Unterwegs im Namen des Herrn

Buch von Thomas Glavinic

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Unterwegs im Namen des Herrn

Glavinic auf Pilgerreise Die Pilgerfahrt auf den Balkan soll zur Erleuchtung führen. Doch die bleibt aus. Thomas Glavinic und der Fotograf Ingo stehen kurz vor dem Nervenzusammenbruch: Die lange Busfahrt nach Bosnien mit den kauzigen Mitreisenden war schlimm genug. Im Pilgerort Medjugorje landen die beiden in einer Abfertigungsmaschinerie für Gläubige. Zermürbt von den endlosen Gebeten, versuchen sie zu fliehen, doch bald wünschen sie sich, sie wären bei den Predigern geblieben. Glavinic ist böse – vor allem sich selbst gegenüber.
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Bewertungen

Unterwegs im Namen des Herrn wurde insgesamt 2 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 1,8 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Unterwegs im Namen des Herrn

    Mit seinem Freund Ingo meldet sich der Ich-Erzähler und Atheist, der überraschenderweise Thomas Glavinic heißt, zu einer Busreise nach Medjugorje an. Weil er sehen möchte, „welche Menschen Pilgerreisen unternehmen“, und er erfahren will, „ wie es auf einer solchen Reise zugeht“. Er will „Menschen in ihrem Glauben erleben“, vielleicht auch, weil er sie „irgendwo tief in sich drin darum beneidet“. Soviel zu seinem frommen Wunsch. Eigentlich hätte es Lourdes werden sollen, doch die lange Anreise schreckt ihn ab, so wird Medjugorje als Ziel gewählt, und wie sich herausstellt, ist die Reise lange genug. Vor allem für den Leser. Denn der ungläubige Thomas, wie er sich gerne selber bezeichnet, wird nicht müde, Belanglosigkeiten und oberflächliche Beschreibungen der Mitreisenden zum Besten zu geben und nebenbei wie irr Sms in sein Handy zu tippen oder auf Netzsuche zu sein und dabei zu erwähnen,wieviel Alkohl er schon intus hat. Zudem sieht er sich als Nabel des Universums, sieht ständig die Blicke des Reiseleiters auf sich gerichtet, fühlt sich ständig persönlich angesprochen, was weniger auf sein gewinnendes Wesen als vielmehr auf seine ausgeprägte, ich würde sagen fast krankhafte, Egomanie zurückzuführen ist.
    Und so begleitet der ungläubige Thomas diese – vor Klischees nur so strotzende – Pilgergruppe, die hauptsächlich aus alten frommen Bäuerinnen zu bestehen scheint, die rosenkranzbetend die Fahrt verbringt. Endlich am Ziel angekommen wird er von einer Angina dazu gezwungen, neben Alkohol auch noch Unmengen an Schmerztabletten zu konsumieren, sodass der Wallfahrt ein jähes Ende beschieden ist und er auf Freunde seines Vater zurückgreifen muss, die ihn über Mafia-Umwege nach Wien zurückbringen.
    Aus der Thematik dieses Buches kann ein talentierter Schriftsteller viel herausholen. Wallfahrten und Pilgertum geben genug Stoff für eine gleichsam ironische wie auch ernsthafte Betrachtungsweise, doch was Glavinic hier vorlegt, hat mich eher fassungslos zurückgelassen. Das Buch ist lieblos, oberflächlich und belanglos, seine halbherzigen Versuche, die Angelegenheit mit Humor zu betrachten, scheitern kläglich. Er beleuchtet weder die Menschen, die Pilgerreisen unternehmen, er möchte eigentlich auch gar nicht wissen, wie es auf so einer Reise zugeht, noch weniger will er Menschen in ihrem Glauben erleben. Es dreht sich einzig und allein alles um einen Herrn Thomas Glavinic, der hauptsächlich mit seinem Handy befasst ist, sms-schreibend oder auf Netzsuche, und dessen Augenmerk in erster Linie darin liegt, den Alkoholfluss nicht versiegen zu lassen.
    Es drängt sich mir der Verdacht auf, dass Herr Glavinic noch schnell ein Buch veröffentlicht hat, um vielleicht als Trittbrettfahrer ein wenig auf dem einträglichen (aber sinkenden) Markt der Pilgerberichte mitzufahren. Für mich ist das Buch eine Enttäuschung, ich kann den Hype rund um den Autor nicht nachvollziehen, und ich lasse nun endgültig die Finger von ihm.
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Ausgaben von Unterwegs im Namen des Herrn

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 208

E-Book

Seitenzahl: 209

Taschenbuch

Seitenzahl: 208

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