Du bist nicht dein Gehirn

Buch von Alva Noë

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Bewertungen

Du bist nicht dein Gehirn wurde bisher einmal bewertet.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Du bist nicht dein Gehirn

    Eine radikale Philosophie des Bewusstseins
    Autor (Quelle: Klappentext): Alva Noe, geboren 1964, ist Professor für Philosophie in Berkeley/Kalifornien, außerdem Mitglied des Institute of Cognitive and Brain Sciences. Zu den Themen Bewusstsein und Wahrnehmung hält er weltweit Vorträge, unter anderem bei den Unternehmen Google, Microsoft und Pixar. Alva Noe entwickelt zurzeit eine Philosophie der Kunst und arbeitet mit der Ballettkompanie von William Forsythe in Frankfurt/Main zusammen.
    Aufbau: Das Buch umfasst 240 Seiten und gliedert sich in Acht Kapitel. Im Anhang gibt es Sach- und Personenregister, sowie Anmerkungen zu den einzelnen Kapiteln, in denen er auf die Literatur verweist, die für das jeweilige Kapitel relevant war und diese auch kurz beschreibt.
    Kurzbeschreibung nach Amazon:
    »Bewusstsein ist nicht etwas, das uns passiert. Es ist etwas, das wir erschaffen.« Der Philosoph und außergewöhnliche Denker Alva Noë mischt sich mit diesem besonderen Buch in die Gehirn-Geist-Debatte ein und zeigt: Der Mensch ist nicht bloß sein Gehirn. Er ist weit mehr, er hat Seele, er hat Geist – darum ist er Mensch. Die Hirnforschung verkündet sensationelle Forschungsergebnisse – und kann dennoch nicht erklären, wie Bewusstsein oder Wahrnehmung entsteht. Mehr Hirnforschung bringt nur mehr Klarheit darüber, dass die Antworten nicht einfach und nicht einfach zu haben sind. Wir brauchen also weiterhin und mehr denn je die Philosophie, um zu verstehen, was das »Ich« eigentlich ausmacht. Alva Noë zeigt, wo die Ergebnisse der Hirnforschung zu kurz greifen, und erteilt den Forschern eine klare Absage, die meinen, man könne menschliches Bewusstsein demnächst in der Petrischale erzeugen. Denn der Mensch ist weit mehr als sein Gehirn. Wir sind keine Computer: Die Seele wird uns nicht aufgezwungen. Wir erschaffen sie selbst.
    Meine Meinung: Zuerst möchte ich betonen, dass es heutzutage durchaus Mut braucht um hinter einer Aussage wie „Du bist nicht dein Gehirn“ zu stehen, erst recht als Forscher. Ein Freund von mir meinte dazu nur: „Was soll es denn sonst noch geben?“. Gerade wegen meiner Übersättigung der neuropsychologischen Reduktion des Menschen auf das Gehirn musste ich dieses Buch kaufen und steckte auch hohe Erwartungen hinein. Sie wurden nur leider nicht erfüllt aber zuerst das Positive: Sehr gut gelungen ist ihm eindeutig der Aufbau und der Schreibstil. Jedes Kapitel besteht aus einer kurzen Vorschau auf das kommende Kapitel und einer Zusammenfassung am Ende. Dadurch verliert man den roten Faden nie und kann seinen Argumentationen besser folgen.
    Er stellt sehr viele bedeutende Studien vor (wie zum Beispiel die Experimente von Hubel und Wiesel) und zeigt, dass viele Ergebnisse auch anders interpretiert werden können. Die Sprache ist leicht verständlich und man hat das Gefühl als würde man sich eine interessante Geschichte anhören.
    Gestört hat mich allerdings, dass Noe in seinem Buch zwar erklärt wo und wie das Bewusstsein/der Geist NICHT entsteht – nämlich im Gehirn – aber dann zu wenig darauf eingeht was denn überhaupt Bewusstsein bzw. der Geist ist. Er sagt der Geist entsteht erst dann, wenn Gehirn, Körper und Umwelt miteinander interagieren und alle drei Komponenten sind wesentlich für die Entstehung des Geistes aber hier hört seine Theorie auch schon wieder auf, oder zumindest beschreibt er sie nicht genauer. Mir gefällt sein Vergleich des Gehirns mit einem Musikinstrument, es ist notwendig um Musik spielen zu können aber eben nicht ausreichend, aber wann und wie kommt der Musiker ins Spiel? Die Botschaft „Du bist nicht dein Gehirn“ hat er sehr gut verständlich gemacht aber mir war es hier eindeutig zu wenig von seiner „radikalen Philosophie des Bewusstseins“!
    Fazit: Ein sehr interessantes Buch mit guten Argumenten, Bezug auf wissenschaftliche Arbeiten, leicht verständlicher Sprache und einer klaren Botschaft, allerdings vermeidet er es zu viel über seine Theorie des Geistes preiszugeben und für mich stellt aber genau das den Kern des Buches dar.
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Besitzer des Buches 3

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