Die wunderbare Gesellschaft in der Neujahrsnacht

Buch von Jean Paul

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Die wunderbare Gesellschaft in der Neujahrsnacht wurde bisher einmal bewertet.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Die wunderbare Gesellschaft in der Neujahrsnacht

    Der Autor (Quelle: dtv): Jean Paul (eigentlich Johann Paul Friedrich Richter), 1763 in Wunsiedel im Fichtelgebirge geboren und 1825 in Bayreuth gestorben, war einer der bedeutendsten Prosadichter der Goethezeit, der ein einzigartiges und unwiederholbares Werk von großer Spannweite und unverwechselbarer Erzählweise geschaffen hat. Jean Paul, der zeit seines Lebens von Visionen und Träumen geplagt war, schriebn die kleine visionäre Erzählung „Die wunderbare Gesellschaft in der Neujahrsnacht“ im Jahr 1800.
    Der Zeichner (Quelle: Wikipedia): Alfred Leopold Isidor Kubin (* 10. April 1877 in Leitmeritz, Böhmen; † 20. August 1959 in Zwickledt, Gemeinde Wernstein am Inn) war ein österreichischer Grafiker, Schriftsteller und Buchillustrator.
    Erstveröffentlichung der Erzählung und einige deutsche Neuauflagen:
    Die Erzählung wurde zuerst gemeinsam mit der Erzählung „Das heimliche Klaglied“ im Jahr 1801 bei Wilmanns in Frankfurt am Main veröffentlicht. Sie erschien u.a. 1965 mit elf Handätzungen von Wilfried Blecher im Verlag „Der Goldene Brunnen“ in Frankfurt am Main (34 Seiten), 1998 innerhalb der von Hermann Hesse herausgegebenen Anthologie „Die wunderbare Gesellschaft in der Neujahrsnacht“ mit Erzählungen von Jean Paul im Insel-Verlag Frankfurt/Main & Leipzig (139 Seiten), 2008 in bibliophiler Pracht als Pressendruck mit sechs originalen Schablithografien von Rolf Münzner, handgebunden, fadengeheftet, gedruckt in der Breitkopf-Fraktur auf Zerkall-Bütten als Halbpergament im Schmuckschuber vom Verlag „The Bear Press“ in Bayreuth (44 Seiten) und 2016 zusammen mit der Erzählung „Des Feldpredigers Schmelzle Reise nach Flätz“ als E-Book im Verlag Contumax-Hofenberg aus Berlin, hg. Von Karl-Maria Guth.
    Ich las die Ausgabe, die im Oktober 1979 als Lizenzausgabe des Carl Hanser Verlages in der „bibliothek kubin“ mit 27 tollen Zeichnungen von Alfred Kubin als dtv-Buch 2401 im Deutschen Taschenbuch Verlag in München veröffentlicht wurde. Umfang: 56 Seiten einschließlich einer zweiseitigen editorischen Notiz. Der Text dieser Ausgabe folgt der Jean-Paul-Werkausgabe im Hanser-Verlag.
    Die Kubin-Grafiken:
    Das Copyright der Zeichnungen liegt laut dtv-Impressum beim Spangenberg Verlag, München. Die Bildvorlagen stammen aus der grafischen Sammlung des Oberösterreichischen Landesmuseums in Linz. Im Jahr 1917 schlug Alfred Kubin dem Münchener Verleger Reinhard Piper vor, die Jean-Paul-Erzählung in eine Anthologie aufzunehmen, für die er Vignetten zeichnen wollte. Tatsächlich kam es stattdessen 1921 zu einer selbstständigen Ausgabe der Erzählung im Piper Verlag, neben der es auch eine nummerierte und signierte Vorzugsausgabe in 200 auf Büttenpapier gedruckten Exemplaren gab.
    Meine Einschätzung:
    Diese kurze Erzählung spielt am Silvesterabend in den letzten Stunden des 18. Jahrhunderts, in denen ein Schriftsteller, während seine Frau einen Kranken besucht - sie hat dem Schriftsteller versprochen, noch vor Mitternacht wieder heimzukehren -, alleine zu Hause ist, und in einer schrecklichen Vision von einigen Spukgestalten Hinweise auf seine Zukunft und die Zukunft der Erde erhält: Er wird vergessen werden und die Erde wird sterben! Zwar hat mich die Geschichte gefühlsmäßig kaum angesprochen, dennoch fand ich sie als sehr frühe Belegstelle eines Weltuntergangsszenarios hochgradig interessant. Die Schilderungen des "letzten Menschen auf der Erde" sind tatsächlich ganz wunderbar! Einen halben Stern gibt es schon allein für die literaturhistorische Bedeutung als frühem Science-Fiction-Vorläufer!
    Es ist ein wenig, als würde die äußere Apokalypse der Welt sich in einer inneren Apokalypse des Seelenlebens spiegeln. Die Spukgestalten, eigene Schöpfungen aus dem Werk des Schriftstellers, scheinen gegen ihren Schöpfer zu rebellieren. Und im Angesicht der Jahrhundertwende schrumpft die Gegenwart ins Nichts der Vergangenheit hinein, während die Zukunft immer größer wird, einen mit ihren vergänglichen Versprechungen aber auch nicht trösten kann. Das ist schon eine sehr interessante Gemengelage aus individuellen und weltlichen Verortungen. Die Zeit rast an dem Menschen vorbei, der mit den drei Propheten der Zeit bewegungslos zurückbleibt und unterschiedliche Möglichkeiten der Zukunft betrachtet. Die Rückkehr der Ehefrau beendet die vorauseilenden Endzeit-Visionen des Schriftstellers und holt ihn auf den illusionslosen Boden der Gegenwart zurück.
    Ist das nicht genau die Kraft der Schriftstellerei: das Aufzeigen von Möglichkeiten? Am Ende können die Schriftsteller-Figur und der Leser erkennen, dass die Gegenwart (versinnbildlicht in der Ehefrau) das ist, was einen im Strom der rasenden Zeit niemals verlässt.
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Ausgaben von Die wunderbare Gesellschaft in der Neujahrsnacht

Taschenbuch

Seitenzahl: 139

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