Die Liebenden von Leningrad

Buch von Paullina Simons

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Die Liebenden von Leningrad

An einem warmen Sommertag 1941 begegnet Tatiana dem jungen Offizier Alexander - der Liebe ihres Lebens. Heimlich treffen sie sich und träumen von einer gemeinsamen Zukunft. Doch werden Tatiana und Alexander jemals ihre Gefühle offenbaren können? Denn Alexander verbirgt ein Geheimnis, das so lebensgefährlich ist wie der Krieg, der vor den Toren Leningrads auszubrechen droht.
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Serieninfos zu Die Liebenden von Leningrad

Die Liebenden von Leningrad ist der 1. Band der Tatiana und Alexander Reihe. Sie umfasst 6 Teile und startete im Jahr 2000. Der letzte bzw. neueste Teil der Serie stammt aus dem Jahr 2014.

Bewertungen

Die Liebenden von Leningrad wurde insgesamt 32 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,7 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Die Liebenden von Leningrad

    Ich bin nun endlich auch zu diesem Buch gekommen. Freitag angefangen, gestern durch.
    Zu Beginn war ich noch eher skeptisch. Was mich da vor allem gestört hat, war Tatianas Naivität.
    Zum Glück hat sie diese Charaktereigenschaft aber recht schnell abgelegt und wurde sogar relativ schnell zu einer vernünftigen, patenten Person, die alles versucht, um sich und ihre Familie durch die harten Kriegszeiten zu bringen.
    Ab der Begegnung mit Alexander hatte mich das Buch dann bald gepackt und ich konnte kaum mehr aufhören zu lesen. Nicht nur die Liebesgeschichte, auch die Schilderung des harten Winters während der Blockade hat mich sehr in den Bann gezogen. Den Hunger konnte ich mit der Zeit schon beinahe am eigenen Leib spüren.
    Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten, nicht wirklich anspruchsvoll, aber das hat mir nun nichts ausgemacht. So kommt man zügiger durch und die Geschichte spricht eh für sich.
    Das Buch hat mir also insgesamt sehr gut gefallen, dennoch zwei kleine Kritikpunkte:
    Letztendlich bekommt das Buch von mir viereinhalb Punkte und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit werde ich wohl die Fortsetzungen auch lesen. ;)
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  • Rezension zu Die Liebenden von Leningrad

    Leseprobe:
    TEIL EINS - Weiße Nächte
    DAS MARSFELD
    Die Morgensonne schien durch das Fenster und machte das Zimmer hell. Tatiana Metanowa schlief den Schlaf der Unschuldigen, den rastlos frohen Schlaf der warmen, weißen Juninächte in Leningrad, die vom Duft des Jasmins erfüllt waren. Vor allem jedoch schlief sie den tiefen Schlaf sorgloser Jugend. Jetzt allerdings bewegte sie sich.
    Als ein Sonnenstrahl über das Fußende von Tatianas Bett glitt, zog sie sich die Decke über den Kopf. Die Zimmertür wurde geöffnet und sie hörte die Dielen knarren. Ihre Schwester Dascha kam herein.
    Daria, Dascha, Daschenka, Daschka.
    Tatiana liebte sie über alles.
    In diesem Augenblick jedoch hätte sie Dascha am liebsten verwünscht. Dascha versuchte nämlich, sie aufzuwecken, und leider gelang ihr das auch. Mit ihren kräftigen Händen schüttelte sie Tatiana heftig und zischte: »Psst! Tania! Wach auf. Wach auf!«
    Tatiana stöhnte. Dascha zog ihr die Decke weg.
    Nie war der Altersunterschied von sieben Jahren offensichtlicher als in diesem Moment, da Tatiana schlafen wollte und Dascha ...
    »Hör auf«, murrte Tatiana und angelte vergeblich nach ihrer Decke. »Siehst du nicht, dass ich schlafe? Du bist schließlich nicht meine Mutter.«
    Erneut öffnete sich die Tür. Auch diesmal knackten die Dielen. Das »war« ihre Mutter. »Tania? Bist du wach? Steh sofort auf!« Im Unterschied zu Daschas Stimme war an der Stimme ihrer Mutter nichts Harmonisches. An Irina Metanowa gab es überhaupt nichts Weiches. Sie war klein, resolut und sprudelte schier über vor Energie. Sie trug ein Kopftuch, um ihre Haare aus der Stirn zu halten, und sie hatte in ihrem blauen Sommerkittel offenbar schon auf den Knien gelegen, um das Gemeinschaftsbadezimmer zu putzen. Für sie hatte der Sonntag mit Arbeit begonnen.
    »Was ist, Mama?«, fragte Tatiana, ohne den Kopf zu heben. Daschas Haare kitzelten sie am Rücken. Sie hatte eine Hand auf Tatianas Bein gelegt und beugte sich über ihre Schwester, um ihr einen Kuss zu geben. Zärtlichkeit stieg in Tatiana auf, aber bevor Dascha etwas sagen konnte, ertönte Mamas raue Stimme. »Steh rasch auf. In ein paar Minuten gibt es im Radio eine wichtige Ankündigung.«
    Tatiana flüsterte Dascha zu: »Wo warst du heute Nacht? Du bist erst im Morgengrauen nach Hause gekommen.« »Kann ich etwas dafür, dass das Morgengrauen schon um Mitternacht begann?«, wisperte Dascha augenzwinkernd. »Ich bin ganz brav um Mitternacht nach Hause gekommen.« Sie grinste. »Ihr habt alle schon geschlafen.«
    »Um drei hat es gedämmert, und da warst du noch nicht zu Hause.«
    Dascha schwieg. »Ich werde Papa sagen, dass ich nicht mehr über den Fluss gekommen bin, als sie um drei die Brücke hochgezogen haben.«
    »Ja, tu das. Und dann erklär ihm, was du um drei Uhr morgens auf der anderen Seite des Flusses getan hast.« Tatiana drehte sich um.
    Dascha sah heute Morgen bezaubernd aus. Sie hatte lockige dunkelbraune Haare und ein lebhaftes, rundes Gesicht mit dunklen Augen, in denen sich ihre Gefühle widerspiegelten. Im Moment zeugten sie von fröhlicher Erschöpfung. Auch Tatiana war erschöpft - allerdings nicht so fröhlich wie ihre Schwester. Sie hätte gern weitergeschlafen.
    Sie warf ihrer Mutter, die einen angespannten Eindruck machte, einen Blick zu. »Was für eine Ankündigung?« Ihre Mutter nahm das Bettzeug vom Sofa. »Mama! Um was für eine Ankündigung geht es denn?«, wiederholte Tatiana.
    »In ein paar Minuten gibt die Regierung etwas bekannt. Mehr weiß ich nicht«, erwiderte ihre Mutter kopfschüttelnd, als wolle sie sagen: »Was ist denn daran nicht zu verstehen«?
    Tatiana rieb sich die Augen. Ankündigung ... Es war ein seltenes Ereignis, wenn die Musik einmal von einer Regierungsnachricht unterbrochen wurde. »Vielleicht sind wir ja wieder in Finnland einmarschiert.« »Still«, wies Mama sie zurecht.
    »Oder vielleicht sind sie bei »uns« einmarschiert. Seit die Finnen letztes Jahr ihre Grenze opfern mussten, wollen sie sie schließlich zurückhaben.«
    »Wir sind da nicht einmarschiert«, sagte Dascha. »Letztes Jahr haben wir uns »unser« Stück Land zurückgeholt, das wir im Großen Krieg verloren haben. Und du solltest aufhören, die Gespräche der Erwachsenen zu belauschen.« »Wir haben kein Land verloren«, erwiderte Tatiana. »Genösse Lenin hat es freiwillig und wissentlich weggegeben. Das zählt nicht.«
    »Tania, wir befinden uns nicht im Krieg mit Finnland. Und jetzt steh auf.«
    Aber Tatiana stand nicht auf. »Dann Lettland oder Litauen? Weißrussland? Haben wir uns die nach dem Hitler-Stalin-Pakt nicht auch angeeignet?« »Tatiana Georgiewna! Hör auf!«
    Immer wenn die Mutter Tatiana klar machen wollte, dass mit ihr nicht zu spaßen war, nannte sie ihre Tochter beim Vor- und Nachnamen.
    Tatiana tat ganz ernst. »Was gibt es denn sonst noch? Die Hälfte von Polen haben wir doch schon.«
    »Ich sagte, hör auf!«, rief Mama aus. »Genug geplappert! Steh endlich auf. Daria Georgiewna, hol deine Schwester aus dem Bett!«
    Dascha rührte sich nicht. Murrend verließ Mama das Zimmer.
    Dascha drehte sich rasch zu Tatiana um und flüsterte verschwörerisch: »Ich muss dir etwas erzählen.« »Etwas Schönes?« Tatianas Neugier war erwacht. Dascha erzählte für gewöhnlich kaum etwas von ihrem Erwachsenenleben. Tatiana setzte sich auf.
    »Etwas Großartiges!«, erwiderte Dascha. »Ich habe mich verliebt.«
    Tatiana verdrehte die Augen und ließ sich zurück aufs Bett fallen.
    Dascha warf sich auf sie. »Es ist ernst, Tania.« »Ja, ja, schon gut. Hast du ihn gestern kennen gelernt, als die Brücken schon hochgezogen waren?« Sie lächelte. »Gestern haben wir uns zum dritten Mal gesehen.« Kopfschüttelnd blickte Tatiana Dascha an, deren Freude ansteckend wirkte. »Kannst du bitte von mir runtergehen?« »Nein, kann ich nicht«, erwiderte Dascha und kitzelte sie. »Erst wenn du sagst: »Ich bin glücklich, Dascha<.« »Warum sollte ich das sagen?«, rief Tatiana lachend aus. »Ich bin gar nicht glücklich. Hör auf damit! Warum sollte ich glücklich sein? »Ich bin doch nicht verliebt». Lass es sein!« Mama kam mit einem Tablett zurück ins Zimmer, auf dem sechs Tassen und ein silberner Samowar standen. »Ihr zwei hört jetzt sofort auf! Schluss! »
    »Ja, Mama«, antwortete Dascha und kitzelte Tatiana ein letztes Mal.
    »Aua!«, schrie Tatiana. »Mama, ich glaube, sie hat mir die Rippen gebrochen.«
    »Ich werde dir gleich etwas ganz anderes brechen. Ihr seid beide schon viel zu groß für solche Spielchen.« Dascha streckte Tatiana die Zunge heraus. »Wirklich, sehr erwachsen«, sagte Tatiana. »Unsere Mamuschka weiß gar nicht, dass du erst zwei bist.«
    Dascha streckte ihr abermals die Zunge heraus und Tatiana griff danach. Dascha quiekte und sie ließ wieder los. »Was habe ich gesagt?«, donnerte Mama. Dascha flüsterte Tatiana ins Ohr: »Warte erst mal, bis du ihn kennen lernst. So einen gut aussehenden Mann hast du noch nie gesehen!«
    »Du meinst, er sieht besser aus als Sergei, mit dem du mich so gequält hast? Hast du mir über den nicht auch erzählt, er sähe so gut aus?«
    »Hör auf!«, zischte Dascha und kniff Tatiana ins Bein. »Natürlich.« Tatiana grinste. »Und war das nicht erst letzte Woche?« »Das wirst du nie begreifen, weil du eben noch ein Kind bist.«
    Noch ein Knuff. Als Mama plötzlich losbrüllte, hielten die beiden Mädchen inne.
    Tatianas Vater, Georgi Wassiliewitsch Metanow, kam herein. Er war ein kleiner Mann in den Vierzigern, und seine schwarzen, vollen Haare zeigten einen ersten leichten Anflug von Grau. Dascha hatte die lockigen Haare von Papa geerbt. Er trat an das Bett heran und blickte auf Tatiana, die immer noch zugedeckt war. Dann sagte er: »Tania, es ist Mittag. Steh auf oder es gibt Ärger. In zwei Minuten will ich dich angezogen sehen.« »Das ist leicht«, erwiderte Tatiana, sprang aus dem Bett und zeigte ihrer Familie, dass sie immer noch Bluse und Rock von gestern trug. Dascha und Mama schüttelten zwar die Köpfe, aber Mama lächelte dabei.
    Papa blickte zum Fenster hinaus. »Was sollen wir nur mit ihr machen, Irina?«
    Nichts, dachte Tatiana, nichts, solange Papa immer wegschaut. »Ich muss endlich heiraten«, sagte Dascha, die immer noch auf dem Bett saß. »Damit ich endlich ein eigenes Zimmer habe.« »Du machst Witze«, erwiderte Tatiana und hopste auf dem Bett auf und ab. »Du wirst mit deinem Ehemann hier wohnen. Ich, du, er - wir alle werden in einem Bett schlafen, und Pascha wird zu unseren Füßen liegen. Romantisch, nicht wahr?« »Heirate nicht, Daschenka«, erwiderte ihre Mutter geistesabwesend. »Zumindest dieses Mal hat Tania Recht. Wir haben keinen Platz.«
    Ihr Vater sagte gar nichts, sondern stellte das Radio an. In dem langen, schmalen Zimmer gab es das Doppelbett von Tatiana und Dascha, ein Sofa, auf dem Papa und Mama schliefen, und ein niedriges Eisenbett für Tatianas Zwillingsbruder Pascha. Es stand am Fußende des Bettes der Mädchen und Pascha bezeichnete sich selbst immer als ihren kleinen Schoßhund.
    Meine Meinung zum Buch:
    Das Buch ist unglaublich schön! Es erzählt die Geschichte von Tatiana und Alexander.
    Alexander ist nicht nur bei der sowjetischen Armee, sondern auch Daschas Geliebter, der Schwester von Tatiana. Doch Tatiana und Alexander kommen sich immer näher, versuchen ihre Gefühle aber aus Rücksicht zu verbergen. Die Leiden des Krieges machen es den beiden unmöglich, zusammen glücklich zu werden.
    Man leidet mit den Charakteren mit und freut sich über jede positive Wendung.
    Das Buch ist eine wunderschöne Liebesgeschichte, die ich jedem wärmstens empfehlen kann. Paullina Simons schreibt wunderbar.
    LG,
    Gänseblümchen
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Ausgaben von Die Liebenden von Leningrad

Taschenbuch

Seitenzahl: 752

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 842

E-Book

Seitenzahl: 828

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