Frankenstein

Buch von Mary Shelley

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Bewertungen

Frankenstein wurde insgesamt 87 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4 Sternen.

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Meinungen

  • Vor Jahren gelesen, jetzt als HB. Gute Geschichte mit einigen Längen, hörenswert, Wertung bleibt unverändert

    Dave2311

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Frankenstein

    Wirklich genau sagen, was ich von diesem Klassiker erwartet habe, kann ich nicht. Ich habe mich auf die Lektüre eingelassen, ohne gross etwas im Kopf zu haben. Neugierig war ich, zu erfahren, wie die ursprüngliche Geschichte, das Original, daherkommt.
    Wahrscheinlich konnte ich das Buch genau deshalb so sehr geniessen. Überraschenderweise hat mir vor allem Mary Shelleys Sprache sehr gut gefallen. Sie ist eine richtige Vertreterin der Romantik und das spiegelt sich in ihrem berühmtesten Werk durch und durch.
    Wäre das Buch in unserer Zeit geschrieben worden, wäre "Frankenstein" eher ein actionlastiges Werk mit jugendlichem Helden geworden, der alles daran setzen würde, seine Kreatur zu vernichten. Doch es wie bereits erwähnt, ein Buch aus der Romantik ist, funktioniert es völlig anders und könnte deswegen ein jüngeres Publikum auch eher langweilen.
    Denn bei Shelley geht es eher um die Darstellung des inneren Konfliktes von Viktor Frankenstein und dessen seelische Zustände. Aber ebenso lässt sie das Monster zu Worte kommen, uns erzählen, was es durchmachen musste. Hier wirft die Autorin spannende und diskussionswürdige Fragen auf. Woher kommt das Böse? Wer ist dafür verantwortlich? Kann ich andere für mein Leid verantwortlich machen?
    Der Horror des Buches lebt vor allem vom psychologischen Aspekt, nicht von Blut, Gliedmassen oder irgendwelchen Ouija-Brettern. Shelley stellt sich die Frage, wie es ist, mit solch einer Bürde zu leben und auch, wie es ist, eine solche Bürde zu sein. Was hätte nicht alles aus dem Monster werden können?
    Durch all diese Aspekte wird "Frankenstein" zu einem ruhigen, tiefen und auch erschütternden Roman. Oft hatte ich tatsächlich Mitleid mit dem Monster, auch wenn dies nicht unbedingt gerechtfertigt sein mag.
    Ein schön geschriebenes, tiefgründiges Werk, das ich aufgrund des fordernden Englisches und des gemächlichen Tempos an eher erfahrene Leser empfehlen kann.
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  • Rezension zu Frankenstein

    Die phantastische Geschichte des Victor Frankenstein, der – an der Universität Ingolstadt – ein künstliches Wesen erschafft, das er nicht beherrschen kann. Das Monster sehnt sich nach Liebe und Gemeinschaft, bringt aber allen, die ihm zu nahe kommen, den Tod.
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    Autor:Mary Shelley (1797-1851) begann schon als Kind Gedichte und Romane zu verfassen. Noch keine 17 Jahre alt, brannte sie mit dem jungen Dichter Percy Shelley durch und bereiste Europa. Im Jahr ihrer Hochzeit 1816 verbrachten beide den Sommer mit Lord Byron am Genfer See, wo sie Ideen für Schauergeschichten sammelten. Schon zwei Jahre später veröffentlichte Shelley ihren Frankenstein, den Vater aller Gruselromane, dessen Erfolg es ihr ermöglichte, fortan als angesehene Schriftstellerin zu leben.
    ***
    Wer kennt sie nicht, die Geschichte von Frankenstein und seiner Kreatur, wurde sie doch vielfach verfilmt.
    Am besten man vergisst alles Gesehene und Gehörte und genießt diese Auflage nach der Fassung aus dem Jahre 1831 ganz unvoreingenommen.
    Taucht ein in das späte 18. Jahrhundert und erfährt die wahre Geschichte Viktor Frankensteins, dessen Forschungsdrang zur Besessenheit wurde und das Ergebnis ihn einsam und wahnsinnig machte und ihn zur nächsten Besessenheit trieb. Erfährt die Geschichte aus Sicht der Kreatur, die von der Gesellschaft zu dem gemacht wurde was sie ist, nämlich brutal, grausam und ebenso einsam.
    Anfangs fällt es vielleicht schwer, aufgrund der alten Schreib- und Redeweise der Romantik, in die Geschichte hineinzufinden. Aber hat man sich erst daran gewöhnt und lässt sich auf diese ein, eröffnet sich einem eine bildgewaltige und ausdrucksstarke Sprache, die einer Poesie gleicht - melancholisch und düster.
    Diese Geschichte beinhaltet nicht nur Spannung und Phantastik, sondern oder vor allem auch Kritik gegenüber der Gesellschaft und deren Oberflächlichkeit und was diese aus einer unschuldigen und anfangs gutherzigen Kreatur machen kann. Kritik gegenüber der Wissenschaft und Forschung, wobei die Frage aufgeworfen wird, wie weit kann bzw. darf man gehen?
    Dieses Buch wurde zwar als Horror-Literatur bekannt, aber in diesem Klassiker steckt so viel Aussagekraft und Botschaft, welche aktueller nicht sein könnte.
    Fazit:
    Auch wenn ich mich maßlos über Viktor aufgeregt habe und er für mich derzeit der Unsympathler aus Romanen des 19. Jahrhunderts ist, würde ich dieses Buch immer wieder lesen. Alleine aufgrund der typischen bild- und wortgewaltigen Schreibweise der Romantik und der Botschaft, die einem da mitgegeben wird. Es lässt einen nachdenklich zurück und man überlegt, ob man nicht selbst zu diesen oberflächlichen Individuen gehört. Dieser Klassiker ist zu Recht ein Klassiker.
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  • Rezension zu Frankenstein

    Hallole!
    Frankenstein habe ich mit 10 oder 11 Jahren gelesen, viel zu früh natürlich. Ich weiss es noch ziemlich genau, ich durfte in der Stadt bleiben, mir im Buchclub ein Buch aussuchen und das erste Mal alleine mit der Straßenbahn nach Hause fahren. Wie ich auf Frankenstein kam, weiß ich nicht mehr genau, ich hatte bisher nur Kinderbücher gelesen. Am Ende jedenfalls stand Dracula und Frankenstein zur Wahl und Frankenstein wurde es dann, weil Dracula umfangreicher war und ich mir schon bewußt war, dass die Lektüre nicht eben einfach werden würde.
    Ich war von dem Buch sofort fasziniert. So eine altertümliche Sprache hatte ich bisher noch nicht gelesen (Übersetzung von Friedrich Plakovics) und ich war auch überrascht, wie symphatisch und menschlich das "Monster" geschildert wurde und wie verzagt, schwach und feige sein Schöpfer, Frankenstein, reagierte, als er sein Werk das erste Mal lebendig vor sich sah. Erwartet hatte ich ein scheußliches Monster, das sein Unwesen treibt und jeden meuchelt, der seinen Weg kreuzt. Und nun wurde mir hier ein Wesen vorgestellt, sensibel und feinfühlig, das sich nichts anderes wünscht als anerkannt und in die Gemeinschaft der Menschen aufgenommen zu werden aber überall nur auf Ablehnung stößt und Angst und Schrecken verbreitete, nur Aufgrund seines Äusseren. (Ein Vorurteil und eine Vorverurteilung, der ich selber nie erliegen wollte, hatte ich mir fest vorgenommen.) Niemand war bereit, sich mit ihm zu befassen und auf ihn einzugehen und der Tod des kleinen Mädchens (oder war es ein Junge?), das versehentlich erwürgt wurde weil es nicht zu schreien aufhören wollte, geschah ihm beinahe Recht, ich hatte hier jedenfalls wenig Mitleid. Eigentlich hätte ich es gerne gesehen, dass sich die beiden anfreunden, so aber nahm die Tragödie ihren Lauf.
    An viel mehr Einzelheiten erinnere ich mich nicht mehr, weiß aber noch, dass mich das Buch seinerzeit sehr gefesselt hat. Obwohl ich das oft mache, habe ich den Roman nie ein zweites Mal gelesen. Das sollte ich demnächst vielleicht einmal nachholen.
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  • Rezension zu Frankenstein

    In einer Rahmen- und einer Kernhandlung, die zum Ende des Romans ineinander fließen erzählt Mary Shelley (zum Zeitpunkt der Niederschrift gerade achtzehn Jahre alt) von Hochmut, Leid und dem tiefen Fall zweier Protagonisten.
    Im Arktischen Eis findet der Leiter einer Polarexpedition einen Mann auf einer Eisscholle und nimmt ihn an Bord seines Schiffes. Im Folgenden berichtet dieser seine Lebensgeschichte und wie es ihn an diesen unwirtlichen Ort verschlagen hat. Es handelt sich um Viktor Frankenstein, einen jungen Schweizer, der während seines Studiums der Naturphilosophie in Ingolstadt dem Geheimnis des Lebens auf die Spur gekommen ist. Getrieben von ungezähmten Wissensdurst gepaart mit ungeheuerlicher Ruhmsucht erschafft er einen künstlichen Menschen – eine bis zuletzt namenlose Kreatur. Als er erkennt, was er getan hat, verfällt Frankenstein in einen schockähnlichen Zustand und sein Wesen zieht in die Welt.
    Dort erlebt es, trotz eines guten Herzens, nichts als Ablehnung Gewalt und Schlechtigkeit, wodurch sich seine Seele verfinstert. Es beginnt zu morden und fordert seinen Schöpfer um den Willen seiner Lieben und der gesamten Menschheit auf ihm ein Wesen zu schaffen, das in der Lage wäre es zu lieben. Es verlangt eine Frau, eine Partnerin, die auf dem selben Weg geschaffen wurde wie es selbst. Dafür würde es sich auf ewig von den Menschen fernhalten und nie wieder jemandem ein Leid zufügen.
    Hochdramatisch erzählt Mary Shelley ihre Geschichte von einem Mann, der sich in den Wissenschaften zu weit hinaus wagt und dadurch zu dem wird, was der Sekundärtitel beschreibt: Ein moderner Prometheus. Wie dieser hat Frankenstein nämlich (um es monotheistisch zu halten) Gott eines seiner Vorrechte streitig gemacht: die Kraft Leben zu erschaffen.
    Die Odyssee von Frankensteins Leiden ist somit nur das Resultat aus dieser Verirrung. Demgegenüber sind aber die Mater, welche sein Wesen allein wegen seiner Existenz erdulden muss, da es zunächst unschuldig zu seinem Unglück kommt, ein zentrales Moment in der Geschichte, nämlich das der unabwendbaren Ungerechtigkeit des Lebens. Erst als Reaktion auf diese ungerechtfertigten Qualen regt sich das Böse in Frankensteins Kreatur. Gerade im Bezug auf diesen Aspekt rekurriert der Roman mehrfach explizit wie implizit auf John Miltons „Paradise Lost“, der Geschichte des Sündenfalls und der ewigen Feindschaft zwischen Gott als Schöpfer und Luzifer als in Ungnade gefallenes Geschöpf. In dieser Rolle sieht auch Frankensteins Kreatur sich – zum Bösen getrieben wegen der Ungerechtigkeit der Welt und seines eigenen Schöpfers ihm Gegenüber.
    Der Schauer, den man beim Lesen empfindet entsteht allerdings aus dem allgemein verbreiteten Wissen über den Plot und nicht durch den Horror, den die Geschichte selbst auslösen soll. Das Schlimme ist nicht was kommen könnte, sondern jene Katastrophen, von denen man weiß, dass sie noch ausstehen.
    Ohne Frage handelt es sich bei diesem Buch um einen Klassiker, der auch nach beinahe zweihundert Jahren nichts an seiner potentiellen Aktualität eingebüßt hat. Ein toller Roman – mehr bleibt nicht zu schreiben. :thumright:
    Klappentext
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Ausgaben von Frankenstein

Taschenbuch

Seitenzahl: 176

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 464

Hörbuch

Laufzeit: 00:07:41h

E-Book

Seitenzahl: 465

Frankenstein in anderen Sprachen

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