Catalina

Buch von Chufo Lloréns

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Catalina

    Klappentext:
    Donna Beatriz, die Frau eines Adligen, bringt ihr viertes Kind zur Welt – das vierte Mädchen. Die Familie ist untröstlich, denn die Nachfolge des alten Adelsgeschlechts steht auf dem Spiel. Man beschließt, das neugeborene Mädchen namens Catalina im Kloster San Benito abzugeben und stattdessen einen gleichaltrigen Jungen, der vor den Toren des Konvents abgelegt wurde, in die Familie aufzunehmen.
    Catalina merkt schon als kleines Kind, wie schwer die strengen Regeln, die grausamen Strafen und die religiöse Heuchelei der Nonnen auf ihr lasten. Die Klostermauern werden für das lebenslustige und wagemutige Mädchen zum Gefängnis. Als die Zustände nach einem dubiosen Todesfall einer Äbtissin eskalieren, gibt es für Catalina nur einen Ausweg – die Flucht.
    Sie verkleidet sich als Junge und beginnt ein neues Leben. Sie wird von Don Benito de Cárdenas auf seinem Landsitz aufgenommen, verliebt sich in dessen Sohn Diego und folgt ihm auf abenteuerliche Weise nach Madrid. Doch sie weiß, dass jeder ihrer Schritte arglistig von der Inquisition überwacht wird.
    Über den Autor:
    Chufo Lloréns, geboren 1931 in Barcelona, ist promovierter Jurist, hatte jedoch schon immer den Wunsch zu schreiben. Er arbeitete lage am Theater und bereits sein erster Roman wurde für den renommierten Premio Planeta vorgeschlagen. Weitere historische Romane folgten. Sein Roman »Das Vermächtnis des Martí Barbany« wurde zu einem der meistverkauften Bücher in Spanien und ist 2009 bei C.Bertelsmann erschienen.
    Allgemeines zum Buch:
    Mit seinen 718 Seiten ist „Catalina“ ein schön umfangreicher Schmöker. Das Buch gliedert sich in eine Vielzahl an Kapiteln, die alle nicht sehr umfangreich sind. Durchschnittlich umfassen sie um die fünf Seiten, manche Kapitel sind etwas länger, manche umfassen nur eine oder zwei Seiten. Jedes der Kapitel trägt einen Titel, der meist aus einem einzelnen Wort oder einer kurzen Wortgruppe besteht.
    Geschrieben ist das Buch aus der Sicht eines allwissenden Erzählers in der Vergangenheitsform. Das Buch spielt im Spanien des 17. Jahrhunderts.
    Abgerundet wird das Buch durch eine Danksagung des Autors sowie einen umfangreichen Anhang, in dem sich Anmerkungen des Autors, ein Personenverzeichnis sowie ein Glossar finden.
    Das Cover ist für einen historischen Roman sehr passend. Es ist ansprechend gestaltet und weckt das Interesse am Inhalt des Buches.
    Die Originalausgabe erschien 2001 unter dem Titel „Catalina la fugitiva de San Benito“ im Verlag Random House Mondadori S.A., Barcelona. Übersetzt aus dem Spanischen wurde das Buch von Ulrich Kunzmann.
    Meine Meinung zum Buch:
    Mit „Catalina“ ist Chufo Lloréns ein besonderer historischer Roman gelungen, der die Geschehnisse im Spanien des 17. Jahrhunderts auf authentische und spannende Weise lebendig und greifbar werden lässt. Llorèns nimmt den Leser nicht nur mit auf eine Reise in die Zeit der Inquisition, sondern lässt auch die Welt der Klöster, Theater und Bordelle lebendig werden. Die Handlung ist enorm vielseitig und schafft ein umfassendes und farbenfrohes Bild. „Catalina“ ist sowohl Liebes- als auch Abenteuerroman, vereint die Genres Krimi und Drama, gleichzeitig ist das Buch humorvoll und spannend.
    Besonders die Themen Kirche und Religion spielen in diesem Buch natürlich eine besonders große Rolle. Lloréns beschreibt zum Einen den Alltag im Kloster, beschäftigt sich mit der Lebensweise der Nonnen. Aber er geht noch viel weiter: Llorèns beschreibt die Intrigen, die zwischen den verschiedensten Mitgliedern der Kirche gesponnen werden. Dabei geht es oft um Macht, aber auch um Sexualität, die ein absolutes Tabuthema darstellt. Kommuniziert wird im Spanien des 17. Jahrhunderts mittels Briefen, die von Boten übermittelt werden. Viele Briefe kommen auch in „Catalina“ vor und verleihen dem Buch Authentizität.
    Die Handlung des Buches kommt nicht nur schnell und ohne Umschweife in Gang, sie wird auch konstant vorangetrieben. Das Buch besteht nicht nur aus einem Hauptstrang, sondern stattdessen aus vielen, vielen Handlungssträngen mit verschiedenen Hauptcharakteren. Die Stränge laufen teilweise nebeneinander her, teilweise laufen sie aufeinander zu. Manchmal treffen sie sich, um sich dann wieder zu trennen. Mit jedem Kapitel wechselt auch der Handlungsstrang. Da die Kapitel nur sehr kurz sind, wird sehr oft zwischen den Handlungssträngen gewechselt. Es ist viel Bewegung in diesem Buch, vor allem die Charaktere sind stetig in Bewegung. Ständig passiert etwas und so wird der Lesefluss konstant aufrecht erhalten. Es gibt aber auch Handlungsstränge, die nicht so sehr zu fesseln vermögen wie andere. Das hängt damit zusammen, dass es nicht jeder Charakter schafft, das Interesse oder die Sympathie des Lesers zu wecken. Das Buch ist im Gegenteil darauf angelegt, auch unangenehmen Zeitgenossen einen großen Stellenwert im Verlauf des Buches zu verleihen.
    Charaktere gibt es in diesem Buch jede Menge, sodass das Personenverzeichnis am Ende des Buches sehr hilfreich ist, um den Überblick nicht zu verlieren. Catalina ist einer der Hauptcharaktere, aber sie selbst taucht erst auf, als sie schon neun Jahre alt ist. Das Buch entwickelt sich um sie herum. Später wird sie natürlich auch selbst handeln, aber sehr interessant ist, dass das Buch ihren Namen als Titel trägt, obwohl sie nicht der einzige wichtige Charakter ist.
    Mit seinen ausführlichen Beschreibungen und den langen Haupt- und Nebensätzen erinnert der Stil von Llorèns ein wenig an den von Charles Dickens. Beide Autoren lassen sich wahrscheinlich nur schwer miteinander vergleichen, aber doch taucht dieser Name unweigerlich auf, wenn man Llorèns‘ Darstellungen der Personen und Orte lauscht. Auch ein gewisser sarkastischer bzw. ironischer Unterton des Erzählers erinnert stark an Dickens‘ Erzählweise. Lloréns schafft es, die Sprache der damaligen Zeit auf eine verständliche Art und Weise lebendig werden zu lassen
    Mein Fazit:
    Ein sehr lebendiger und vielschichtiger historischer Schmöker, der das Spanien des 17. Jahrhunders greifbar werden lässt.
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Besitzer des Buches 3

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