Das Wort für Welt ist Wald

Buch von Ursula K. Le Guin

Zusammenfassung

Serieninfos zu Das Wort für Welt ist Wald

Das Wort für Welt ist Wald ist der 6. Band der Hainish Universum Reihe. Diese umfasst 9 Teile und startete im Jahr 1966. Der letzte bzw. neueste Teil der Serie stammt aus dem Jahr 2017.

Bewertungen

Das Wort für Welt ist Wald wurde insgesamt 3 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,3 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Das Wort für Welt ist Wald

    […]
    "Das Wort für Welt ist Wald" spielt auf einem fernen Planeten in einer fernen Zukunft. Ein bisschen hat mich das Szenario an den Film "Avatar" erinnert - aber die Idee an sich ist schon recht alt, denke ich, denn was hier auf fernen Planeten passiert, geschah und geschieht auf unserer Erde leider schon seit Menschengedenken.
    Es ist mein erstes Buch von der Autorin und an den Schreibstil hier musste ich mich etwas gewöhnen. Ich weiß natürlich nicht, wie die vorherige Übersetzung ausgefallen ist und habe deshalb keinen Vergleich... Es wirkte etwas sehr sachlich und nüchtern auf mich, direkt und ohne Umschweife, auch wenn es an manchen Stellen unnötig kompliziert war - also etwas mühsam, zumindest für mich, aber insgesamt gut zu lesen. In manchen Passagen durchaus auch elegant, wortgewandt und immer anschaulich.
    Ich hab allerdings auch schon lange keine SciFi mehr gelesen, erst recht nichts älteres aus dem Genre und es kann gut sein, dass ich mich da einfach wieder reinlesen muss.
    Die Handlung ist ein bekanntes Muster: ein Gebiet - hier die "Welt 41" wird entdeckt, von den Einheimischen Athsche genannt, und vor allem die darauf befindlichen Rohstoffe, die man dringend braucht. Das Volk, das hier lebt, wird als unzivilisiert betrachtet und als Arbeitskraft und schlimmeres missbraucht - ob als Mensch angesehen oder nur als "besseres Vieh" ist je nach Nutzen Auslegungssache.
    Dieses Volk, das inmitten riesiger Wälder lebt, ist friedliebend. Sie kennen keinen Krieg und sie kennen auch nicht, sich gegenseitig zu töten - sie haben andere Mittel gefunden, um eventuelle Streitigkeiten zu regeln, was die Autorin zwar immer nur kurz aber verständlich erklärt.
    Was passiert nun mit Menschen - denn trotz ihres unterschiedlichen Aussehens sind sie den Menschen sehr ähnlich - die plötzlich von anderen so übermannt werden. Die keine Unterdrückung kennen, keine Gewalt (zumindest nicht in dem Ausmaß) und deren Welt Stück für Stück zerstört wird?
    Ich war während dem Lesen die ganze Zeit gefesselt von dem Verlauf, der zum einen durch den durchweg bösen Captain Davidson erzählt wird, durch den Vermittler Lyobov und den Athscheaner Selver. Während die ersten beiden sehr stereotyp sind, ist Selver ein sehr komplexer "Mensch" der sich wandelt. Sich wandeln muss aufgrund der Umstände und der am Ende zeigt, wie einschneidend solche Übergriffe werden können und damit eine ganze Welt verändern.
    Grade zum Schluss wird einem das so richtig bewusst und geht total unter die Haut. Eine sehr eindringliche und aufrüttelnde Geschichte, die Vergangenheit nicht immer und immer wieder zu wiederholen.
    […]
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  • Rezension zu Das Wort für Welt ist Wald

    Die Rezension bezieht sich nicht auf die abgebildete Ausgabe, sondern auf die Neuübersetzung, die hier als Teil eines Doppelbandes nicht rezensiert werden darf.
    Die Autorin
    Ursula K. Le Guin wurde 1929 in Berkeley/Kalifornien als Tochter der Schriftstellerin Theodora Kroeber und des Anthropologen Alfred Kroeber (daher das K. in ihrem Namen) geboren. Nach einem Geschichtsstudium begann sie Anfang der sechziger Jahre mit dem Schreiben und veröffentlichte ihre ersten SF- und Fantasy-Erzählungen. Ihren Durchbruch erzielte sie schon wenige Jahre später mit dem Roman „Die linke Hand der Dunkelheit“ - und mit dem Fantasy-Epos „Erdsee“ wurde sie schließlich weltberühmt. Poesie und gedankliche Tiefe ihres Werkes, das nicht nur mit sämtlichen Genre-Preisen ausgezeichnet, sondern auch mit dem amerikanischen National Book Award geehrt wurde, haben in der Science Fiction neue Maßstäbe gesetzt. Die Autorin starb im Januar 2018.
    Die Übersetzerin
    Karen Nölle lebt als freie Übersetzerin und Lektorin in der holsteinischen Schweiz. Sie hat unter anderem Doris Lessing und Alice Munro ins Deutsche übertragen.
    Das Hainish-Universum
    „Das Wort für Welt ist Wald“ und „Die Erzähler“ sind Teil des 8-teiligen -> Hainish-Zyklus, der im alternativen Ekumen-Universum spielt und von dem zuerst "Rocannons Welt" erschien. Von den Hainish dieser alternativen Welt stammen die Menschen aller Planeten ab. Besiedelt ist u. a. auch die Erde (Terra). Le Guin selbst hat (nach Wikipedia) die Definition ihrer Hainish-Welt als Zyklus oder Saga abgelehnt. Da -> goodreads keine Serienzählung anlegt, wenn Autoren ihre Werke nicht selbst so einordnen, werden die Hainish-Bände dort ohne Zählung gelistet.
    Büchertreff listet und nummeriert 8 Romane + eine englische Gesamtausgabe. „Freie Geister“ wäre in der BT-Listung Band 5, die Romane des Doppelbandes sind dort Band 6 und 8, der dazwischenliegende Roman „Four Ways to Forgiveness“ ist noch nicht übersetzt.
    Frühere Ausgaben bei Heyne und Argument
    The Word for World is Forest (1976) / Das Wort für Welt ist Wald (Heyne 1975) 978-3453303782, übersetzt von Gisela Stege;
    (Argument 1997) ‎ 978-3886199273, Neu bearb. Übers. aus dem Amerikan. von Hiltrud Bontrup auf Grundlage der 1975 bei Heyne erschienenen Übers. von Gisela Stege
    The Telling (2000) / Die Erzähler (Heyne 2000) ISBN 978- 3453188617, übersetzt von von Biggy Winter
    Inhalt nach phantastik-couch.de
    Die Menschen schicken Raumschiffe zu einer nicht weit vom Sonnensystem entfernten Welt. Diese Welt ist so, wie die Erde einmal war, ehe die Menschen sie ausplünderten und zerstörten: von Wald bedeckt. Auf ihr leben Eingeborene, für die "Wald" das Synonym für "Welt" ist, weil ihre Welt von Wald bedeckt ist. Auf diesem Planten zeigen die Menschen allerdings, dass sie weder aus Dingen wie dem Völkermord an den Indianern nach der Entdeckung Amerikas noch der Zerstörung ihrer eigenen Welt etwas gelernt haben. Sie machen sich daran, den Wald abzuholzen und das Holz zur Erde zu schicken. Für die Eingeborenen sind die Tage eines relativ friedlichen Lebens gezählt - anstatt sie an ihrem Wissen teil haben zu lassen, unterdrücken und versklaven die Menschen sie."Das Wort für Welt ist Wald" ist einer der besten Romane über interstellaren Kolonialismus und für mich das "rundeste" Buch von Urula K. Le Guin. (Quelle: phantastik-couch.de)
    Inhalt
    Auf einem 27 Lichtjahre von Terra/Erde entfernten Planeten blicken wir mit wechselndem Focus wie unter einem Brennglas auf drei Kulturbereiche im Konflikt: Wissenschaftler, Militär und naturbewahrende Ureinwohner. Es sind Nachfahren ehemaliger Erdbewohner wie der freundliche, moralisch und sachlich sehr differenziert denkende Dr. Lyubov und weitere Experten, der Berufssoldat Käpitän Don Davidson und Selver von Eschenbaum, ein Angehöriger der versklavten Athsheans, der den Terranern in der fremden Umgebung als Dolmetscher und Vermittler dient. Die im Matriarchat regierten Athsheans kennen in ihrer Sprache nur ein gemeinsames Wort für Wald und Welt. Als klassische Kolonialmacht beuteten die Humanoiden den Planeten in nur 4 Jahren durch Holzwirtschaft aus, obwohl ihnen die Zerstörung der Lebensgrundlagen durch die auf die Abholzung folgende Erosion bewusst sein sollte. Im Vergleich zu Erdbewohnern lebten die Kolonie-Bewohner bisher geradezu üppig von jagdbarem Wild. Die gefällten Bäume werden regelmäßig zur Erde transportiert, wo Holz inzwischen wertvoller sein soll als Gold. Der Kontakt zur Erde ist technisch möglich, jedoch bereits länger unterbrochen, was eigentlich einen Prozess der Selbstkritik auf Seiten der Kolonialmacht anregen sollte. Warum für eine Kultur abholzen, von der unsicher ist, ob sie noch existiert?
    Neben den persönlichen Konflikten zwischen den stellvertretenden Figuren lebt die Handlung von den spirituellen Fähigkeiten Selvers, der früher einmal angesehener „Träumer“ war und diese Fähigkeit damals lehrte. Träume können gerufen, geformt, gewebt und gestoppt werden. Konflikte auf diesem Weg lösen zu können, existiert als spirituelle Fähigkeit tatsächlich bei einem Volk in Malaysia, die Le Guin laut eigener Aussage jedoch nicht bekannt war, als sie am Roman arbeitete. Selver ist Dr. Lyubov besonders verbunden, seit der ihn aus Lebensgefahr rettete und seine Verletzungen heilte; Davidson wiederum hat sich Selvers unstillbaren Hass zugezogen, als er dessen Frau zu Tode vergewaltigte. Für Selvers Volk sind andere Wesen lebenswert, für die Erdbewohner jedoch nicht.
    Neben unbestreitbar brutalen Szenen nimmt in „Das Wort für Welt ist Wald“ Kolonialismus-Kritik und Konflikt-Analyse breiten Raum ein, aber auch die den Erdlingen fehlenden interkulturellen Kompetenzen nach dem Motto: vernichte, was du nicht begreifen kannst. Jede Begegnung mit Selver müsste Lyubov damit konfrontieren, dass er ohne seinen Vermittler aus einer „unterlegenen“ Spezies auf dem Planeten kaum eine Überlebenschance hätte. Fraglich ist, ob Terraner die Eigenheit der Athsheanischen Sprache je begreifen werden, dass dort jeder Begriff, jedes Ding „zwei Seiten“ hat und das Volk selbst dafür auch Vermittler benötigt.
    Fazit
    „Das Wort für Welt ist Wald“ ist durch die technischen Möglichkeiten der interstellaren Raumfahrt und der Kommunikation als Science Fiction einzuordnen, obwohl diese Möglichkeiten in diesem Band nur im Hintergrund vorhanden sind. Für mich war es ein komplexes, dabei zeitloses Buch zum „Mitwachsen“; denn die in der Handlung ausgelegten Verknüpfungen zu Kolonialismus und Rassismus werden sicher unterschiedlich aufgenommen, je nachdem, in welchem Lebensalter Leser zu diesem Zyklus greifen.
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Ausgaben von Das Wort für Welt ist Wald

Taschenbuch

Seitenzahl: 143

Besitzer des Buches 5

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