Das Lied vom Tun und Lassen

Buch von Jan Böttcher

Cover zum Buch Das Lied vom Tun und Lassen

Titel: Das Lied vom Tun und Lassen

3 von 5 Sternen bei 2 Bewertungen

Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 320

ISBN: 9783499259975

Termin: März 2013

Aktion

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Das Lied vom Tun und Lassen

Eine Schule namens Gegenwart. Der alternde Lehrer Mauss gibt Musikunterricht der anderen Art: Bei ihm gründen die Schüler Bands und machen sich im Internet zu Stars. Nur Clarissa nutzt ihr Weblog eher für eine Reise nach innen. Seit sich ihre Freundin vom Schuldach in den Tod gestürzt hat, ist für sie nichts mehr, wie es war. Und dann bändelt die Abiturientin ausgerechnet mit dem Schulgutachter Johannes Engler an, der gekommen ist, um nach dem Unglücksfall Licht in das Dunkel zu bringen. Engler ist verwirrt, hingerissen, er taumelt - und das ist erst der Anfang vom Lied.
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Bewertungen

Das Lied vom Tun und Lassen wurde insgesamt 2 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 3 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Das Lied vom Tun und Lassen

    • 13. Februar 2012 um 14:59
    Umfang: 320 Seiten, aufgeteilt in 3 Teile aus Sicht der drei Protagonisten.
    Kurzbeschreibung (Klappentext):
    Der alternde Musiklehrer Mauss will es noch einmal wissen und seinen Schülern nicht länger bloß Wissen vermitteln. Er schart die Jugendlichen um sich, eröffnet ihnen im Unterricht ungewohnte Freiheiten. Und es ist zuallererst diese Freiheit, die Johannes Engler stutzig macht. Noch ist der Schulgutachter darum bemüht, jung zu wirken, noch sammelt er Beobachtungen - da hat er sich bereits in eine gerade volljährige Schülerin verguckt. Ein Armutszeugnis, ahnt er. Denn für Clarissa Winterhof dreht sich die Welt vor allem um den Selbstmord ihrer Mitschülerin. Nach und nach erschließt sie sich einen virtuellen Raum zum Trauern: Ihr Blog ist Abgesang und Ouvertüre, ein Ort, an dem die Lebenden und Toten neu zusammenfinden. Auch Mauss und Engler begegnen sich darin wieder - und wie sich zeigt, als Helden einer ihnen kaum bekannten Geschichte.
    Drei Generationen, die Jahre, Jahrzehnte gelebten Lebens trennen. Erst dreistimmig erklingt "Das Lied vom Tun und Lassen", ein Lied von Freundschaft, Verlust und Neubeginn - welthaltig und voll untergründiger Spannung.
    Eigene Inhaltsangabe:
    Die Schülerin Meret Kugler hat sich das Leben genommen. Ihre Mitschüler sind schockiert, doch mithilfe ihres Lehrers Immanuel Mauss, seinen unkonventionellen Lehrmethoden und seiner Unterstützung weit über die Schule hinaus, können sie langsam wieder in ein normales Schulleben zurückfinden. Einzig Clarissa kommt nicht darüber hinweg. Die Selbstvorwürfe und scheinbare Ignoranz der Mitschüler nagen an ihr. Sie versucht den Verlust mithilfe eines fiktiven Band-Blogs zu verarbeiten. Mitten hinein in diese Situation gerät zudem der Schulgutachter Johannes Engler. Sie alle könnten unterschiedlicher nicht sein, doch alle verbindet die Musik.
    Meine Meinung:
    Der Roman ist in 3 Stränge aufgeteilt, die jeweils aus der Sicht dieser drei Protagonisten erzählt wird. Sie ergänzen sich sehr gut gegenseitig, da sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Der alte Musiklehrer, der schon fast mit der Lehre abschließt, jetzt wo seine Lieblingsklasse das Abi in der Tasche hat. Der Gutachter, der dieser Aufgabe gar nicht gewachsen scheint und in der Schule an seine eigene Jugend erinnert wird, der allerdings als Außenstehender wie der Leser eine neutrale Sicht auf den Selbstmord hat. Die sehr widersprüchliche und fordernde Clarissa, die sich schließlich von ihren Freunden abkoppelt und die mit Mauss‘ Hilfe nicht viel anfangen kann.
    Die ersten beiden Teile sind im Vergleich zum letzten etwas ruhiger gehalten, nachdenklicher, man merkt Mauss und Engler ihr Alter an. Die Dialoge sind hier oft nur angedeutet und stellen eigentlich nur ein Mittel zum Zweck dar. Auch der letzte Teil ist nachdenklich, allerdings wirkt es hier aufgrund Clarissas Jugend mehr verzweifelt und hat oft auch lähmenden Charakter. Die Struktur der ersten beiden Teile wird ihr komplett aufgehoben: Die Einteilung erfolgt anhand von Zeiten, nimmt die Struktur des zitierten Blogs an. Außerdem sind hier die Dialoge wieder in gewohnter Form gehalten, obwohl sie im Vergleich zum Rest des Romans deutlich weniger werden. Man merkt deutlich, dass Clarissa diesen Konflikt mit sich selbst ausmacht und die anderen Personen deutlich an den Rand gedrängt werden.
    Die im Klappentext erwähnte Spannung kommt eigentlich nur durch die (und in den) Protagonisten selbst zustande, ihre innere Unruhe und Konflikte, die sie alle auf verschiedene Weise lösen müssen. Meret Kugler bietet hier nur den Hintergrund, ein Katalysator für die drei Hauptpersonen sich mit sich selbst auseinanderzusetzen.
    Wie schon gesagt, zieht sich die Musik wie ein roter Faden durch den ganzen Roman. Alle drei Protagonisten haben ihre ganz eigene Beziehung dazu und das spiegelt sich auch in ihren Charakteren wieder. Einige Lieder, die im Roman vorkommen, wurden vom Autor persönlich vertont und können auf seiner Homepage angehört werden: http://www.janboettcher.com/
    Fazit:
    Alles in allem ist es ein sehr leises Buch, welches durch die hintergründigen Töne glänzt, das fällt schon von der ersten Seite an auf. Es werden Alltagssituationen, Landschaften sehr ätherisch beschrieben, die Gedanken und Gefühle der Protagonisten sind dabei aber immer im Vordergrund, sodass stets eine melancholische und nachdenkliche Stimmung herrscht. So ist es auch nicht verwunderlich, dass es kein richtiges Ende gibt, ebenso wenig wie es einen richtigen Anfang gibt. Die Geschichte stellt einen nachdenklichen Ausschnitt aus dem Leben dreier Menschen dar, vor dem Hintergrund des Selbstmordes einer Schülerin. Ein sehr gelungener Roman über die Sinnsuche dreier Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
    Um einen ersten Eindruck zu bekommen, ist auf der Verlagsseite von Rowohlt eine Leseprobe zu finden. Da die Meinungen ja teils sehr gespalten sind, ist das vielleicht schon mal ein erster Anhaltspunkt. Ich finde, die Leseprobe gibt schon einen sehr guten Eindruck auf den ganzen Roman.
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Ausgaben von Das Lied vom Tun und Lassen

Hardcover

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Seitenzahl: 320

Taschenbuch

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Seitenzahl: 320

E-Book

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Seitenzahl: 320

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Update: 4. Dezember 2017 um 07:39