Liebesmale, scharlachrot

Buch von Feridun Zaimoglu

Cover zum Buch Liebesmale, scharlachrot

Titel: Liebesmale, scharlachrot

4 von 5 Sternen bei 1 Bewertung

Verlag: KiWi-Taschenbuch

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 304

ISBN: 9783462030976

Termin: Mai 2002

Aktion

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Liebesmale, scharlachrot

Der erste Roman des wortgewaltigen Feridun Zaimoglu: eine wundervolle Liebesgeschichte!»Bin ich die kalte Kippe oder der Prinz aus dem Morgenland?«, fragt sich Serdar. Er sitzt am wunderschönen Strand der türkischen Ägais und kriegt keinen hoch. Er überlegt, wie es mit dem Leben weitergehen soll. Zuhause hatte er seine Beziehungen und Flirts nicht mehr unter Kontrolle. Und nun schreibt er, der »Almanci«, der »Deutschländer« in der Türkei, Briefe an seinen Kumpel Hakan in Kiel, an seine Ex-Freundin Anke und die Geliebte Dina. Während einer Skorpionjagd verliebt er sich in die schöne Rena. Doch als Anke plötzlich auftaucht, um ihn zurückzugewinnen, und er nach einem blutigen Kampf mit seinem Nebenbuhler, dem einheimischen Baba, im Krankenhaus landet, will Serdar nur noch eines: nach Hause. Doch wo ist das? Mit Liebesmale, scharlachrot hat Feridun Zaimoglu seinen ersten Roman in lupenreiner »Kanak Sprak« vorgelegt. Ein Briefroman über Liebe und Freundschaft: wild und anrührend.
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Bewertungen

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Liebesmale, scharlachrot

    • 18. April 2010 um 10:48
    Serdar, Deutscher mit türkischen Eltern, flieht aus Kiel in die Türkei zu seinen Eltern, weil ihm "die Frauen im Nacken saßen". Von da ab steht er mit seinem Freund Hakan in engem und ausführlichen Briefkontakt; aber auch mit seinen beiden Ex-Freundinnen Anke und Dina schreibt er Briefe, kürzer, ohne seinen Alltag einzubringen und immer wieder auf Beziehung und Sexualleben sich beziehend. Letzteres funktioniert, trotz zahlreicher Anreize, in der Türkei bei ihm nicht und seine vorübergehende Impotenz ist fortwährender Gegenstand seines Briefwechsels mit Hakan, der auch fleißig über seinen Alltag und sein eher maues Liebesleben berichtet.
    Ein Briefroman. Bei dem Format und einem typischen Anfang, der beinhaltet wie froh man doch ist weg zu sein und weswegen man weg ist, lassen sich da ja durchaus Vergleiche ziehen. Der Briefroman funktioniert zumindest insofern, als dass er eine scheinbare Authenzität herstellt - immer in einem Spannungsverhältnis zur kreativen Sprache (so ne Art halbintellektueller Kanaksprak) und auch zu den Inhalten, die teilweise schlicht nicht glaubwürdig sind. Zu letzteren passt aber die Sprache wunderbar; spätpubertierende Großmannssucht lässt sich eben wunderbar durch eine Sprache ausdrücken, in der drastische Umschreibungen und Übertreibungen zum Standardrepertoire gehören - jedenfalls, wenn man die Protagonisten zumindest annähernd als glaubwürdig darstellen will. Und in Hinblick auf das Liebesleben, auf die Unfähigkeit einen Schlußstrich zu ziehen, trifft das ebenso zu, wie auf das schwierige Verhältnis zu Heimat. So steht ja Serdars Impotenz genau für das im Bewutsstsein unklare Verhältnis zur Türkei, das aber körperlich schon entschieden ist. Das zeigt sich auch an seiner Schreibflaute, an seinem ambivalenten Verhältnis zu seinen Eltern und deren Erwartungshaltungen, das zeigt sich an seinem Umgang dort. Am deutlichsten wird es allerdings an seiner Impotenz, die es ihm unmöglich macht mit der Frau zusammenzukommen, und mit ihr zu bleiben, die er dort kennenlernt und seinen beiden Ex-Freundinnen Anke und Dina vorzieht. Ein solches Verhältnis ist nur in Deutschland möglich - auf dem Weg dorthin, beim Anblick der Stewardess im Flugzeug, kehrt auch wieder seine Potenz, gewissermaßen also sein normales Verhältnis zu seinem Körper und seiner Umwelt, zurück.
    Am meisten gefiel mir aber, noch vor den sozialen und politischen Bezügen auf Arbeitslosigkeit, Diskriminierung, doch die Sprache, die ist unglaublich amüsant. Eine richtige Mischung aus intellektuellem, bspw. mit intertextuellen Verweisen von Klassikern der Literatur (sei es auf Madschnun Leyla oder auf Musils "Mann ohne Eigenschaften"), bis hin zu derbem, banalen Humor.
    Ich seh mich schon, sollte ich je wieder meinen Fuß auf alemannischen Boden setzen, von einer irren Kohorte am Flughafen empfangen, überall werden Spruchbänder aufgerollt: Lass dich nicht kleinkriegen, mach nicht schlapp, oder Satan, weiche von Serdars Penis, und ich komme ins Fernsehen, und zwar nicht als sagenhafter Haikuschöpfer, sondern als Clown der Stunde. Die Sonne scheint auch auf deine Bürgerpflichten, verdammt noch mal, und das erste Gebot heißt: Du sollst nicht für Silberlinge deinen Freund und Herrn anschmutzen!
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Ausgaben von Liebesmale, scharlachrot

Taschenbuch

Cover zum Buch Liebesmale, scharlachrot

Seitenzahl: 304

Hardcover

Cover zum Buch Liebesmale, scharlachrot

Seitenzahl: 280

Hörbuch

Cover zum Buch Liebesmale, scharlachrot

 

Besitzer des Buches 1

Update: 21. November 2017 um 17:55