Sommer mit Emma

Buch von Martina Borger, Maria Elisabeth Straub

Cover zum Buch Sommer mit Emma

Titel: Sommer mit Emma

,

3,4 von 5 Sternen bei 9 Bewertungen

67,8% Zufriedenheit

Verlag: Diogenes

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 416

ISBN: 9783257240474

Termin: Februar 2011

Aktion

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Sommer mit Emma

Die Ferien auf dem Hausboot sollten ein abwechslungsreiches Abenteuer werden, und das werden sie – allerdings auf andere Weise, als die Familie es sich vorgestellt hat … Eine rasante Tragikomödie mit berührendem Finale.
Weiterlesen

Bewertungen

Sommer mit Emma wurde insgesamt 9 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 3,4 Sternen.

(3)
(1)
(4)
(0)
(1)

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Sommer mit Emma

    • 20. Dezember 2011 um 16:08
    Ich war nicht ganz so begeistert ...
    Die pragmatische Physiotherapeutin Luisa und der eher versponnene Künstler Daniel führen seit fast zwanzig Jahren eine Beziehung ohne Trauschein, aus der zwei Kinder, Jasper und Lea, hervorgegangen sind. Nach außen hin ist alles gut, doch zwischen den beiden kriselt es immer wieder. Nun steht ein Sommerurlaub unter besonderen Vorzeichen an, ein Hausboot-Trip im Süden Englands, an dem auch Emma teilnehmen wird. Emma, das Ergebnis eines Fehltritts von Daniel mit einer Amerikanerin. Luisa ist natürlich wenig begeistert von diesen Aussichten, während sich Lea ausmalt, dass Emma die Schwester sein könnte, die sie sich immer gewünscht hat.
    Die Reise verläuft allerdings deutlich weniger harmonisch, als Lea und auch Daniel es sich vorgestellt hatten. Emma entpuppt sich als ein ausnehmend hübscher, aber auch ziemlich manipulativer Teenager, doch ihre Anwesenheit ist eigentlich nur der Katalysator für die vielen unter der Oberfläche schwelenden inneren Konflikte aller Beteiligten: Luisas Gefühl, in einer versandenden Beziehung festzustecken, Daniels Hoffnung auf den großen Durchbruch als Fotokünstler, an den keiner außer ihm mehr so richtig glaubt, Jaspers Genervtheit von seiner ganzen Familie, Leas Unsicherheit. Auch Can, Jaspers mitreisender Freund, wird in die problematische Familiendynamik hineingezogen.
    Die Grundidee des Buches ist gar nicht übel, und den Autorinnen gelingt es gut, jedem Protagonisten - die Kapitel werden abwechselnd aus Sicht der verschiedenen Personen erzählt - seine eigene Stimme zu geben. Das Dumme dabei ist nur, dass keiner dabei so richtig sympathisch rüberkommt. Mich haben im Laufe des Buches alle, vielleicht mit Ausnahme von Can sowie Jasper, der mir dafür anfangs auf den Keks ging mit seiner übertriebenen Anti-Haltung, eher genervt als interessiert. Für meinen Geschmack wurden da etwas zu viele Klischees bedient. Die einzelnen Schicksale und Probleme mögen durchaus realistisch porträtiert sein, aber in der Häufung war es mir einfach zuviel.
    Das melodramatische Ende machte das Gesamtbild dann auch nicht wirklich besser, also leider nur eine Durchschnittswertung.
    Weiterlesen
  • Rezension zu Sommer mit Emma

    • 25. Juli 2010 um 19:23
    Über die Autorinnen:
    Die eine lebt in München, die andere an der dänischen Grenze; trotz dieser Entfernung sind Martina Borger und Maria Elisabeth Straub seit über zwanzig Jahren ein erfolgreiches Autorinnenduo. 2001 erschien ihr erster gemeinsamer Roman >Katzenzungen<, der 2003 verfilmt wurde. Für ihre Erzählung >Kleine Schwester< erhielten sie 2002 den Frauenkrimipreis der Stadt Wiesbaden. Nach ihrem Roman >Im Gehege< (2004) entschieden sie sich für den Alleingang: Maria Elisabeth Straub veröffentlichte den Roman >Das Geschenk< (2006), Martina Borger >Lieber Luca< (2007), nun schreiben sie wieder im Team.
    Quelle: http://www.diogenes.ch/leser/autoren/…raub/biographie
    Meine Inhaltsangabe:
    Luisa und ihr Mann Daniel wollen gemeinsam mit ihren Kindern einen schönen und unvergesslichen Urlaub auf einem Boot verbringen und dabei die Natur und Landschaft Englands erkunden.
    Doch was idyllisch beginnt, wandelt sich schnell in ein Drama:
    Denn an Bord sind nicht nur ihre Kinder Lea und Jasper sowie dessen Freund Can, sondern auch Emma, das Ergebnis eines Seitensprungs von Daniel. Und Emma sorgt für Unruhe, Streitereien und schließlich für Folgen, die niemand vorhersehen konnte.
    Die Protagonisten des Buches:
    Luisa ist nicht nur Mutter, sondern auch die Ernährerin der Familie. Den Urlaub möchte sie hauptsächlich dafür nutzen, ihrem Partner wieder näher zu kommen. Denn nachdem sie Gefühle für einen Arbeitskollegen entwickelt hat, hat sie sich sehr von ihrem Partner Daniel entfernt. Zusätzlich fällt es ihr schwer, seinen Seitensprung und dessen Folgen zu akzeptieren.
    Daniel ist Luisas Lebensgefährte, eine Heirat käme für beide nicht in Frage. Er arbeitet als Künstler, seine Auftragslage lässt jedoch zu wünschen übrig und so wird er von Existenzängsten geplagt. Während des Urlaubs wartet er auf den Rückruf eines Galeristen, von dem er sich einen neuen Auftrag erhofft. Seiner Frau hat er von dieser Chance nichts erzählt. Zu seinem Seitensprung und somit auch zu Emma bekennt er sich offen und möchte den Urlaub dafür nutzen, Emma mehr in seine Familie einzubeziehen.
    Lea und Jasper sind die Kinder von Daniel und Luisa. Lea ist mit ihren 14 Jahren ein typischer Teenager. Sie ist eine Einzelgängerin und verbringt die meiste Zeit des Tages damit, Tagebucheinträge zu verfassen. Von ihrem Bruder ist sie meistens genervt. Darauf, ihre Halbschwester Emma kennenzulernen, hat sie sich dagegen schon lange gefreut.
    Jasper ist schon fast 18 und findet gar keinen Gefallen daran, Zeit auf einem kleinen Boot mit seinen Eltern und seiner kleinen Schwester verbringen zu müssen. Zur Unterstützung hat er deshalb seinen gleichaltrigen besten Freund Can dabei. Doch schnell zeigt sich, dass ihre Freundschaft von einem Vertrauensbruch belastet wird.
    Emma ist nur ein paar Monate älter als Lea und während sich beide zunächst als Halbschwestern akzeptieren, zeigt sich im Verlauf des Buches schnell, dass sie vom Charakter her zwei völlig verschiedene Personen sind. Denn Emma hat ein sehr exzentrisches Wesen, ist eine Art Selbstdarstellerin und hat Spaß daran, Intrigen zu spinnen und Menschen gegeneinander auszuspielen.
    Allgemeines zum Buch:
    Das Buch umfasst 403 Seiten und gliedert sich in 52 Kapitel. Diese sind nicht in Abschnitte unterteilt, sind aber mit ihren durchschnittlichen acht Seiten kurz genug, um sie jeweils in einem Rutsch zu lesen. Die Kapitel sind mit keinem besonderen Titel, sondern lediglich mit ihrer jeweiligen Kapitelnummer überschrieben.
    Besonders ist, dass es immer wieder Kapitel gibt, die in Kursivschrift geschrieben sind. Hierbei handelt es sich um Tagebucheinträge, die aus der Sicht von Lea geschrieben sind.
    Der Rest des Buches ist aus der Sicht eines allwissenden Erzählers in der Gegenwartsform geschrieben. Immer wieder finden sich Rückblenden in die Vergangenheit. Diese Geschehnisse werden dem Leser in der Vergangenheitsform erzählt.
    Jedes Kapitel beleuchtet die Ereignisse aus der Sicht eines anderen Familienmitglieds. Allein Emma kommt dabei nicht zu Wort. Über sie wird lediglich gesprochen, ihr wird aber keine Möglichkeit gegeben, sich selbst zu äußern. Dabei wird dem Leser auf der einen Seite zwar nicht die Möglichkeit geboten, auch Emma zu verstehen und ihr Verhalten nachzuvollziehen. Auf der anderen Seite bleibt sie so aber beständig schwer zu durchschauen und wahrt ihre Undurchsichtigkeit.
    Das Buch umfasst eine Zeitspanne von einer Woche im August.
    Das letztes Kapitel spielt ungefähr ein halbes Jahr später, nämlich im Januar des darauffolgenden Jahres. Auch dieses Kapitel ist in Kursivschrift geschrieben, nur handelt es sich hierbei nicht um einen Tagebucheintrag, sondern um einen Brief. Wer diesen schreibt und an wen er gerichtet ist, soll hier natürlich nicht verraten werden.
    Im März 2011 erscheint das Buch beim Diogenes Verlag als Taschenbuch.
    Meine Meinung zum Buch:
    "Sommer mit Emma" ist ein Buch, dass mich von der ersten Seite an gepackt und mich dann nicht mehr los gelassen hat.
    Zum Einen gelingt dies den Autorinnen durch ihren Schreibstil. Dieser ist ehrlich und direkt, kein Wort ist überflüssig, nichts wird beschönigt oder ausschweifend umschrieben. Jedes Wort sitzt einfach und so lässt sich Seite für Seite weglesen, ohne dass man dabei merkt, wie schnell das Buch sich dem Ende neigt.
    Zum Anderen ist die Handlung des Buches einfach packend. Der Leser wird mit typischen Jugendproblemen konfrontiert, mit Konflikten, die sich in einer langjährigen Beziehung aufwerfen können, und dennoch liest man hier nichts Aufgewärmtes, sondern bekommt eine Geschichte serviert, die nicht das Gefühl vermittelt, schon Dagewesenes lediglich zu wiederholen. Stattdessen spielen die Autoren mit Spannung und Drama, bis sich schließlich alles in einem Ende auflöst, dass man so nicht erwartet hätte. Oft war die Handlung für mich schwer zu fassen und der Grund dafür war immer Emma. Emma, die sich in den Vordergrund spielt, Emma, die Intrigen spinnt, die ihre Eltern und ihre Geschwister gegeneinander ausspielt. Doch es gibt auch viele Nebenstränge, die ebenfalls sehr problemlastig sind.
    Das Buch wird von einer sehr dichten und geladenen Atmosphäre dominiert, teilweise liest sich das Buch sehr beklemmend und der Leser spürt einfach die unterschwellige Eskalation, die sich anbahnt.
    Besonders gut gelingt es den Autoren, ihren Protagonisten Authentizität und Leben zu verleihen. So drücken sich im Stil von Martina Borger und Maria Elisabeth Straub jeweils die Eigenheiten der Personen aus:
    Lea verwendet in ihren Tagebucheinträgen zum Beispiel Abkürzungen für die Personen: Mama und Papa werden nur M und P genannt, der idiotische Bruder heißt "id Br" und Emma ist die Schw. Die Tagebucheinträge tragen zwar ein Datum, sind jedoch nicht mit einer Jahreszahl überschrieben. Buch in heutiger Zeit: "vor Katrina" oder "als das Rauchen in den öffentlichen Lokalen verboten wurde".
    Die Kapitel, die sich den Jugendlichen widmen, sind in Umgangssprache geschrieben. Diese wirkt dabei nicht zu übertrieben oder zu salopp, sondern für Jugendliche im Altern von 17 Jahren einfach passend.
    Wenn aus der Sicht von Daniel oder Luisa geschrieben wird, bleiben die Kapitel recht sachlich und nüchtern.
    Ein besonders Stilmittel der Autoren ist, dass sie zu Beginn eines neuen Kapitels die Charaktere nur mit "Er", "Sie" bezeichnen. So wird der Leser zunächst jeweils im Unklaren darüber gelassen, aus wessen Sicht das Kapitel geschrieben ist. Doch dies ergibt sich meist nach wenigen Zeilen und sorgt somit kaum für Verwirrung.
    Man merkt dem Buch nicht an, dass es von zwei Autorinnen geschrieben wurde. Im Gegenteil: Alles erscheint wie aus einem Guss. Ich könnte mir vorstellen, dass jeder dieses Buch anders liest. Eine Frau, die in einer Situation wie Luisa steckt, wird sicherlich mit ihr sympathisieren. Männer werden sich wahrscheinlich auf die Seite von Daniel schlagen und Jugendlichen im Alter von Lea oder Jasper wird es leicht fallen, ihr Verhalten nachzuvollziehen. Ich bin nun in einem Alter, dass keinem der Protagonisten entspricht und habe das Buch daher recht neutral gelesen. Dennoch konnte ich das Verhalten jedes Protagonisten nachempfinden.
    Mein Fazit:
    "Sommer mit Emma" beschreibt einen Urlaub, den man nicht selbst erleben möchte, da er völlig eskaliert. Dennoch ist dieses Buch als Urlaubslektüre geeignet und höchst lesenswert. Für mich ein absolutes Lese-Highlight in diesem Jahr!
    Weiterlesen

Ausgaben von Sommer mit Emma

Taschenbuch

Cover zum Buch Sommer mit Emma

Seitenzahl: 416

Hardcover

Cover zum Buch Sommer mit Emma

Seitenzahl: 432

E-Book

Cover zum Buch Sommer mit Emma

Seitenzahl: 416

Besitzer des Buches 18

Update: 28. April 2024 um 22:05