Das war ich nicht

Buch von Kristof Magnusson

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Das war ich nicht

Liebe, Freundschaft und das Leben in Zeiten fallender Kurse Ein junger Banker auf dem Sprung zur großen Karriere. Eine Übersetzerin auf der Flucht vor dem Spießertum. Ein international gefeierter Schriftsteller mit Schreibblockade und Altersangst. Drei Menschen, die durch Zufall in eine abenteuerliche Abhängigkeit geraten. Denn nichts läuft, wie es soll: Die große Karriere führt zur Pleite einer ganzen Bank, der große Traum vom neuen Leben scheitert am fehlenden Kleingeld, und der große Roman an seinem Autor. Und wenn da nicht die Liebe wäre, die dem Leben eine andere, unvermutete Wendung gibt, wer weiß, ob sich ein Ausweg finden würde ...
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Bewertungen

Das war ich nicht wurde insgesamt 30 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,3 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Das war ich nicht

    Ich tanze dann mal noch mehr aus der Reihe
    Erzählt wird aus der Perspektive dreier Personen. Zum einen ist da Jasper Lüdemann, ein junger deutscher Trader, der bei einer amerikanischen Investmentbank die große Karriere machen wollte, sich in seinem Job aber, wenn er ehrlich ist, eher langweilt, nicht die tollen Aufstiegschancen bekommen hat, die er sich erträumt hatte, und auch menschlich in Chicago wenig Anschluss findet. Und eines Tages macht er im Bestreben, einen Fehler zu vertuschen, den Anfang zu einer Kette von Manipulationen im Handelssystem seiner Bank.
    Meike Urbanski ist aus Hamburg geflüchtet, bei Nacht und Nebel aus der gemeinsamen Wohnung mit Arthur ausgezogen, abgehauen aus dem Freundeskreis, der sich gegenseitig mehr die scheinbar perfekte Welt vorspielt als sich wirklich viel zu bedeuten. Als Übersetzerin des amerikanischen Spitzenautors Henry LaMarck hat sie sich in der deutschen Literaturwelt einen Namen gemacht und wartet nun sehnsüchtig auf dessen neuestes Manuskript.
    Doch Henry, der Dritte im Erzähler-Bunde, leidet an einer üblen Schreibblockade und ist deswegen untergetaucht, hat sich unter falschem Namen in einem Hotel eingemietet und hofft, dass ihn niemand findet.
    Die Wege der drei kreuzen sich schließlich, zunächst unwissentlich, in Chicago ...
    ... und an diesem Punkt habe ich dann beschlossen, die Lektüre doch abzubrechen. Ich war vorher schon einmal kurz davor, als Jasper absätzelang die Details seiner Börsengeschäfte dargelegt hat, was mich einfach null interessiert hat, auch wenn der Autor sich durchaus Mühe gibt, die Vorgänge auch für Laien verständlich zu erklären, aber etwa fünfzig Seiten später habe ich doch das Handtuch geworfen.
    Protagonisten müssen mir nicht sympathisch sein, damit mir ein Buch Spaß macht. Diese drei Menschen aber haben mich einfach völlig kalt gelassen. Ihre Beweggründe wurden mir nicht klar und ihre Handlungen wirkten aufgesetzt und konstruiert auf mich. Auch sprachlich fand ich das Buch eher emotionsarm und irgendwie "grau", farblos. Ein Querleseblick auf die zweite Buchhälfte zeigte dann auch noch Entwicklungen, die ich reichlich albern fand, also verbuche ich das jetzt einfach mal unter Buchflop.
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  • Rezension zu Das war ich nicht

    Der Münchner Schriftsteller Kristof Magnusson ist nicht nur ein großartiger Übersetzer (zuletzt das geniale Buch von Hallgrimur
    Helgason, Zehn Tipps, das Morden zu beenden und endlich mit dem Abwasch zu beginnen, Klett-Cotta 2010), sondern auch seine eigenen Bücher mausern sich langsam zu wirklich großer Literatur. Die Finanzkrise seit 2008 hat in der Zwischenzeit einige literarische Be- und Verarbeitungen erfahren. Der vorliegende Roman "Das war ich nicht" ist meines Erachtens der bisher beste unter ihnen.
    Er erzählt von drei Menschen, deren Leben durch Zufall in eine abenteuerliche Abhängigkeit gerät. Da ist zunächst Meike aus Hamburg. Sie ist Übersetzerin und wartet sehnsüchtig auf das neue Manuskript eines amerikanischen Bestsellerautors, dessen Bücher sie seit einiger Zeit übersetzen darf. Im Vorgriff auf die zu erwartenden Tantiemen hat sie sich ein Haus im Grünen gekauft. Aber das Manuskript taucht nicht auf und sie begibt sich mit ihren letzten Rücklagen auf die Suche nach ihm.
    Der hingegen, Henry La Marck, leidet unter einer Schreibstörung und hat von dem Roman, den der Verlag schon als den Schlüsselroman zum 11. September 2001 ankündigt und bewirbt, noch keine einzige Zeile geschrieben und hat sich in einem Hotel in Chicago versteckt.
    Dort in diesem Hotel in Chicago findet Meike ihren Autor. Sie begegnet aber auch Jasper Lüdemann, einem deutschen, seit einigen Jahren in Chicago als Banker arbeitenden Mann, Anfang dreißig, der ganz für seine lange ersehnte Tätigkeit im Händlersaal einer großen Chicagoer Investmentbank aufgeht, nachdem er jahrelang nur im Backoffice arbeiten durfte. Er lebt ausschließlich für seine Arbeit, denn zwischen dreißig und vierzig muss man brennen" wie er, ähnlich wie Tausende seiner Kollegen sagt.
    Die genaue Beschreibung dieser spekulativen Arbeit, die Japser in den Ruin zu treiben droht, ist eines der vielen Kunststücke, die Magnusson in diesem unterhaltsamen Roman gelungen sind. Er lässt seine drei Figuren abwechselnd in der Ich-Form erzählen und alle miteinander erleben sie, wie ihnen ihr jeweiliges Leben zu entgleiten droht. Magnusson führt die drei behutsam zueinander, indem er die jeweiligen Geschichten immer mehr verknüpft zu einem Roman, der eine gelungene Mischung darstellt zwischen Finanzkrimi, Komödie und Alltagswelt.
    Ein ganz hervorragendes Buch.
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  • Rezension zu Das war ich nicht

    Dieser Roman war für mich ein gutes Beispiel, dass man ein Buch nicht zu früh abbrechen sollte. Ich habe doch tatsächlich einen zweiten Anlauf gebraucht. Beim ersten Mal bin ich bei den Schilderungen der Börse hängengeblieben, weil ich dachte, als Laie irgendwann nicht mehr durchzublicken und dazu ist mir dann die Zeit zu schade gewesen. Aber......
    ....beim zweiten Anlauf hats dann hingehauen. Ich bin in der Bücherei so oft daran vorbeigekommen (nach dem ersten Ansturm auf das Buch, weil Spiegel-Bestseller, war es wieder öfter im Regal). Also dachte ich, das Buch muss mit und noch ein Leseversuch gestartet werden und es hat sich gelohnt.
    Obwohl für mich einige Details im Börsenhandel natürlich weiterhin nicht so leicht zugänglich waren, hat der Autor es geschafft, die großen Zusammenhänge deutlich zu machen. Und der Perspektivwechsel gibt einen guten Eindruck von den anderen beiden Hauptprotagonisten. Schön finde ich bei einem Sichtwechsel auch immer, was die einzelnen Figuren über die jeweils anderen denken. Alles ist mit viel Witz und Ironie beschrieben und man muss dem Autor die gute Recherche zum Thema Bankgeschäfte hoch anrechnen. Zu den anderen Hintergrundinformationen seiner beiden Protagonisten Meike und Henry (Übersetzerin und Buchautor) hat er dann ja eigene Berufserfahrungen vorzuweisen und sehr gut dafür genutzt.
    Einen halben Punktabzug nehme ich für manche doch etwas unglaubwürdigen Zufallsbegegnungen vor, die alle drei immer wieder im richtigen Moment aufeinandertreffen lassen und auch weil ich das Ende irgendwie ziemlich unfair finde.
    Fazit: Tolle Gaunerkomödie (obwohl Jasper das eher unabsichtlich hingekriegt hat) und mit sehr viel Wortwitz und Ironie auf das Bankenwesen geschrieben.
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  • Rezension zu Das war ich nicht

    Im letzten Monat war ich auf einer Lesung, bei der Kristof Magnusson aus diesem Buch las. Ein paar Eindrücke:
    Er erinnerte mich vom Aussehen her an die Abba-Jungs zur Waterloo-Zeit - wenn auch mit kurz geschorenen Haaren. Sein Auftreten in Jeans und Kapuzenshirt, sein Aussehen und seine Sprechweise vermitteln das Bild "netter Kerl". Von Beruf Kirchenmusiker sieht sich selbst eher als Bühnenautor und war mit seiner Komödie "Männerhort" schon erfolgreich, ehe er sich der Prosa und dem Roman zuwandte.
    Es war die berühmte "Wasserglaslesung" (Begrüßung durch den Veranstalter - Lesung und Plauderei des Autors - Fragerunde - Danksagung des Veranstalters - Signieren der Bücher).
    Magnusson las die ersten drei Kapitel des Romans, in denen die Protagonisten vorgestellt werden. Seine Art des Vorlesens gefiel mir weniger: Er las zu schnell, setzte Pausen und Betonungen nicht immer sinngemäß (vielleicht bin ich zu hörbuch-verwöhnt). Umso amüsanter waren seine Schilderungen über Alltag, Inspirationen und Arbeitsweise eines Schriftstellers und Übersetzers. Als Kind eines Isländers und einer Deutschen wuchs er zweisprachig auf und übersetzt Bücher aus dem Isländischen ins Deutsche.
    Einige interessante Informationen:
    - Magnusson macht vor dem Schreiben ein Handlungskonzept; daran arbeitet er, bis er nicht weiter weiß. Anschließend fängt er zu schreiben an, bis er auch dabei hängenbleibt. Er wechselt dann wieder zum Konzept, das er verändern muss, weil die Figuren inzwischen ein Eigenleben entwickelt haben.
    - Bei der nächsten Frankfurter Buchmesse ist Island das Partnerland, und es werden einige Bücher erscheinen, die er übersetzt hat. Zum Verhältnis Autor-Übersetzer befragt, erläuterte er, dass niemand, nicht Leser und nicht Lektor, so tief in die Welt und die Gedanken eines Autors eindringt wie sein Übersetzer, und dass niemand ihm so nahe kommt. Es gibt Autoren, die diesem Umstand Rechnung tragen (z.B. Günter Grass, der sich regelmäßig mit einer Übersetzerrunde trifft), während andere (z.B. Hertha Müller) eher unkommunikativ sind.
    - Für den Roman "Das war ich nicht" musste Magnusson vor allem in der Finanzwelt akribisch recherchieren und knüpfte daher Kontakte zu Bänkern. Eine seiner ersten Lesungen führte ihn in eine Bank in Frankfurt. Auf den Stühlen vor ihm Leute in Anzug und Krawatte, er im Sweatshirt, und er war furchtbar aufgeregt, ob der Erzählstrang um Jasper vor den Augen der Fachleute bestehen würde. Er bestand. Was eigentlich Anlass zur Besorgnis sein sollte.
    Interessant in diesem Zusammenhang: Er schrieb den Roman vor der Finanzkrise. Und war später erstaunt über seine prophetische Gabe.
    Wenn jemand entdeckt, dass Kristof Magnusson in seiner Nähe liest, kann ich nur sagen: Geh hin, du wirst einen vergnüglichen Abend haben.
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  • Rezension zu Das war ich nicht

    Meike ist Übersetzerin. Sie verlässt ihren Partner, ihr Leben ist ihr zu weichgespült, sie nimmt den Notausgang. In Nordfriesland kauft sie sich ein ziemlich heruntergekommenes Häuschen direkt hinter dem Deich. Dort will sie auf den neuen Roman von Henry LaMarck warten, den sie übersetzen soll. Als ihre Finanzen zur Neige gehen, reist sie kurz entschlossen von ihrem letzten Geld nach Chicago, um das Manuskript persönlich abzuholen
    Anlässlich des 60. Geburtstags von Henry LaMarck hat sein Verlag in Chicago eine Überraschungsparty ausgerichtet. Von allen Seiten wird er auf den erwarteten Roman angesprochen, der den 11. September zum Thema haben soll. Schon wird er mit dem Pulitzerpreis in Verbindung gebracht, den er bereits einmal erhielt. Aber er hat noch nicht einmal damit begonnen, er wird wohl auch nie damit beginnen. Deshalb verlässt er die Party durch die Hintertür und taucht ab.
    Jasper Lüdemann, ein junger Banker, der es von Bochum bis nach Chicago geschafft hat, wurde nach Jahren im Back-Office-Bereich einer großen Investmentbank in den Tradersaal befördert. Nun will er zeigen, was er kann. Hilfsbereit übernimmt er einen kleinen Verlust, den ein Kollege bei einem Geschäft erwirtschaftet hat und will ihn ausgleichen. Damit bringt er einen Stein ins Rollen, der als Lawine endet.
    In Chicago trifft Meike Jasper, Jasper trifft Henry und auch Meike und Henry treffen sich und im Folgenden werden die Abhängigkeiten geschildert, die die Drei miteinander verbinden.
    Auf diesen Roman wurde ich durch einen Wirtschaftstalk im TV aufmerksam, ein recht ungewöhnlicher Ort für Literaturtipps. Aber ich wurde nicht enttäuscht. Noch nie habe ich einen Roman gelesen, der die Börse mit ihren Finanztransaktionen und -manipulationen so allgemeinverständlich erklärt und dabei noch sehr unterhaltsam ist. Die Story ist intelligent konstruiert und spannend geschrieben. Die drei die Handlung bestimmenden Charaktere, die aufgrund der Tatsache, dass sie sich in gewissen gegenseitigen Abhängigkeiten befinden, sind recht einfach gehalten. Aber genau das macht den Reiz dieses Romans aus. Sie sind in ihrem Tun berechenbar und so hat der Leser keine Probleme , sich in die Protagonisten hinein zu versetzen. In nicht zu langen Kapiteln erzählen die drei Hauptdarsteller, andere Personen sind wirklich nur Randfiguren, abwechselnd in der Ich-Form ihre Sicht der Ereignisse und lassen den Leser so an ihrem Denken und Handeln teilhaben. Dadurch kommt es mitunter zu Überschneidungen, um die persönliche Sichtweise zu unterstreichen. So beschreibt der Autor auf sehr anschauliche Weise den Mikrokosmos seiner Helden. Dabei sind manche Szenen schon fast Slapsticks, andere lassen den Laien staunen, was an der Börse alles möglich ist. Humor und Ernst haben sich in diesem Roman im rechten Maß gefunden und geben eine wunderbare Paarung ab. Die finanzwirtschaftlichen Schilderungen zeugen davon, dass der Autor intensiv recherchiert hat. Inhaltlich korrekt und trotzdem amüsant zu lesen, haben besonders diese Szenen mich vom Können des Autors überzeugt.
    Mein Fazit: „Das war ich nicht“ ist eine gelungene Mischung aus Wirtschaftskrimi und Komödie. An keiner Stelle trocken oder langweilig, sondern stets spritzig witzig und gut zu lesen. Voller Sachverstand, erklärt Kristof Magnusson in seinem Roman ganz nebenbei die Hintergründe der Wirtschafts- und Finanzkrise. Dieses Buch empfehle ich gern weiter.
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  • Rezension zu Das war ich nicht

    Über den Autor:
    Kristof Magnusson wurde 1976 in Hamburg geboren, ließ sich zum Kirchenmusiker ausbilden, arbeitete in der Obdachlosenhilfe in New York und studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und an der Universität Reykjavík. Der Autor und Übersetzer aus dem Isländischen legte 2005 seinen ersten Roman unter dem Titel "Zuhause" vor. Seinen größten Erfolg feierte er bisher am Theater als Autor der glänzenden Komödie "Männerhort", die u.a. am Theater am Kurfürstendamm und auf 30 weiteren Bühnen im In- und Ausland aufgeführt wurde.
    Als ich war vor einigen Monaten bei einer Lesung dabei war, hat mich das Thema, der Schreibstil und die Erzählsweise von Magnusson sehr angesprochen.
    Außerdem fand ich den Autor auch sehr sympathisch.
    Für seine Figuren, die sehr genau gezeichnet wurden, hat er viel recherchiert. Bei der Recherche über den Banker hatte er an der Börse in Frankfurt zunächst keinen Erfolg, erst als er erwähnte, dass er sonst die üblichen Klischees verwenden müsse, hat es geklappt.
    Er schreibt kurzweilig, spannend und mit Humor über ein aktuelles Thema. Seine Schilderungen über die Bankgeschäfte waren für mich zwar nicht alle verständlich, trotzdem kann ich jetzt besser verstehen wie es zu einer Finanzkrise kommen kann.
    Ein wunderbares Buch, dass man nicht mehr beiseite legen kann, bis man es zu Ende gelesen hat.
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Ausgaben von Das war ich nicht

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 288

Taschenbuch

Seitenzahl: 288

E-Book

Seitenzahl: 287

Hörbuch

Seitenzahl: 254

Besitzer des Buches 52

Update:

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