Zusammenfassung

Serieninfos zu Maus

Maus ist der 1. Band der Maus: Die Geschichte eines Überlebenden Reihe. Diese umfasst 3 Teile und startete im Jahr 1989. Der letzte bzw. neueste Teil der Serie stammt aus dem Jahr 2011.

Bewertungen

Maus wurde insgesamt 26 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 5 Sternen.

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Meinungen

  • Eine höchst ungewöhnliche auseinandersetzung mit dem Holocaust - in Comicform. Sehr beeindruckend und nachhaltig.

    Mojoh

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Maus

    Ich stehe auch nach der Beendigung dieses Comicromans noch unter dessen Eindruck. Vorweg muss ich erwähnen, dass dies meine erste Begegnung mit einem "ernsthaften" Comic (abgesehen von Asterix, Micky Maus und Konsorten) gewesen ist. Daher bin ich auch mehr als überrascht, es in der Abteilung Kinder- und Jugendbücher rezensiert zu sehen, es ist für meine Begriffe auf gar keinen Fall ein Kinder und eher auch kein klassisches Jugendbuch.
    Wenn man den Zugang zu den sehr hart wirkenden, schwarz-weiß schraffierten, eher skizzenhaften Zeichnungen gefunden hat dann eröffnet sich eine ganz tiefgehende, beieindruckende und geschickt auf mehreren Erzählebenen stattfindende und wirkende Geschichte. Zum Inhalt ist der tollen Rezension bon @Birgit81 nicht mehr viel hinzuzufügen, ich hatte über weite Strecken dieselben Eindrücke.
    Ich kann gar nicht sagen, welcher der beiden Handlungsstränge mich mehr betroffen, mitfühlend und nachdenklich zurückgelassen hat - die Vater-Sohn Geschichte oder die Lebensgeschichte von Wladek. Beide sind dermaßen authentisch und nachvollziehbar geschildert, wie es kein ausschließlich geschriebener Roman besser könnte. Auch ich habe schon die unterschiedlichsten literarischen Herangehnsweisen an das Thema Holocaust gelesen und gesehen - diese hier hat mich wirklich tief berührt, nachhaltig beindruckt und ihren Pullitzer Preis absolut zurecht gewonnen.
    Volle von mir und der tiefe Respekt vor dem Autor, wie nah er den Leser an seine persönliche Geschichte, seine Gefühle und seine Wurzeln heranlässt. MetaMAus wandert direkt auf die Wunschliste und wird sicherlich nicht lange dort verweilen ...
    Achja, btw. meine einzige Kritik und das auch nur an der Übersetzung: Wie kann man aus dem so ausdrucksstarken Titel "My father bleeds history" nur ein so plattes "Mein Vater kotzt Geschichte aus" machen ? Da geht mir persönlich jede tiefere Bedeutung des Titels unter einer umgangsprachlichen Grobheit verloren. Ansonsten fand ich die Übersetzung nämlich eigentlich ziemlich gelungen.
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  • Rezension zu Maus

    […]
    Mich hat es auch ein wenig überrascht, dass dieses grandiose Werk hier nur in der Kategorie Jugendbuch sein unbeachtetes Dasein fristet, daher hänge ich meine Rezension jetzt einfach mal an:
    Die vollständige Maus erzählt die autobiografische Geschichte des polnischen Juden Wladek Spiegelman – Art Spiegelmans Vater – in zwei Teilen.
    Mein Vater kotzt Geschichte aus konzentriert sich dabei auf Wladeks Leben im Polen der 30er Jahre. Wie er seine Frau Anja kennenlernt und ihr Sohn Richelieu geboren wird, wie er versucht, trotz des zunehmendem nationalsozialistischen Terrors seiner Familie ein gutes Leben zu ermöglichen. Und wie diese Bemühungen zuerst bedroht und dann schließlich zerstört werden.
    Und hier begann mein Unglück knüpft mit dem Überlebenskampf Wladeks und Anjas in Ausschwitz und Birkenau nahtlos an das erste Album an. Es schildert eindringlich das Grauen in den KZs, erzählt von Hunger, Krankheit und dem allgegenwärtigen Tod.
    Allerdings ist Die vollständige Maus weit mehr als „nur“ die autobiografische Geschichte eines polnischen Juden zu Zeiten des Holocaust, denn diese stellt gerade mal eine von insgesamt drei Erzählebenen dar. Die zweite Ebene spielt im New York der späten 70er Jahre und thematisiert das ambivalente Verhältnis des Autors zu seinem Vater. Zwar zeigt Art Spiegelman ihn hier als schwierigen Menschen, der aufgrund seines ausgeprägten Misstrauens und Geizes sein soziales Umfeld auf Abstand hält. Gleichzeitig schafft er es aber auf beinahe liebevolle Weise, seine Bewunderung für den unbedingten Überlebenswillen seines Vaters und die Raffinesse und den Einfallsreichtum, mit denen er diesen in die Tat umzusetzen wusste, zum Ausdruck zu bringen. Hierbei wird deutlich, wie stark ein so traumatisierendes Ereignis wie der Holocaust sich auf eine Familie über mehrere Generationen hinweg auswirken kann: Wladek hat Schuldgefühle, überlebt zu haben, wo doch so viele andere haben sterben müssen. Und Art wiederum ist sich darüber bewusst, wie privilegiert sein Leben im Vergleich zu dem ist, was sein Vater hat durchleiden müssen und verübelt Wladek insgeheim, ihm diese Tatsache ständig vor Augen zu führen.
    In der dritten Erzählebene reflektiert Art Spiegelman den Schaffensprozess von Maus. Spätestens hier wird klar, wie sehr der Umgang mit der eigenen Familiengeschichte den Autor belastet, aber eben auch, wie stark er sich über diese definiert.
    Was die bildliche Ebene von Maus anbetrifft, so muss ich gestehen, dass mir Spiegelmans Stil zuerst nicht zugesagt hat: Sämtliche Zeichnungen sind in hartem schwarz-weiß gehalten, die Linien sind dick und schwer, was in Kombination mit den großflächig verwendeten Schraffuren erdrückend wirkt. Und während die Hintergründe eher realistisch gehalten sind, werden die Personen als Tiere dargestellt. Das erinnert natürlich stark an das Genre der Fabel und war somit für mich in diesem Kontext gewöhnungsbedürftig. Aber es macht durchaus Sinn, Nazis als Katzen, Juden als Mäuse und Amerikaner als Hunde darzustellen: Juden wurden in antisemitischen Hetzschriften und Propagandafilmen oft als Ungeziefer diffamiert, und Zyklon B war eigentlich ein Ungeziefervernichtungsmittel, bevor es durch seine Verwendung in den Gaskammern der KZs traurige Berühmtheit erlangte. Katzen jagen nun mal Mäuse, und Hunde jagen wiederum Katzen.
    Somit ist Maus wohl ein gutes Beispiel dafür, dass der Zeichenstil einer Graphic Novel nicht immer gefallen muss. Wichtiger ist vielmehr, dass er das Erzählte spiegelt, vielleicht sogar ergänzt.
    Die vollständige Maus ist alles andere als leichte Kost. Durch die Verwendung von Tiermetaphern zwar weichgezeichnet aber dennoch eindringlich, führt dieses Buch dem Leser den von den Nationalsozialisten propagierten Hass auf alles Fremde und damit einhergehenden Mangel an Empathie gegenüber dem Schicksal Anderer auf schmerzhafte Weise vor Augen. Ich erinnere mich, es mehrmals aus der Hand gelegt und zwischenzeitlich sogar ein anderes Buch gelesen zu haben, was absolut nicht meinem normalem Leseverhalten entspricht. Dennoch wünschte ich mir, Die vollständige Mauswürde zur Pflichtlektüre in deutschen Schulen gemacht werden. Geschichtsbücher sind gut, um Fakten und Zahlen zu vermitteln. Um etwas so Furchtbares wie den Holocaust und dessen Auswirkungen wirklich verständlich zu machen, bedarf es aber eines Buches wie Maus.
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  • Rezension zu Maus

    Ich lese gerade diesen unglaublichen Comic…, und will nur zwei, drei Dinge aus meiner Warte hinzufügen. Die beiden verlinkten Bände in den Einzelbeiträgen sind die beiden Teile der einen, vollständigen "Mausgeschichte". Diese wiederum könnte man besser in seiner Gesamtausgabe im Titel, bzw Eingangsbeitrag angeben, da « Die vollständige Maus » halt der Inhaltsangabe von Thari entspricht.
    Als Einzelwerke erschienen die Bände über einen längeren Zeitraum, Band 1 in seiner ersten Version 1973, Band 2 1986. Es kam zu einigen Erweiterungen oder Ergänzungen. Die einzelnen Bände wiederum bestehen aus mehreren Kapiteln. Zeitliche Chronologie prägt den Erzählstrang aus der Vergangenheit einerseits (ab circa Mitte der 30iger Jahre), und parallel dazu die Besuche von Art bei seinem alternden Vater und dessen Erzählen und Erinnern. In dieser Gegenwart wird auch klar(er), wie ein Überlebender der Shoah seine Geschichte mit sich rumschleppt...
    Die Einzigartigkeit könnte man eventuell auch dadurch anzeigen, dass dieser Comic tatsächlich den Pulitzer-Preis erhielt, und damit sicherlich entfernt von « Unterhaltungsbeiträgen niedrigeren Niveaus » ist. Vielleicht mögen Jugendliche ab 12 Jahren diesen Zugang verstehen, doch definitiv ist dieses Buch harter Tobak… und sicherlich auch für Erwachsene zum Schlucken : Die Annäherung an die Shoah durch ein solch konkretes Einzelschicksal mag uns noch viel mehr aufwühlen als alle möglichen erschreckenden Zahlen.
    Echte Empfehlung ! Und ein Fragezeichen daran, dass dieses « Jahrhundertwerk » hier seit zehn Jahren nicht einmal mehr kommentiert wurde...
    Taschenbuch: 300 Seiten
    Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 10 (1. April 2008)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3596180945
    ISBN-13: 978-3596180943
    Originaltitel: The Complete Maus
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  • Rezension zu Maus

    Vorweg - es handelt sich nicht um Prosa, sondern um einen Comic, allerdings um einen Comic, der nicht zu vergleichen ist mit dem, was man so gewöhnlich am Kiosk kauft, und deswegen dachte ich, stelle ich Maus einfach mal hier vor.
    ***
    Maus erzählt im Stil eines Underground-Comics die Geschichte von Wladek und Anja Spiegelman, den Eltern von Art Spiegelman. Für die manchmal schockierende Biographie über die beiden Überlebenden der Shoa benutzt Art Spiegelman eine Tiermetapher, er zeichnet die Juden als Mäuse, die Deutschen als Katzen, Schweden als Elche, US-Amerikaner als Hunde, Polen als Schweine, Franzosen als Frösche.
    Wladek Spiegelman ist Pole - und Jude. In zahlreichen Sitzungen erzählt er seinem Sohn seine Geschichte: Wie er seine Frau kennengelernt hat, von den ersten nationalsozialistischen Ereignissen über die Deportation bis nach Auschwitz, er erzählt vom Überlebenskampf im Konzentrationslager und schließlich dem Wiedersehen nach Kriegsende. Dabei spielt die Geschichte, die der Comic erzählt, auf mehreren Ebenen, da er nicht nur von der Vergangenheit - den Ereignissen des Holocausts - sondern auch von der Gegenwart berichtet, und dabei die Beziehung zwischen Art und Wladek, Vater und Sohn, unter die Lupe nimmt. Art Spiegelman versucht dabei, durch den Comic seinen Vater besser verstehen zu lernen, der auf der einen Seite ein unglücklicher und kranker, auf der anderen Seite aber unglaublich dickköpfiger und komplizierter alter Mann geworden ist.
    ***
    In Maus geht es nicht darum, geschichtliche Fakten zu übermitteln, es geht um die Geschichte eines Überlebenden, es ist eine subjektiv gefärbte, nacherzählte wahre Begebenheit mit Bildern, bei denen es nicht darum geht, etwas zu beschönigen.
    Maus war das Buch, durch das ich mich als Kind/Jugendliche das erste Mal näher mit der Shoa, dem Holocaust beschäftigt habe - weit ab von Schule und/oder Geschichtsunterricht. Ich habe beide Bände von meinem Vater geschenkt bekommen, und sie gehören heute noch zu einem Teil meiner "Bibliothek", den ich um nichts in der Welt missen möchte.
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Ausgaben von Maus

Taschenbuch

Seitenzahl: 159

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