Nachtzug nach Lissabon

Buch von Pascal Mercier

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Nachtzug nach Lissabon

Mitten im Unterricht verlässt ein Lehrer seine Schule und macht sich auf den Weg nach Lissabon, um den Spuren eines geheimnisvollen Autors zu folgen. Immer tiefer zieht es ihn in dessen Aufzeichnungen und Reflexionen, immer mehr Menschen lernt er kennen, die von diesem Mann, den ein dunkles Geheimnis umgibt, zutiefst beeindruckt waren. Eine wundervolle Reise – die vergeblich sein muss und deren Bedrohungen der Reisende nicht gewachsen ist. Endlich kann er wieder fühlen, endlich hat er von seinem Leben zwischen Büchern aufgeblickt – aber was er sieht, könnte ihn das Leben kosten …
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Bewertungen

Nachtzug nach Lissabon wurde insgesamt 82 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 3,7 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Nachtzug nach Lissabon

    Dieses Buch ist mal wieder ein gelungenes Beispiel für einen völlig mißlungenen Klappen- und Umschlagtext und was daraus wird: Mehr als die Hälfte der Bewertungen bei amazon sind gut bis sehr gut, ca. ein Drittel schlecht bis sehr schlecht und lediglich 10% finden es 'so ok'. Kein Wunder: Wer sich ein Buch kauft aufgrund der vollmundigen Ankündigung als Krimi ('Bewußtseinskrimi!'), in dem der Protagonist Raimund Gregorius um sein Leben fürchten muss, wird schwer enttäuscht sein von dieser Lektüre. Statt Verbrechen und gefährlichen Situationen ist der Schwerpunkt dieser Reise nach Lissabon eine Suche. Die Suche nach dem, was den wahren, echten Menschen ausmacht.
    Klingt, als ob sich um einen weiteren der zahllosen Lebensratgeber handelt: Wer bin ich? Was will ich? Erkenne dich selbst! Das Ganze verpackt in eine unterhaltsame Rahmenhandlung, die Gregorius auf der Suche nach einem portugiesischen Autor (Prado) nach Lissabon führt. Doch weit gefehlt. Statt der üblichen mittlerweile alltäglichen Ratschläge wie 'Gönnen Sie sich eine Auszeit und entdecken Sie, was SIE wollen!', legt der Autor Schicht für Schicht all die Einflüsse offen, die das eigene Ich einzwängen, bedrängen, leiten.... Doch ist das was dann bleibt, das eigene ICH?
    Durch das Lesen der Schriften des verstorbenen Prados und der Erforschung dessen Lebens erfolgt Gregorius' zunehmende Erkenntnis seines eigenen Ich. Prado war besessen von dieser Frage, wer er selber war und Gregorius beginnt verstärkt sich ebenso diesen Fragen zu stellen wie ganz zwangsläufig auch die Leserinnen und Leser.
    Doch dies ist nur ein Thema (wenn auch das hauptsächliche) um das dieses Buch kreist. Es geht um Gott, um den Tod, das Miteinander der Menschen... Ein ungemein reichhaltiges, inhaltsschweres Werk das sich dennoch nicht allzu schwer liest. Doch es ist keine Unterhaltungslektüre die nur zu konsumieren ist. Um's eigene Gedanken machen wird man kaum herum kommen :-)
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  • Rezension zu Nachtzug nach Lissabon

    So eben habe ich auch das Buch beendet. Ich habe nun 1,5 Wochen gebraucht, was für mich nun etwas länger ist.
    Ich hatte es im Urlaub dabei, was mir eventuell am Anfang deswegen schwer fiel genau in diese Poetische Schreibweise reinzukommen. Für mich war Gregorius ein sehr symphatischer Mensch, dessen Entwicklung mich ebenfalls mehr gepackt hat, als das Leben des Pado. Vorher bin ich mit der Art eines solchen Buches nicht in Kontakt getreten. Viele Passagen aus den alten Lektüen von Prado haben mir gefallen und machn nachdenklich - auf der anderen Seite ist bei mir leider der "aha-Effekt" aus geblieben. Es sind meiner Meinung noch einige Fragezeichen am Ende des Buches.
    Ich bin durchaus nicht abgeneigt, auch den Film zu sehen. Ich stelle es mir nur schwer vor, diese ganzen Gedanken von Gregorius sowie die Poetischen Werke des Prado zu verfilmen.
    Dieses kann ich auch absolut bestätigen, man kann nicht nachvollziehen, wie sich die Menschen nach soo langer Zeit an fast jedes Detail erinnern . Amadeu musste wirklich ein außergewöhnlicher Mensch sein.. anders kann ich mir die Erzählungen nicht erklären und jeder hat direkt Schriftstücke von ihm an der Hand.
    Ja, definitiv, ich habe während des Lesens immer mal dran gedacht., was mich auch ziemlich angetrieben hat, das Buch weiter zu lesen. Ich fand den Anfang nämlich richtig interessant und mysteriös.
    Das Buch bekommt von mir Sterne, und wird jedem Poesie-Liebhaber empfohlen.
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  • Rezension zu Nachtzug nach Lissabon

    Mich hat "Nachtzug nach Lissabon" auch sehr beeindruckt. Zum einen, weil Gedanken angesprochen und "fertiggedacht" wurden, die ich mir selbst schon gemacht habe, sie dann aber nicht zu Ende geführt habe. Die Gedanken über Gott z. B., über Stolz und Demütigung. Zum anderen, weil die Sprache wirklich wunderschön poetisch und angenehm zu lesen ist.
    Was mich aber eigentlich schon gestört hat, war - wie Marie schon schreibt - die Tatsache, dass sich alle inzwischen sehr alten Menschen an die Geschehnisse von vor 30 Jahren so detailliert erinnern können. Und noch mehr - weil es völlig unglaubwürdig war - dass alle Verwandten, Bekannten, Freunde von Prado sofort völliges Vertrauen zu Gregorius fassten und ihm uralte Notizen ohne Bedenken überlassen haben. Dass Eca, der außer seiner Nichte keinen Menschen sehen möchte, ein Vertrauensverhältnis zu diesem wildfremden Menschen aufbaut. Dass Adriana ihr Leben umkrempelt und wenigstens teilweise und vorübergehend wieder auf die Reihe kriegt, weil ein Fremder es von ihr verlangt.
    Das Ende fand ich in Ordnung, wenngleich ich auch noch gerne gewußt hätte, was es mit dieser Telefonnummer auf sich hat bzw. wäre es schön gewesen, wenn er die Portugiesin von der Brücke nochmal getroffen hätte.
    Wie gesagt, ein wunderschöner Roman, perfekte Urlaubslektüre, aber aufgrund dieser Unglaubwürdigkeit bekommt das Buch von mir nur vier von fünf Sternen.
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  • Rezension zu Nachtzug nach Lissabon

    Was muss ein Buch haben, das eine Sogwirkung auslöst, so dass man gefesselt dahinter sitzt, kaum loslassen kann, obwohl man das Gefühl hat, es würde einem ein Zug durchs Hirn rattern (in diesem Fall wörtlich zu nehmen ), auch wenn die Handlung den Leser nicht durch Spannung zwingend vorwärtstreibt?
    Vielleicht, weil es Fragen aufwirft / beantwortet, mit denen man sich selbst schon plagt? Weil es an irgendwelche Emotionen, Träume oder Sehnsüchte rührt, die man kennt? Erinnerungen wachruft? Weil man beim Lesen in jedem Abschnitt "ganz" dabei sein muss - andernfalls würde man es nicht kapieren - und so mit Kopf und Kragen eintaucht?
    Sicher, es gibt einiges auszusetzen: Jeder, dem Gregorius auf seiner Spurensuche nach Prado begegnet, besitzt ein paar Seiten, die dieser einst geschrieben hat. Und jede Seite führt zum nächsten, der Prado gekannt hat und der wiederum ein paar Seiten besitzt, usw ... Die meisten sind sehr alt geworden und erinnern sich an Einzelheiten aus ihrer Beziehung zu Prado, als wären sie gestern passiert. In der zweiten Hälfte des Buches wird einiges von dem wiederholt, das der Leser schon kennt.
    Doch: Einem Buch, das mich derart hineinzieht, verzeihe ich alles und bin froh, dass es jemanden gibt, der so was Geniales geschrieben hat.
    Nach Erklärt Pereira ist dieses Buch mein zweites, das sich mit der Salazar-Diktatur in Portugal beschäftigt; beide Bücher wurden von Nicht-Portugiesen geschrieben. Aufgrund dessen, was ich jetzt über diese politische Periode gelesen habe, verwundert es mich, dass Salazar 2007 zum bedeutendsten Portugiesen aller Zeiten gewählt wurde, siehe hier.
    Marie
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  • Rezension zu Nachtzug nach Lissabon

    Hallo Zusammen
    Habe das Buch jetzt in der Leserunden gelesen und kann mich nicht so recht anfreunden damit!
    Die Sprache ansich ist schön, klar und verständlich, wenn auch gewöhnungsbedürftig zu Anfang und mit ein wenig mehr Zeit zu lesen, dem Verständnis wegen.
    Das Buch hallt nach, meiner Meinung nach... (positiv gesehen)
    Die Person Gregorius ist mir Anfangs zu festgefahren und zu träge, aber schon nach ein paar Seiten des Ausbruchs und Ankommens in Lissabon, ist er mir sympathisch geworden. Ich mag seine Gedankenwelt, seine Reaktionen, seine Sichtweise.
    Der erste Teil des Buches ist angenehm und interessant - für mich - die Gregorius lieber mag als Prado. Im zweiten Teil kommt Prado durch die Übersetzungen so zu Wort, dass er mir aufstösst, und zwar unangenehm. Ich mag ihn nicht.
    Prado ist für mich ein seltsamer Kauz, den ich nicht verstehen will. Mercier hat es bei mir nicht geschafft, Interesse für ihn hervorzurufen. Das einzige, was mir an Prado gefällt, sind die gedanklichen Übersetzungen, z. B. von der Rede in der Aula der Schule, von den paar wirklichen Lebensweisheiten. Das hat mir sogar ausnahmslos gut gefallen. Nicht so seine Art und Lebenseinstellung, seine Ansichten über Vater und Mutter, seine Arztwahl, etc. Er macht andere dafür verantwortlich, dass er selber nicht Mann genug war, selber zu entscheiden, was er denn will und für richtig hält. Er hatte die Wahl, zu jeder Zeit, und macht andere für seine Entscheidungen im Nachhein verantwortlich, bzw. kreidet ihnen das an. Sowas mag ich weder in Büchern, noch im richtigen Leben. Diese Charaktere sind mir zu wider und fremd.
    Ich habe es nachhallen lassen, weil mir danach war. Das Buch werde ich zwar wohl eher nicht ein zweites Mal lesen, aber es bleibt mir dennoch in Erinnerung, weil Mercier es geschafft hat, mir verständlich zu machen, warum Gregorius ausreist, alles hinter sich lässt. Anfangs hatte ich kein Verständnis dafür, konnte es nicht nachvollziehen.
    Empfehlen würde ich das Buch trotzdem, denn es ist nicht schlecht und hat eigentlich auch keine solchen Längen, die einen zum Abbruch bewegen. Von 5 Sternen deshalb 3,5, fast 4!
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  • Rezension zu Nachtzug nach Lissabon

    Nachtzug nach Lissabon von Pascal Mercier
    Der 57 jährige Gregorius, Lateinlehrer eines Berner Gymnasiums, lässt nach einer flüchtigen Begegnung mit einer Frau, sowie einem Buch von Amadeu de Prado, alles stehen und liegen, und begibt sich mit dem Nachtzug nach Lissabon. Sein bisheriges wohlgeordnetes Leben hat sein Interesse verloren, irgendwie zieht es Gregorius in die Fremde, ein Traum, der seit seiner Jugend in ihm schlummert. Und so wird Lissabon für ihn auch ein Stück Isfahan. Auf der Suche nach sich selbst, begibt er sich gleichzeitig auch auf die Suche des ungewöhnlichen Poeten. So lernt er nach und nach die Gedanken des Autors kennen, und entdeckt dabei sein Inneres. Ferner lernt er außergewöhnliche Menschen kennen, die mit der Welt Prados in enger Beziehung standen, und schließt lockere bis tiefe Freundschaften mit ihnen; Freundschaft die sein bisheriges Leben ausgeschlossen hat, wo er nur hinter Büchern lebte.
    Die Intention des Romans liegt ganz eindeutig auf das Nachdenken, Revue-Passieren des Lebens, und liefert dem Leser zahllose Gedankenansätze. Ich musste das Buch oft beiseite legen, denn meine Gedanken trieben mich in die Weite und Tiefe meines Selbst.
    Die Rahmenhandlung wirkt etwas gestelzt, Zufälle über Zufälle ereignen sich, und haben oft mit der Realität wenig zu tun, doch das hat mich nicht gestört.
    Den Schluss empfand ich ein wenig zu abrupt, er hinterlässt die große Frage: Hat er oder hat er nicht? Doch auch das ist dann ein weiterer Gedankengang, wie so viele Passagen im Buch, der bewusst unbeantwortet bleibt.
    Ein Lesetipp für alle die gerne nachdenken, und hin und wieder gerne Anstöße aufnehmen.
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Ausgaben von Nachtzug nach Lissabon

Taschenbuch

Seitenzahl: 496

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 704

E-Book

Seitenzahl: 699

Hörbuch

Laufzeit: 00:02:46h

Nachtzug nach Lissabon in anderen Sprachen

  • Deutsch: Nachtzug nach Lissabon (Details)
  • Englisch: Night Train To Lisbon (Details)
  • Französisch: Train de nuit pour Lisbonne (Details)
  • Niederländisch: Nachttrein naar Lissabon (Details)

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