Ein Sommer aus Stahl

Buch von Silvia Avallone, Michael von Killisch-Horn

  • Kurzmeinung

    serjena
    Eine Geschichte mit mittelmässigen Charakteren, welche nicht mal auf glaubwürdige Art erzählt wird

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Ein Sommer aus Stahl

Silvia Avallone schreibt die ergreifende Geschichte zweier italienischer Mädchen. Die beiden 13-jährigen Freundinnen Anna und Francesca heben sich durch ihre Schönheit und Lebenslust von der Tristesse des kleinen Küstenorts Piombino ab. Der Alltag dort ist geprägt von der Arbeit im nahe gelegenen Stahlwerk, von verkrusteten Lebensstrukturen und Frustration. Die Freundschaft der beiden Mädchen zerbricht, als die frühreife Anna eine Beziehung mit dem ehemaligen Kriminellen Mattia eingeht. Francesca, enttäuscht über den vermeintlichen Verrat durch die Freundin, gerät auf Abwege. »Ein Sommer aus Stahl« ist ein Roman über die großen Themen: Freundschaft, Liebe, Familie, Gewalt und Tod.
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Bewertungen

Ein Sommer aus Stahl wurde insgesamt 4 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4 Sternen.

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Meinungen

  • Eine Geschichte mit mittelmässigen Charakteren, welche nicht mal auf glaubwürdige Art erzählt wird

    serjena

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Ein Sommer aus Stahl

    Ein ganz außergewöhnliches, ein gelungenes und geradezu bezauberndes Romandebüt aus Italien liegt hier in der sensiblen Übersetzung von Michael von Killisch-Horn in der Taschenbuchausgabe vor. Silvia Avallone beschreibt darin die Geschichte von Anna und ihrer Freundin Francesca. Sie leben in Piombino, einer Stahlarbeiterstadt, durch die jeder Tourist einmal gekommen ist, der im Anschluss mit der Fähre auf die Insel Elba übergesetzt hat. Die Menschen in Piombino leben vom Stahl, er ist ihre Lebensgrundlage. Nicht weit davon, jenseits ihrer trostlosen, durch die Stahlproduktion nicht gerade heilen Welt, fällt ihr täglicher Blick auf die Insel Elba, jener Ort, an dem die Reichen Urlaub machen und der für die Bewohner von Piombino fast unerreichbar, weil unbezahlbar scheint.
    Mit einer kräftigen und farbigen Sprache schildert Silvia Avallone die Lebensbedingungen jener Menschen, zu denen auch die beiden dreizehnjährigen Mädchen gehören. Sie sind mitten in der Pubertät und ihr jeweiliger familiärer Hintergrund könnte nicht unterschiedlicher sein. Während Anna in einer relativ normalen Familie aufwächst, wird Francesca von ihrem Vater regelmäßig misshandelt. Sie kann deshalb Männer nur verachten. Sie interessiert sich nicht für sie, während Anna mit dem Freund ihres Bruders die ersten Erfahrungen der Liebe macht.
    Das belastet die bisher so unerschütterliche Freundschaft der beiden Mädchen sehr, die doch immer davon geträumt haben, gemeinsam nach Elba zu gehen. Francesca ist tief enttäuscht von Anna und beginnt eigene, ungeahnte Wege zu gehen..
    Silvia Avallone kann schreiben. Wie sie die Atmosphäre der Stahlarbeiterstadt Piombino einfängt mit einer Sprache, die den Leser gefangen nimmt schon nach wenigen Seiten und ihn die Schwere und die Last des Alltagslebens seiner Bewohner spüren lässt, das ist große Sprachkunst.
    Wie sie das Erwachsenwerden von Anna und Francesca beschreibt, ihre sprießende Sexualität und ihre ersten Erfahrungen mit ihr, nimmt den Leser auch emotional geradezu in Haft, sodass er das Buch nicht mehr aus den Händen legen möchte, obwohl es auch durchaus Stellen gibt, durch die man sich quälen muss, so kompliziert sind manche Sätze gebaut.
    All das zeigt ein großes Talent.
    Nachdem sich das Buch in Italien 300 000 Mal verkauft hat, wird man wohl nicht lange auf ihr zweites warten müssen.
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  • Rezension zu Ein Sommer aus Stahl

    Und Elba so nah...
    „Ein Sommer aus Stahl“ ist die Geschichte von zwei
    Mädchen, Francesca und Anna in Italien an der Grenze zwischen Kind und
    Erwachsenen. Aber es ist nicht das Italien, das man kennt. Nicht Bella
    Italia, kein strahlender Küstenort in den man zum Urlaub machen fährt.
    Es ist ein Ort, der durch die Stahlfabrik und das Leben um sie herum geprägt ist. Eine Arbeit, so hart wie das Material, das ihr entspringt.
    Famileinverhältnisse, wie man sie nicht erleben will, eine einzige
    Trostlosigkeit und darin die Lebenslust von Francesca und Anna. Auch die beiden, beste Freundinnen und die ungekrönten Herscherinnen des
    Strandes, 13 Jahre und hübsch, sind von ihr geprägt. Einerseits unschuldig, andererseits sich durchaus bewusst um ihre Taten, ihre
    Wirkung auf andere, nicht zuletzt auf die Männer. Sie wissen, wie es in ihrer Heimat läuft. "Und wenn du von der Natur benachteiligt bist, dann hast du keine Zukunft. Wenn die Jungs nicht deinen Namen auf die
    Pfeiler im Hof schreiben und dir keine Briefchen unter der Tür durchschieben, dann bist du ein Niemand. Dann willst du mit dreizehn schon sterben. Sie träumen von etwas Besserem, dem Film,
    Berühmtheit, Reichtum. Oder einfach nur Elba, denn Elba ist so nah, aber doch weit entfernt von ihrem Leben. Keine beengten Mietskasernen, keine
    Fabrik sondern la bella vita. Doch ihre Freundschaft wird auf eine
    Probe gestellt. Durch einen Jungen und eine „ungewöhnliche“ Liebe. Und es kommt einiges anders als geplant.
    Es ist ein Buch, das einen nicht mehr los lässt.
    Mit seinen intensiven Beschreibungen, fühlt man regelrecht den
    Herzschlag der Stahlfabrik, man sieht das Flimmern der Hitze und schmeckt den Staub auf der Zunge. Die Sprache ist zum Teil animalisch, vulgär, doch sie ist immer authentisch, wirkt nie gekünstelt sondern passt, passt zur Lebenseinstellung der Personen, passt zur Umgebung, passt zu den Bedingungen in der Stahlfabrik, zu der Stahlfabrik, die das ganze Leben dort beherrscht.
    Das Buch und seine ganze Atmosphäre ist wie ein Strudel aus Farben und Gefühlen. Authentisch, hautnah und vor allem lesenswert.
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Ausgaben von Ein Sommer aus Stahl

Hardcover

Seitenzahl: 414

Taschenbuch

Seitenzahl: 416

E-Book

Seitenzahl: 405

Besitzer des Buches 15

Update: