

    Inhalt
    Die Erzieherin, die an diesem Maitag mit ihrer Kindergruppe einen Ausflug in den Ostberliner Tierpark unternimmt, handelt verantwortungsvoll. Sie hindert Polizeimeisterin Sanela Beara daran, Kinder ohne Einwilligung der Eltern als Zeugen zu befragen. Tierparkbesucher hatten die Pekaris beim Herumkauen auf Leichenteilen beobachtet. Sanela Beara als Streifenpolizistin ist zuerst am Fundort und erhält von zwei kleinen Mädchen einen wichtigen Hinweis. Die junge Polizistin will sich für den höheren Polizeidienst bewerben und braucht dazu den Eignungsvermerk ihres Vorgesetzten. Doch der Fall des Toten aus dem Tierpark hat Sanela so fest im Griff, dass sie gegen jede Vernunft und Dienstvorschrift auf eigene Faust ermittelt. Fest im Griff hält Elisabeth Herrmann ihre Leser mit einem düsteren Prolog aus der Perspektive eines Hundes. Vor zwanzig Jahren muss der Hund gemeinsam mit einem kleinen Mädchen Zeuge eines blutigen Vorfalls geworden sein. Wer ist das Mädchen und welcher Zusammenhang besteht zwischen den Ereignissen von damals und dem Leichenfund im Tierpark? Charlotte Rubin, eine Mitarbeiterin des Tierparks, die sich durch ihr sonderbares Verhalten zur Hauptverdächtigen macht, soll von einem psychiatrischen Gutachter auf ihre Schuldfähigkeit begutachtet werden. Charlotte gibt an, keinen Kontakt zu ihren Angehörigen mehr zu haben, und schweigt zu den Verdächtigungen. Jeremy, Assistent und Doktorand des beauftragten forensischen Psychiaters, sucht außerhalb des Dienstes Kontakt zur Schwester der Verdächtigen. Mit seinen Alleingängen überschreitet Jeremy ähnlich wie Sanela seine Kompetenzen und gefährdet die Glaubwüridgkeit des Gutachtens. Ihre außerdienstliche Spurensuche führt zunächst Sanela, später auch Jeremy, nach Wendisch Bruch in Brandenburg, das Heimatdorf Dorf der Schwestern Cara und Charlotte. Im ehemals blühenden Ort leben heute nur noch acht alte Frauen; ihre Männer sind angeblich verschwunden. Verfallende landwirtschaftliche Gebäude, ein verwilderter Garten, Misstrauen gegenüber Fremden - hier ohne Wissen und Unterstützung der Kripo-Kollegen zu ermitteln war keine kluge Idee von Sanela. Wird sie in dem trostlos wirkenden Ort zur Aufklärung des Falls beitragen können?
    Fazit
    Obwohl ich Prologen gegenüber meist skeptisch bin, hat mich der ungewöhnliche Blick in die Vergangenheit hier sofort gefesselt. Vom Tierpark als Fundort versprach ich mir viele unterschiedliche Menschen und eine Herausforderung für die Spurensicherung. Die Streifenpolizistin Sanela, die zunächst in einer Nebenrolle auftaucht, übernimmt im Laufe der Handlung eine der Hauptrollen. Sanelas ermittlungstechnische Alleingänge zeigen sie als schwierige Kollegin. Doch anders als bei Jeremy kann ich mir - nachdem ihr mal kräftig der Kopf gewaschen wurde - für sie eine berufliche Weiterentwicklung vorstellen. Als zweite Figur mit Hang zu Alleingängen und sonderbarer Einstellung gegenüber den beruflichen Pflichten konnte der unentschlossen wirkende Psychologe Jeremy meine Sympathie nicht gewinnen. Als Assistent des Gutachters wird Jeremy abwechselnd als Psychologe in der Facharztausbildung, Psychiater und Arzt bezeichnet. Sein Irrlichtern zwischen den beruflichen Identitäten ist aufgrund einer strengen Regelung der Berufsbezeichnungen so in Deutschland unmöglich.
    Höhepunkt des Buches war für mich die Atmosphäre bröckelnder Idylle und Trostlosigkeit im ländlichen Brandenburg - auch wenn das Buchcover eher eine Einöde in Nordamerika verspricht. Allein die unheimliche Vorstellung, Kinder könnten Opfer oder Zeugen einer Gewalttat gewesen sein, hat mich in diesem Krimi in den Bann gezogen. Elisabeth Herrmann hält bis zur Auflösung des Falls die Spannung mit Andeutungen aufrecht, denen ich lieber nicht konkreter gefolgt wäre. Die Nähe meiner Vermutungen zu realen Fällen, in denen ein Dorf gemeinsam Gewalttaten verheimlichte, liess Wendisch Bruch sich beunruhigend in meiner Vorstellung einnisten. Mit "Das Dorf der Mörder" zeigt sich Elisabeth Herrmann von einer neuen Seite - und führt eine Ermittlerin mit Entwicklungsmöglichkeiten ein.
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  • Rezension zu Das Dorf der Mörder

    Ein uraltes Lied von Grauen und Angst
    Das Buch ist in zwei Handlungsstränge aufgeteilt, die zwar Berührungspunkte haben, aber erst gegen Ende wirklich zusammenlaufen. Einer folgt der ehrgeizigen jungen Polizistin Sanela Beara, der andere dem unsicheren Diplompsychologen Jeremy Saaler. Das fand ich hochinteressant und es funktioniert in meinen Augen auch sehr gut, denn der Leser kann die Geschichte dadurch aus zwei sehr unterschiedlichen Blickwinkeln verfolgen.
    Sanela ist nur eine kleine Streifenpolizistin, die eigentlich gar keine Befugnis dazu hat und sich dennoch wild entschlossen in den Fall verbeißt, koste es, was es wolle. Wenn sie ohne Erlaubnis ins Haus eines Verdächtigen einbrechen muss, dann ist das eben so! Ihr Vorgesetzter Gehring vergleicht sie mehr als einmal genervt mit einem kläffenden, kleinen Terrier, und sie schrappt immer haarscharf an einer Dienstaufsichtsbeschwerde entlang.
    Eigentlich fand ich es gut, dass sie immer ihrem Bauchgefühl und ihrem moralischen Kompass folgt, andererseits habe ich doch manchmal den Kopf über sie geschüttelt! Sie kann und will sich nicht einfügen in die hierarchischen Strukturen der Polizei - was ich allerdings auch wieder verstehen konnte, denn sie hat die Erfahrung gemacht, dass ihr ohnehin niemand zuhört.
    Mir gefiel sie gerade deswegen so gut, weil sie ein sperriger, unbequemer Charakter ist; sie hat dadurch Biss und wird nie langweilig.
    Jeremy kam mir dagegen erst sehr passiv und farblos vor. Er hat den Beruf des Psychologen eigentlich nur ergriffen, weil sein einflussreicher Vater ihn dazu gedrängt hat. Er kann selber gar nicht erkennen, dass er dafür tatsächlich beträchtliches Talent hat und der Beruf für ihn sogar Berufung sein könnte. Im Laufe der Handlung blüht er aber immer mehr auf, entwickelt Charakter und eigene Meinungen. Die konnte ich zwar nicht immer nachvollziehen, aber ich fand sie trotzdem interessant!
    Beide Protagonisten waren mir auf ihre eigene Art sympathisch, und ich fand sie glaubhaft und komplex geschrieben.
    Aber die interessantesten Charaktere waren für mich die geständige Mörderin und ihre Schwester, denn die konnte ich überhaupt nicht einschätzen. Beide können blitzschnell umschalten zwischen drastisch widersprüchlichen Verhaltensmustern. Großäugige Unschuld und ätzende Aggression, sanfte Freundlichkeit und rasender Zorn… Und dennoch macht ihr Verhalten von Seite zu Seite immer mehr Sinn.
    Der Mord, mit dem das Buch anfängt, ist nur die Spitze des Eisbergs, denn eigentlich hat alles schon viele Jahre zuvor in dem winzigen Dörfchen Wendisch Bruch seinen Anfang genommen. Ohne schon zu viel verraten, kann ich sagen: es geht um die Abgründe menschlichen Verhaltens und die spannende Frage, ob man erst durch Taten schuldig wird oder schon durch Wegsehen.
    Der Schreibstil hat mich schon im Prolog gefangen genommen! Für einen Krimi fand ich ihn eher ungewöhnlich - manchmal fast malerisch, oft mit dichter Atmosphäre. Wenn eine Szene es verlangt, verwendet die Autorin auch schon mal einen nüchternen oder kargen Schreibstil, aber selbst dann hat er meines Erachtens immer noch eine eindringliche Sprachmelodie.
    Eine Sache, die mich leider sehr gestört hat, war die Liebesgeschichte; diese konnte mich überhaupt nicht überzeugen. Sie ging mir zu schnell, hatte für mich einen ungesunden Beigeschmack und wurde mir letztendlich auch zu kitschig.
    Ein bisschen getröstet hat mich die Dynamik zwischen Sanela und ihrem Chef, denn die fand ich glaubhaft, interessant und fast ein bisschen rührend. Bis zum Schluss will er ihr am liebsten den Kopf abreißen, weil sie immer wieder im Alleingang losprescht, aber ganz heimlich und widerwillig bewundert er sie auch für ihre unnachgiebige Entschlossenheit.
    Das Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt und gut unterhalten! Ich fand die Geschichte vielschichtig, originell und kein bisschen vorhersehbar, und auch die Hauptcharaktere haben mir gut gefallen, gerade weil sie nicht perfekt sind. Der Schreibstil konnte mich mit seiner Vielseitigkeit ebenfalls überzeugen. Einzig die Liebesgeschichte war in meinen Augen überflüssig, zu bemüht und unpassend.
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  • Rezension zu Das Dorf der Mörder

    420 Seiten
    Meine Meinung:
    Der Prolog erzählt von Bruno, einem sensiblen Hund, der in einem Dorf Hilferufe hört und Blut riecht. Es klingt alles sehr mysteriös und unheimlich. Irgendetwas ist da passiert.
    Zwanzig Jahre später wird die Streifenpolizistin Sanela Beara und ihr Kollege zu einem Einsatz in den Tierpark gerufen. Eine Erzieherin hat den Notruf abgesetzt, da in einem Gehege ein Pekari-Eber an einer Hand herumkaute. Und zwei Kinder behaupten, dass der Täter ein Clown war, der auf einer Schubkarre etwas weggeführt hat.
    Nachdem auch Sanela niedergeschlagen wird, ist die einzige verdächtige Person Charlotte Rubin, die Futtertierzüchterin, die in der Nähe ist und sich auffällig verhält. Sie wird sofort festgenommen und für den Chef der Mordkommission, Kriminalhauptkommissar Lutz Gehring, ist der Fall völlig klar und abgeschlossen. Sanela berichtet ihm von den Aussagen der Kinder, aber er blockt alles ab.
    Charlotte Rubin spricht nicht und muss für ein Gutachten zum Psychiater. In der Praxis von Dr. Brock findet der junge Mitarbeiter Jeremy Saaler dann heraus, dass Charlotte Rubin noch eine Schwester, Cara Spornitz, hat, aber sie haben seit Jahren keinen Kontakt.
    Sanela lässt der Fall keine Ruhe und sie fährt gegen alle Vorschriften nach Wendisch Bruch, in das Heimatdorf von Charlotte Rubin, um dort auf eigene Faust zu ermitteln. Das Dorf ist komplett verkommen, es gibt nur mehr 8 Frauen, alle Männer sind verschwunden und von Gastfreundlichkeit kann keine Rede sein. Es ist sehr unheimlich und schwierig etwas in Erfahrung zu bringen.
    Eine äußerst düstere und unglaubliche Geschichte, die aber trotzdem sehr spannend ist. Die Ermittlungen ziehen sich bis zum Ende und man erfährt erst am Schluss, was und wer wirklich dahintersteckt. Die Personen sind recht gut gezeichnet und passen hervorragend in dieses Szenario. Was mir nicht so gut gefallen hat, ist die teilweise dilettantische Vorgehensweise bei den Ermittlungen und auch beim Psychiater. Über die Protagonisten hätte ich auch gerne etwas mehr Persönliches erfahren, sie hatten etwas zu wenig Tiefgang.
    Alles in allem hat mir dieses Buch aber sehr gut gefallen und ich hoffe, Frau Herrmann setzt dies mit den beiden Protagonisten Sanela Beara und Lutz Gehring in einem weiteren Roman fort.
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  • Rezension zu Das Dorf der Mörder

    Als ich das Buch zugeklappt habe, habe ich mir diese Frage wirklich gestellt: “Und, wie hat es dir gefallen?” Schon daran merkt man, dass es keine eindeutige Antwort auf diese Frage geben wird. Ich fange mal mit dem an, was ich gut fand: “Das Dorf der Mörder” ist ein gut erzählter Thriller. Die Handlung wird sinnvoll aufgebaut, falsche Ideen im Leser geweckt, Rätsel aufgeworfen, die am Ende erst Sinn machen, und dann ist da noch der sehr unheimliche und absolut geniale Prolog, der am Ende des Thrillers erst quasi aufgelöst wird und der für mich ein Highlight war.
    Der Mord ist spektakulär, und die Recherchen rund um Tierparks und die Zucht von Futtertieren, die die Autorin betrieben hat, werden hier gut in die Handlung eingearbeitet. Ich fand, dass Charlotte Rubin eine interessante Figur war, die einerseits Rätsel aufgab, sehr viele Ecken und Kanten hatte und die ich trotzdem irgendwie mochte.
    Ich glaube, letztlich hat mich der Titel irritiert. “Das Dorf der Mörder” heißt der Thriller ja nun mal, und man muss sich durch gut die Hälfte des Buches erstmal durchwursteln, bis es überhaupt mal in dieses Dorf geht. Dadurch hatte ich beim Lesen immer das Gefühl, dass es nicht richtig voranging mit der Handlung, auch wenn – wie ich ja bereits erwähnt habe – Elisabeth Herrmann meiner Meinung nach wirklich einen gut strukturierten Thriller geschrieben hat. Dennoch wurden bei mir andere Erwartungen geweckt und ich hatte einfach lange das Gefühl, die Handlung habe noch nicht richtig begonnen.
    Dass man bei den Ermittlern auf Außenseiterfiguren trifft, ist nicht ungewöhnlich, aber hier wäre ein bisschen weniger in Ordnung gewesen. Sanela Barea ist für meinen Geschmack zu sehr auf ihr Außenseitertum reduziert und darauf, dass sie eben bestimmte Charakterzüge hat, wofür man nach und nach ein paar Gründe genannt bekommt. Sie allein wäre ja in Ordnung, aber dann hätte Jeremy Saaler gern etwas weniger verunsichert und unerfahren sein dürfen. Im Grunde sind so nämlich beide Ermittler ein bisschen viel mit sich selbst beschäftigt.
    Insgesamt hat mir “Das Dorf der Mörder” schon ganz gut gefallen, es kann aber mit “Schattengrund” zum Beispiel nicht mithalten.
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  • Rezension zu Das Dorf der Mörder

    Klapptext
    Ein perfider Mord im Berliner Tierpark.
    Ein verlassenes Dorf in Brandenburg.
    Und eine junge Ermittlerin, die in eine mörderische
    Falle tappt.
    An einem warmen Frühlingtag im Mai ereignet sich ein unfassbarer Mord im Berliner Tierpark. Als Sanela Beara, eine junge Streifenpolizistin, am Schauplatz eintrifft, herrscht Aufruhr. Nur wenige Tage später wird der Öffentlichkeit die geständige Mörderin Charlie Rubin präsentiert, doch Beara hat Zweifel. Auch der Psychologe Jeremy Saaler, der an einem Gutachten über Charlies Zurechnungsfähigkeit arbeitet, will nich an ihre Schuld glauben. Beide hegen den Verdacht, dass der Mord mit Charlies Kindheit in einem kleinen Dorf in Bradenburg verknüpft ist. Eine düstere Fährte führt sie nach Wendisch Bruch - ins Visier eines Gegners, der die Totenruhe im Dorf um jeden Preis bewahren will.
    Mein erster Eindruck
    Den Klapptext fand ich sehr ansprechend. Besonders interessant fand ich den zum Buch gehörenden Trailer in dem die Autorin uns eine der Hauptcharaktere und die Geschichte des Buches näher brachte. Im Zusammenspiel mit dem Cover war da die erste Neugier geweckt. Der Tote im Tierpark scheint auf den ersten Blick ja in überhaupt keiner Verbindung zum Titel des Buches zu stehen und so wartet man durchaus sehr gespannt, bis sich Verbindungen auftuen.
    Zur Autorin
    Elisabeth Hermann arbeitete nach ihrem Studium als Fernsehjournalsitin beim RBB. Fast alle ihre Bücher werden und wurden verfilmt. Den Durchbruch erlebte sie mit dem Buch "Das Kindermädchen". Durch die Lesung und den sehr tollen Trailer zum Buch entstand ein sehr positiver Eindruck von ihr.
    Charaktere und Handlungsstränge
    Ganz direkt auf den Inhalt eingehen möchte ich nicht weiter, als bereits im Klapptext erzählt wird, aber wichtig vorzustellen wären unter anderem Sanela Beara und Jeremy Saaler. Sanela, da musste ich als erstes an diese Magarine zum Backen denken: Sanella. Ich glaube du Beginn des Buches, habe ich den Namen im Kopf auf völlig falsch ausgesprochen. Interessant ist an ihr erstmal dass die Autorin überhaupt nicht vorgehabt hatte sie groß in die Geschichte zu verwickeln. Im Expose gab es ihren Charakter noch überhaupt nicht, bevor Sanela dann ein Eigenleben entwickelte und sich auf eigene Faust durchs Buch schlug. Sie ist "bloß" Streifenpolizistin und wird an einigen Stellen deswegen auch nicht ernst genommen.
    Auf der anderen Seite haben wir Jeremy Saaler, der Assistent des Psychologen Dr. Dr. Brock. Doch während Charlotte Rubin mit dem Professor überhaupt nicht reden möchte, scheint der unerfahrene Jeremy einen Draht zu ihr Aufbauen zu können. Auch er beginnt kurz darauf gegen Anweisungen alleine zu ermitteln.
    Sanela und Jermey kommen über zwei völlig unterschiedliche Wege zum gleichen Schluss und landen daraufhin in dem kleinen Dorf in Brandenburg. Es sind zwei völlig parallel laufende Handlungsstränge, die sich erst ganz am Ende im Finale des Buches kreuzen.
    Meine Meinung
    Je tiefer man in die Geschichte eintauschte, desto grausamer und unvorstellbarer wurde die ganze Geschichte.Wenn man den Titel des Buches hört, asoziert man damit nicht direkt den Anfang dieses Buches. Ein Leichenfund im Tierpark scheint so völlig zusammenhangslos. Man liest also zunächst weiter um zu erfahren, wie das Ganze mit einem Dorf zusammenhängt.
    Alleine das erste Kapitel/ der Prolog ist etwas völlig anderes. Es ist aus der Sicht eines Hundes geschrieben und beschreibt Ereignisse die sich vor 20 Jahren ereigneten, bevor die Geschichte in die Gegenwart springt. Der Leser erfährt dabei nicht sehr viel, aber die Hunde und das Geheule tauchen im gesamten Buch immer wieder auf. Man weiß einfach automatisch: Wenn von den Hunden die Rede ist, wird von etwas ganz furchtbarem gesprochen. Letztlich geben auch erst die Hunde ganz zum Schluss des Buches den Schlüssel für die Lösung.
    Die Verstrickungen der etwas ungewöhnlichen Charaktere, jene die in anderen Krimis eher eine Nebenrolle bekommen hätten und deren völlig unabhängig voneinander laufenden Handlungsstränge machen das Buch sehr spannend.
    Der Öffentlichkeit wird direkt zu Anfang der Geschichte eine Mörderin serviert: Charlotte Rubin. Ob es sich bei dieser Frau allerdings wirklich um die Mörderin handelt wird erst auf den letzten Seiten sehr ausführlich verraten. Ich habe es in anderen Büchern erlebt, wo es am Ende dann rasend schnell geht und die Lösung einfach offen dargelegt wird. Das ist hier anders. Auch wenn es Handlunsgtechnisch sehr schnell vorangeht, hat man nicht den Eindruck damit überrollt zu werden. Ich fand es letztlich sehr stimmig.
    Abschließende Bewertung
    Sehr außergewöhnliche Charaktere und eine sehr traurig, grausame Geschichte machen das Buch wirklich zu etwas einzigartigem. So grausam es an einigen Stellen auch ist, schafft es die Autorin einen trotzdem zum Lachen zu bringen. Für dieses tolle Buch gibt es daher
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  • Rezension zu Das Dorf der Mörder

    Ich habe "Das Dorf der Mörder" heute beendet. Es dauerte etwas, bis ich mit dem Buch warm wurde. Glücklicherweise habe ich durchgehalten, denn nach den ersten Kapiteln, die mich nicht so fesselten, wurde es immer spannender. Obwohl ich relativ früh einen gewissen Verdacht zu den Hintergründen des Mordes "nach Bauernart" hatte, wurden die Einzelheiten doch erst nach und nach enthüllt.
    Das Verhältnis der Schwestern Charlie und Cara zueinander blieb lange rätselhaft, wurde meiner Meinung nach aber schlüssig aufgelöst. Die junge Streifenpolizistin Sanela Beara wirkte auf mich, obwohl sie "frech", "ungehorsam" und aufdringlich ist, sehr sympathisch.
    Die männliche Hauptfigur Jeremy Saaler diente dagegen mal wieder als anschauliches Beispiel dafür, wie Männer sich in Gefahr bringen können, wenn ihr Kontrollzentrum unter die Gürtellinie rutscht. Sein Verhalten war sehr unprofessionell, das hätte mir anstelle von Professor Brock sehr missfallen.
    Sehr gut hat mir die Darstellung des (fast) verlassenen Dorfes gefallen, in dem sich "schon lange nicht mehr" ein normales Dorfleben abspielt. Die Vorgänge, die sich in Wendisch Bruch abgespielt haben, sind schier unglaublich. Ebenso unglaublich ist es, dass keine(r) je eingeschritten ist.
    Ich habe mich jedenfalls gefreut,
    Ich gebe eine uneingeschränkte Leseempfehlung für Liebhaber von eher blutarmen, aber auf´s Gemüt schlagenden Psychothrillern und rate dazu, sich von dem wenig spannenden (und unappetitlichen) Anfang nicht von der weiteren Lektüre abhalten zu lassen.
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Ausgaben von Das Dorf der Mörder

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 480

Taschenbuch

Seitenzahl: 512

E-Book

Seitenzahl: 477

Hörbuch

Laufzeit: 00:09:13h

Besitzer des Buches 136

  • Mitglied seit 16. November 2018
  • Mitglied seit 15. Dezember 2017
  • Mitglied seit 2. Februar 2022
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Update:

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