Irgendwann werden wir uns alles erzählen

Buch von Daniela Krien

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Irgendwann werden wir uns alles erzählen

Eine Liebe, die alles hinwegfegt. Zu einem Mann, der mehr als doppelt so alt ist wie Maria und der ein dunkles Geheimnis trägt. Während die Weltgeschichte im heißen Sommer 1990 Atem holt, während ein ganzes Land sich umwälzt und die Atmosphäre vibriert von Möglichkeiten, wird ein junges Mädchen zur Frau und Geliebten. Es geschieht Erschütterndes, außen wie im Inneren, und die fatale Verstrickung der zwei Liebenden endet brutal.
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Bewertungen

Irgendwann werden wir uns alles erzählen wurde insgesamt 23 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 3,9 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Irgendwann werden wir uns alles erzählen

    Also du hast dir ja schon gedacht, dass ich das Buch ein bisschen anders empfunden habe als du...
    Ganz sicher war Henner nicht die einzige, die ganz große Liebe in Marias Leben. Aber in dem Moment glaubt sies. Und auch wenn er brutal ist, wenn seine Sexattacken an der Vergewaltigung grade mal so vorbeischrammen (was man als Leser durchaus so empfindet), sieht sie ihn durch die rosarote Brille und bei einem anderen Ende des Buches wären ihr wohl ganz bald die Augen geöffnet worden.
    Vermutlich wird sie auch mit Johannes nicht alt werden (sie ist grade mal 17!), aber ich denke, sie wird die Geschichte mit Henner einfach ein Kapitel in ihrem Leben sein lassen und unahängig davon ein paar Jahre mit ihm (Johannes) verbringen. Wo auch immer... Ich halte sie übrigens durchaus für ein Sensibelchen und die Beziehung, in die sie sich stürzt, vielleicht grade deshalb so bemerkenswert.
    Allerdings muss ich auch sagen, ich habe beim Lesen nicht hinterfragt, wie realistisch die Geschichte ist (das tu ich fast nie); ich habe einfach die Stimmung, die Atmosphäre und die sehr angenehme Sprache der Autorin auf mich wirken lassen und ich glaube, das war der Grund dafür, dass mich dieses Buch so sehr angesprochen hat.
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  • Rezension zu Irgendwann werden wir uns alles erzählen

    Maria ist erst siebzehn, aber schon in diesem zarten Altern lernt sie die wahre, die einzige, die ganz große Liebe kennen. In Henners Bett. Mehr braucht sie nicht, um das hehre wunderbare Gefühl zu erleben. Älter als ihre Mutter ist er auf alle Fälle, der Henner, aber er hats drauf: Brutal, schonungslos, mit allen Finessen vertraut … gut, dass Maria kein Sensibelchen ist, das Henners Sexattacken mit Vergewaltigung verwechseln könnte. Und fürs Sanfte, Zärtliche hat sie den Freund Johannes zuhause, aber nachdem sie weiß, wie Sex wirklich geht, darf Johannes nicht mehr ran.
    Dass Henner säuft, seinen Hof vernachlässigt, in einem Dreckloch wohnt? Mit der richtigen Frau an der Seite, für die Maria sich hält, ändert sich auch der härteste Kerl.
    Andererseits: Man sollte nicht zu streng sein. Jeder von uns hat schon einmal für große Liebe gehalten, was in der Rückschau emotionales Geplänkel, Spaß am Sex oder Entzücken an der Bewunderung durch das Objekt der Begierde war.
    „Zeitgeschehen“ zu thematisieren verspricht das Buch. Man findet Zeitgeschehen aus der Wendezeit, aber als grundlegenden Hintergrund, den ich erwartete, offenbart es sich nicht.
    Zu jeder Zeit könnte überall, auf dem flachen niedersächsischen Land ebenso wie im hügligen Württemberg passieren, dass eine 17-jährige von einem älteren Herrn angemacht und … wird.
    Schreiben kann die Autorin, ihre Sprache liest sich leicht, aber nicht oberflächlich. Ihre Worte lassen einen heißen Sommer erstehen, den Geruch von Heu, von Obst und Gemüse und dem, was in der Küche daraus entsteht. In den erotischen Szenen – von denen es eine ganze Reihe in verschiedenen Variationen gibt – bewahrt sie Distanz, und Andeutungen ersetzen das allzu Deutliche.
    Nur: Eine Liebesgeschichte?
    Vielleicht dann, wenn man Liebe mit Obsession gleichsetzt.
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  • Rezension zu Irgendwann werden wir uns alles erzählen

    "Es gibt Dinge, die können gleich erzählt werden, andere haben ihre eigene Zeit, und manche sind unsagbar."
    Mit diesen Worten beginnt der Klappentext auf der Rückseite und sie fallen auch einmal mehr im Verlauf des Romans. Was Daniela Krien hier auf so wenigen Seiten niedergeschrieben hat, ist eine Geschichte von Liebe und Selbstfindung, die mich bedingungslos mitgerissen hat:
    Maria ist ein Mädchen von fast siebzehn Jahren und weiß noch nicht, was sie vom Leben erwartet. Zu stark befindet sich die Welt, wie sie sie bisher kannte, im Umbruch, zu groß sind die Veränderungen und die Gefühle, die sie einnehmen. Sie glaubt, sich in den Bauernsohn Johannes verliebt zu haben und erzählt davon in Worten, die mich wirklich berührten:
    "Später dann steigen wir die Treppen hinauf in unsere Spinnenzimmer und lieben uns. Johannes löscht das Licht, er ist zärtlich und sanft unter der Bettdecke; noch niemals hat er mir wehgetan. Er ist mein erster Mann. Ich glaube, ich liebe ihn."
    Schon in diesen Worten zeichnen sich die deutlichsten Wesenszüge Marias ab. Sie ist ein sehr zartes und verträumtes, vor allem aber auch ein Mädchen von großer Naivität. Oft wusste ich nicht, ob das für mich die Stärke oder Schwäche der Protagonistin darstellte, denn Daniela Krien kleidete diese Naivität in eine solche Selbstverständlichkeit, dass etwas anderes gar nicht zur Geschichte gepasst hätte. Ohne diesen markanten Wesenszug wäre Maria dem vierzigjährigen Henner, der den Nachbarhof bestellte, wohl niemals verfallen. Er sammelt sie eines Nachts nach einem Autounfall von den Wiesen auf und sie folgt ihm widerstandslos nach Hause. Was dann beginnt, ist eine Liebesgeschichte von arachaischer Wucht, so verspricht es zumindest der Klappentext. Und er täuscht einen nicht:
    Die Begegnungen zwischen Maria und Henner balancieren ständig an einer sehr schmalen Grenze zwischen Leidenschaft und Brutalität und sie zerreißen Marias Gewissen im Laufe der Geschichte mehr und mehr. Henner ist oft grob und noch öfter betrunken, im nächsten Moment hält er das soviel jüngere Mädchen aber dann doch liebevoll im Arm. Man kann sich eigentlich kein Urteil über die Liebe dieser beiden bilden, denn man kann nur erahnen, wieviel davon körperliche und seelische Abhängigkeit ist und wieviel aus wahren Gefühlen hervorgeht. Für mich war es eher so, dass ich Maria in ihrer Einfachheit und Selbstverständlichkeit bewunderte:
    Sie goss ihrem Henner Wodka nach, wenn sie wusste, dass der Tag und das Leben selbst ihn mal wieder geschafft hatten. Sie schmiedete Zukunftspläne und verlor sich in ihnen einmal mehr, da sie innerlich wusste, wie weit entfernt sie von der Realität waren. Sie erlernte das Kochen und füllte Marmelade in Gläsern ab, sie war Kind, Geliebte, Freundin und Frau zugleich. Dass sie all dies nie in den Gründzügen anzweifelte, ist so bewundernswert wie traurig.
    Kurz, bevor die Geschichte endet, formuliert Maria folgenden Gedanken:
    "Alles passiert irgendwann einmal zum letzten Mal.
    Oft weiß man nicht, dass es das letzte Mal sein wird."
    Ich verliebte mich in diese Worte, aber vielleicht war ich auch nur in der richtigen Verfassung, das Buch zu lesen. Fasziniert hat es mich auf jeden Fall in einem hohen Maße - der interessante historische Kontext, der poetische Ton, die authentischen und vielschichtigen Charaktere. Sie waren einem so nahe, wie auch die Geschichte einem nahe kam. Auf eine fast abstrakte Weise, so selbstverständlich.
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  • Rezension zu Irgendwann werden wir uns alles erzählen

    Ich hatte auch das Glück, ein Rezensionsexemplar zu erhalten, daher hier auch mein Eindruck:
    Maria ist 16 und gerade bei ihrem Freund Johannes eingezogen. Hier auf dem Hof seiner Eltern in der DDR hilft sie nach und nach mit, sofern sie sich nicht in ihre Bücher verliert und die Sonne genießt. Besonders angetan hat es ihr hier Dostojewskijs "Die Brüder Karamasow". Nur einer vernachlässigt sie permanent: während Johannes sein Abitur macht, schwänzt sie die Schule und plant keine wirkliche Zukunft. In der dörflichen Gemeinschaft gelingt es ihr nach und nach, sich einen eigenen Platz zu erarbeiten, doch nach und nach entfremdet sie sich innerlich immer mehr von ihrer neuen Familie.
    Der 24 Jahre ältere Henner, der innerhalb der Dorfgemeinschaft eine klare Außenseiterposition inne hat, scheint ein gewisses Interesse an der jungen Frau zu haben. Unmerklich baut sich eine gewisse sexuelle Spannung zwischen beiden auf, die Maria häufiger Angst macht, weil sie sich nicht wirklich einzuordnen weiß. Nachdem Henner sie eines Abends auf der Straße findet und sie nach Hause bringen will, entläd sich die Spannung zwischen beiden in einer Mischung aus Sex und Gewalt. Maria versucht ihre Male vor Johannes zu verbergen. Doch auch wenn dies auf den ersten Blick sehr nach Vergewaltigung aussieht, ist dies der Beginn einer innigen Beziehung eines absolut ungleichen Paares. Mehr und mehr entfernt Maria sich von Johannes und seiner Familie und sucht immer neue Ausreden, um sich zu Henner zu stehlen. Doch eines Tages muss eine Entscheidung getroffen werden, denn Maria plagt das schlechte Gewissen...
    Mein Fazit:
    Eingebettet in die Zeit der Wiedervereinigung gelingt es Daniela Krien eine wunderbare und wirklich außergewöhnliche Liebesgeschichte zu erzählen, die einen jedoch nie vergessen lässt, dass sie in den letzten Monaten der DDR direkt nach dem Mauerfall spielt. Marias Wesen wird eindrucksvoll dargelegt, so dass die Zerrissenheit zwischen den Gefühlen zu Johannes Familie und zu Henner wirklich greifbar sind.
    Auch die Familiengeheimnisse und das dörfliche Leben sind keine platten Nebensachen sondern werden liebevoll geschildert.
    Mich persönlich erinnert das die Dorfgemeinschaft an die Heimat der Familie meines Großonkels, die ich in eben dem Jahr in der DDR besucht habe, in der diese Geschichte spielt.
    Insgesamt hätte man einige Punkte vielleicht noch weiter herausarbeiten können. Einige Themen wie beispielsweise Jugendweihe werden zwar angerissen, aber nicht weiter vertieft.
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Rezensionen zum Hörbuch

  • Rezension zu Irgendwann werden wir uns alles erzählen

    Irgendwann werden wir uns alles erzählen – Daniela Krien, gelesen von Anna Thalbach
    Ungekürzte Lesung, 4 CDs 296 Minuten
    Die Sprecherin:
    Anna Thalbach, vielfach ausgezeichnete Schauspielerin, war in Kinofilmen wie „Krabat“ und „Der Baader Meinhof Komplex“ zu sehen. Sie ist eine der bekanntesten Hörbuchsprecherinnen (Deutscher Hörbuchpreis).
    Die Autorin:
    Daniela Krien, geboren 1975 in Mecklenburg-Vorpommern, aufgewachsen in einem Dorf im Vogtland (Sachsen) lebt mit Mann und zwei Töchtern in Leipzig. Sie studierte Kulturwissenschaften, Kommunikations- und Medienwissenschaften und arbeitete unter anderem als Drehbuchautorin und Cutterin. „Irgenwann werden wir uns alles erzählen“ ist ihr erster Roman.
    Inhalt:
    Sommer 1990, ein Bauerndorf nahe der deutsch-deutschen Grenze, die gerade keine mehr ist. Der Schauplatz einer Liebesgeschichte von archaischer Wucht, die Zeitgeschehen und Existenzielles auf zwingende Weise miteinander verschränkt.
    Die siebzehnjährige Maria wohnt mit Johannes auf dem Hof seiner Eltern. Sie ist zart, verträumt und verkriecht sich lieber mit den Brüdern Karamasow, als in die Schule zu gehen. Auf dem Nachbarhof lebt der vierzigjährige Henner, allein, vom Dorf argwöhnisch beäugt. Ein zufälliger Blick eines Tages, eine zufällige Berührung an einem andern lösen in Maria eine Sehnsucht aus, die fremd und übermächtig ist und sie in Henners Haus und in seine Arme treibt ...
    Meine Meinung:
    Irgendwann ist auch dieses Hörbuch zu Ende, leider, denn Anna Thalbach hauchte dem doch recht handlungsarmen Debütroman „Irgendwann werden wir uns alles erzählen“ von Daniela Krien Leben und Wirklichkeitsnähe ein, so dass ich begeistert zugehört habe. Ich habe die Geschichte, die sich um die fast siebzehnjährige Maria dreht und aus ihrer Sicht erzählt wird, aufgrund des eigenwilligen Schreibstils der Autorin nur häppchenweise genossen, denn sie erfordert vollkommene Konzentration und Aufmerksamkeit.
    Maria verbringt den Sommer 1990, die Zeit der Wende, auf dem elterlichen Bauernhof ihres Freundes Johannes in einem thüringischen Dorf und verliebt sich dort in den wesentlich älteren Nachbarn Henner, der als Eigenbrötler und seltsamer Kauz gilt.
    Anschaulich und eindringlich vermittelt Daniela Krien die Atmosphäre der damaligen Zeit, die Aufbruchstimmung, die Wünsche und Hoffnungen, die in Deutschlands Wiedervereinigung gesetzt wurden, aber auch die Enttäuschungen und Konsequenzen, die sich daraus ergaben, und fängt somit ein Stück bedeutender Zeitgeschichte ein. Sie beschreibt Landschaft, Dorfleben und die Charakteren ihrer Figuren präzise und authentisch. Ihr Augenmerk liegt dabei eindeutig auf Maria, einer jungen Frau, die ihren Weg sucht und sich von einem Mann angezogen fühlt, der ihr Vater sein könnte, der grob und widerborstig auftritt. Maria’s Gefühle, ihre Zerrissenheit, ihre Zweifel, ihre Suche nach dem Platz im Leben werden ausführlich und innig geschildert, was mich sehr berührt hat. Allerdings konnte ich ihre vermeintliche Liebe zu Henner, die in meinen Augen eher an sexuelle Abhängigkeit als an Liebe grenzt, kaum nachvollziehen. Henner ist mir trotz seiner bewegenden Vergangenheit im Großen und Ganzen unsympathisch geblieben.
    Anna Thalbach interpretiert den außergewöhnlichen Roman auf ihre eigene Art und Weise. Durch Tempowechsel, Stimmmodulation sowie enthusiastisches und engagiertes Vorlesen baut sie unweigerlich Spannung auf und lässt die Personen lebendig werden, in einer Erzählung, die weniger durch Dialoge als vielmehr durch Beschreibungen glänzt.
    Daher spreche ich gerne eine klare Hörempfehlung für dieses sich aus der Masse abhebende Buch aus, das mich, hätte ich es gelesen, vielleicht nicht in dem Maße überzeugt hätte.
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Ausgaben von Irgendwann werden wir uns alles erzählen

Taschenbuch

Seitenzahl: 240

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 272

E-Book

Seitenzahl: 240

Besitzer des Buches 41

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