Der Tod in Rom

Buch von Wolfgang Koeppen

Zusammenfassung

Serieninfos zu Der Tod in Rom

Der Tod in Rom ist der 3. Band der Trilogie des Scheiterns Reihe. Diese umfasst 3 Teile und startete im Jahr 1951. Der letzte bzw. neueste Teil der Serie stammt aus dem Jahr 1954.

Bewertungen

Der Tod in Rom wurde insgesamt 4 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Der Tod in Rom

    Tolle Rezi von Dumbler..., das sollte doch einladend genug sein. Ich setze nur was hinzu, damit dieser Thread mal wieder hervorgeholt wird und manch Neue(r) diesem Autor, bzw. diesem Buch, vielleicht Aufmerksamkeit schenkt.
    ZUM INHALT :
    « Der Tod in Rom », aus der Distanz eines ironischen Geistes und zugleich mit der ganzen Kraft des Moralisten geschrieben, ist die Geschichte einer Handvoll Menschen, die nach dem II.Weltkrieg in Rom zusammentreffen: Opfer, Täter, Vorbereiter und Nachgeborene des Schreckens. Wolfgang Koeppen beschreibt in diesem Zeitroman die verborgenen Krankheiten der deutschen Seele: ein Werk voll beklemmender, faszinierender und befreiender Lebenseinsichten. (Quelle : Amazon.de)
    Ich gebe diese Inhaltsangabe wieder, weil sie einerseits nichts verrät und andererseits alles sagt. Dem füge ich sehr unterstreichend hinzu, dass es sich bei dieser « Handvoll Menschen » eben um einen Kreis handelt, die miteinander entweder verwandt oder aber in enger Beziehung stehen. Geht es also hier um verschiedene Facetten der Verantwortung oder des Opferdaseins im Dritten Reich, bzw. um die verschiedenen Folgen in der unmittelbaren Nachkriegszeit, so durchziehen diese Gegensätze, Spannungen eben eine gewisse Grundeinheit, bzw. zwietracht des menschlichen Zusammenlebens. Somit ist der Roman Ausdruck von der Zerrissenheit im Nachkriegsdeutschland.
    […]
    Kleiner Schnitzer... : dieser Judejahn heißt doch tatsächlich Gottlieb mit Vornamen, wofür er sich natürlich schämt. So ersetzte er ihn selbst da, wo es nötig war – durch den ebenso sehr ausdruckskräftigen Vornamen « Götz » (Götze!). Nun, das ist ein Beispiel für die zahlreichen Wortspiele Koeppens !
    Ich selber würde über den eventuell zeitgebundenen Inhalt hinaus die literarischen, sprachlichen Qualitäten als hervorragend einstufen. Sie machen das Werk zu einer Entdeckungsreise in gewisse Stilmittel : Reihungen, lange atemlose Sätze, Zeilenbrüche (mitten im Satz), Perspektivwechsel... Dabei springt die Erzählperspektive schon mal vom allwissenden, in die jeweils beschriebene Person hineinschauendem Erzähler plötzlich zur Ich-Perspektive eines der Hauptpersonen des Romans : Siegfried, dem Komponisten und Sohn Pfaffraths, des Schwagers von Judejahn.
    Die historischen, mythologischen, religiösen und rombetreffene Querverweise sind unzählbar : was für ein Wirbelwind da daherkommt !
    Sicherlich ist dieses Buch (unter anderem) im zeitgeschichtlichen Kontext - 1954 veröffentlicht - als Auseinandersetzung mit den Fragen des Nachkriegsdeutschlands, der Frage nach Ursprüngen, Folgen des Faschismus' und Verantwortung lesbar. Inwieweit dieses Buch inhaltlich heute manche Leser direkt anspricht, kann ich nicht beurteilen, doch steht es als sprechendes Zeugnis einer sehr frühen, engagierten Meinung dazu.
    Dabei kann man ruhig sagen, dass so, wie « Siegfried durch seine Musik (Zwölftonmusik) beunruhigen und nicht erfreuen will », es wohl auch Koeppen mit seinem Buch hält. Ein gewisser pessimistisch, gar zynischer Ton scheint durch, den so manche Zeitgenossen der Nachkriegsjahre an sich hatten.
    Das ist ihm mit brillianten Mitteln gelungen, ob wir dem nun heute noch so zustimmen wollen und können, oder nicht.
    Noch einige Infos zum AUTOR :
    Wolfgang Koeppen wurde am 23. Juni 1906 in Greifswald geboren und starb am 15. März 1996 in München. Nach einem elfjährigen Aufenthalt in Ortelsburg (Ostpreußen) kehrte er 1919 nach Greifswald zurück. Aus finanziellen Gründen musste er vom Gymnasium auf die Mittelschule wechseln, von der er ohne Abschluss abging. Danach versuchte er sich in ganz unterschiedlichen Berufen: in einer Buchhandlung, im Stadttheater in Greifswald. Als Hilfskoch kam er nach Schweden und Finnland, in Würzburg arbeitete er als Dramaturg. 1927 ließ er sich in Berlin nieder, wo er 1931 zwei Jahre als fest angestellter Redakteur beim Berliner Börsen-Courier arbeitete. Er schrieb Reportagen, Feuilletons, auch erste literarische Arbeiten entstanden. 1934 erschien sein erster Roman, Eine unglückliche Liebe. Im selben Jahr siedelte er in die Niederlande über. Hier begann er mit der Niederschrift des nicht vollendeten Romans « Die Jawang-Gesellschaft ». 1935 erschien der Roman « Die Mauer schwankt », der jedoch kaum beachtet wurde. Er kehrte 1938 nach Deutschland zurück und arbeitete ab 1941 für die Bavaria-Filmgesellschaft in Feldafing am Starnberger See, 1945 siedelte er nach München über. 1948 erschien anonym das Buch « Jakob Littners Aufzeichnungen aus einem Erdloch », zu dessen Neupublikation unter seinem Namen er erst 1992 zustimmte. 1951, 1953 und 1954 erschienen die drei Romane, die als die atmosphärisch genaueste Vergegenwärtigung des Klimas der Adenauer-Republik gelten: « Tauben im Gras », « Das Treibhaus » und « Der Tod in Rom ». Koeppen verschaffte mit « Nach Rußland und anderswohin », « Amerikafahrt und « Reisen nach Frankreich » der Reiseliteratur in Deutschland hohes Ansehen. Er wurde 1962 mit dem Georg-Büchner-Preis geehrt.
    (Quelle : amazon.de, Autorbiographie im Buch ; siehe auch nach mehr Infos unter : http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Koeppen )
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Ausgaben von Der Tod in Rom

Taschenbuch

Seitenzahl: 187

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