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Wer Wind sät

Buch von Nele Neuhaus

  • Kurzmeinung

    Bellis-Perennis
    Fesselnd bis zur letzten Seite
  • Kurzmeinung

    Pasghetti
    Nebengeschichte war unnötig, ansonsten wie gewohnt gut

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Wer Wind sät

Kriminalkommissarin Pia Kirchhoff und ihr Chef Oliver von Bodenstein werden zu einem ungewöhnlichen Tatort gerufen: Ein toter Nachtwächter lag mehrere Tage unentdeckt in einem Firmengebäude. Schnell wird klar, dass der Mann ermordet wurde. Hinweise führen in den Umkreis einer Bürgerinitiative, die gegen einen geplanten Windpark kämpft. Dabei stoßen die Ermittler auf ein Grundstück im Taunus, das plötzlich zwei Millionen wert sein soll. Und einem weiteren Mann das Leben gekostet hat.
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Serieninfos zu Wer Wind sät

Wer Wind sät ist der 5. Band der Kommissare Oliver von Bodenstein & Pia Kirchhoff-Sander Reihe. Diese umfasst 11 Teile und startete im Jahr 2006. Der letzte bzw. neueste Teil der Serie stammt aus dem Jahr 2023.

Über Nele Neuhaus

Die pferdebegeisterte Krimiautorin Nele Neuhaus wurde 1967 in Münster geboren und verbrachte ihre Jugend im Taunus. Von klein auf liebte sie Bücher und verfasste schon mit fünf ihre ersten Geschichten. Mehr zu Nele Neuhaus

Bewertungen

Wer Wind sät wurde insgesamt 133 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,1 Sternen.

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Meinungen

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Wer Wind sät

    Klimakatastrophe oder Klimalüge? So aktuell wie nie
    Dieser Krimi ist, obwohl schon elf Jahre alt, so aktuell wie nie. Worum geht’s?
    Der Nachtwächter der Firma WindPro, die Windkraftwerke errichtet, wird tot am Fuße einer Treppe gefunden. Unfall oder Fremdeinwirkung? Als feststeht, dass hier jemand nachgeholfen hat, ermitteln Pia Kirchhoff und Oliver Bodenstein sowohl in der Firma als auch im Dunstkreis einer Bürgerinitiative, die gegen den geplanten Windpark ist.
    Gutachten und Gegengutachten füllen die Kassen der Gutachter. Das Projekt geht weder vor noch zurück.
    Wenig später ist der Vorsitzende der Umweltbewegung ebenfalls tot. Nicht nur tot, sondern in heißem Zorn erschossen. Zu allem Überfluss erbt Olivers Vater jene Grundstücke, die von WindPro so heiß begehrt und vom erschossenen Grundeigentümer ebenso wild verteidigt worden sind.
    Meine Meinung:
    Wie immer bei Nele Neuhaus gibt es eine Menge Personal, das anfangs ein wenig unbedeutend am Rande mitspielt sowie einige Charaktere, die sich im Laufe der Zeit in den Mittelpunkt drängen.
    So auch hier. Ein scheinbar unerzogener Jugendlicher, der von seinen Eltern vernachlässigt worden ist, eine Tierschützerin, geldgierige Verwandte und ein undurchsichtiger Wissenschaftler, nur um ein paar zu nennen.
    Nele Neuhaus führt ihre Leser diesmal ziemlich an der Nase herum. Immer wieder legt sie Spuren, die in eine Sackgasse führen. Auch ihren Ermittlern macht sie es nicht leicht. Da ist zum einen Dr. Engel, die eine intrigante und machtgierige Chefin ist, und zum anderen Bodensteins Frau Cosima, die ihn und die kleine Sophie sitzen, hat lassen, oder Christoph Sander, der mit den Gefahren in Pias Alltag wenig Freude hat.
    Die Auflösung ist fesselnd inszeniert.
    Fazit:
    Eine fesselnde Fortsetzung, der ich gerne 5 Sterne gebe.
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  • Rezension zu Wer Wind sät

    Kurzbeschreibung:
    Ein Nachtwächter stürzt zu Tode. Ein Grundstück im Taunus, das plötzlich zwei Millionen Euro wert ist, kostet einen alten Mann das Leben. Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein ermitteln im Kreise von Verdächtigen, die alle vorgeblich für eine gute Sache kämpfen. Doch jeder von ihnen hat sein eigenes Motiv - nichts ist, wie es scheint. Bis die Lügengebäude einstürzen. Rachsucht und Gier offenbar werden. Liebe in Hass umschlägt und Menschen büßen müssen. *Quelle*
    Zur Autorin:
    Nele Neuhaus, geboren 1967 in Münster/Westfalen, lebt seit ihrer Kindheit im Taunus und schreibt bereits ebenso lange. Ihr 2010 erschienener Kriminalroman "Schneewittchen muss sterben" brachte ihr den großen Durchbruch, seitdem gehört sie zu den erfolgreichsten Krimiautorinnen Deutschlands. Außerdem schreibt die passionierte Reiterin Pferde-Jugendbücher und, unter ihrem Mädchennamen Nele Löwenberg, Unterhaltungsliteratur. Ihre Bücher erscheinen in über 20 Ländern.
    Meinung:
    Wer Wind sät ist der 5. Band der Bodenstein und Kirchhoff-Reihe, daher besteht beim Weiterlesen Spoilergefahr!
    Ich bin seit dem Auftakt der Reihe ein großer Fan der Bodenstein und Kirchhoff-Serie und da gerade der 8. Band, Im Wald, erschienen ist, war es höchste Zeit, weiterzulesen. Wie immer wird im Main-Taunus-Kreis ermittelt, diesmal rund um Kelkheim. Die Story beginnt mit einem Prolog, dauert vom 11. Mai 2009 bis 10. Juni 2009 und endet mit dem Epilog am 14. November 2009. Dazwischen finden Rückblicke statt, die sich in verschiedenen Städten im Jahr 2008 abspielen.
    Die Hauptfiguren sind im nunmehr 5. Band der Reihe schon sowas wie alte Bekannte: Oliver von Bodenstein ist Leiter des K11 in Hofheim am Taunus. Vor 6 Monaten hat er sich von seiner Frau Cosima getrennt, die ihn damals betrogen hatte. Dies macht ihm immer noch schwer zu schaffen. Doch schon bald tritt bei seinen aktuellen Ermittlungen eine neue Frau in sein Leben. Mir hat Bodenstein diesmal nicht so gut gefallen, da er unheimlich weinerlich daherkommt und trotz seines Berufs auch Naivität an den Tag legt, die ich nicht so ganz nachvollziehen konnte.
    Da gefiel mir seine Kollegin Pia Kirchhoff doch um Längen besser. Sie kehrt gerade mit ihrem Lebensgefährten, dem "Opel Zoo"-Direktor Christoph Sander, aus dem Urlaub zurück, als sie bereits zum nächsten Mordfall an dem Nachtwächter der WindPro, Rolf Grossmann, gerufen wird. Pia Kirchhoff nimmt diesmal so richtig die Zügel in die Hand, denn Oliver von Bodenstein ist bei den Ermittlungen kaum präsent und wird später aus Gründen von dem Fall abgezogen. Ihr Engagement und ihre Zähigkeit, den Fall zu lösen, haben mir sehr gefallen.
    Wie schon gewohnt bekommen auch hier wieder sehr viele Nebencharaktere ihren Auftritt. Dazu zählen Jannis Theodorakis (Sprecher der Windkraftgegner-Initiative, der früher selbst beim gegnerischen Windkraftanlagenkonzern WindPro arbeitete, nun aber den Bau des geplanten Windparks mit allen Mitteln verhindern will), seine Freundin Friederike "Ricky" Franzen (die attraktive Blondine betreibt das Zoogeschäft "Tierparadies" und eine Hundeschule), ihre Mitarbeiterin Nika (eine graue Maus, die schwerwiegende Geheimnisse um ihre Vergangenheit verbirgt) und der 16-jährige Mark (er hilft Ricky in der Hundeschule lieber, als in die Schule zu gehen, ist durch ein früheres Erlebnis ein labiler Charakter und vergöttert Jannis und Ricky).
    Die Handlung selbst wird von allen daran Beteiligten in der 3. Person erzählt, es finden zahlreiche Perspektivwechsel statt, die mich immer wieder begeistern können und durch die vielen Charaktere, die jeweils nach und nach ans Licht kommende Geheimnisse verbergen, wird man an einen klassischen Whodunit-Kriminalroman erinnert.
    Ebenso wie die zahlreichen Charaktere werden auch vielfältige Themen angesprochen, wie z.B. Macht, Profitgier, Korruption, Manipulation und Rachegelüste. Dies macht den Krimi äußerst facetten- und abwechslungsreich. Zudem ist der Täter bis zuletzt nicht eindeutig erkennbar, da wie gesagt so viele Personen mehr oder weniger in den Fall einbezogen sind. Daher kann ich auch diesen Band der Reihe wieder nur empfehlen, auch wenn mir Oliver von Bodenstein diesmal von seinem Charakter und seiner Handlungsweise nicht ganz so gut gefiel.
    Fazit:
    Auch mit Wer Wind sät konnte mich Nele Neuhaus wieder begeistern. Ein undurchsichtiger Fall, facettenreiche Nebencharaktere, eine über sich hinauswachsende Protagonistin und ein wenig Lokalkolorit in Form des hessischen Dialekts bilden hier einen abwechslungsreichen Kriminalroman der Reihe, die ich liebend gerne weiterverfolge.
    Wertung:
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  • Rezension zu Wer Wind sät

    "Wer Wind sät" ist der fünfte Band der Taunuskrimi-Reihe von Nele Neuhaus, der im Mai 2011 im Ullstein-Taschenbuchverlag erschienen ist.
    In diesem Band ermitteln die Kommissare Kirchhoff und von Bodenstein im Umfeld einer Bürgerinitiative, die gegen einen geplanten Windpark kämpft. Es gilt zwei Morde aufzuklären und dabei in der recht aufgeheizten Stimmung einen kühlen Kopf zu bewahren. Denn nicht zuletzt für Oliver von Bodenstein wird dieser Fall sehr persönlich und emotional.
    Als Fan dieser Krimireihe war ich natürlich nicht nur sehr gespannt, mit welchem Fall Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein es diesmal zu tun bekommen werden, sondern auch darauf, wie sich ihre jeweilige persönliche Lage weiterentwickeln wird. Muss Pia sich wirklich, wie ja bereits in Band Vier angeklungen, von ihrem geliebten Birkenhof trennen? Und wie geht es bei Oliver weiter? Kam er mittlerweile über seine Trennung von Cosima hinweg?
    Voller Spannung und Vorfreude begann ich also zu lesen und wurde nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil!
    Für mich ist dieser Band der bislang stärkste und emotionalste der Reihe. (Ich muss dazu sagen, dass ich die nachfolgenden Bände noch nicht gelesen habe.)
    Nele Neuhaus blieb ihrem gewohnten spannenden und flüssigen Schreibstil treu und schaffte es so innerhalb kürzester Zeit mich komplett in die Story zu katapultieren. Wie immer, wurde ich erst mal mit meiner Tätervermutung auf den Holzweg geführt. Etliche unerwartete Wendungen und Aufreger später, ergab sich der Blick auf Machenschaften, die sich auch in einem Wirtschaftsthriller gut gemacht hätten. Der Spannungsbogen war und blieb bis zum Schluß also gewohnt hoch.
    Die Charaktere und deren Agieren sind der Autorin ebenfalls wieder sehr gut gelungen. In meinem Kopf lief das sprichwörtliche Kino ab und ich schwankte permanent zwischen Entsetzen, Zorn, Fassungslosigkeit, Ratlosigkeit und Mitleid.
    Leider kann ich für diesen tollen Krimi nicht mehr als vergeben! Eine absolute Leseempfehlung, nicht nur für Fans der Taunuskrimi-Reihe, sondern auch für alle Quereinsteiger, die Krimis lieben, bei denen die klassische Ermittlungsarbeit im Vordergrund steht.
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  • Rezension zu Wer Wind sät

    Die Kommissare Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein werden in ihrem fünften Fall an einen Tatort gerufen, an dem ein Nachtwächter tot aufgefunden wurde. Die Ermittlungen führen in den Umkreis einer Bürgerinitiative die gegen einen geplanten Windpark im Taunus kämpft.
    Dabei stoßen sie auf ein Grundstück, das für den Bau entscheidend ist und dadurch plötzlich zwei Millionen Euro wert ist. Und bald darauf gibt es einen weiteren Toten.
    Ich lese die Krimireihe von Nele Neuhaus sehr gerne und nachdem ich vom vierten Fall „Schneewittchen muss sterben“ leider etwas enttäuscht war, habe ich mich nun umso mehr darüber gefreut, dass „Wer Wind sät“ wieder an das Niveau der anderen Büchern rankommt.
    Die Thematik „erneuerbare Energien, Klimawandel und –lüge“ und die Informationen dazu fand ich sehr interessant, weswegen mir das Lesen wieder großen Spaß gemacht hat.
    Auch gewinnt man wieder gute Einblicke in das Leben der Ermittler und ich mag beide nach wie vor sehr gerne, wenn auch sich die beiden von Fall zu Fall damit abzuwechseln scheinen, wer mir nun dieses Mal auf die Nerven geht. Im fünften Fall war es Pia. Sie war mir hier einfach zu voreingenommen, etwas zu zickig und dadurch ein bisschen unprofessionell. Aber es war kein extremes Verhalten, sodass mir die Lesefreude geschmälert worden wäre.
    Die Handlung ist jetzt nicht durchgehend spannend, aber ich mag Neuhaus’ Erzählstil und dadurch liest sich das Buch auch relativ flott.
    Die Aufklärung fand ich hier überraschend, aber etwas unspektakulär.
    „Wer Wind sät“ ist ein gutes Buch, das mich unterhalten hat und wieder Lust auf weitere Bücher der Reihe macht.
    von
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  • Rezension zu Wer Wind sät

    Mörderischer Taunus
    Von der deutschen Kriminalautorin Nele Neuhaus habe ich Anfang dieses Jahres bereits drei ihrer Taunus-Kriminalromane um das Ermittler-Team Kirchhoff/Bodenstein gelesen und ich habe noch nicht genug. So freute ich mich besonders, dass auf einem meiner Lieblingsinternetportale in Sachen Bücher, vorab eine Leseprobe von ihrem neuen Buch um selbige Ermittler veröffentlicht wurde und dazu 100 Rezensionsexemplare zur Verlosung ausgeschrieben waren. Angekündigt wurde es einige Wochen vorher schon mit der
    Kurzbeschreibung.
    „Ein Nachtwächter stürzt zu Tode. Ein Grundstück im Taunus, das plötzlich zwei Millionen Euro wert ist, kostet einen alten Mann das Leben. Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein ermitteln im Kreise von Verdächtigen, die alle vorgeblich für eine gute Sache kämpfen.
    Doch jeder von ihnen hat sein eigenes Motiv - nichts ist, wie es scheint. Bis die Lügengebäude einstürzen. Rachsucht und Gier offenbar werden. Liebe in Hass umschlägt und Menschen büßen müssen.“
    Bereits der Leseprobe hibbelte ich entgegen, der Verlosung erst recht und als dann die befreiende Mail kam, die mir versicherte, dass ich „Wer Wind sät“ vorablesen darf, war ich überglücklich. Knapp zwei Wochen vor dem Erscheinungstermin am 13. Mai 2011 hatte ich das Buch in meinen Händen und begann zu lesen.
    „Wer Wind sät wird Mord ernten“
    In einem mitreißenden Prolog erlebe ich die panische und leider erfolglose Flucht einer noch anonymen Frau, am letzten Tag des Jahres. Ich bin fast froh, dass es sich am Ende als ein Alptraum herausstellt, doch dieser wird ganz sicher einen Grund haben. Mit den Fragen, wer sie ist und wovor sie sich so sehr fürchtet, steige ich dann erst einmal in die Haupthandlung ein, die die Autorin in mehreren Handlungssträngen aufbaut.
    Wir schreiben den 11. Mai 2009. Ludwig Hirtreiter, der mit seinem Hund Tell zu seinem allmorgendlichen Waldspaziergang aufbricht, hört plötzlich das Kreischen von Motorsägen. Wenig später sieht er sich einem Trupp Waldarbeiter gegenüber. Hirtreiter weiß, dass es für die Rodungsaktion keine offizielle Genehmigung gibt. Allerdings lässt sich der Rodungstrupp nur mit einem Warnschuss vertreiben.
    Dann treffe ich mit Pia Kirchhoff eine alte Bekannte wieder. Sie kommt gerade mit ihrem Lebensgefährten Christoph von einem dreiwöchigen Urlaub zurück, als sie durch den Anruf ihres Vorgesetzten Oliver von Bodenstein über einen Leichenfund in Kelkheim informiert wird. Da Oliver der Hochzeit seines Sohnes kaum fernbleiben kann, erklärt sich Pia bereit zum Fundort der Leiche zu fahren.
    Im dritten Handlungsstrang mache ich die Bekanntschaft von Mark. Dieser ist Schüler, der aus einem sogenannten guten Elternhaus kommt und- wie viele andere seiner Generation – keinen Bock mehr auf die Schule hat. Wegen eines mir als Leser zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannten Vergehens, wurde er zu 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit im Tierheim verurteilt. Dort lernte er mit Ricky und Jannis vermeintlich Freunde kennen und die Arbeit im Tierheim machte ihm sogar Spaß. Obwohl die Pflichtstunden längst abgeleistet sind, hilft er dort noch immer aus.
    Ricky betreibt außerdem noch eine Tierhandlung mit Onlineversand, einen Hundesalon und eine Hundeschule. Ich lerne Frauke Hirtreiter, die ich durch die Namensgleichheit gleich in ein verwandtschaftliches Verhältnis zu dem morgendlichen Waldspaziergänger setze (später erfahre ich dass sie seine Tochter ist) und eine unscheinbare Frau namens Nika kennen, die für Ricky arbeiten. Mark betreut auch das Shop-System der Tierhandlung und die Website der Bürgerinitiative gegen ein im Taunus geplantes Windparkprojekt, der sowohl Ricky, Jannis und Nika, als auch Ludwig Hirtreiter und sein bester Freund Graf von Bodenstein – Olivers Vater - angehören.
    Am Fundort der Leiche – ein Lagerhaus der WindPro - lernt Pia ihren neuen Kollegen kennen. Dieser scheint erst einmal wesentlich sympathischer als ihr ehemaliger Kollege Behnke. Der Tote ist ein Wachmann, der wohl ein Alkoholproblem hatte. Der Chef der Firma, Stefan Theissen, behauptet, dass der Wachmann ein ehemaliger Klassenkamerad von ihm ist. Pias Exmann, der ebenfalls anwesende Rechtsmediziner Dr. Henning Kirchhoff, vermutet ein Tötungsdelikt und die Ermittlungen beginnen.
    Dann begegne ich noch einem Mann namens Dirk Eisenhut, dessen Frau Bettina seit einem schrecklichen Brand seiner Villa in der Silvesternacht im Wachkoma liegt und mit den nächsten Informationen über Jannis Theodorakis, dem Lebensgefährten von Ricky, schwant mir bereits, dass nichts ist, wie es zu sein scheint …
    Wahrheit oder Lüge?
    Von Anfang an fühlte ich mich wieder in dem flüssig-bildhaften Erzählstil der Autorin gefangen. Erst konnte ich zwischen den verschiedenen Handlungssträngen zwar nur ein paar Zusammenhänge sehen, doch ließen sich die Seiten locker weg lesen. Trotz der vielen verschiedenen Charaktere kam es bei mir als Leser zu keinerlei Verwirrung und durch die jeweils punktgenau gesetzten Szenenwechsel baute sich ab der ersten Seite eine gewisse Grundspannung auf, die auch durchgängig anhielt.
    Bei der Charakterisierung der Protagonisten verzichtete die Autorin auf langwierige Beschreibungen sondern stellte sie immer nur kurz in prägnanten Situationen vor. Weitere Informationen über sie ließ Nele Neuhaus später dann häppchenweise und wieder situationsbedingt einfließen. So kam es - wie im richtigen Leben - immer wieder vor, dass man als Leser seine Meinung über die eine oder andere Figur im Verlauf der Handlung änderte, manchmal auch mehrfach.
    Im weiteren Geschehen werden die Zusammenhänge zwischen den Handlungssträngen deutlicher. Der anfängliche Mord ist bald nicht mehr der Einzige den es aufzuklären gilt. Doch jede Menge falsche Spuren führen nicht nur die Ermittler, die nebenbei auch eigene und Probleme miteinander haben, immer wieder aufs Glatteis. Richtig gut fand ich die Einflechtung des Themas Klimapolitik. Die im Buch von den Gegnern des Klimapapstes geäußerte Meinung ist die Meinige, die ich schon seit Jahren – allerdings ohne konkretes Beweismaterial zur haben – vertrete. Das heißt aber nicht, dass ich gegen Umweltschutz und erneuerbare Energien wäre. Aber auch andere Themen, wie z. B. Missbrauch, Umgang und Folgen, wurden angesprochen und auf Gänsehaut erzeugende Art und Weise in den Kriminalroman mit eingebaut.
    Die deutsche Kriminalautorin
    Cornelia „Nele“ Neuhaus wurde 1967 geboren und wuchs zusammen mit 3 Geschwistern im Taunus auf. Sie schreibt schon seit frühester Kindheit. Allerdings macht sie das nach wie vor nur nebenberuflich. Hauptberuflich ist sie ihrem Mann Stütze im familieneigenen Betrieb. Wer mehr über die sympathische Autorin oder ihre Bücher erfahren möchte, kann sich auf ihrer Internetpräsentation neleneuhaus.de umfassend informieren. Zur Reihe um das Ermittler-Team Kirchhoff/Bodenstein gehören in folgender Reihenfolge:
    Eine unbeliebte Frau
    Mordsfreund
    Tiefe Wunden
    Schneewittchen muss sterben
    Wer Wind sät
    Persönlich habe ich die Reihe ja mit „Schneewittchen muss sterben“ begonnen, danach mit Teil 1 und 2 weitergemacht und jetzt Teil 5 gelesen. Tiefe Wunden (Teil 3) fehlt mir noch – das habe ich mir erstmals als ebook gekauft, um den gerade bei mir eingetroffenen ebook-Reader, den ich mir eigentlich zum Geburtstag wünsche, zu testen. Die Bücher lassen sich durchaus als eigenständige Werke verstehen, die Fälle sind in jedem Fall immer anders. Das Privatleben der Ermittler geschieht natürlich der Reihenfolge nach. Aber auch hier dürfte es keinerlei Verständnisschwierigkeiten geben, da von der Autorin zwar immer wieder mal auf Ereignisse in der Vergangenheit eingegangen wird, allerdings nicht so ausführlich, dass es den Leser der bereits die anderen Teile gelesen hat, nerven könnte, aber doch genug, damit der Neueinsteiger die jeweilige Situation verstehen kann.
    Schlussbetrachtungen
    Wie schon erwähnt, verspürte ich während des gesamten Buches stets eine unterschwellige Grundspannung, die mich das Buch immer sehr schwer und nur wegen der Arbeit weg legen ließ. Für den atemberaubenden Showdown hatte ich mir dann glücklicherweise einen Tag mit viel Freizeit ausgesucht. Leider war ich am Ende des Buches trotzdem ein bisschen unzufrieden. Bei mir blieben doch ein paar Fragen zu einer ins Visier geratenen Klimaforscherin offen. Vielleicht greift die Autorin das Thema ja in einem Folgebuch noch einmal auf. Alles in allem hat mir aber auch „Wer Wind sät“ wieder sehr gut gefallen.
    Ihr wollt mal reinlesen?
    Eine Leseprobe ist auch auf der Internetpräsentation des Verlages veröffentlicht. Hier der Direktlink: http://www.ullsteinbuchverlage.de/media/0000468268.pdf
    552 Seiten
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  • Rezension zu Wer Wind sät

    Themenüberladen, aber dennoch guter Krimi
    Inhalt: (Verlagsinfo)
    Ein Nachtwächter stürzt zu Tode. Ein Grundstück im Taunus, das plötzlich zwei Millionen Euro wert ist, kostet einen alten Mann das Leben. Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein ermitteln im Kreise von Verdächtigen, die alle vorgeblich für eine gute Sache kämpfen. Doch jeder von ihnen hat sein eigenes Motiv - nichts ist, wie es scheint. Bis die Lügengebäude einstürzen. Rachsucht und Gier offenbar werden. Liebe in Hass umschlägt und Menschen büßen müssen.
    Eigene Meinung:
    Nele Neuhaus behandelt mit diesem Krimi ein sehr aktuelles Thema. Mit der 180 ° Wende der deutschen Regierung in Sachen Energiepolitik nach dem Erdbebenunglück in Japan ist die Diskussion um erneuerbare Energien aktueller denn je.
    Das Unternehmen WindPro möchte im Taunus einen großen Windpark bauen. Da die Windverhältnisse nicht optimal sind, werden Gutachten gefälscht, um das Projekt zu retten. Eine Gruppe von Umweltaktivisten um einen ehemaligen Mitarbeiter von WindPro, Jannis Theodorakis wehrt sich gegen den Windpark. In kurzen Einschubkapiteln wird die Geschichte einer jungen Frau erzählt, von der man erst nach und nach erfährt, dass es sich um eine namhafte Wissenschafterin handelt, die auf dem Gebiet der Klimaforschung schon große Erfolge feiern konnte und sich nun aber vor ihrem ehemaligen Chef Prof. Eisenhut verstecken muss.
    Die häufigen Perspektivwechsel halten die Spannung hoch, verbreiten aber auch Hektik, weil dadurch auf die sehr zahlreichen Personen nicht so tief eingegangen werden kann, wie man es als Leser an der ein oder anderen Stelle wünschen würde.
    Die Person der Annika ist am Ende immer noch schleierhaft. Es ist nicht wirklich klar, ob es sich bei ihr um einen Cliffhanger handelt oder ob der Leser mit dem offenen Ende leben muss. Etwas verwirrend ist die Tatsache, dass sie eine alte Bekannte von Jannis´ Freundin Ricky ist. Dennoch wohnt sie bei den beiden, ohne dass sie ihre Identität offen legt. Jannis ist als schillernde, interessante Persönlichkeit dargestellt, bei mir erscheint er aber nicht wirklich glaubwürdig. Dabei helfen die derben und unnötigen Sexszenen auch nicht wirklich.
    Oliver von Bodenstein verliert etwas an Glanz, was mir recht gut gefällt. Allerdings ist er gleich allzu leichtfertig, weil er sich verliebt. Dafür läuft Pia zu Hochform auf. Da sich am Ende auch noch ihr Wohnproblem aufs Angenehmste löst, ist für sie die Welt perfekt. Das einzige Problem könnte ihr Partner Christoph darstellen, der sich sehr große Sorgen macht wegen gefährlichen Einsätzen. Davon wird man bestimmt in der Fortsetzung noch mehr lesen.
    In diesem 550 Seiten dicken Schmöker werden eine Vielzahl von Themen in unterschiedlicher Tiefe angeschnitten: Globale Erwärmung, erneuerbare Energie, Umweltaktivisten (Wutbürger), Massenpanik, sexueller Missbrauch an Schulen, Korruption, Liebe, Eifersucht, Rache….und noch viele mehr. Diese Anhäufung an Motiven und Themen hat leider eine gewisse Oberflächlichkeit zur Folge, weil manches nur gestreift werden kann. Der Plot wäre glaubwürdiger, wenn das ein oder andere weggelassen würde. Z.B. wäre Ricky genau so glaubwürdig, wenn sie beruflich und privat nicht so übermenschlich engagiert wäre. Die Massenpanik wurde polizeilich nicht aufgearbeitet und erscheint deshalb als aufgesetzt.
    Inhaltlich hat sich Nele Neuhaus vermutlich durch Nachrichtenmeldunginspirieren lassen, als 2009 Hacker die East Anglia's Climatic Research Unit (CRU) gehackt haben und eine Vielzahl von kompromittierenden E-Mails und Datenmaterial im Internet gelandet ist.
    Darüber darf man sich natürlich Gedanken machen. Dennoch wäre es natürlich fatal, daraus zu schließen, es gäbe keinen menschlichen Beitrag am CO2 Problem und zur globalen Erwärmung oder die globale Erwärmung wäre eine reine Erfindung. In diesem Fall würde sich auf jeden Fall die Autolobby freuen, wenn sie es nicht schon tut durch die laufende Erwähnung von tollen Autos. Ich hoffe jedoch, Nele Neuhaus wollte den Leser lediglich dazu anregen, kritisch und offen zu sein im Bezug auf die Interpretation von Forschungsresultaten und Nachrichtenmeldungen.
    Das Cover finde ich sehr passend; der Rabe auf dem Strommast. Der Wiedererkennungswert mit einem Bild bei düsterer Witterung mit Blutspritzern ist auf jeden Fall da und hebt sich positiv vom Durchschnitt ab. Mir gefällt das sehr gut. Was mir weniger gefällt, ist das Format. Auch wenn das Buch diese Klappen hat (wozu sind die eigentlich da?) und ein Lesebändchen, das an die letzte Seite geklebt war (leider hat es sich bei mir sehr schnell gelöst), so handelt es sich dennoch nur um ein Taschenbuch, für das ich keine 15.- € bezahlen würde. Das ist aber eine generelle Entwicklung einiger Verlage und darf der Autorin nicht angelastet werden.
    Fazit:
    Trotz einiger kleinerer Schwächen hat mir „Wer Wind sät“ sehr gut gefallen, ich habe mich gut unterhalten gefühlt und habe Inhalte gefunden, über die es sich nachzudenken lohnt. Im Vergleich zu „Schneewittchen muss sterben“ empfand ich diesen Krimi weniger oberflächlich und würde ihn mit 4 Sternen empfehlen.
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Ausgaben von Wer Wind sät

Taschenbuch

Seitenzahl: 400

E-Book

Seitenzahl: 568

Hörbuch

Laufzeit: 00:07:52h

Besitzer des Buches 313

Update: