Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu 14

Frankreich, 1914: Ein idyllischer Sommertag, Anthime radelt durch die sonnenbeschienene Vendée. Er hört die Sturmglocken läuten, das Signal für die allgemeine Mobilmachung. Mit der alle gerechnet haben, nur nicht an einem Samstag, dem 1. August. Echenoz erzählt vier Kriegsjahre im Zeitraffer: Fünf Männer ziehen in den Krieg, eine schwangere Frau wartet auf die Rückkehr von zweien von ihnen. Bleibt zu erfahren, ob sie wiederkommen. Und wann. Und in welchem Zustand. Der Erste Weltkrieg ist heute nicht mehr mit traditionellen Mitteln darstellbar – Echenoz als Meister der Romansubversion zeigt, wie es anders gelingt.
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Bewertungen

14 wurde insgesamt 11 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu 14

    Zum Inhalt (Booklet):
    Frankreich, 1914: Ein idyllischer Sommertag, Anthime radelt durch die sonnenbeschienene Vendée. Er hört die Sturmglocken läuten, das Signal für die allgemeine Mobilmachung. Mit der alle gerechnet haben, nur nicht an einem Samstag, dem 1. August. Echenoz erzählt vier Kriegsjahre im Zeitraffer: Fünf Männer ziehen in den Krieg, eine schwangere Frau wartet auf die Rückkehr von zweien von ihnen. Bleibt zu erfahren, ob sie wiederkommen. Und wann. Und in welchem Zustand. Der Erste Weltkrieg ist heute nicht mehr mit traditionellen Mitteln darstellbar – Echenoz als Meister der Romansubversion zeigt, wie es anders gelingt.
    Cover:
    Das Cover hat meiner Meinung nach so rein gar nichts über den Inhalt ausgesagt. Wir sehen hier auf schwarzem Grund eine goldene 14 und unterhalb des Titels zwei Wagons eines Zuges vor dem sich eine Menge Menschen tummeln. Da kann man jetzt viel hineininterpretieren und ich muss ehrlicherweise gestehen, dass ich das Cover so recht langweilig fand. Wäre das Buch jetzt nicht im Sonderangebot gewesen, hätte ich es sicher nicht gekauft.
    Eigener Eindruck:
    Anthime ist gerade einmal Anfang 20 als er die Glocken zur Mobilmachung vernimmt und sogleich in die Stadt eilt, um dort Weiteres zu erfahren. Frankreich befindet sich am 1. August 1914 mitten im ersten Weltkrieg und beginnt damit alle gesunden und geeigneten Männer einzuziehen, die dem Krieg eher wie ein Abenteuer entgegen blicken. So wird nicht nur Anthime eingezogen, sondern auch dessen älterer Bruder Charles, welcher immer recht unnahbar ist und Anthime schneidet, wo es nur geht. Beide Burschen scheinen ein Auge auf die junge Fabrikbesitzertochter Blanche geworfen zu haben und als beide bereits an der Front sind, erfährt die junge Frau, dass sie ein Kind erwartet. Während Blanche auf die Rückkehr des Kindsvaters wartet, müssen die beiden Brüder dem Grauen ins Auge blicken.
    Dieses Buch war durchaus interessant, da es entgegen vieler anderer Romane mit der Thematik des ersten Weltkriegs konfrontiert. Es zeigt nicht nur, wie leichtsinnig und verblendet viele Männer in den Krieg gezogen sind, es zeigt auch, dass auch auf Seiten der Regierung oft nicht gut mitgedacht worden ist, denkt man jetzt nur an die glänzenden Helme, welche den Soldaten zum Verhängnis wurden. Das Buch an sich ist eine nette Gelegenheit, um einen groben Überblick zu verschiedenen Themen zu bekommen, die die damalige Zeit geprägt haben. Einmal der Krieg mit seinen vielen technischen Veränderungen, seiner detaillierten Brutalität und schließlich dem, was Desarteuren und Kriegsverletzten blühte. Außerdem die Tatsache, dass die damalige Gesellschaft noch recht verbohrt war, was Sex vor der Ehe anging und die damit verbundenen „Machenschaften“, um ohne viel Tratsch aus der Sache heraus zu kommen. Des Weiteren gibt das Buch auch einen Einblick über die wirtschaftliche Lage der Franzosen und wie sich der Krieg schlussendlich auf Wirtschaft und Bevölkerung ausgewirkt hat. Dabei schreibt der Autor sehr detailliert, aber auch recht sprunghaft. Er schönt recht wenig aus und bedient sich seiner Epoche entsprechend einer recht gestelzten Sprache sowie keinen Dialogen im klassischen Sinn, so wie wir sie kennen. Das ist bisweilen ein wenig verwirrend, aber wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, dann kommt man gut damit klar. Die Charaktere die der Autor hier geschaffen hat, konnten mich nicht wirklich überzeugen. Einerseits haben wir viele Nebencharaktere, die nicht weiter erläutert werden, aber öfter auftauchen und dann haben wir da noch das Trio Blanche, Anthime und Charles. Man muss zu Beginn schon ein bisschen rätseln, wie die drei zusammen gehören und vor allem Charles kommt bei dem Charakterdesign sehr schlecht weg. Er wirkt sehr überheblich und man vermisst vor allen eins bei den Brüdern, Bruderliebe. Man könnte meinen, dass die beiden schier gar nicht zusammen gehören, so kalt ist Charles zu dem jüngeren Anthime. Warum das so ist, das bleibt dem Leser verborgen. Auch fehlt mir zwischen diesem gestelzten Schreibstil oft der wirkliche Funken bei den Emotionen. Das Buch macht zwar einen gewissen Grad an Beklemmung aus, aber man vermisst Dinge wie Trauer oder Sehnsucht, wirkliche Angst und dergleichen. Das fand ich wirklich schade.
    Fazit:
    Der Schreibstil ist eindeutig Geschmackssache und entscheidet für jeden Leser individuell, ob es sich hierbei um ein gutes oder ein schlechtes Buch handelt.
    Idee: 4/5
    Logik: 3/5
    Charaktere: 3/5
    Emotionen: 3/5
    Spannung: 3/5
    Gesamt: 3/5
    Daten:
    ISBN: 9783833310195
    Sprache: Deutsch
    Ausgabe: Flexibler Einband
    Umfang: 128 Seiten
    Verlag: Berlin Verlag Taschenbuch
    Erscheinungsdatum: 14.09.2015
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  • Rezension zu 14

    Vor einhundert Jahren begann im August 1914 der Erste Weltkrieg. Es war der katastrophische Auftakt zu einer Serie von Kriegen und Völkermorden, die das 20. Jahrhundert über Europa und die ganze Welt brachte.
    Eine Fülle von zumeist sehr voluminösen Publikationen ist schon erschienen, weitere werden mit Sicherheit folgen. Der Autor Herbert Günther hat in seinem gerade bei Gerstenberg erschienenen Jugendroman „Zeit der grossen Worte“ erfolgreich und ansprechend versucht, mit einem zu Beginn des Krieges 15-jährigen Ich-Erzähler namens Paul das Geschehen einem jungen Publikum nahe zu bringen.
    Ganz wenig Platz für seinen Roman zum Ersten Weltkrieg braucht der für diesen Minimalismus bekannte französische Schriftsteller Jean Echenoz. In „14“, ein Titel kurz wie ein Gewehrschuss, erzählt er von fünf jungen Männern, die Anfang August aus der Provinz Vendee begeistert in den Krieg ziehen. Sie glauben ihrem Hauptmann Vayssiere, der ihnen während der Vorbereitung auf den Kampf, der sie in die Ardennen führen wird, erzählt: „Ja, wir werden alle wieder in die Vendee zurückkommen. Eines aber ist wichtig. Wen im Krieg doch ein paar Mann sterben, dann wegen mangelnder Hygiene. Nicht die Kugeln töten, sondern die Unsauberkeit ist fatal, sie heißt es in erster Linie zu bekämpfen. Also, wascht euch, rasiert euch, kämmt euch ordentlich, dann habt ihr nichts zu befürchten.“
    Wie in einem Zeitraffer erzählt Echenoz nun auf 124 Seiten in 15 kurzen Kapiteln die Geschichte dieser jungen Männer und die einer schwangeren Frau, die auf die Rückkehr von zweien von ihnen wartet. An keiner einzigen Stelle geht es um den Grund dieses Krieges oder sein Ziel, genauso wenig wie den Soldaten aller Seiten, die in diesen vier schrecklichen Jahren ihr Leben lassen sollten, dies jemals bewusst oder einsichtig war. Es ist ein Geschehen, das sie erdulden, an dem sie sterben und das den Hauptprotagonisten Anthime vor dem Ende des Krieges mit amputiertem rechten Arm vorzeitig nach Hause kommen lässt.
    Es sind die genauen Beobachtungen und Beschreibungen von Einzelheiten, die das Buch auszeichnen. Ohne den Zwang, den Krieg zu verurteilen oder zu erklären, beschreibt Echenoz mit melancholischem Unterton die Alltagswelt und die Alltagssorgen der Menschen, in deren Leben die Ereignisse einfach so hineinrutschen. In der Schilderung von Echenoz scheint der schreckliche Krieg auf eine seltsame und fast unheimliche Weise menschlich, weil er vom Leben und der Wahrnehmung einfacher Menschen erzählt, die ihn erleben und erleiden.
    Trotz dieser bewussten Reduktion erzählt der kleine Roman das ganze Geschehen und lässt, vom Autor beabsichtigt, einen Leser zurück, den er mit seiner einfachen Darstellung ins Nachdenken gebracht hat darüber, wie Menschen damals in ihr Verderben rannten. Und: ob das jemals wieder so möglich wäre.
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  • Rezension zu 14

    Original : Französisch, 2012
    INHALT :
    Fünf Männer sind in den Krieg gezogen. Eine Frau erwartet die Rückkehr von Zweien unter ihnen. Bleibt zu fragen, ob sie zurückkehren. Wann. Und in welchem Zustand.
    (Klappentext der französischen Ausgabe ; Behelfsübersetzung von mir)
    Cinq hommes sont partis à la guerre, une femme attend le retour de deux d’entre eux. Reste à savoir s’ils vont revenir. Quand. Et dans quel état. (Original französischer Klappentext)
    BEMERKUNGEN :
    Der Roman ist bei 124 großzügig gedruckten Seiten in 15 Kapitel gegliedert. Und jedesmal scheint das Augenmerk leicht woanders zu liegen, bzw. gibt es eine Steigerung, eine neue Perspektive auf die Ereignisse.
    Wir folgen nicht nur – wie der knappe Klappentext eventuell zu denken geben könnte – eine Dreiecksgeschichte, sondern auch ausschnittsmäßig dem Verlauf des I.Weltkrieges selbst anhand von mehreren Personen aus ein und demselben Dorf in der Vendée, in der Nähe zur Atlantikküste. Jeden trifft ein anderes Schicksal und jeder mag jeweils eine der möglichen Varianten darstellen, den Krieg zu überleben oder auch nicht.
    In Frankreich muss man bei der Zahl des Titels nicht lange überlegen : der « Große Krieg » (1914-18 ) ist bis heute vielleicht hier noch gegenwärtiger als woanders. Er war auch, zählt man die Toten, für Frankreich verlustreicher - vielleicht sogar in mancherlei Hinsicht traumatischer ? Doch man sollte wohl nicht vergleichen ! - als der II.Weltkrieg. Wie hier Echenoz auf wenigen Seiten diesen Krieg exemplarisch anhand einiger Lebensfäden erzählt ist schon große Kunst.
    Deutlich erkennbar ist die allmähliche Steigerung der Ernsthaftigkeit, Gefahr der Situation : Beginnt der Roman mit einem fast romantischem, wenn auch windigem, Fahrradausflug, so ruft die Mobilmachung fast Freudentaumel hervor : ja, das wird ein kleiner Spaziergang, und in ein paar Wochen sind wir zurück zum Herbst ! Auch die ersten militärischen Übungen könnten noch unter Abenteuer laufen. Dann wird es unerwartet ernster und länger ; und es geht in die Ardennen... Und so geht es voran, von Kapitel zu Kapitel, bis zu Höhepunkten der Grabenkämpfe. Der kleine Roman führt uns in gemeisterter Schraffung bis zum Ausgang des Weltkrieges heran.
    Insbesondere bei den Kampfeshandlungen zeigt der Autor manchmal eine scheinbar lapidare, fast zynisch erscheinende Sprache. Oder steckt dahinter der Schrei der Absurdität und ein Ausdruck des Horrors vor dem Elend des Krieges ?
    Die « Dreiecksgeschichte » wird ihren Ausgang finden. Und wir erfahren auch langsam mehr von Anthime und Charles, die auf je ihre Weise Blanche und sogar einander verbunden sind. Blanche wiederum erwartet für Januar 1915 ein Kind. Wer ist der Vater ? Unter welchen Vorzeichen wird die diskrete Spannung gelöst?
    Sehr empfehlenswert ! Warten wir mal auf eine deutsche Übersetzung ?
    AUTOR:
    Jean Echenoz (* 26. Dezember 1947 in Orange, Vaucluse/Frankreich) ist ein französischer Schriftsteller. Er lebt seit 1970 in Paris. Er studierte Soziologie und Bauwesen. International bekannt wurde er durch seinen Roman „Ich gehe jetzt“, für den er 1999 mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet wurde. Sein Roman Cherokee erhielt den Prix Médicis.
    Echenoz lebt seit 1970 in Paris. Er war mit der deutschen Autorin und Übersetzerin Anne Weber verheiratet. (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Jean_Echenoz und ausführlichere Informationen bei: http://fr.wikipedia.org/wiki/Jean_Echenoz )
    Bislang sind schon zwei Bücher des Autors hier rezensiert worden :
    http://www.buechertreff.de/rez…ean%20Echenoz-index1.html
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Ausgaben von 14

Taschenbuch

Seitenzahl: 128

Hardcover

Seitenzahl: 128

E-Book

Seitenzahl: 129

Hörbuch

Laufzeit: 00:02:27h

14 in anderen Sprachen

Besitzer des Buches 14

Update: