Der Herzsammler
Buch von Inger Ash Wolfe, Fred Kinzel
Titel: Der Herzsammler
Inger Ash Wolfe (Autor) , Fred Kinzel (Übersetzer)
Band 2 der Hazel Micallef-Reihe
Verlag: Blanvalet
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 448
ISBN: 9783442370696
Termin: April 2010
Aktion
Zusammenfassung
Serieninfos zu Der Herzsammler
Der Herzsammler ist der 2. Band der Hazel Micallef Reihe. Diese umfasst 3 Teile und startete im Jahr 2008. Der letzte bzw. neueste Teil der Serie stammt aus dem Jahr 2012.
Bewertungen
Der Herzsammler wurde insgesamt 4 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 3 Sternen.
Rezensionen zum Buch
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Rezension zu Der Herzsammler
- Coco206
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8. Mai 2010 um 22:06
Meine Meinung:Weiterlesen
Mir hat das Buch fast gar nicht zugesagt. Der Klappentext klang sehr gut, führt den interessierten Leser aber etwas in die Irre.
Die Geschichte wird aus der Sicht des Allwissenden erzählt.Sie beginnt mit dem Prolog, der scheinbar aus der Sicht eines Polizisten oder Forensikers geschrieben ist und den Fund einer toten Frau beschreibt. Das geht schon mal gut los, Mord oder Selbstmord passt immer in einen Thriller.
Aber dann erwarten einen erstmal einige Seiten über die Polizeichefin Hazel Micallef. 61 Jahre alt, geschieden, zwei erwachsene Töchter. Lebt zusammen mit ihrer Mutter (die deutlich jünger erscheint als Hazel, obwohl sie nun 87 sein müsste) in dem Haus ihres Ex-Mannes und seiner Frau. Dies ist aber nur vorübergehend, da sich Hazel aufgrund einer Rücken-OP nicht selbst versorgen kann, und einen sehr invaliden Eindruck macht. Dieser geht mit der plötzlichen Genesung innerhalb des Buches nicht wirklich konform, aber das sind vielleicht Spitzfindigkeiten meinerseits. Ja, man kann auch aus Längen in einem Buch noch etwas Informatives rausholen. Das wird dem Leser im Laufe der Geschichte noch ein- bis zweimal öfter passieren.
Mit dem typischen Thriller/Krimi-Ermittler verbindet sie doch auch das ein oder andere Merkmal: sie trinkt gerne einen über den Durst, sie ist schon lange bei der Polizei (wenn auch in einem eher ruhigen Örtchen), sie scheint ein schwieriger Mensch zu sein, nicht besonders feinfühlig, und Entschuldigen fällt ihr auch sehr schwer. Und nicht zu vergessen: ein schwieriges Kind, das öfter mal auf die schiefe Laufbahn geriet und ihr eigene „kleine“ Tablettenabhängigkeit.
Was sie vom gewohnten Typus Ermittler unterscheidet, ist in erster Linie ihr Geschlecht und ihr Alter (da gab es auf der Haben-Seite den Pluspunkt für langjährige Berufserfahrung).
Mir kam sie allein durch ihr Alter und ihre Rückenprobleme wie ein altes Mütterlein vor, das nicht mal mehr geradeaus trippeln kann ohne Gehwagen. Und diese Person soll also Polizeichefin sein und „den Laden schmeißen können“? Ich habe Zweifel.
Und diese Zweifel werden auch im Buch nicht geringer. Mal hat sie gute Einfälle, was Hinweise betrifft, mal kommt sie einem vor wie eine Auszubildende, die vieles falsch macht, manches mal scheint sie auch völlig in ihrem Element zu sein.
Und da ist ja auch noch der gute Detective Constable James Wingate, der interimsweise ihre Stellung eingenommen hat , aber auch noch etwas grün hinter den Ohren wirkt.
Alles in allem wird viel Wert zwischen dem Unterschied von Polizisten gelegt, egal welchen Ranges, ob in ländlichen Gebieten oder Stadtgebieten.
Diese –verzeiht die Ausdrucksweise- Dibbelesschisserei nervt einfach nur. Klar, man kann sich nicht grün sein, aber es dauernd heraushängen zu lassen, war mir dann doch zuviel des Geschriebenen.
Zwischendurch merkt man, dass sich die Autorin auch im Bereich Forensik etwas Wissen angeeignet hat und –sehr wichtig- sie bekommt von einem jungen schlacksigen Kerl (=Nerd) ein bisschen Computerblabla beigebracht.
Wenn ich nun weiter so fortfahre, kann es eigentlich nur schlimmer werden,
Drum beende ich das Ganze mal mit einem „Ja, war ganz nett, stellenweise blitze auch Humor auf.“, das war es aber auch schon.
Noch ein Buch von ihr? Nein Danke.
von mir.
Ich muss gerechterweise dazu sagen, dass ich noch, gerade was Mittelteil und Schluss angeht, etwas mehr hätte schreiben können, aber da soll sich jeder selbst sein Bild machen -
Rezension zu Der Herzsammler
- Marie
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30. April 2010 um 18:41
Originaltitel: The TakenWeiterlesen
2. Band der Hazel Micallef-Reihe
447 Seiten, übersetzt von Fred Kinzel
Covertext:
Hazel Micallef, Polizeichefin in einem kleinen Ort in Kanada, erinnert sich an das, was sie soeben mit eigenen Augen sieht, nur zu gut – eine Leiche, die aus dem Wasser geborgen wird. In allen Details hat sie zum Frühstück in der Lokalzeitung davon gelesen: in einer Fortsetzungsgeschichte. Im ersten Kapitel. Allein der Autor weiß, wie es weitergeht. Doch wer ist dieser Autor? Und warum verschwindet plötzlich ein Zeuge nach dem anderen spurlos von der Bildfläche?
Zur Autorin: Inger Ash Wolfe ist das Pseudonym einer weltweit renommierten und preisgekrönten kanadischen Autorin. Es darf spekuliert werden.
Das Buch ist aufgeteilt in 37 Kapiteln + Prolog, jeweils chronologisch überschrieben mit dem Datum des Ermittlungstages vom 19. Mai bis 6. Juni.
Hazel Micallef ist das Gegenstück zum Prototyp "Ermittler": Sie ist weiblich, über 60, Familienmensch - Mutter und Großmutter -, seelisch gesund, aber körperlich krank. Nach einer schweren Rückenoperation ans Bett gefesselt erholt sie sich im Haus ihres Ex-Mannes und seiner zweiten Frau. Bis ein aktueller Fall sie zurück an ihre Dienststelle ruft, eine Polizeistation im fiktiven Port Dundas in der Nähe von Toronto in Kanada.
Was aussieht wie eine Leiche, die man aus dem Gannon Lake fischt, erweist sich als Schaufensterpuppe, der Arme, Füße und Kopf fehlen. Eigentlich kein Fund, der eine Ermittlung herausfordert, wenn man nicht durch die Puppe zu einer Webseite geführt würde, auf der eine Webcam in einem dunklen Raum undeutliche Bilder eines gefesselten Mannes zeigt, der dort gefangengehalten / gequält wird. Nachdem die Szenerie über Tage hinweg immer entsetzlicher wird und Hazel ein Päckchen mit grausigem Inhalt erhält, ist klar: Der Mann muss befreit werden. Aber: Wer ist er? Wer hält ihn gefangen und wo und warum? Und warum sind sowohl die beiden Urlauber, Entdecker der Schaufensterpuppe, verschwunden als auch der Autor der Krimigeschichte?
Jemand fordert Hazel zu einer Art Rätselspiel heraus; es scheint, als beobachte er jeden ihrer Schritte und lenke sie. Mit akribischer Recherchearbeit stößt sie auf einen alten Fall, der von einer Polizeistelle in Toronto vorschnell als Selbstmord zu den Akten gelegt wurde, und in den sie sich zum Ärger ihrer Kollegen vor Ort verbeißt.
Würden Bücher gezeugt und geboren wie Lebewesen, könnte man von diesem sagen: Es hat einen skandinavischen Vater und eine amerikanische Mutter. (Betrachtet man das Pseudonym der Autorin war genau dieses Gefühl vermutlich ihre Absicht.) Hazel ermittelt als Chefin eines Teams, dessen Mitglieder für den Leser schwer voneinander zu unterscheiden sind, weil nur Hazels rechte Hand, James Wingate, ein Gesicht und eine persönliche Biographie bekommt. Die Protagonistin ist zwar die Figur im Mittelpunkt, doch entscheidende Geistesblitze, Hinweise und Puzzlestücke des Falles werden auch den Kollegen zuteil.
Der Fall wirkt anfangs sehr verwirrend und wenig stringent; neben der Polizeiarbeit wird eingehend auf das Privatleben, Hazels Gedanken, Tagesabläufe und Probleme eingegangen, und man wünscht sich, dass endlich die Handlung in die Gänge kommt. Doch dann passiert etwas unerwartetes: Ein Täter offenbart sich, und das, was anderen Krimis Leerlauf beschert, löst hier die Spannung aus. Nach und nach wird deutlich, welch monströser Feldzug hinter dem steht, was als Puppenfund im See begann. Gefährliche Situationen, in die Hazel sich begibt, und eine Verfolgungsjagd mit dem Hubschrauber gehören letztlich zum amerikanischen Erbe des Buches.
Ein besonderes Wort verdient der Schluss: Endlich ein Krimi, der nicht mit dem Showdown "Heldin-in-Gefahr-und-in-letzter-Sekunde-gerettet" endet. Und der, obwohl man alle Rätsel für gelöst hält, noch eine Überraschung bietet.
Fazit: Ein Krimi, für den "ungewöhnlich" der passende Begriff ist; für Leser, die eher einen KriminalROMAN als einen Thriller mögen.
Ausgaben von Der Herzsammler
Besitzer des Buches 8
Update: 10. Mai 2019 um 14:40


