Hiob

Buch von Joseph Roth

Bewertungen

Hiob wurde insgesamt 29 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,5 Sternen.

(20)
(6)
(3)
(0)
(0)

Meinungen

  • Wunderbarer Roman, der einen eigenen Rhythmus hat und niemals geschwätzig wird.

    eigenmelody

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Hiob

    Nach „Radetzkymarsch“ und „Kapuzinergruft“ war „Hiob“ der dritte Roman, den ich von Joseph Roth las. Wie bereits die anderen beiden, zog er mich sofort in seinen Bann. Joseph Roths Art und Weise zu erzählen, einfach, sachlich und schnörkellos, dabei kompetent und einfühlsam, ist es, die mich jedes Buch von ihm, schon wegen der Sprachmelodie, genießen lässt. Nichts finde ich übertrieben oder gar schwülstig, er findet für alles das richtig Maß. Seine Figuren sind lebensecht und im Gegensatz zu den von mir bereits gelesen Büchern gibt es in „Hiob“ auch fantastisch beschriebene Frauen; Deborah, die Mutter, die lange Zeit die war, die die Familie lenkt und Mirjam, in ihrer Auflehnung gegen das Althergebrachte, sind mir schnell ans Herz gewachsen. Aber am meisten liebe ich diesen Autor für seine Kunst, große Gefühle in passende klare Worte zu fassen.
    Bevor ich zu diesem Buch griff, zögerte ich eine Weile. Ich wusste nicht, sollte ich vielleicht doch erst (mal wieder) zur Bibel greifen und mich mit der Thematik vertraut machen? Ich entschied mich dagegen und ich habe es nicht bereut. Roth verstand es ganz ausgezeichnet, dieses schwierige Thema umzusetzen und dem Leser nahe zu bringen.
    Mein Fazit: „Hiob“ ist ein Meisterwerk. Es hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und tief berührt. Es wird garantiert einen Re-read geben und ich bin mir heute schon sicher, viele neue Facetten dieses Roman entdecken zu können.
    Weiterlesen
  • Rezension zu Hiob

    Inhalt:
    Vor dem 1. Weltkrieg lebt Mendel Singer mit seiner Familie, der Ehefrau Deborah, zwei Söhnen und der Tochter Mirjam in einem 1-Zimmer-Haus in Ost-Russland. In diesem Raum geht er auch seinem Broterwerb als Thora-Lehrer nach. Das vierte Kind wird geboren, der Sohn Menuchim, der körperlich und geistig behindert ist. Das Leben ist eintönig, karg und ärmlich. Mittelpunkt von Mendels Leben ist sein strenger jüdischer Glaube, den er seinen Kindern mitgeben will.
    Als seine beiden älteren Söhne den Einzugsbefehl erhalten, organisiert die Mutter für den Zweitgeborenen, Schermajah, die Flucht nach Amerika. Jonas, der Älteste, meldet sich freiwillig. Die Tochter lässt sich mit den im Dorf stationierten Kosaken ein. Beides sind Verhaltensweisen, die die Religion verbietet.
    Der zweite Sohn, der in Amerika erfolgreich wird und sich jetzt "Sam" nennt, organisiert die Ausreise der Familie. Den behinderten Sohn muss man jedoch in Russland zurücklassen. Die Familie wird nach und nach in New York heimisch, und nach vielen Jahren hat Mendel zum ersten Mal das Gefühl, dass es ihm gut geht, zumal er die Einreise seines behinderten Sohnes vorbereitet, als Amerika in den Krieg einsteigt. Sam meldet sich zum Militär, um Amerika seine Dankbarkeit zu beweisen, fällt. Der älteste Sohn ist in Russland vermisst. Mirjam wird irre und ins Krankenhaus eingeliefert. Deborah stirbt aus Gram. Die schlimmsten Befürchtungen reichen nicht, um sich auszumalen, was in Russland mit Menuchim passieren kann. Mendel hat alles verloren. Er wendet sich vom Glauben und von Gott ab, den er als denjenigen empfindet, der ihm alles genommen hat. Bis etwas geschieht, das Mendel nur als "Wunder" erleben kann.
    Der jüdische Schriftsteller Joseph Roth hat das Buch an die alttestamentliche Geschichte des Buches Ijob angelehnt, in der es um den gerechten, gottesfürchtigen Juden Ijob (oder Hiob) geht, dem der Teufel alles wegnimmt, um Gott zu beweisen, dass Ijob nur solange fromm und gottergeben ist, wie er gut und glücklich lebt.
    Man muss das Buch Ijob nicht als Voraussetzung zu "Hiob" gelesen haben, aber es nutzt, um sowohl die Intention des Autors, das Leben seines Protagonisten als auch den jüdisch-religiösen Hintergrund der Geschichte besser zu verstehen und einzuordnen. Nach dem alten Glauben Israels wird es einem guten Menschen in seinem Leben gut ergehen, einem schlechten schlecht. (Im Laufe der geschichtlichen Entwicklung ließ sich diese Auffassung jedoch nicht mehr aufrecht erhalten.)
    Mendel lebt nach seiner Überzeugung im Glauben, dass Gott es gut mit ihm meint, solange er die Gebote hält, sich den Gesetzen seiner Religion unterwirft, seine regelmäßigen Gebetszeiten beachtet. Dass er arm ist, dass sein Sohn behindert zur Welt kommt, kann er noch als Aufgabe und Ansporn sehen, auch im Leid seinem Gott zu vertrauen.
    Jetzt aber wird ihm (von Gott, so sein Glaube) alles genommen, was ihm etwas bedeutet. Aber warum? Was hat Mendel denn Furchtbares getan, dass Gott ihn so bestraft? Er findet keine Antwort, nur Verzweiflung. Mit diesem Gott hat er nichts mehr zu tun. Er betet nicht mehr, wirft seine Gebetsutensilien weg, isst sogar Schweinefleisch.
    Dann geschieht ein Wunder und gibt dem Buch einen beinah märchenhaften Ausklang.
    ("Wunder" ist nicht gemeint als übernatürliches Geschehen oder Aufhebung der Naturgesetze. Eine Heilung kann z.B. von einem Arzt durchaus medizinisch-naturwissenschaftlich erklärt und vom Kranken trotzdem als persönliches "Wunder" erlebt werden.)
    Ein Schicksal, das unter die Haut geht. Geschrieben in einer einfachen klaren Sprache, die sich leicht lesen lässt. Joseph Roth, der selbst jüdisch-galizischer Herkunft war, hat in den ersten Teil autobiographische Erinnerungen fließen lassen. Er hat das Buch 1930 geschrieben. Ein paar Jahre später wurde aus der Geschichte der Romanfigur Mendel Singer die reale Geschichte seines ganzen Volkes. Das Wissen um diese Zeit macht es schwer, das versöhnliche Ende des Buches zu genießen.
    Zum Autor
    Marie
    Weiterlesen

Ausgaben von Hiob

Taschenbuch

Seitenzahl: 206

Hardcover

Seitenzahl: 128

E-Book

Seitenzahl: 150

Hörbuch

Laufzeit: 00:06:12h

Hiob in anderen Sprachen

Ähnliche Bücher wie Hiob

Besitzer des Buches 73

Update: