Dame König As Spion

Buch von le Carré

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Dame König As Spion

George Smiley – Der Spion, der Geschichte schrieb George Smiley verliert nach einer gescheiterten Operation seinen Posten, wird jedoch für einen letzten, gefährlichen Auftrag aus dem Ruhestand geholt: Er soll einen Doppelagenten enttarnen, der für Moskau den britischen Geheimdienst ausspioniert. Mit der Unterstützung seiner engsten Vertrauten begibt sich Smiley ins Reich des großen Gegners …
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Serieninfos zu Dame König As Spion

Dame König As Spion ist der 5. Band der George Smiley Reihe. Sie umfasst 9 Teile und startete im Jahr 1961. Der letzte bzw. neueste Teil der Serie stammt aus dem Jahr 2017.

Bewertungen

Dame König As Spion wurde insgesamt 9 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 3,1 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Dame König As Spion

    Bevor ich mit meiner "Rezension" beginne, muss ich leider gestehen, dass ich dieses Buch nach 100 Seiten abgebrochen habe. Meine Schmerzgrenze war schnell erreicht, und daher kann ich mich nur zu dem äußern, was ich bis dorthin gelesen habe.
    Inhalt (Klappentext):
    George Smiley, Chef des britischen Geheimdienstes, soll nach einer gescheiterten Operation seinen Posten räumen. Doch da stellt sich heraus, dass einer seiner Leute ein Doppelagent ist, der insgeheim für Moskau arbeitet. Smiley setzt sich auf seine Fährte und gerät dabei als Tarnung selbst zum "Maulwurf" geworden, mitten ins Reich des großen Gegners im kalten Krieg...
    Aufbau und Handlung:
    Das Buch umfasst insgesamt 416 Seiten, gegliedert in drei Teile, die wiederum unterteilt sind in insgesamt 39 Kapitel.
    Jedes Kapitel ist relativ kurz gehalten, meistens nur über 5-10 Seiten, und jedes Kapitel trägt einen Vorsatz, der kurz erklärt, was im folgenden Kapitel geschieht. Dadurch gewinnt das Buch zumindest an formeller Übersichtlichkeit.
    Zudem gibt es am Anfang des Buches eine knappe Übersicht über die wichtigsten handelnden Personen, vorgestellt mit Namen und Zuordnung.
    Bis zu der Stelle, wo ich aufgehört habe, zu lesen, unterteilte sich die Handlung in zwei verschiedene Handlungsstränge. Zum einen ging es um Jim Prideaux, der als Aushilfslehrer bei Mr. Thursgood, dem Direktor des Thursgoodschen Internats, eingestellt wurde und dort auf den Schüler Bill Roach trifft, die sich scheinbar auf Anhieb gut verstehen, und einige Gemeinsamkeiten finden.
    Im anderen Handlungsstrang geht es um George Smiley und um das, was der Klappentext schon verrät.
    Meine Meinung:
    Rein formell betrachtet, gefällt mir der Aufbau des Buches gut, auch wenn ich allgemein kein Fan von zu kurzen Kapiteln bin, da dies den Lesefluss beeinträchtigen kann. Der Personenüberblick stellt auf jeden Fall eine gute Hilfe dar. Doch trotzdem habe ich mich in dem Personenwirrwarr schnell verloren. Denn neben den vorgestellten Personen, werden noch etliche andere, wahrscheinlich unwichtige, Personen namentlich genannt, während ich jedoch oft Schwierigkeiten hatte, sie und ihre Bedeutung/Berufung im Kontext einzuordnen. Zusätzlich überfordert hat mich der Schreibstil von le Carré. Der Leser wird überhäuft mit Informationen, Orten, Geschehnissen, Impressionen und Zusammenhängen, dass ich schon nach kurzer Zeit vollständig den Faden verloren habe. Dies galt allerdings ausschließlich für die Erzählung rund um Smiley. Die Anfänge der Erzählung um Prideaux fand ich interessant, und hätte dies auch gern weiterverfolgt. Jedoch macht es vermutlich wenig Sinn, dies aus dem Zusammenhang zu reißen und den Rest außer Acht zu lassen.
    Womit ich nicht gerechnet hätte, wären die ausschweifenden Dialoge. Vielleicht denke ich da zu klischeehaft, wenn ich an Agenten und Geheimdienste denke, aber wenn überhaupt interessiert mich auf diesem Gebiet eher die Praxis als die Theorie. Erst recht, wenn mich die Gespräche sowohl verwirren, als auch langweilen.
    Vielleicht bin ich dem Ganzen einfach nicht gewachsen, oder womöglich ist dieses Terrain nicht so wirklich für mich geeignet.
    Ein weiteres Buch von John le Carré werde ich vermutlich vorerst nicht zur Hand nehmen
    Ein Fazit werde ich an dieser Stelle weglassen. Ich möchte trotzalledem kein Buch endgültig beurteilen, wenn ich es nicht ganz gelesen habe.
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  • Rezension zu Dame König As Spion

    "Dame, König, As, Spion" ist der fünfte Roman der Reihe um den Agenten George Smiley und ich muss gestehen, dass ich mir während der Lektüre mehrfach gewünscht habe, ich hätte mit Band 1 angefangen.
    Handlung:
    George Smiley wurde aus dem Geheimdienst entlassen, nachdem das ominöse Projekt "Testify" seinen Vorgesetzten, der von allen nur Control genannt wurde, zu Fall gebracht hatte. Zu allem Überfluss hat ihn auch noch seine bildhübsche Frau Ann verlassen und das nicht zum ersten Mal. So gibt sich Smiley dem Trübsal und Selbstmitleid hin, bis eines Tages einige alte Kollegen mit einer Bitte an ihn herantreten: In ihren Reihen gibt es einen Maulwurf und Smiley soll ihn finden. So stürzt sich dieser in Berge von Akten, um dem Verräter auf die Spur zu kommen und bringt nach und nach Vergangenes ans Licht.
    Meine Meinung:
    Die Handlung wird von einem allwissenden Erzähler in verschiedenen Handlungssträngen erzählt. Zum einen verfolgt er die Aktivitäten der Männer um George Smiley auf der Suche nach dem Maulwurf in den eigenen Reihen, zum anderen wird aber auch von dem ehemaligen Geheimdienstler Jim Prideaux erzählt, der an einer Schule als Aushilfslehrer untergetaucht ist. In zahlreichen Rückblenden, die zum Teil nur schwer vom Erzählstrang der Gegenwart zu unterscheiden sind, werden außerdem die Ereignisse geschildert, die zu der Ausgangssituation des Romans geführt haben. Es wird erzählt, wie Jim Prideaux bei einer Operation angeschossen wurde und wie es zu Smileys Entlassung kam. Dabei wurde für mich relativ schnell deutlich, wer in diesem Spiel die guten und wer die schlechten Figuren sind. Ich habe deshalb immer wieder während des Lesens gehofft, dass sich alles doch nicht etwa so einfach darstellen würde, doch das tat es tatsächlich, was im Endeffekt kaum Spannung aufkommen lässt.
    Mit der Sprache und dem Erzählstil le Carrés wurde ich nur schwer bis gar nicht warm. Zwar ist jedes Kapitel mit einer kurzen Handlungszusammenfassung überschrieben, aber dennoch fiel es mir schwer nachzuvollziehen, was gerade geschah und wohin der aktuelle Handlungsstrang führen sollte. Die Dramaturgie des Romans war für mich schlichtweg nicht erkennbar, die Szenen schienen teilweise wahllos aufeinander zu folgen und nichts, aber auch gar nichts zum Fortgang der Handlung beizutragen. Auch die Vielzahl an Personen und komplizierten Namen, an verdeckten Operationen und den verschiedensten Handlungsorten machte dies alles nicht leichter. Darüber hinaus scheint der Autor eine Vorliebe für lange, verschachtelte Sätze zu haben, die mir meine Deutschlehrerin allesamt mit dem Rotstift angestrichen hätte. Kurz gesagt: Ich musste mich zeilen- und kapitelweise durch den Roman quälen, so leid es mir auch tut, das über einen der größten Schriftsteller von Spionageromanen zu sagen. Aber vielleicht ist das auch einfach nicht mein Genre? Wer weiß...
    Hin und wieder hatte der Roman jedoch durchaus seine Momente, vor allem was die Figurenzeichnung betrifft. Jim Prideaux beispielsweise mochte ich von der ersten Seite an, mit Smiley hatte ich eher Mitleid, wenn er mit abwesendem Blick aus dem Fenster der kleinen Pension starrt, in der er sich tagelang durch alte Akten wühlt. Sehr sympathisch war mir auch Peter Guillaum, ein richtiger Draufgänger mit einer Vorliebe für schnelle Autos. Das ist aber auch eine der wenigen, wenn nicht die einzige positive Aussage, die ich über den Roman treffen kann. Denn auch der Schluss und damit die Enttarnung des Maulwurfs kamen für mich nur wenig überraschend. Vielleicht sollte ich es in diesem Fall doch lieber mit dem Film versuchen?!
    Fazit: Ein, meiner Meinung nach, dramaturgisch schlecht angelegter Roman, für den mir vielleicht auch ein gewisses Grundwissen oder generell das Interesse am Genre des Agententhrillers fehlte.
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  • Rezension zu Dame König As Spion

    John le Carré "Dame König As Spion"
    Klappentext :
    George Smiley, Chef des britischen Geheimdienstes, soll nach einer gescheiterten Operation seinen Posten räumen. Doch da stellt sich heraus, dass einer seiner Leute ein Doppelagent ist, der insgeheim für Moskau arbeitet. Smiley setzt sich auf seine Fährt und gerät dabei, als Tarung selbst zum "Maulwurf" geworden, mitten ins Reich des großen Gegners im kalten Krieg...
    Inhalt :
    Also, zu aller erst muss ich mal sagen, dass ich den Klappentext leider nicht so schreiben würde. Vielleicht habe ich im Buch ja etwas falsch verstanden, aber die Sachverhalte liegen mir anders vor Augen.
    George Smiley ist deprimiert. Er musste den "Circus" (MI6) verlassen, da er dort wohl einigen Leuten auf den Schlips getreten war. Seine Frau hat ihn verlassen, doch er kann sie einfach nicht vergessen ; und finanziell sieht es auch nicht so rosig aus. Als er nun eines Tages durch das regnerische London geht, wird er von einem seiner ehemaligen Kollegen angesprochen und so beginnt alls.
    Smiley hatte damals den Verdacht, es gäbe im "Circus" einen Doppelagenten. Nun taucht ein Mann auf, der das Gleiche behauptet. Keiner weiß mehr,wem er glauben und vertrauen soll, denn der "Maulwurf" konnte auch ganz oben sitzen. Smiley und seine Vertrauten machen sich nun heimlich auf die Suche nach diesem Agenten und rollen allte Fälle wieder auf.Bis es zum entscheidenen Showdown kommt.
    Aufbau und Handlung :
    Das Buch ist in drei große Teile eingeteilt, welche sinnvoll gesetzt sind. Jedes einzelne Kapitel hat so eine Art Überschrift, wie "Ricki Tarr berichtet, was eine russische Handelsdelegation in Hongkong alles treibt".
    Man beginnt nicht mit George Smiley, sondern mit der Ankunft von einem Jim in einer Schule. Später werden beide Handlungstränge zusammen geführt. Der Roman lebt im Grunde davon, dass er viele Dinge als Rückschau erzählt. Wenn Smiley eine Akte liest, jemand sich an etwas erinnert oder Gespräche über damalige Fälle geführt werden "switcht" man in die Vergangenheit.
    Den Schreibstil fand ich erstmal sehr gewöhnungsbedürfig, aber nach eine Weile ist man dann drin. Es gibt sehr lange verschatelte Sätze und einge Fremdwörter. Aber da findet man beim lesen gut rein. Nach dieser Eingewöhungsphase haben mir die Sätze sogar sehr gefallen. Etwas verwirrend sind die Namen. Jeder Agent hat x Namen. Es dauerte immer etwas, bis ich alle Namen einer Person zuorden konnte.
    Dieses Buch ist kein Aktionroman! Die Spionagearbeit und die Ermittlungen bestehen aus Akten lesen und Informationen beschaffen und Puzzleteile zusammen legen. Aber genau das ist das Besondere an diesem Buch!
    Meine Meinung :
    Ich wusste nicht so recht, was auf mich zu kam. Ich hatte noch nie ein Buch von John le Carré gelesen (was sich ab nun ändert!). Ich kannte zwei Verfilumgen und den Trailer zu diesem Buch. Diesen fand ich super spannend und deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass ich es hier im BT gewonnen hab (Vielen Dank nochmal an dieser Stelle!!!).
    Der Anfang war eben wegen des Stils etwas "schwer", aber dann flogen die Seiten nur so dahin. Wenn ich allerdings das Buch weglegen musste, dann dauerte es immer ein wening, bis ich wieder im Buch war.
    Das tolle an diesem Roman ist der Realismus. Ich kann mir vorstellen, dass ein Agentenleben wirklich so aussieht. Und wenn man mal die unrealistische "James-Bond-Figur" aus seinem Gedächtnis streicht, dann ist so ein Leben wirklich spannend. Aber auch sehr nervenaufreibend. Im Buch gibt es keinen "Supermann", welcher auf Hubschrauber springt oder vor einer Explosion davon rennt. Die Personen in diesem Roman sind alle "kaputt", sie sind menschlich. Es hinterlässt doch natürlich Spuren, wenn du zig Identitäten hast und immer Geheimnisse vor deinen Lieben haben musst. Alle sind ein wenig paranoid und checken z.B. immer wieder die Strasse oder den Eingang.
    Auf den Inhalt kann ich leider wenig eingehen, das dies zuviel verraten würde, aber ich kann nur sagen, dass es absolut spannend ist!! Man ist dabei, wie Puzzleteilchen gefunden und langsam zusammen gesetzt werden. Irgendwann hat man jeden in Verdacht. Die finale Auflösung ist nun kein "Aha-Effekt", aber wie es gemacht wird und wie die entsprechenden Leute reagieren ist das wichtige hierbei.
    Dieser Roman ist so toll, wegen seiner realistischen und vom Leben gezeichneten Charaktere und der spannenden Suche nach Hinweisen.
    Ob ich dieses Buch nochmal lesen werde? Nein, das nicht unbedingt, denn die Spannung wäre dahin. Leider!! Vielleicht nach ein paar Jahren.
    Ob ich noch mehr vom Autor lesen werde? Auf jeden Fall!!!! Ich freue mich jetzt schon!
    Ob ich das Buch weiterempfehlen würde? Und ob! Es ist ein spannendes Buch, auch für zartbesaitete Menschen. Krimi- und Thrillerleser kommen voll auch ihre Kosten. Leuten, denen die meisten Thriller zu unrealistisch sind, wird dieses Buch auch gefallen.
    Weil ich immer etwas brauchte, um in die Geschichte zurück zu finden und wegen der ganzen Namen, ziehe ich einen Stern ab.
    Dieser Roman bekommt von mir gute
    Nochmals vielen Dank an das Team vom BT, dass ich dieses Buch lesen durfte!!! Nun habe ich wieder einen Autor mehr in meiner Leseliste.
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Rezensionen zum Hörbuch

  • Rezension zu Dame König As Spion

    Autor:
    John le Carré ist als David John Moore Cornwell 1931 in Poole, UK geboren und studierte an der Universität Bern Germanistik und moderne Sprachen. Wenige Jahre nach seiner Rückkehr nach England trat er in den Britischen Auslandgeheimdienst (MI6) ein, wo er während dem Kalten Krieg in Bonn und Hamburg Sowjetagenten ausspionierte.
    Le Carré und viele Agenten aus seinem Netzwerk sind durch Kim Philby an die Sowjets verraten worden. John le Carré selber wurde 1964 aus dem Geheimdienst abgezogen und hat sich danach ganz auf das Schreiben konzentriert.
    In seinen Thrillern um den Agenten George Smiley nimmt le Carré Bezug auf die Philby Affäre.
    Inhalt:
    Einer der fünf Top-Leute des britschen Geheimdienstes muss ein Maulwurf sein, ein Top-Agent des KGB. George Smiley, als Relikt des Kalten Krieges im Zwangsruhestand, wird zurückgeholt, um den Laden auszumisten. Stück für Stück nimmt der Maulwurf menschliche Züge an bis hin zu einem rasanten Finale. Einer der packendsten Spionageromane aller Zeiten!!!
    (Quelle: Rückseite des Hörbuchs)
    Zum Inhalt in eigenen Worten:
    Der Thriller spielt im Jahre 1974 in England mitten im Kalten Krieg. Der Britische Geheimdienst wir im Kampf gegen den Kommunismus und den KGB angeführt durch einen inneren Kreis von sechs Topagenten, genannt der „Circus“. Dessen Mitglieder: Der Leiter „Control“, der nie mit Namen genannt wird, seine rechte Hand George Smiley, Percy Alleline, Roy Bland, Bill Haydon und Toby Esterhaze.
    Control, der gesundheitlich schwer angeschlagen ist, hegt den starken Verdacht, dass sich innerhalb dieses Gremiums ein Maulwurf befindet – ein russischer Spion der Informationen aus dem innersten Kreis des SIS an Moskau weiterleitet.
    Er schickt einen Agenten, Jim Prideaux unter dem Decknamen Jim Ellis nach Ungarn, wo er den Namen des Maulwurfs erfahren soll, im Tausch gegen einen Ungarischen General, der nach England fliehen möchte. Das ganze ist eine Falle, Jim Prideaux wird schwer verletzt, von den Russen gefangen und unter Folter verhört. Als Folge davon müssen George Smiley und Control in den Ruhestand treten. Kurze Zeit später stirbt Control. Percy Alleline wird sein Nachfolger.
    Einige Monate nach diesen Ereignissen sucht Peter Guillam, ein Mitarbeiter des MI6, der Agenten im Ausland betreut, George Smiley auf. Guillam verfügt über Informationen, die darauf hindeuten, dass Control Recht hatte mit seinem Verdacht, dass im Circus ein Maulwurf sitzt. Peter Guillam und George Smiley machen sich gemeinsam auf die Suche nach dem Verräter. Sie besuchen zahlreiche Beteiligte, lesen Berichte und erfahren immer wieder einzelne Puzzleteile, die sich im Laufe des Thrillers zu einem Bild ergänzen, was Smiley erlaubt, den Maulwurf zu enttarnen.
    Le Carré spielt in diesem Thriller auf die Affaire um Kim Philby an, der bis 1963 mit den „Cambridge Five“ zahlreiche britische Agenten an den KGB verraten hat.
    Womöglich habe ich einzelne Namen falsch buchstabiert. Man möge mir verzeihen, bei einem Hörbuch ist das gar nicht einfach.
    Meine persönliche Meinung:
    Mit diesem Hörbuch habe ich, was meine Leseerfahrung betrifft, Neuland betreten. Wir haben zwar sämtliche Thriller von le Carré auf englisch zu Hause, aber für mich waren sie immer etwas schwierig und die Materie ungewohnt. Aus diesem Grund war ich nicht sehr erstaunt, dass mir der Einstieg in dieses Hörbuch erst nicht leicht gefallen ist. Le Carrés Welt des Geheimdienstes unterscheidet sich sehr von der „Whiskey – geschüttelt nicht gerührt“-Welt von James Bond. Sie ist unauffällig, bescheiden und teilweise sogar schmuddelig. Wer von diesem Thriller viel Action, Verfolgungsjagden und Schießereien erwartet, wird enttäuscht werden. Die Handlung ist zum größten Teil aus der Perspektive von George Smiley beziehungsweise Peter Guillam erzählt und besteht vorwiegend aus Gesprächen, Erinnerungen und Berichten, die Smiley oder Guillam lesen. Dazwischen sind wenige kurze Sequenzen, die uns Jim Prideaux näher bringen, der an einer Privatschule französisch unterrichtet und ein eher kauziges Leben führt.
    Ich denke, man merkt es diesem Roman an, dass der Autor persönliche Erinnerungen und Erfahrungen eingearbeitet hat. Der Roman ist erstmals 1974 unter dem englischen Titel „Tinker, Tailor, Soldier, Spy“ erschienen sicherlich als Reaktion auf die Enthüllungen der Affäre um Kim Philby, die 1963 dazu geführt hat, dass le Carré den Britischen Geheimdienst verlassen musste. Es lohnt sich, vor der Lektüre oder dem Hören des Hörbuchs, sich mit diesen Entwicklungen etwas vertraut zu machen. So ganz ohne gewisse Kenntnisse über den Kalten Krieg und die wichtigsten Enthüllungen wird man sehr vieles nicht verstehen. Mir fallen praktisch jedes Mal, wenn ich einzelne Passagen noch mal höre, neue Einzelheiten und Zusammenhänge auf.
    Der englische Titel „Tinker, Tailor, Soldier, Spy“ bezieht sich auf einen beliebten englischen Abzählreim, der jedem Kind in irgendeiner Abwandlung bekannt ist:
    „Tinker, tailor, soldier, sailor, rich man, poor man, beggar man, thief”
    Wer der „Tinker“ und der „Tailor“ ist, habe ich bis jetzt nicht sicher herausgefunden. Den „Soldier“ und den „Spy“ meine ich, identifiziert zu haben.
    Als Gewohnheitsleser von Thriller, die in der Gegenwart spielen, fand ich es sehr interessant, wie sich die Agenten gegenseitig informiert hatten, in einem Zeitalter ohne Handy und Computer. Ein Badeanzug vor dem Fenster, ein Plakat an einer Wand oder ein hochgestellter Kragen zeigte dem anderen, ob ein Treffen stattfindet oder ob die Luft rein ist. Mit jeder Verabredung wurden gleichzeitig mehrere Ersatzverabredungen getroffen, falls die erste nicht klappte.
    Das Hörbuch in der mp3 Version ist auf 2 CDs, auf insgesamt 39 „tracks“ in der Dauer von 4 bis zu 32 Minuten, was für die Orientierung auf dem mp3-Player teilweise fast etwas lange ist, wenn man den Faden mal verloren hat.
    Auf dem Hörbuch gibt es keine Musik oder Hintergrundgeräusche. Der Sprecher Rainer Maria Erhardt versucht beim Lesen verschiedene Stimmen zu intonieren, so dass man bei Gesprächen gut versteht, wer gerade spricht. Bei Hörbüchern, die zu so großem Anteil aus wörtlicher Rede bestehen, ist mir das für das Verständnis sehr wichtig.
    Die größeren Kapitel sind durch Untertitel gekennzeichnet, die auf den Inhalt vorbereiten und praktischerweise der Aufteilung der „tracks“ entsprechen. Bei Perspektivwechseln innerhalb der Kapitel hat mir der Sprecher manchmal etwas zu schnell darüber hinweg gelesen, so dass ich öfter zurückgehen musste, um den Übergang zu finden. Aber ich finde das viel weniger schlimm, wenn die Lesung dafür ungekürzt ist.
    Mein Fazit:
    Ich habe von diesem Buch sehr viel mitgenommen. Anfangs musste ich mir das Verständnis etwas erkämpfen und mir erst etwas historische Hintergründe erarbeiten oder auffrischen. Es ist eine Welt, in der Vertrauen auf Misstrauen trifft und Loyalität auf Verrat, die mir persönlich völlig fremd ist, aber die doch veranschaulicht, wie fragil das Kräftegleichgewicht zur Zeit des Kalten Krieges gewesen ist.
    Dame, König, As, Spion ist sicher keine schnelle Lektüre für zwischendurch. Aber wer sich bereits etwas auskennt mit der Materie oder an der jüngeren Geschichte interessiert ist, wird mit spannender und subtiler Unterhaltung belohnt.
    Ich vergebe
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Ausgaben von Dame König As Spion

Taschenbuch

Seitenzahl: 416

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 415

E-Book

Seitenzahl: 420

Hörbuch

Laufzeit: 00:12:20h

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