Das Wunder von Treviso

Buch von Susanne Falk

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Das Wunder von Treviso

Gott sieht alles ... außer Treviso! Ein kleines Dorf in Norditalien leidet unter seiner kompletten Bedeutungslosigkeit. Don Antonio, der Pfarrer von Treviso, hat schließlich die Nase voll: Ein Wunder muss her! Kurzerhand lässt er eine Madonnenstatue präparieren, und siehe da: Beim nächsten Gottesdienst weint sie rote Tränen. Sofort ist die Presse vor Ort, und bald kann sich Treviso vor Pilgern aus der ganzen Welt nicht mehr retten. Alle profitieren von dem Wunder: der Supermarkt, die Trattoria und auch Don Antonio: Seine Schwester Maria kommt nach Treviso, um ihn bei der Vielzahl der neuen Aufgaben zu unterstützen. Zwischen ihr und Luigi, dem Friseur, entspinnt sich eine zarte Romanze. Doch dann schickt der Vatikan einen Gesandten, der sich von der Echtheit des Wunders überzeugen soll ...
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Bewertungen

Das Wunder von Treviso wurde insgesamt 10 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4 Sternen.

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Meinungen

  • heitere Geschichte mit viel Wortwitz

    Smoke

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Das Wunder von Treviso

    Treviso ist ein sterbenslangweiliges Dörfchen in Italien, in das sich nie einer der Touristen verirrt, die den Nachbarort so fleißig besuchen. Viele junge Leute ziehen weg, ein Geschäft nach dem anderen schließt, und Don Antonio, der Pfarrer, ist einigermaßen verzweifelt. Seine Haushälterin wurde aus Altersgründen zwangspensioniert, das Pfarrhaus ist marode, kurz, es ist ein Kreuz mit diesem Kaff, und das einzige, was jetzt noch helfen könnte, wäre ein Wunder.
    Ein Wunder wie eine Madonna, die blutige Tränen weint, zum Beispiel. Genau das passiert während der Trauung von Don Antonios Nichte, und sobald sich dieses Ereignis herumgesprochen hat, kann sich Treviso kaum noch retten vor gläubigen Pilgern aus aller Herren Länder, die busweise herangekarrt werden, zum großen Leidwesen der Nachbargemeinde. Selbst in der schlechtesten Enoteca der Gegend boomt das Geschäft, Treviso ist in aller Munde ... und natürlich wird auch der Vatikan auf das Wunder von Treviso aufmerksam.
    Don Antonio, ein richtiger Schelm vor dem Herrn, kann es in puncto verschmitzter Gewitztheit und unorthodoxer Ideen ohne weiteres mit seinem Amtsbruder Don Camillo aufnehmen und tritt mit seinem Wunsch nach einem Wunder eine Lawine los, die er sich so nie vorgestellt hätte.
    Die Verwicklungen rund um das Wunder der weinenden Muttergottesfigur sind höchst unterhaltsam zu lesen und erinnern streckenweise an amüsante Filmkomödien aus den 60ern, ohne Vulgaritäten und Witze südlich der Gürtellinie. Die Dialoge sind spritzig und schlagfertig und wirken - was bei Komödien ja beileibe nicht selbstverständlich ist - durchweg echt, und es gibt, obwohl man die eine oder andere Wendung womöglich kommen sieht, ziemlich viele überraschende Entwicklungen.
    Susanne Falks Charaktere karikieren liebevoll diverse "Typen", wie es sie in jedem Dorf gibt, verkommen aber nicht zu platten Klischees, abgesehen vielleicht vom dämlich-eitlen Bürgermeister und seinem dummdreisten Kollegen aus dem Nachbarort. Mein besonderer Liebling ist der Geist von Antonios Amtsvorgänger, der sich öfter zu Wort meldet und Antonio manchmal ganz schön auf den Keks geht.
    Lustige Bücher sind oft alles andere als das, aber mit dem Wunder und den kauzigen Bewohnern von Treviso habe ich einige sehr vergnügliche Lesestunden verbracht und empfehle es sehr gerne weiter.
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  • Rezension zu Das Wunder von Treviso

    „Das Wunder von Treviso“ ist der Debütroman der deutschen Autorin Susanne Falk.
    Handlung:
    Das kleine norditalienische Dörfchen Treviso versinkt immer mehr in der Bedeutungslosigkeit. Während der Nachbarort Castello della Libertà sich immerhin damit brüsten kann, dass Mussolini einst persönlich dort Halt machte, um ein Glas Milch zu trinken, ziehen immer mehr junge Menschen aus Treviso weg. Zurück bleiben gelangweilte Senioren, geschlossene Läden und ein frustrierter Dorfgeistlicher namens Don Antonio. Der beschließt eines Tages, dass Treviso seine ganz eigene Attraktion braucht und lässt kurzerhand von Salvatore, dem ortseigenen Kunstschnitzer eine Madonnenfigur so präparieren, dass sie rote Tränen weint. Schon bald kann sich Treviso nicht mehr vor Touristen retten und alles könnte wunderbar sein, wenn sich nicht Besuch aus dem Vatikan angesagt hätte, der dem Wunder auf den Grund gehen will.
    Meine Meinung:
    Der Roman beginnt mit einem Prolog, in dem wir den Protagonisten Don Antonio und seine Schwester Maria als Kinder bei einem Opernbesuch mit ihrer Nonna Cristina kennenlernen. Dieser Prolog ist äußerst vorausdeutend, denn während der kleine Antonio sich von der Schönheit des Opernhauses unbeeindruckt zeigt – in der Kirche sei es ja schließlich viel schöner – verliebt sich die kleine Maria unsterblich in den „Barbier von Sevilla“. 55 Jahre später ist Don Antonio tatsächlich Geistlicher der Gemeinde Treviso. Seine Tage verbringt er fluchend und jammernd, trinkt gerne und zu viel Rotwein und führt täglich Gespräche mit dem Geist seine Vorgängers Don Ignazio. Diese Gleichförmigkeit seiner Tage wird erheblich gestört, als seine Schwester Maria bei ihm einzieht, die ihm – so findet er – von nun an das Leben zur Hölle macht. Diese hingegen hat allerdings nur Augen für Luigi, den Friseur des Örtchens und so entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte.
    Der Autorin ist es sehr gut gelungen, die Atmosphäre in dem kleinen Örtchen Treviso einzufangen. Hier kennt jeder jeden, man streitet und verträgt sich wieder und hält im Grunde aber ganz fest zusammen; natürlich am liebsten gegen die verhassten Bewohner aus dem Nachbarort, denen der neu erlangte Ruhm von Treviso und seiner weinenden Madonna gar nicht zusagt. Vor allem die Charaktere sind es, die den Roman so lesenswert machen. Don Antonio muss man mit seiner rauhbeinigen, etwas derben, aber dennoch liebenswerten Art einfach gern haben. Seine Dialoge mit dem Geist Don Ignazios sind herrlich, wenn auch wenig gottesfürchtig. Luigi und Maria hingegen sind Figuren mit einer tragischen Vorgeschichte: Luigi hat erst vor 3 Jahren seine geliebte Frau Chiara zu Grabe getragen, Maria verlor ihren Mann und ihren Sohn. Umso schöner ist es mitanzusehen, wie sie sich ineinander verlieben und im Trubel um die weinende Madonna nur Augen füreinander haben. Und wenn Luigi schließlich mit seiner Maria auf den Friedhof geht, um sie Chiara vorzustellen, ist man als Leser recht gerührt.
    Die eigentliche Haupthandlung um die weinende Madonna ist hingegen eher unspektakulär. So richtig in Fahrt gerät sie erst, als sich Besuch aus dem Vatikan ansagt. Dieser verläuft dann, aus (zugegebenermaßen recht klischeehaften) Gründen, die ich hier nicht verraten möchte, doch um einiges unkomplizierter, als befürchtet. Daher muss sofort ein neues Problem in Gestalt einer Intrige auftauchen. Dabei ist es doch viel interessanter, was der Trubel um die weinende Madonna mit den Menschen in Treviso anstellt, die sich plötzlich nach ihrem langweiligen, gemütlichen Alltag zurücksehnen. Nach einem Treviso, das nicht von Pilgern aller Nationalitäten heimgesucht wird und in dessen Supermarkt es keine bunten Plastikmadonnen in verschiedenen Farben zu kaufen gibt. Susanne Falk löst die Handlung schließlich ganz simpel auf und doch könnte ich mir für den Roman keinen besseren Schluss wünschen.
    Fazit:
    Ein netter, kurzweiliger Roman, in dem vor allem Italienfans auf ihre Kosten kommen dürften.
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  • Rezension zu Das Wunder von Treviso

    Klappentext/Inhalt:
    Gott sieht alles....außer Treviso!
    Das kleine Dorf in Norditalien leidet unter seiner kompletten Bedeutungslosigkeit. Don Antonio, der Pfarrer des Ortes, hat die Nase voll: Ein Wunder muss her! Kurzerhand lässt er eine Madonnenstatue präparieren, und siehe da: Beim nächsten Gottesdienst weint sie rote Tränen. Sofort ist die Presse vor Ort, und bald kann sich Treviso vor Pilgern aus der ganzen Welt nicht mehr retten. Alle profitieren davon: der Supermarkt, die Trattoria und Don Anotnio. Seine Schwester Maria kommt nach Treviso, um ihn bei der Vielzahl der neuen Aufgaben zu unterstützen. Zwischen ihr und Luigi, dem Friseur, entspinnt sich eine zarte Romanze. Doch dann schickt der Vatikan einen Gesandten, der sich von der Echtheit des Wunders überzeugen soll....
    Meine Meinung:
    Susanne Falk hat es von Beginn an geschafft, dass ich mich in Treviso heimisch gefühlt habe.
    Ich war in Vitos Supermarkt genauso gerne einkaufen, wie ich in Massimos Trattoria meine Pasta al promodoro gegessen habe. Die Liebe zwischen Luigi und Maria habe ich genauso gespürt wie das hektische Treiben im Ort, als die vielen Pilger angereist sind.
    Selbst das gelegentlich Auftauchen des Geistes von Altpfarrer Don Ignazio hat mir anstatt Verwunderung nur ein sympatisches Lächeln auf die Lippen gezaubert.
    Einzig das erwartete Happy End kam anders, als ich es gedacht habe. Aber so soll es bei einem spannenden Buch ja auch sein.
    Ein humorvoller, absolut gelungener Sommerroman (nicht nur) für Italienfans.
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Ausgaben von Das Wunder von Treviso

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 256

Taschenbuch

Seitenzahl: 256

E-Book

Seitenzahl: 256

Hörbuch

Laufzeit: 00:03:42h

Besitzer des Buches 18

Update: