Und in mir der unbesiegbare Sommer

Buch von Ruta Sepetys

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Und in mir der unbesiegbare Sommer

Litauen, Sommer 1941: Die fünfzehnjährige Lina trägt noch ihr Nachthemd, als man sie, ihre Mutter und ihren jüngeren Bruder Jonas abholt. Sie weiß noch nicht, dass die sowjetische Geheimpolizei auch ihren Vater an der Universität verhaftet hat. Und auch nicht, dass sie - wie zehntausende andere Balten - nach Sibieren deportiert wird. Von einem Tag auf den anderen ist Lina konfrontiert mit unvorstellbarem menschlichem Leid, mit Hunger, Krankheiten und furchtbarer Gewalt. Doch Lina fängt an zu zeichnen, in den Staub, auf jedes kleinste Stück Papier, das sie finden kann. Und sie verliebt sich in Andrius. Lina kämpft um ihr Leben und um das ihrer Familie. Doch wird sie stark genug sein?
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Bewertungen

Und in mir der unbesiegbare Sommer wurde insgesamt 16 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,7 Sternen.

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Meinungen

  • Die Geschichte einer 15 jährigen die 1941 aus Litauen nach Sibirien verschleppt wird, geschichtlich sehr interessant.

    Libby

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Und in mir der unbesiegbare Sommer

    Der Rezi von @Seta ist eigentlich nicht viel hinzuzufügen, sie ist sehr gut und sagt eigentlich alles Wesentliche.
    @Eleanor und ich haben es in einer Mini-LR gemeinsam gelesen. Durch sie bin ich auch auf dieses Buch gekommen, kannte es vorher nicht.
    Danke auch an der Stelle nochmal dafür und für unsere LR
    Ich habe das Buch heute vormittag beendet und musste das jetzt erst einmal ein paar Stunden "sacken" lassen ehe ich hier etwas dazu schreibe.
    Puuh, ich muss sagen, ich habe schon öfter Bücher aus dieser Thematik gelesen (bei der Gelegenheit empfehle ich auch "Als Gefangene bei Hitler und Stalin - Eine Welt im Dunkel" von Margarete Buber-Neumann) aber dieses hier ging mir echt unter die Haut.
    Ich finde das Buch welches doch Grausamkeiten und auch psychische Torturen und Demütigungen sehr offen aufzeigt für Leser ab 14 Jahren absolut nicht geeignet ! Vielleicht sind junge Leute heute "abgehärteter" , das weiss ich nicht. Ich würde dieses Buch meinem Kind in diesem Alter (noch) nicht geben.
    Im Vorderteil des Buches findet man eine Karte wo man den "Reiseweg" der Familie mitverfolgen kann. Von Litauen bis an den Polarkreis.
    Der ganze Leidensweg welcher geprägt ist von Hunger, Kälte, Tod... kaum vorstellbar. Ich fand alle Charaktere sehr gut dargestellt. Auch die Rückblenden im Buch, passend zu jeweiligen Situation, fügten sich da sehr gut ein. zeigten allerdings auch diesen enormen Unterschied zwischen dem "normalen" Leben und dem jetzigen.
    Trotz allem war es kein negatives Buch. Dieser unbändige Überlebenswille kommt immer wieder zum Tragen, auch in einigen Szenen welche wirklich Mut machen. Auch der Zusammenhalt der Menschen in ärgster Not. Das hat mich oft sehr gerührt.
    Das Ende hätte allerdings ausführlicher sein können. Schade, dass man auch von einigen Personen nicht erfuhr was aus ihnen geworden ist. Das Ende ist aber auch mein einziger Kritikpunkt. Ich habe mit Lina mitgelitten, mitgeweint und auch mitgehofft... Ein Buch was man nicht so schnell vergessen wird. Solche Bücher sind sehr selten.
    Von mir, trotz des etwas unbefriedigenden und zu knapp gehaltenen Endes, volle Sternenzahl !
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  • Rezension zu Und in mir der unbesiegbare Sommer

    Ich habe es aufgrund dieser spannenden Rezension auch gelesen und hier ist mein Eindruck:
    Im Nachwort erklärt die Autorin, es sei ihr ein Anliegen gewesen, diesen Roman zu schreiben, weil das Schicksal des litauischen Volkes unter Stalin in Vergessenheit zu geraten droht. Zahllose Menschen überlebten die Deportationen nicht, und die, die nach Hause zurückkehrten, waren froh, wenn die Russen nicht einfach ihren Besitz übernommen und sich in ihren Häusern eingenistet hatten – oft, so Sepetys, hatten die russischen Besetzer sogar die Namen der Vertriebenen angenommen, sodass den Heimkehrern nichts mehr blieb. Wer über das sprach, was er im Arbeitslager erlebt hatte, wurde zum Schweigen gebracht – und so konnte man nur mit engen Freunden und Familienmitgliedern hinter vorgehaltener Hand über diese Erfahrungen sprechen. „und in mir der unbesiegbare Sommer“ soll dem entgegenwirken und erzählen, wie es war. Dazu hat die Autorin mit vielen Zeitzeugen gesprochen und sich von den Arbeitslagern berichten lassen.
    Für mich ist dieser Roman eines jener Bücher, die man nach dem Lesen nicht einfach wieder ins Regal stellt und zum nächsten übergeht. Es ist so eindringlich erzählt, dass man nicht umhin kommt, immer weiterlesen zu wollen, und gleichzeitig hatte ich beim Lesen oft einen Kloß im Hals, weil das, was den Figuren in dieser Geschichte passiert, wirklich schrecklich ist.
    Mit Lina hat Sepetys eine Ich-Erzählerin geschaffen, die mir sehr schnell ans Herz gewachsen ist. Lina ist mutig, stur und oftmals leichtsinnig – das Zeichnen der Situationen, in denen sie sich befindet, ist gefährlich und kann sie das Leben kosten, aber sie gibt nicht auf und sie zeichnet weiter – auch für ihren Vater, dem sie immer wieder versucht Nachrichten zukommen zu lassen, damit er weiß, wo er sie finden kann.
    Die Erzählung der Situation, in der Lina und ihre Familie sich befinden, wird oftmals durch Erinnerungen an das Leben früher unterbrochen. Diese sind dann kursiv gedruckt und stehen in völligem Kontrast zum jetzt Erlebten. Ein provisorisches Weihnachtsfest in der Kolchose, bei dem die Menschen versuchen, sich ein Stück heile Welt zu bewahren, steht dann plötzlich einer Erinnerung an ein Weihnachten im Kreis der Familie gegenüber, als noch alles in Ordnung war. Diese Erinnerungen zeigen nicht nur, wie sich die Menschen durch ebendiese aufrecht zu halten versuchten, sie machen auch noch einmal klar, wie schrecklich die Situation ist, in der sie sich gerade befinden.
    „und in mir der unbesiegbare Sommer“ ist ein ganz besonders, ganz großartiges Buch, das ich unbedingt weiterempfehlen möchte.
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  • Rezension zu Und in mir der unbesiegbare Sommer

    Klappentext
    Litauen, 1941
    Es ist ein lauer Sommerabend, als die fünfzehnjährige Lina und ihre Familie von der sowjetischen Geheimpolizei abgeholt werden. Noch ahnen sie nicht, dass man sie – wie Zehntausende andere Balten auch – nach Sibirien deportieren wird. Von einem Tag auf den anderen ist ihr Leben bestimmt von unvorstellbarem menschlichen Leid, von Hunger, Krankheiten und furchtbarer Gewalt. Doch Lina fängt an zu zeichnen, in den Staub, auf jedes kleinste Stück Papier, das sie finden kann. Und sie verliebt sich in Andrius. Lina kämpft um ihr Leben und um das ihrer Familie. Doch wird sie stark genug sein.
    Autorin
    Ruta Sepetys, geboren und aufgewachsen in den USA, hat selbst Vorfahren aus Litauen, einem Land, das wie Estland und Lettland 1940 für fünfzig Jahre von den Landkarten verschwand. Mit ihrem Buch will die Autorin all jenen hunderttausenden Balten eine Stimme geben, die während der Schreckensherrschaft Stalins ums Leben kamen. Ruta Sepetys lebt mit ihrer Familie in tennessee, USA. "Und in mir der unbesiegbare Sommer" ist ihr erstes Buch.
    Inhalt
    Die fünfzehnjährige Lina wird eines Abends mit ihrer Mutter und ihrem Bruder Jonas vom sojetischen Geheimdienst NKWD von zu Hause abgeholt und wie zahlreiche Landsleute deportiert. Ihr Vater ist verschwunden. Und vor ihr liegt eine ungewisse Zukunft, eine lange Reise in den Osten, begleitet von harten Wintern, tiefem Misstrauen und alllgegenwärtigem Hunger. Doch das Malen gibt ihr Hoffnung und der junge Andrius.
    Meinung
    Am Anfang des Buches erwarten den Leser zwei Karten, die den Weg Linas verdeutlichen. Dabei sind beide weniger präzise Langkarten, eher gemalte Karten, wie auch die, die die Protagonistin einmal in der Geschichte zeichnen muss. Letztere der beiden besitzt desweiteren noch eine Auflistung aller wichtigen Stationen, sowie den ungefähren Zeitrahmen.
    Das Buch besitzt neben 85 kurzen Kapiteln und dem Epilog noch drei Unterteilungen in "Diebe und Huren", "Landkarten und Schlangen", sowie "Asche und Eis". Erzählt wird die Geschichte von der Protagonistin und Ich-Erzählerin Lina. Zwischendurch erinnert sie sich an alte, unbeschwerte Zeiten, die kursiv gedruckt gekennzeichnet sind.
    Inhaltlich beginnt das Buch ohne Vorgeschichte. Der NKWD bricht in das Haus ein, innerhalb weniger Minuten muss die Mutter mit ihren Kindern Koffer packen, dann werden sie deportiert. Bereits auf dem Laster, der die drei zu einem verlassenen Bahnhof bringen soll, begegnen Lina viele der Personen, die sie auf ihrer Reise begleiten und für den Leser wie eine eigene kleine Gruppe erscheinen, die zusammenhält, wenn auch eher versteckt und in den kleinen gesten erkennbar. Da ist zum Beispiel der "Glatzkopf", der bei einem Fluchtversuch scheitert, und der der Protagonistin ziemlich lange suspekt ist.
    Auf dem besagten Bahnhof angekommen, wird sie mit vielen hunderten oder tausenden Landsleuten in Viehwagons getrieben, wo sie tagelang während der Fahrt in den Osten aushalten müssen. Nur abends darf einer Wasser und einen Brei für die Insassen holen, währenddessen werden die Leichen aus den Wagons geschmissen. Dort lernt Lina schließlich auch Andrius kennen.
    Lina ist eine sympatische, wenn auch typische Protagonistin: aufbrausend und stur, trotzdem liebenswert und mitfühlend; manchmal auf sich allein gestellt, nach außen viel stärker scheinent, als sie eigentlich ist. Einer der Hauptaspekte ist ihre Sorge um ihren Vater, den sie im gesamten Buch nur einmal trifft. Man hat die Männer von ihren Familien getrennt, so ist auch Andrius vaterlos. Das Mädchen zeigt dabei ihre wahre Natur. Sie muss erwachsen werden in ihrer Situation, sehnt sich im Grunde allerdings nur als Kind von ihrem Vater gerettet zu werden, um normal in seiner Geborgenheit leben zu können.
    Seit ihrer Kindheit ist Lina eine ausgezeichnete Malerin. So versucht sie, alles zu malen, was sie sieht und benutzt dazu alles was sie finden kann. Dadurch will sie auch ihrem Vater Nachrichten zukommen lassen, obwohl sie nicht wieß ob er noch lebt und wo er gefangen gehalten wird.
    Ihre malerische Begabung ist ein wunderschöner Teil des Buches, denn das Mädchen möchte alle Situationen festhalten, die besonders wichtig oder emotional sind. Deshalb zeichnet sie oft die Gesichter der Menschen um sie herum. Ihre Hoffnungen, ihre Sorgen, ihre Traurigkeit. Aber auch in ihre Erzählung lässt sie malerische Momente einfließen, um ihre eigenen Gefühle und Emotionen darzustellen:
    "Laut Papas Worten glaubten die Wissenschaftler, dass die Erde vom Mond aus gesehen blau war. In dieser Nacht glaubte ich das auch. Ich würde die Erde blau malen, mit vielen Tränen drumherum." (S.43)
    Auch die anderen Personen sind durchaus sympatisch. Linas Mutter ist eine Frau, die immer versucht, anderen zu helfen. Sie kann anfangs als einzige Russisch und wird somit oft zu einer Art Sprecherin für die Gruppe, was durch ihr Wissen manchmal einer Anführerin gleichkommt.
    Ihr Sohn Jonas ist zu Beginn gerade einmal zehn Jahre alt und macht die größte Veränderung in der Geschichte durch. So schlüpft er bei der Deportation in seine Uniform und schnappt sich seine Schultasche, weil er sich "fertig machen" soll. Diese kindliche Naivität legt er aber schon schnell ab. Kurz darauf raucht er bereits mit dem älteren Andrius Buchseiten und versucht, für die Familie zu kämpfen. Diebstahl und harte Arbeit gehören dazu.
    Andrius dagegen ist oft eine Randfigur, die eher selten mit der Protagonistin zusammen ist. Dennoch entwickelt sich zwischen ihnen eine Liebesgeschichte, die treffend mit dem Wort "zart" beschrieben werden kann. Liebe steht in ihrer Situation hinter der Familie zurück. Trotzdem ist es ein kleiner Hoffnungsschimmer, an den man sich klammern kann, obwohl der Tod allgegenwärtig ist.
    Ich persönlich habe auch in Andrius Mutter ein Symbol der Hoffnung gesehen. Ihre Person zeigt deutlich die Schamlosigkeit des sowjetischen Geheimdienstes, ihre Brutalität und wie sie das Leid eines Anderen ausnutzen. Trotzdem schenkt diese Frau ihrem Sohn immer noch die Kraft, Lina und den anderen zu helfen.
    Das Buch liest sich sehr leicht, vom Stil her ist es eher an Jugendliche gerichtet, auch wenn die Thematik auch für Erwachsene geeignet ist. Aber auch der Titel hat es mir angetan. Der "unbesiegbare Sommer" steht für die Hoffnung, die in den harten Winter, die Lina erlebt, schwer zu halten ist.
    Einzig das Ende hat mir nicht ganz gefallen. Das Buch hätte gerne doppelt so lang sein können.
    Vom den Geschehnissen zur damaligen Zeit, zum Beispiel dem Vordringen der Deutschen und Pearl Harbor, erfährt der Leser nur so viel, wie es auch für eine Deportierte wie Lina möglich war. Auf derartige Neuigkeiten folgen dann allerdings Diskussion, wie über die Frage, ob Hitler ein Retter für Litauen ist, oder nur ein weiteres Monster neben Stalin. Solche Szenen zeigen deutlich, in was für einem Leid die Deportierten sich befinden. Ihr Schicksal wurde und wird jahrzehntelang totgeschwiegen, wie die Autorin in ihrem Nachwort berichtet. Das Buch zeigt, obwohl frei erfunden, die glaubwürdige Geschichte eines ganzen Volkes.
    Fazit
    "Und in mir der unbesiegbare Sommer" ist ein Buch, das zeigt, wie Hoffnung trotz Hass und Trauer überleben kann. Nicht nur Jugendlichen zu empfehlen, sondern auch für Erwachsene lesenswert.
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Ausgaben von Und in mir der unbesiegbare Sommer

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 304

Taschenbuch

Seitenzahl: 304

E-Book

Seitenzahl: 305

Und in mir der unbesiegbare Sommer in anderen Sprachen

  • Deutsch: Und in mir der unbesiegbare Sommer (Details)
  • Englisch: Between Shades of Gray (Details)

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