Nächte im Zirkus

Buch von Angela Carter

Bewertungen

Nächte im Zirkus wurde insgesamt 2 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 3,8 Sternen.

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Meinungen

  • Feministischer, magischer Realismus von 1984

    towonder

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Nächte im Zirkus

    Autorin (Quelle: Wikipedia): Die am 7. Mai 1940 in Eastbourne als Tochter einer Verkäuferin und eines Journalisten geborene Angela Olive Stalker war eine englische Schriftstellerin, die unter dem Namen Angela Carter veröffentlichte. Zunächst arbeitete sie als Lokaljournalist, bis sie an der Universität englische Literatur studierte, ausgedehnte Reisen unternahm, an verschiedenen Orten der Welt unterrichtete, zwei Jahre in Tokio lebte, 1969 den Somerset Maugham Award zugesprochen bekam, fließend Deutsch und Französisch sprach, radikal-feministische Texte, Drehbücher, Opernlibretti und verquer spekulative Fiktionen verfasste, in denen sich magischer Realismus und Postmoderne fröhlich die Hand zum Ringelpietz mit Anfassen reichen. Am 16. Februar 1992 starb sie mit 52 Jahren in London an Lungenkrebs, während sie gerade dabei war, eine Fortsetzung zu Jane Eyre zu entwickeln.
    Klappentext (Quelle: Klett-Cotta):
    Folgen Sie Angela Carter in das neue Zeitalter, terffen Sie Fevvers, die Cockney-Venus, die berühmteste Trapezkünstlerin aller Zeiten, der ganz Europa - was sage ich, die ganze Welt zu Füßen liegt, intime Freundin von Toulouse-Lautrec, eine Suleika Dobson der Music Hall - und Jack, der ihr völlig verfallen ist.
    Treffen Sie Lizzie, die Hexe, und Samson, den starken Mann, die tanzenden Tiger (bei Tigern gibt Angela Carter immer ihr Bestes), den schüchternen Räuber, die gelehrten Affen des Monsieur Lamarck, die abessinische Prinzessin und Mignon, die nur singt, nie redet, den Großen Buffo und seine Clowns, den Schamanen, den Zirkusdirektor und Sibyl, sein wahrsagendes Schwein - und natürlich die Elefanten.
    Schließen Sie sich ihrem Zug durch das zaristische Russland an, folgen Sie Colonel Kearneys sensationellem Zirkus.
    Nichts wird danach sein wie zuvor.
    Der Roman erschien unter dem englischen Originaltitel „Nights At the Circus“ 1984 bei Chatto & Windus in London. Der Roman gewann 1984 den James Tait Black Memorial Prize für Literatur. Die deutschsprachige Übersetzung besorgte Joachim Kalka. Sie erschien 1986 hartgebunden bei Klett-Cotta in Stuttgart und im April 1989 auch bei dtv im Taschenbuch. Eine französische Ausgabe erschien 1988 bei Seuil unter dem Titel "Des nuits au cirque", übersetzt von Jean Guiloineau.
    Eine Zeitlang folgt man einer selbstbewussten Frau mit Flügeln und ihrer Entourage, die Anfang des 20. Jahrhunderts als Zirkusartistin arbeitet. Ihr Weg führt von London über St. Petersburg nach Sibirien. Der Tonfall ist außergewöhnlich, sehr lässig von Kapitel zu Kapitel treibend. Ein zauberisches Schweben zwischen Lug und Trug. Wie selbstverständlich sind fantastische Elemente in die Handlung integriert: lupenreine Slipstream-Literatur! Wahrsagende Schweine, gelehrte Affen, Hexen und Kraftmenschen. Die Beschreibung einer Welt voller Freaks als Hohelied auf alternative Lebenswelten und Gegenkulturen. Sehr unterhaltsam, niemals langweilig, immer überraschend, wenn auch ein etwas maues Ende, bei dem alles in Auflösung wegbröselt. Die Elefanten in Sibirien waren einfach zu viel.
    Ein pikaresker Schelmenroman, der mit leichter Hand und auf eine angeduselte Weise vulgär Welten und Wahrscheinlichkeiten durcheinanderwirbelt, und dabei ausgesprochen spielerisch Geschlechtergrenzen des Begehrens und der Lebensfreude völlig sinnlos erscheinen lässt. Eine als Realität getarnte Fantasie mit satirischem Pfeffer und rebellischem Trotz, in einem so formlos entspannten, frei mäandernden Stil, wie ich ihn zuvor glaube ich noch nie gelesen habe. Wartet auf eine Wiederentdeckung!
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Ausgaben von Nächte im Zirkus

Taschenbuch

 

Hardcover

Seitenzahl: 434

Besitzer des Buches 7

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