Vater unser
Buch von Norman Mailer
Titel: Die Nackten und die Toten
Norman Mailer (Autor)
Verlag: Langen - Mueller Verlag
Format: E-Book
Seitenzahl: 882
ISBN: 9783784434513
Termin: Oktober 2018
Aktion
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Kurzmeinung
comnenos Die Geschichte braucht ein bisschen, bis die Figuren gezeichnet und gesetzt sind, aber es lohnt sich, am Ball zu bleiben -
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Zusammenfassung
Inhaltsangabe zu Vater unser
Mit seinem Debütroman 'Die Nackten und die Toten' wurde der 25-jährige Norman Mailer über Nacht weltberühmt. 1944 meldete er sich freiwillig als Soldat und kämpfte auf amerikanischer Seite im Pazifik. Als Augenzeuge beschreibt er im Stile einer Reportage den Alltag an der Front mit all seinen Schrecken. Vielmehr aber beschäftigt sich Mailer mit den Beschreibungen seiner Kameraden, mit ihren Gefühlen, ihrer Angst und ihrem Leidensdruck. Dadurch werden sie aus ihrer Anonymität sichtbar und lebendig gemacht. Neben der persönlichen Geschichte steht immer die Frage im Vordergrund: Was geht in einem Menschen vor, der auf Befehl sogar in den Tod geht?
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Bewertungen
Vater unser wurde insgesamt 8 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,4 Sternen.
Meinungen
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Die Geschichte braucht ein bisschen, bis die Figuren gezeichnet und gesetzt sind, aber es lohnt sich, am Ball zu bleiben
Rezensionen zum Buch
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Rezension zu Vater unser
- Magdalena
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6. November 2012 um 11:49
Irgendwann im 2. Weltkrieg: die philippinische Insel Anopopei ist von den Japanern besetzt. US-amerikanische Truppen landen im Norden der Insel, um sie zurückzuerobern. Dies geschieht jedoch nicht mit einer spektakulären Invasion à la D-Day, sondern es ist ein langsames Vortasten und Vordringen, man sondiert zunächst einmal das unwegsame Terrain zwischen Urwald und Gebirge, während der General versucht, eine Unterstützung durch die US Navy zu organisieren.Weiterlesen
Das Hauptaugenmerk des Buches liegt auf einem durch vorhergegangenen Kämpfe bereits ziemlich dezimierten Platoon, einer Schicksalsgemeinschaft von Männern, die außer der Uniform, die sie tragen, und den Zweifeln an der Sinnhaftigkeit ihres Einsatzes nur wenig gemeinsam haben. Es gibt die Abgebrühten, die Abgestumpften, die Empfindsamen und die Ehrgeizigen, sie sind ganz unterschiedlicher Herkunft und wären sich wohl im Zivilleben nie auf Augenhöhe begegnet. Die äußeren Umstände - das schwüle, feuchte Wetter, die unmenschliche körperliche Anstrengung, die ihnen bei ihren Erkundungsmärschen abverlangt wird, aber auch die zermürbende Langeweile an den Tagen, die sie mit Routinearbeiten rund um ihr Lager verbringen - tragen noch das Ihre dazu bei, dass dieser Kampfeinsatz für alle Protagonisten die Hölle auf Erden ist.
Es dauert relativ lange, bis die richtige "Action" losgeht, und es gab die eine oder andere etwas zähe Passage im Lager, aber dieser langsame Aufbau lässt den öden Alltag unter schwierigen klimatischen Bedingungen besonders plastisch wirken und macht die zwischenmenschlichen Beziehungen unter den Protagonisten deutlich. Diese sind bei weitem nicht immer sympathisch, es gibt auch nicht "die" eine Identifikationsfigur, aber sie sind gut gezeichnet.
Mailer, der hier auf seine eigenen Kriegserlebnisse auf den Philippinen zurückgreift, zeichnet ein sehr ungeschminktes Bild des Kampfes im Südpazifik. Im Dreck und Matsch und der drückenden tropischen Hitze gibt in diesem Buch es keine edlen Helden, keine umjubelten Sieger. Es geht aggressiv zu, nicht nur dem Feind gegenüber, sondern auch untereinander. Anspannung, Angst und Hoffnungslosigkeit treiben jeden einzelnen an seine äußersten Grenzen. Die seelische und physischen Qualen sind enorm, letztendlich sind alle Figuren Opfer des Krieges, auch die, die äußerlich unverletzt überleben.
Mailer sagt selbst über den Roman, dass er keine Geschichte schreiben wollte, die sich hundertprozentig genau so abgespielt haben könnte, sondern anhand dieses einen kleinen Platoons, über das doch sehr viel Übel hereinbricht, exemplarisch all die Schrecken und die Sinnlosigkeit des Krieges darstellen wollte. Das ist ihm ausgezeichnet, wenn auch ziemlich deprimierend, gelungen.
Sprachlich merkt man ab und zu, dass es ein Frühwerk ist, es gibt ein paar Ausdrücke, die Mailer auffallend häufig verwendet. Was ich wiederum sehr gut gemacht fand, waren die Rückblenden, in denen er zeigt, wie das Leben der einzelnen Personen vor ihrem Eintritt in die Army aussah, und die zwar oft groben, aber (wohl gerade dadurch) sehr realistisch wirkenden Dialoge. Den Sprechern merkt man jeweils ihren Hintergrund ganz genau an, es wird viel Slang oder auch im Fall des mexikanischstämmigen Sergeants holpriges Englisch gesprochen, was erst mal leicht gewöhnungsbedürftig war, die Figuren aber noch authentischer wirken ließ.
Fazit: Bedrückend, aber sehr eindrucksvoll.
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Update: 6. September 2026 um 13:28




