Cover zum Buch Bankster

Titel: Bankster

, (Übersetzer)

1,8 von 5 Sternen bei 2 Bewertungen

Verlag: Frankfurter Verlagsanstalt

Format: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 256

ISBN: 9783627001773

Termin: September 2011

Aktion

Bewertungen

Bankster wurde insgesamt 2 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 1,8 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Bankster

    • 15. April 2012 um 15:14
    Klappentext:
    Es ist das Jahr 2008. Die Finanzkrise erschüttert das isländische Bankwesen, Island steuert auf die Staatspleite zu. Ohne vorherige Ankündigung verliert Markús über Nacht seinen Job bei einer Bank. Völlig perplex angesichts der Tatsache, dass künftig der Verzehr von foie gras bei Kerzenschein in ferne Vergangenheiten verbannt sein soll und dass 24 Stunden täglich ohne Arbeit bewältigt werden müssen, stürzt Markús in eine schwere Lebenskrise. Seine Freundin Harpa verliert ebenfalls ihre Stelle als Bankerin, nimmt aber sofort einen Job als Aushilfslehrerin an. Dass sie ihn immer wieder vorsichtig auf seine Arbeitssuche anspricht, macht die Sache für ihn nicht besser. Auch ein kurzer Ausflug in die aufkeimende isländische Bürgerbewegung hilft nicht weiter. Markús klammert sich an sein Tagebuch, dem er seine Beobachtungen zur Lage der Nation anvertraut. Er scheint sich in seiner neuen Rolle zunehmend einzurichten. Doch Harpa hat ein Geheimnis, und als sie ihn von einem Tag auf den anderen verlässt, wird sein Leben erneut auf den Kopf gestellt. Banker und Gangster: Das Schicksal des Liebespaares Markús und Harpa, die für die größten isländischen Banken arbeiten und beide während der Wirtschaftskrise 2008 ihre Arbeit und Zukunft verlieren. (von der Verlagsseite kopiert)
    Zum Autor:
    Als im Jahr 2008 die desaströse Krise über die isländischen Banken hereinbrach, jobbte Guðmundur Óskarsson für die Landsbankinn Islands und erlebte die Entwicklungen hautnah. Guðmundur Óskarsson verleiht der internationalen Finanzkatastrophe eine literarische Stimme. In seinem einzigartigen, lakonischen Roman verarbeitet der 1978 geborene isländische Schriftsteller seine Erfahrungen und wurde von einer begeisterten Leserschaft belohnt. Für Bankster erhielt er den renommierten Isländischen Literaturpreis. Der Roman ist seine dritte Buchveröffentlichung und erschien 2009 in Island. (von der Verlagsseite kopiert)
    Allgemeine Informationen:
    Originaltitel: Bankster
    Erstmals erschienen 2009 bei Ormstunga Publishing, Reykjavik
    Aus dem Isländischen übersetzt von Anika Lüders
    254 Seiten, bestehend aus Vorwort (Sechs Telefonate, S. 7 – 28 ) und Markús’ Tagebucheinträgen vom 10.10.2008 bis zum 23.4.2009
    Inhalt:
    Bis zum Oktober 2008 lebten Markús und Harpa sorgenfrei und zufrieden, und die Bankenkrise reißt beide aus ihrem gewohnten Alltag. Während Harpa schnell eine Übergangsstelle findet, brütet Markús, den lieben langen Tag mit Nichtstun geplagt, vor sich hin. Ab und zu liest er, sieht fern, bis er von einem Kollegen ermuntert wird, Tagebuch zu führen. Minuziös beschreibt er fortan seinen ereignislosen Tag, seine schweren Gedanken; er schreibt über seine Beobachtungen am Fenster, über sein Schreiben, über seine Beziehung – derweil Harpa nach Feierabend den Haushalt macht, den Markús über seinem Schreiben und in seiner Antriebslosigkeit links liegen ließ.
    Eigentlich kann alles nicht schlimmer werden. Doch es kommt noch schlimmer. (Und das Allerschlimmste kann er nur als Geschichte in der dritten Person, aber nicht als Tagebucheintrag formulieren.)
    Eigene Meinung / Beurteilung:
    Was heißt es, seine Arbeit zu verlieren? Nicht nur einen Job, mit dem man acht Stunden des Tages füllt, sondern eine befriedigende Tätigkeit, die zu Selbstbewusstsein verhilft und die festen Stand in den Alltagswirren verleiht.
    Markús ist nicht gerüstet für diese Situation, denn er konnte sich bisher darauf verlassen, einen sicheren Arbeitsplatz und immer genügend Geld zu haben. Auf die Freizeit konnte er sich als willkommene Abwechslung freuen.
    Der Kollege, der ihm zum Tagebuchschreiben rät, ist Historiker, und meint eigentlich: Ein Tagebuch als Zeitzeuge des wirtschaftlichen Zusammenbruchs. Tatsächlich wird das Tagebuch Zeuge eines Zusammenbruchs und zwar dem von Markús. Er beschäftigt sich –- irgendwie und dokumentiert dieses „irgendwie“. Es ist Harpa, die noch Energie aufbringt, ihn zu Spaziergängen oder zum Ausgehen drängt. Denn mit der Arbeit hat Markús auch das Interesse für alles andere verloren, seine Freunde, seine Zukunft und für sich selbst. Kein Wunder, dass Harpa nach einiger Zeit immer mehr ihre eigenen Wege geht.
    Anstatt eine Freiheit, die er vorher nicht kannte, zu genießen und sinnvoll auszufüllen, dreht Markús sich ausschließlich um sich selbst. Der Leser fühlt sich in seinem Kopf und mit ihm in der Wohnung eingesperrt. Ein Stammtisch mit ehemaligen Kollegen, Demonstrationen – nur ein paar kurze, neugierige Stippvisiten, dann verschanzt er sich wieder hinter seinem Tagebuch und seinem Jammer. Die Klage über den jetzigen Zustand scheint sicherer als ein Blick vor die Tür.
    Einerseits bringt der Autor die innere Verfasstheit eines jungen Mannes gut zum Ausdruck, der mit dem Blick auf seine Arbeit seine Gegenwart und Zukunft plante, und der durch die Arbeitslosigkeit völlig den Boden unter den Füßen verliert. Andererseits: Tag für Tag der gleiche Jammer, ähnliche Gedanken, auswegloses Um-sich-selbst-Kreisen ermüden beim Lesen.
    Aus dem Covertext auf der Rückseite: „Das eindrucksvolle Porträt einer fortschrittsverwöhnten und profitgierigen Gesellschaft, deren ökonomischer Optimismus und blinder Wachstumsglaube jäh erschüttert werden.“
    Genau das wird im Buch nicht thematisiert, denn es geht einzig um den individuellen Umgang eines Menschen mit der ökonomische Krise, die ihn persönlich getroffen hat.
    Fazit:
    Ein beeindruckendes Porträt, das dennoch phasenweise langweilt.
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Ausgaben von Bankster

Hardcover

Cover zum Buch Bankster

Seitenzahl: 256

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Update: 30. Mai 2018 um 21:45