Letzte Tage

Buch von Hans Jürgen Schultz

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Letzte Tage

    Klappentext:
    Jeder stirbt so, wie er gelebt hat. Jeder stirbt seinen eigenen Tod. Sterbegeschichten lehren darum nicht die Kunst des Sterbens, sondern erzählen von den letzten Tagen bekannter und weniger bekannter Menschen aus zwei Jahrtausenden. Hans Jürgen Schultz schreibt im Vorwort: "Wir müssen das Sterben wieder ansehen und miterleben lernen. Der verdrängte oder 'verbotene Tod', die Unfähigkeit, ein Leben lang mit ihm umzugehen, ist ebenso krankmachend wie die Fixiertheit auf ihn. Es geht in diesem Band nicht um beispielhaftes, schon gar nicht um heroisches Sterben, sondern eher um Vielfältigkeit."
    Die Vielfalt reicht vom leisen Sterben der deutschen Jüdin Lily Pincus im Jahr 1981 bis zum durch Gerichtsbeschluss erzwungenen Selbstmord eines Sokrates 399 v.Chr., vom gelassenen Einschlafen eines bis ins hohe Alter gesunden Albert Schweitzer bis zum Kapitulieren vor einer mörderischen Krankheit eines Sigmund Freud, vom längst vorher geahnten Tod im Kindbett der Selma Jung-Stilling bis zum stolzen Übergang zu seinen Ahnen eines Montezuma. Die Autoren dieser Sterbegeschichten, unter ihnen Johannes Cremerius, Ingeborg Drewitz, Barbara Beuys, Luise Rinser und Manès Sperber, haben mit großer Einfühlsamkeit die letzten Tage der von ihnen porträtierten Persönlichkeiten nachgezeichnet. Ein Lesebuch ist so entstanden, das Einblicke gewährt in die Gedanken und das Verhalten von Menschen, die den Lebenden eine Erfahrung voraus haben.
    Die Auswahl der Personen wirkt, als hätte jemand im Who-is-Who der Weltgeschichte geangelt und zufällige Biographien herausgefischt. Ein Grund, warum es gerade diese 19 Leute sind, ist nicht zu erkennen. Von den 19 Autoren kenne ich vier durch andere Bücher.
    Bis auf Bernd H. Stappert, der das Sterben der Lily Pincus selbst begleitet und dann anrührend darüber geschrieben hat, sind alle Autoren auf mehr oder weniger glaubhafte historische Quellen angewiesen, die im Laufe der Jahrhunderte durch Mythenbildung z.T. verwässert wurden (Wolfgang Amadeus Mozart). Während die einen (Herbert Braim in "Jesus") akribisch die Historie von späteren Interpretationen trennen, mixen andere (Luise Rinser in "Franz von Assisi") Überliefertes und Gedeutetes mit belegbaren Tatsachen zu einer nett lesbaren Legende. Die einen schaffen es, dem Leser Hintergründe deutlich zu machen (August Nitschke: warum "Montezuma" die Behandlung seiner Wunden ablehnte), andere scheinen beim Leser ein abgeschlossenes Philosophiestudium vorauszusetzen (Heinz Robert Schlette "Blaise Pascal"). Wieder andere schreiben gleich eine ganze Kurzbiographie (Hans Kühner "Thomas Becket"), eine überbordende Eloge (Harald Stefahn "Albert Schweitzer") oder eine Auseinandersetzung mit dem Leben (Peter Lahnstein "Karl V.").
    Besonders zu erwähnen, weil in meinen Augen die beste: Sigurd Martin Daecke "Wolfgang Borchert". Hier schafft es der Autor, Borcherts Leben, seine Themen, seine Leidenserfahrungen mit seinem frühen qualvollen Tod zu verbinden.
    Ich habe durch das Buch einige bemerkenswerte Details über das Leben interessanter Persönlichkeiten der Geschichte erfahren, aber leider immer noch nichts Neues über den Tod und das Sterben an sich (hätte man eigentlich wissen können).
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